Lankowe
Ort im Rajon Berdjansk, Ukraine
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Lankowe (ukrainisch Ланкове; russisch Ланковое Lankowoje) ist ein Dorf im Südosten der Ukraine im Rajon Berdjansk in der Oblast Saporischschja und geht auf das russlandmennonitische Dorf Landskrone, das im Zweiten Weltkrieg von der Wehrmacht zerstört wurde, zurück.
| Lankowe | ||
|---|---|---|
| Ланкове | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Oblast: | Oblast Saporischschja | |
| Rajon: | Rajon Berdjansk | |
| Höhe: | 70 m | |
| Fläche: | 1.05 km² | |
| Einwohner: | 147 (2001) | |
| Bevölkerungsdichte: | 140 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 71223 | |
| Vorwahl: | +380 6140 | |
| Geographische Lage: | 47° 10′ N, 35° 56′ O | |
| KATOTTH: | UA23020150180071220 | |
| KOATUU: | 2325587904 | |
| Verwaltungsgliederung: | 1 Dorf | |
| Verwaltung | ||
| Adresse: | вул. Миру 50 71222 с. Широкий Яр | |
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Am 31. Oktober 2016 wurde das Dorf ein Teil der neugegründeten Siedlungsgemeinde Tschernihiwka[1], bis dahin war es Teil der Landratsgemeinde Schyrokyj Jar (Широкоярська сільська рада/Schyrokojarska silska rada) im Westen des Rajons Tschernihiwka.
Seit dem 17. Juli 2020 ist sie ein Teil des Rajons Berdjansk[2].
Im März 2022 wurde der Ort durch russische Truppen im Rahmen des Russischen Überfalls auf die Ukraine eingenommen und befindet sich seither nicht mehr unter ukrainischer Kontrolle.
Landskrone
Das Dorf wurde 1839 am Ufer des Begim-Tschokrark angelegt. Das Land wurde von Johann Cornies an Heinrich Janzen verpachtet. Weil das Flusstal recht schmal war, wurden zwei Dorfstraßen parallel zum Fluss angelegt. 19 Familien bauten ihre roten Ziegelhäuser an der Südstraße, sieben Familien bauten weiße Ziegelhäuser an der Nordstraße. 1841 kamen weitere elf Familien, 1842 die letzten drei Familien hinzu. 1844 wurde durch das Dorf ein Kanal gegraben, um Überflutungen zu mildern. 1908 lebten hier 518 Personen. Es gab eine Ziegelei, zwei Windmühlen, eine motorisierte Mühle, einen Kaufladen und einen Getreidehandel. Der Bau der Eisenbahn neben dem Dorf zwischen 1911 und 1913 brachte den Dorfbewohnern zusätzliche Einnahmen. Es verblieb eine riesige Sandgrube. 1943 wurde das Dorf beim Rückzug der Wehrmacht zerstört. Heute erinnert nur die Kirchenruine an das Dorf.
Kirche
Die Kirche wurde 1910 im Stil der Neogotik errichtet, mit ausschließlich gotischen Fenstern und Strebepfeilern. Der Innenraum und die Ziegelornamentik stehen in starkem Kontrast zu den früheren Kirchenbauten der Russlandmennoniten. Der Bau wurde lange als Kornspeicher verwendet und ist heute verfallen.
Literatur
- Rudy P. Friesen, Edith Elisabeth Friesen: Bauwerke der Vergangenheit: mennonitische Architektur, Landschaft und Siedlungen in Russland/Ukraine. Tweeback, Bonn 2016, S. 371–373.

