Lass-Sun-Klasse

Küstenmotorschiffstyp From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Lass-Sun-Klasse ist eine ehemalige Küstenmotorschiffs­klasse der Hamburger Reederei H.H. Wübbe Nachf. Die auf der Roßlauer Schiffswerft gebauten Schiffe sind mittlerweile bei verschiedenen anderen Reedereien in Fahrt.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Lass-Sun-Klasse
Arkturus (ursprünglich Lass Sun)
Arkturus (ursprünglich Lass Sun)
Schiffsdaten
Land Deutschland Deutschland
Schiffsart Küstenmotorschiff
Reederei H.H. Wübbe Nachf., Hamburg[1]
Bestellung 1991
Bauwerft Roßlauer Schiffswerft, Roßlau
Bauzeitraum 1991 bis 1993
Gebaute Einheiten 6
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 74,94 m (Lüa)
70,47 m (Lpp)
Breite 11,40 m
Seitenhöhe 5,50 m
Tiefgang (max.) 4,35 m
Vermessung 1.512 BRZ / 696 NRZ
 
Besatzung 6
Maschinenanlage
Maschine 2 × Cummins-Dieselmotor
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 1.194 kW (1.623 PS)
Höchst­geschwindigkeit 10 kn (19 km/h)
Propeller 2 × Schottel-Ruderpropeller
Transportkapazitäten
Rauminhalt 2.550 m³
Sonstiges
Klassifizierungen Germanischer Lloyd
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Geschichte

Ursprünglich waren zehn Schiffe der Klasse bestellt worden (Baunummern 231 bis 240), von denen aber nur die ersten sechs von 1991 bis 1993 für Einschiffsgesellschaften des Hamburger Unternehmens H.H. Wübbe Nachf. gebaut wurden.[2] Der Bau der Schiffe sowie fünf weiterer Küstenmotorschiffe für die Reederei Bockstiegel in Emden rettete die nach der deutschen Wiedervereinigung in wirtschaftliche Schwierigkeiten geratene Werft.[3] Die Schiffe wurden vom Hamburger Schiffsmaklerunternehmen Walter Lass befrachtet.

Die Lass Sun kenterte am 20. Dezember 1997 infolge einer Kollision mit dem russischen Frachtschiff Valentin Pikul im Skagerrak nordöstlich von Skagen (). Das Schiff befand sich auf einer Reise mit Düngemitteln von Klaipėda in Litauen nach Teesport im Vereinigten Königreich. Bei dem Unglück kam der Kapitän des Schiffes ums Leben, die übrigen fünf Besatzungsmitglieder wurden gerettet.[4] Das Schiff wurde zu einem Totalverlust erklärt. Das Wrack, das schwimmfähig geblieben war, wurde Anfang 1998 verkauft. Im Februar des Jahres wurde es geborgen und nach Grenaa geschleppt. Später wurde es erneut verkauft und von Juni bis Dezember 1998 in Sæby repariert. Das Schiff wurde als Nyholm wieder in Fahrt gebracht.[2]

Die übrigen Schiffe der Baureihe wurden 2007 bzw. 2008 verkauft. Die als Lass Sun und Lass Saturn gebauten Schiffe wurde später umgebaut und mit einem Bagger ausgerüstet, der auf einer einem Lukenwagen ähnlichen Vorrichtung installiert und über die gesamte Länge der Luken verfahrbar ist.[5][6] Die frühere Lass Sun war zeitweise auch mit einer Fördereinrichtung ausgerüstet, um das Schiff als Versorger für Offshore-Fischfarmen nutzen zu können.

Beschreibung

Der Antrieb der Schiffe erfolgt durch zwei Schottel-Ruderpropeller, die durch zwei Cummins-Dieselmotoren angetrieben werden (zum Einsatz kamen die Motorenmuster KT 19 bzw. KT 38).[7][8] Die Motoren waren im Achterschiffsbereich hinter den Einrichtungen für die Schiffsbesatzung untergebracht. Die Leistung der Motoren betrug zunächst je 597 kW. Sie wurden später auf eine Gesamtleistung von 600 kW gedrosselt.[9] Die Motoren wirken über Untersetzungsgetriebe auf die Propeller. Die Geschwindigkeit der Schiffe beträgt rund 10 kn.[9]

Für die Stromerzeugung stehen zwei Generatorsätze sowie ein Not- und Hafengeneratorsatz zur Verfügung. Die Generatorsätze werden jeweils von einem Cummins-Dieselmotor angetrieben (Typ: 6BT5.9 G2 bzw. 4B3.9 G). Die Schiffe sind mit einem elektrisch angetriebenen Bugstrahlruder mit 100 kW Leistung ausgestattet.[7][8]

Die Decksaufbauten befinden sich im hinteren Bereich der Schiffe. Sie bestehen aus flachen Aufbauten und einer davon abgesetzten Brücke, die hydraulisch höhenverstellbar ist. Zusätzlich können die beiden Schiffsmasten zur Unterquerung von Brücken geklappt werden. Vor den Decksaufbauten befindet sich ein 47,4 Meter langer und 9 Meter breiter Laderaum. Die Höhe des Raums beträgt 6 Meter. Der Raum, dessen Kapazität 2.550 m³ beträgt, wird von hydraulisch betriebenen Lukendeckeln mit sechs Paneelen verschlossen. Die vorderen und hinteren beiden Lukendeckel sind als Faltlukendeckeln ausgelegt, die beiden mittleren als Rolllukendeckel. Die Rolllukendeckel können von den Faltlukendeckeln mitgezogen werden und liegen dann bei geöffneten Luken jeweils vor den Faltlukendeckeln. Alternativ können sie abgekoppelt werden und auf dem Lukensüll liegenbleiben.

Die Schiffe sind mit zwei Schotten ausgerüstet, die an sieben Positionen errichtet werden können.[7][8]

Schiffe

Weitere Informationen -Klasse, Bauname ...
Lass-Sun-Klasse
BaunameBaunummerIMO-NummerKiellegung
Stapellauf
Ablieferung
Umbenennungen
und Verbleib
Sun231903046228. Juni 1991
7. September 1991
April 1992
1991: Lass Sun, 1998: Nyholm, 2000: Arkturus, 2018: Ronja, 2020: Baltic Sprinter, 2022: Bozat
Lass Moon232903047413. August 1991
7. November 1991
Mai 1992
2007: Islay Trader, 2017: Neptune, 2024: CM Neptune
Lass Mars23390304861. Oktober 1991
23. Dezember 1991
Juni 1992
2007: Shetland Trader
Lass Uranus234903049813. November 1991
12. März 1992
September 1992
2008: Victress, 2017: Redon, 2018: Victress
Lass Neptun235903050322. Januar 1992
14. Mai 1992
September 1993
1993: Wolgast, 1995: Lass Neptun, 2008: Valiant, 2020: Venture
Lass Saturn236903051516. März 1992
Juli 1992
30. September 1993
1993: Greifswald, 1994: Lass Saturn, 2008: Viscount, 2011: Artic Ocean, 2015: Pirholm
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Die ursprünglich nach Himmelskörpern benannten Schiffe kamen unter deutscher Flagge mit Heimathafen Rostock in Fahrt.

Commons: Lass-Sun-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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