Laura Freixas

spanische Schriftstellerin, Übersetzerin, Herausgeberin, Journalistin und Kunstkritikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Laura Freixas Revuelta (* 16. Juli 1958 in Barcelona), bekannt als Laura Freixas, ist eine spanische Schriftstellerin. Sie hat mehrere Romane und Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht, sowie Essays, die oft Literaturkritik und feministische Betrachtungen zum Thema haben, außerdem schreibt sie regelmäßig als Kolumnistin für spanische Zeitungen. Ihre Muttersprache ist Spanisch, und obwohl in der Familie auch Katalanisch gesprochen wurde, entschied sie sich für Spanisch für ihr literarisches Schaffen.

Laura Freixas, 2017

Leben

Freixas wurde in Barcelona in einer gutbürgerlichen Familie geboren, ging auf die Französische Schule der Stadt und studierte Rechtswissenschaften in Spanien und Frankreich. Sie schloss das Studium 1980 ab, übte den Beruf aber nie aus, sondern widmete sich der Literatur. Ab 1987 arbeitete sie für den angesehenen Verlag Grijalbo, in dem sie die Reihe El espejo de tinta (Der Tintenspiegel) gründete, die sie bis 1994 leitete.[1] 1989 heiratete sie einen französischen Bankmanager, mit dem sie sich in Madrid niederließ und 1994 eine Tochter bekam, sechs Jahre später adoptierte das Paar einen Sohn. Die Ehe wurde 2006 geschieden.

Bekannt wurde Freixas als Schriftstellerin zuerst 1988 mit ihrer Kurzgeschichtensammlung El asesino en la muñeca (Der Mörder am Armband). Neun Jahre später veröffentlichte sie ihren ersten Roman, Último domingo en Londres (Letzter Sonntag in London), dem bald drei weitere folgten: Entre amigas (Unter Freundinnen 1998), Amor o lo que sea (Liebe oder irgendwas, 2005) und Los otros son más felices (Die anderen sind glücklicher, 2011). Nach ihrer eigenen Einschätzung thematisieren ihre Romane oft den Konflikt zwischen zwei Hauptpersonen sehr unterschiedlicher Herkunft, sei es aus verschiedenen Ländern oder sozialen Klassen, modelliert nach dem Gegensatz der in ihrem Elternhaus zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter bestand.[2]

Freixas bekundet großes Interesse an der Autobiographie als literarische Ausdrucksweise. Ihre Jugend beschreibt sie in Adolescencia en Barcelona hacia 1970 und ab 2013 gab sie in vie Bänden ihre Tagebücher von 1991 bis 2002 heraus. 2019 erschien das Werk, das die Autorin selbst als ihr bestes Buch bezeichnet: A mí no me iba a pasar (Sowas konnte mir doch nicht passieren), eine im oft leicht satirischen Romanstil geschriebene Autobiographie, die ihre Zeit als Ehefrau, Mutter und Hausfrau „durch die lila Brille“ des Feminismus betrachtet und die Frage beantworten will, wie die Schriftstellerin das wurde, was sie nie sein wollte: „eine Frau im konventionellsten und bürgerlichsten Sinne des Wortes“.[3]

Außer Fiktion hat Freixas auch mehrere Essays veröffentlicht, meist zur Thematik der Frau oder der Autorin in der Literatur, sowie Anthologien von von Frauen geschriebenen Werken herausgegeben. Sie verfasste außerdem eine Biographie von Clarice Lispector und übersetzte ins Spanische die Tagebücher von Virginia Woolf und André Gide, sowie die Briefe der Madame de Sévigné y einen Roman von Elisabeth Smart.

Freixas hatte Gastprofessuren an mehreren nordamerikanischen Universitäten, sowie in Irland und England. Im Jahr 2009 gründete sie den Verein Clásicas y Modernas (Klassikerinnen und Moderne), den sie bis 2017 als Vorsitzende leitete und der sich für die Gleichberechtigung der Frau im Kulturbetrieb einsetzt. Sie schreibt seit 2001 eine regelmäßige Kolumne in der spanischen Tageszeitung La Vanguardia und gelegentlich in anderen Zeitungen, wie El País und nimmt auch durch Vorträge und in sozialen Netzwerken regen Anteil an politischen Debatten, meist zu Frauenrechten. Dem islamischen Schleier steht sie grundsätzlich ablehnend gegenüber, ebenso der Prostitution und der Leihmutterschaft.[4][5]

Laura Freixas bezeichnet sich als politisch links. In der langandauernden Katalonien-Krise sprach sie sich gegen eine Unabhängigkeit Kataloniens aus, da diese mit „Mythen und Emotionen“ spiele und dabei mehr Probleme schaffe als löse.[6]

Werke

Romane

  • Último domingo en Londres (Letzter Sonntag in London), Plaza y Janés, 1997
  • Entre amigas (Unter Freundinnen), Destino, 1998
  • Amor o lo que sea (Liebe oder irgendwas), Destino, 2005
  • Los otros son más felices (Die anderen sind glücklicher), Destino, 2011
  • A mí no me iba a pasar (Sowas konnte mir doch nicht passieren), Ediciones B / Penguin Random House, 2019

Erzählungen

  • El asesino en la muñeca (Der Mörder am Armband), Anagrama, 1988
  • Cuentos a los cuarenta (Geschichten mit Vierzig). Kurzgeschichten. Destino, 2001

Autobiographisches

  • Adolescencia en Barcelona hacia 1970 (Jugend in Barcelona um 1970). Destino, 2007
  • Una vida subterránea (Ein unterirdisches Leben). Tagebücher 1991–1994. Errata Naturae, 2013
  • Todos llevan máscara (Alle tragen Maske) Tagebücher 1995–1996. Errata Naturae, 2018
  • Saber quién soy (Wissen wer ich bin), Tagebücher 1997–1999. Tres Hermanas, 2021
  • A todos nos falta algo (Uns fehlt allen etwas) Tagebücher 2000–2002. Tres Hermanas, 2023

Sachbücher

  • Literatura y mujeres (Literatur und Frauen), Essay. Destino, 2000
  • Ladrona de rosas (Die Rosendiebin), Biographie von Clarice Lispector. La Esfera de los Libros, 2010
  • El silencio de las madres (Das Schweigen der Mütter), Essay. Aresta, 2014
  • Sylvia Plath y Ted Hughes. ¿Genio y musa? ¿genia y muso? ¿genia y genio?,. Essay. Huso, 2021
  • ¿Que hacemos con Lolita? (Was machen wir mit Lolita?) Essay. Huso, 2022

Einzelnachweise

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