Lausen BL

Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft, Schweiz From Wikipedia, the free encyclopedia

Lausen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Liestal des Kantons Basel-Landschaft in der Schweiz.

BL ist das Kürzel für den Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz. Es wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Lausenf zu vermeiden.
Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Lausen
Wappen von Lausen
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft (BL)
Bezirk: Liestal
BFS-Nr.: 2828i1f3f4
Postleitzahl: 4415
Koordinaten: 624212 / 258030
Höhe: 343 m ü. M.
Höhenbereich: 320–589 m ü. M.[1]
Fläche: 5,57 km²[2]
Einwohner: 5886 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 1057 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
29,4 %
(31. Dezember 2024)[4]
Website: www.lausen.ch
Lausen
Lausen
Lage der Gemeinde
Karte von Lausen
Karte von Lausen
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Geographie

Lausen liegt im mittleren Ergolztal südöstlich von Liestal, mit dem es mittlerweile zusammengewachsen ist.

Geschichte

Kirche Lausen, 2006
Historisches Luftbild von Werner Friedli von 1949

Die erste Erwähnung von Lausen stammt aus 1275: als «Langenso». Die Herkunft[5] des Namens ist die Bezeichnung „am langen Saum“, gemeint ist das Ufer des abgegangenen römischen Stausees. Bodenbefunde haben bewiesen, dass in dieser Gegend schon während der Altsteinzeit Werkzeuge hergestellt worden sind.

Die weitab vom heutigen Dorfkern am rechten Ergolzufer liegende Kirche gehörte zu Bettenach, einer bedeutenden fränkischen Dorfsiedlung (Königshof), die von spätrömischer Zeit (5. Jahrhundert) bis ins Mittelalter (12. Jahrhundert) bewohnt war, wie die Untersuchungen 1985–1992 erwiesen. In der Furlen soll sich eine Eisenschmelze befunden haben, und im Heidenloch zwischen Lausen und Liestal begann die römische Wasserleitung nach Augusta Raurica.

1241 ist im Weiler Furlen ein Ritter "Otto und Agnes de Furlon"[6] als Ministerialer der Grafschaft Frohburg, welche aus der burgundischen Pforte im Sundgau (Felon)[7] kamen, dokumentiert. Die Einheimischen nannten sie in ihrem Dialekt die Furler und den Weiler die Furlen. Sie bauten einen Wohnturm[8] (1356 beim Erdbeben zerstört) mit zwei Höfen und betrieben Landwirtschaft, Köhlerei und Eisenverhüttung. Ihre Aufgabe war der Betrieb der Zollstelle Altmarkt und die Bewachung des Handels (Wegzwang) über den unteren und oberen Hauenstein. 1305 ging die Gemeinde in den Besitz des Bischofs von Basel über. Die erstmals 1318 erwähnte Getreidemühle mit Dyg auf der linken Ergolzseite, hatte Anfangs des 19. Jahrhunderts auch eine Öltrotte und Reibe. Um 1400 wurde die Gemeinde Eigentum der Stadt Basel. Im 16. Jahrhundert wurden zur Getreidemühle weitere Gebäude am bestehenden Dyg gebaut, es entstand das Unterdorf. Im 17. Jahrhundert kamen Häuser im heutigen Oberdorf hinzu. Im Unterdorf auf der linken Ergolzseite wurde im Jahr 1570 die Papiermühle der ehemaligen Basler Familie Dürig erbaut (Übernahme 1632 durch Peter Dürig-Merian). Im 18. Jahrhundert begann in Lausen die Tuch- und Bandweberei in Heimarbeit. Seit 1858 gibt es einen Bahnanschluss im Ort. Ab 1872 baute man in Lausen Tonerde ab, was sehr wichtig war für die Wirtschaft, und brannte sie zu Kacheln und Ziegeln. Ab 1910 industrielle Verwertung von Kalkstein.

Wappen

Seit 1938 hat Lausen ein offizielles Wappen. Es ist durch einen waagerechten Strich in zwei Hälften geteilt. In der oberen Hälfte befinden sich drei goldene Kugeln auf schwarzem Grund. Diese gehen auf eine Legende von Nikolaus von Myrha zurück und symbolisieren drei goldene Kugeln. Der heilige Nikolaus hatte diese drei Jungfrauen geschenkt, um ihnen eine Existenz zu sichern. Er ist Namensgeber der Kirchgemeinde St. Niklaus, Lausen. Im unteren Bereich sind zwei gekreuzte goldene Pickel auf rotem Grund abgebildet. Die Pickel stehen für den Abbau von Eisenerz und Kalkstein in Lausen, der einst von wichtiger Bedeutung war für die Gemeinde. Das Wappen entstand durch eine Lausener Klasse im Rahmen eines Schulprojektes.

Politik

Der Gemeinderat (Exekutive) besteht aus sieben Stimmberechtigten. Gemeindepräsident (2024–2028) ist Peter Aerni (BVL, Stand 2025).

Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Lausen: SVP 32,8 % (2019 32,0 %), SP 28,8 % (24,0 %), FDP 10,8 % (11,3 %), Grüne 8,7 % (15,4 %), Mitte 7,5 % (7,0 %), glp 5,7 % (4,4 %), EVP 3,7 % (5,7 %), EDU 0,5 % (–).[9]

Verkehr

Lausen ist mit dem Autobahnanschluss A22 verbunden, der zur Autobahn A2 führt. Die Hauptstrasse führt nach Liestal sowie zur Alten Landstrasse, die nach Itingen geht.

Schienenverkehr

Der Bahnhof Lausen ist ein S-Bahn-Bahnhof, ist an der Hauensteinstrecke erschlossen und somit ein Durchgangsbahnhof. Der Bahnhof wird halbstündlich bedient.

Nahverkehr

Die Autobus AG Liestal betreibt den Busbetrieb und verbindet Lausen mit den Nebengemeinden.

Sehenswürdigkeiten

  • Die Evangelisch-reformierte Kirche mit Sigristenhaus[10]

Persönlichkeiten

Literatur

Einzelnachweise

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