Le Frecce

Hochgeschwindigkeitszüge in Italien From Wikipedia, the free encyclopedia

Le Frecce („die Pfeile“) bezeichnet italienische Zuggattungen von Hochgeschwindigkeitszügen, die aus der Marke Eurostar Italia hervorgegangen sind. Betreiber ist das staatliche Bahnunternehmen Trenitalia.

ETR 1000 als Frecciarossa
ETR 500 als Frecciarossa
ETR 600 als Frecciarossa
ETR 700 als Frecciarossa
ETR 485 als Frecciargento
ETR 460 als Frecciabianca

Frecciarossa

Frecciarossa („roter Pfeil“) ist eine Zuggattung für Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 bis 300 km/h. Die Züge verkehren auf Schnellfahrstrecken.

Eingesetzt werden ETR 500, seit Juni 2015[1] auch Frecciarossa 1000 (ETR 400) sowie ETR 600 und der gebraucht erworbene ETR 700. Die Züge führen die vier Wagenklassen Executive (nur ETR 400 und ETR 500), Business, Premium und Standard sowie einen Bar- und Speisewagen.

Die Züge fahren in Italien auf den Strecken[2]:

Die erste internationale Frecciarossa-Verbindung führt nach Frankreich (Lyon, Paris). Nach Österreich und Deutschland (München) soll der Verkehr im Dezember 2026 aufgenommen werden.

Mit der Absicht, die Geschwindigkeit bis auf 350 km/h anzuheben, wurden von Herbst 2015 bis Ende 2016 mit Erfolg umfangreiche Testfahrten mit dem ETR 400 unternommen.[3][4] Der für diese Geschwindigkeit notwendige Ausbau der Infrastruktur wird jedoch nicht ausgeführt, da dessen ökonomische und technische Nachteile höher sind als die Vorteile.[5][6]

Frecciargento

Frecciargento („silberner Pfeil“) ist eine Zuggattung für Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Eingesetzt werden Pendolino-Züge der dritten Generation (ETR 485). Die Züge führen Sitzplätze der ersten und zweiten Klasse sowie einen Bar- und Bistrowagen. Die Züge verbinden den Nordosten Italiens mit dem Süden, auf der Strecken Triest/UdineVenedigBolognaFlorenzRom, Bozen/BresciaVeronaBolognaFlorenzRomNeapel und die Hauptstadt Rom mit dem Südosten und Südwesten Italiens, auf den Strecken Rom–Neapel–BariLecce und Rom–Neapel–Reggio Calabria.[7] Früher fuhren auch ETR 600 und ETR 700 (heute als Frecciarossa) sowie ETR 610 (heute als Eurocity).

Frecciabianca

Frecciabianca („weißer Pfeil“) ist eine Zuggattung für Züge mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h, die nur im italienischen Gleichspannungsnetz verkehren. Aktuell (2026) gibt es nur die Linie Roma – Pisa – La Spezia – Genova (– Milano), die mit ETR 460 betrieben wird. Im FrecciaBistrò sind Getränke und kleine Mahlzeiten erhältlich.[8] Bis 2022 verkehrten auch ETR 463, ETR 470 und Triebköpfe der ersten Serie der ETR 500 (E 414) oder Elektrolokomotiven des Typs E 402B mit IC-Großraumwagen. In den Zügen liefen Servicewagen mit einer Corner Bar, einem Sitzbereich zweiter Klasse und einem behindertengerechten Bereich, die aus Speisewagen umgebaut wurden. Viele Freccebianche wurden inzwischen wieder in staatlich subventionierte Intercity umgewandelt.

Unfälle

Am 6. Februar 2020 um 5:34 Uhr entgleiste ein Frecciarossa der Baureihe ETR 400 auf der Fahrt von Mailand nach Salerno beim Bahnhof von Livraga mit annähernd 290 km/h. Die beiden Lokführer starben, 31 Passagiere wurden verletzt.[9][10]

Bei der Unfalluntersuchung wurde klar, dass der Zug die Erlaubnis hatte, mit der Höchstgeschwindigkeit zu fahren, die in diesem Abschnitt 300 km/h beträgt. Doch eine Weiche, an der in der Nacht zuvor gearbeitet wurde,[11] befand sich nicht in gerader Stellung, sondern in abzweigender Richtung, die nur mit 60 km/h befahren werden darf. Der Direktor der Nationalen Agentur für Eisenbahnsicherheit ANSF sagte am 13. Februar 2020 aus, dass eine falsche Verkabelung des in der Nacht teilweise ausgetauschten Weichenantriebs (attuatore) fälschlicherweise die Weichenstellung für die Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h signalisiert haben könnte. Daher werde auch der Weichenhersteller Alstom in die Untersuchung einbezogen.[12]

Einzelnachweise

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