Lech Kołakowski
polnischer Politiker
From Wikipedia, the free encyclopedia
Lech Antoni Kołakowski (* 13. Juni 1963 in Zambrów) ist ein polnischer Politiker (PC, PPChD, PiS). Er gehörte von 2005 bis 2021 dem Sejm in der V. VI., VII., VIII und IX. Wahlperiode an. Von 2021 bis 2023 war er Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.

Leben und Beruf
Kołakowski schloss 1992 das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Warschau ab. Ab 1980 bewirtschaftete er einen landwirtschaftlichen Betrieb. Er führte seit 1990 zusätzlich ein eigenes Handelsunternehmen. 1992 arbeitete er im Woiwodschaftsamt der Woiwodschaft Łomża. Von 1993 bis 1997 war er Abteilungsleiter im Woiwodschaftsarbeitsamt.
Politik
In der Volksrepublik gehörte Kołakowski der regimetreuen christlichen Vereinigung „Chrześcijańskie Stowarzyszenie Społeczne“ und ihrer Nachfolgeorganisation „Unia Chrześcijańsko-Społeczna“ an. Er war bis 1989 stellvertretender Vorsitzender der Patriotyczny Ruch Odrodzenia Narodowego in der Woiwodschaft Łomża.
Ab 1991 gehörte er der Porozumienie Centrum an und gehörte dessen Woiwodschaftsvorstand in Łomża an. Später wurde er Mitglied des PPChD und dort Vorstandsmitglied in der Woiwodschaft Podlachien. 2001 trat er zur Prawo i Sprawiedliwość (PiS) über. In den Jahren von 1998 bis 2005 war er Stadtrat von Łomża, während der letzten drei Jahre war er stellvertretender Vorsitzender dieses Gremiums. Dabei verpasste er bei den Selbstverwaltungswahlen 2002 auf der Liste „Chrześcijańskie Porozumienie Prawicy“ zwar zunächst um fünf Stimmen den Einzug in den Stadtrat,[1] konnte aber für den gewählten Bürgermeister Jerzy Brzeziński schon zu Beginn der Wahlperiode nachrücken.
Bei den Parlamentswahlen 2005 wurde er für den Wahlkreis Białystok über die Liste der PiS in den Sejm gewählt.[2] Bei den Selbstverwaltungswahlen 2006 kandidierte er für das Amt des Stadtpräsidenten von Łomża. Er bekam im ersten Wahlgang 24,8 % der Stimmen,[3] im zweiten Wahlgang unterlag er mit 42,2 % der Stimmen gegen den Amtsinhaber Jerzy Brzeziński.[4]
Bei den folgenden vier Wahlen zum Sejm wurde er mit 10.457 Stimmen (Sejmwahlen 2007),[5] 13.502 Stimmen (2011),[6] 15.106 (2015)[7] und 16.138 Stimmen (2019)[8] als Abgeordneter der PiS bestätigt. Er war Mitglied der Sejm-Ausschusses für EU Angelegenheiten und von 2015 bis 2019 stellvertretender PiS-Fraktionschef. Zwischenzeitlich hatte er bei den Selbstverwaltungswahlen 2010 erneut erfolglos für das Amt des Stadtpräsidenten von Łomża kandidiert. Er erreichte zwar erneut die Stichwahl,[9] unterlag aber dort mit 39,1 % der Stimmen dem neuen Stadtpräsidenten Mieczysław Czerniawski.[10]
Im September 2020 wurde Kolakowski, nachdem er entgegen das von seiner Partei eingebrachte Tierschutzgesetz gestimmt hatte, aus der PiS ausgeschlossen und verließ deren Fraktion im Sejm.[11] Im Juni 2021 trat er in die im selben Jahr gegründete Partei Partia Republikańska und als deren Mitglied auch wieder in die Parlamentsfraktion der PiS ein.[12] Im Juli 2021 verließ Kolakowski den Sejm und trat eine Stelle in der staatlichen Bank Gospodarstwa Krajowego an.[12][13] Im Dezember 2021 wurde er zum Staatssekretär im Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung ernannt.[14] Nach dem Regierungswechsel 2023 schied er aus dem Amt aus. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2024 bewarb er sich wiederum für das Amt des Stadtpräsidenten von Łomża, belegte mit 7,6 % der Stimmen aber nur den dritten Platz.[15]