Lehelitz

Ort in Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Lehelitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Krostitz im sächsischen Landkreis Nordsachsen in Deutschland.

Schnelle Fakten Gemeinde Krostitz ...
Lehelitz
Gemeinde Krostitz
Koordinaten: 51° 28′ N, 12° 28′ O
Fläche: 35 ha
Einwohner: 30 (2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 86 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Postleitzahl: 04509
Vorwahl: 034295
Lehelitz (Sachsen)
Lehelitz (Sachsen)
Lage von Lehelitz in Sachsen
Ortseingang
Ortseingang
Schließen

Geografie

Lehelitz liegt nördlich des Hauptortes Krostitz zwischen den Städten Eilenburg und Delitzsch. Der Ort liegt an keiner klassifizierten Straße, jedoch gibt es Ortsverbindungen nach Krostitz und zur Bundesstraße 2, die westlich am Ort vorbeiführt. In der Flur von Lehelitz liegt die Ortswüstung Seereisen.

Geschichte

Lehelitz ist von der Siedlungsform her ein Straßendorf. Der Ort gehörte bis 1815 zum kursächsischen Amt Delitzsch.[2] Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1952 gehörte.[3]

Am 20. Juli 1950 wurde die Landgemeinde Lehelitz nach Krostitz eingemeindet und ist seither ein Ortsteil der Gemeinde.[4] Im Zuge der Kreisreform in der DDR von 1952 wurde Krostitz mit Lehelitz dem neu zugeschnittenen Kreis Delitzsch im Bezirk Leipzig zugeteilt, welcher 1994 im Landkreis Delitzsch aufging.

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1818127
1880143
1895149
Schließen
Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1925139
1939144
1946202
Schließen

Die Einwohnerzahl von Lehelitz lag 1818 bei etwas über 100. 1895 gab es mit 149 einen kleinen Ausschlag. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stieg die Einwohnerzahl auf knapp 140. Nach Ende des Krieges stieg die Einwohnerzahl stark an. 1946 lebten knapp über 200 Einwohner in Lehelitz.[5]

Religion

In Lehelitz steht keine Kirche. Vor der Reformation gehörte Lehelitz zur Pfarrei Hohenleina im Archidiakonat Halle/S. des Erzbistums Magdeburg.[6]

Evangelisch-lutherische Einwohner gehören heute zum Kirchspiel Krostitz im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Durch die Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa infolge des Zweiten Weltkriegs war die Zahl der Katholiken im Raum zwischen Eilenburg und Delitzsch so stark angestiegen, dass Behlitz eine Seelsorgestelle der Pfarrei Eilenburg wurde und am 8. Dezember 1945 einen eigenen Geistlichen bekam. Die katholischen Gottesdienste fanden in Behlitz in der evangelischen Dorfkirche statt, zur Errichtung eines katholischen Gotteshauses kam es in Behlitz nicht. Am 1. November 1947 wurde die Seelsorgestelle Behlitz zur Kuratie erhoben. 1954 wurde ein Baugrundstück in Hohenleina gekauft. Die dort geplante Aufstellung einer Kirchenbaracke, die der Kuratie Behlitz vom Erzbistum Paderborn, zu dem die Kuratie damals gehörte, angeboten wurde, wurde von den Behörden der DDR verhindert. Daher wurde am 1. Juli 1965 das Grundstück in Hohenleina gegen ein Grundstück in Lehelitz getauscht, und am 9. November 1965 wurde die Kuratie Behlitz nach Lehelitz transferiert. Lehelitz war damals die Ortschaft mit den meisten Katholiken in der Kuratie Behlitz. Am 3. Juli 1965 begannen in Lehelitz der Bau der Fertigteilkirche und des Pfarrhauses. Im November 1966 war die Kirche fertiggestellt,[7] sie trug des Patrozinium Maria Königin. Am 8. Oktober 1967 folgte die Kirchweihe durch Weihbischof Friedrich Maria Rintelen.[8] Vom 1. November 2007 an gehörte die Kuratie Lehelitz zum damals gegründeten Gemeindeverbund Bad Düben – Delitzsch – Eilenburg – Löbnitz – Lehelitz,[9] aus dem am 2. Mai 2010 die heutige Pfarrei St. Klara Delitzsch entstand.[10] Am 8. Oktober 2011 wurde die Kirche wieder geschlossen, das Kirchengebäude wurde verkauft und zu einer Reifenwerkstatt umgebaut.[11][12]

Kultur

Jährlich am ersten Juliwochenende findet in Lehelitz ein Volksfest namens Lechelzer Abbels, der Lehelitzer Ablassmarkt, statt. Dieser Brauch geht auf eine Sage aus dem 14. Jahrhundert zurück.[13]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI