Lehnmark
mittelalterliche Flur- oder Siedlungsstätte nördlich oder nordöstlich von Beelitz
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Lehnmark (historisch auch Lennmark, Lehnmarcke) war eine mittelalterliche Flur- oder Siedlungsstätte nördlich oder nordöstlich von Beelitz. Die Stätte ist heute wüst und in späteren Forst- und Feldmarkstrukturen aufgegangen.[1] Die Fläche befindet sich in der Neuzeit im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Geografische Lage
Lehnmark lag zwischen den späteren Waldforstmeistereien Seddin und Kunersdorf. Die Position ist auf der Karte Ichnographia von Thomas von Suchodoletz (1682) verzeichnet.[1]
Geschichte
Die ältesten schriftlichen Belege stammen aus dem Landbuch Karls IV. von 1375, wo ein ager, qui dicitur Lenmark genannt wurde. Weitere Nennungen finden sich 1483 als die lemmarke gelegen bei der beyden to Kunstorpp sowie 1682 als Beelitzsche Lehnmarcke.
Für das 14. Jahrhundert wird Lehnmark wahrscheinlich als Besitz des Markgrafen geführt. 1483 gelangte die Flur an die Familie von Schlieben, die sie an das Prämonstratenserkloster St. Marien auf dem Berge bei Brandenburg verpfändete. Danach lagen Rechte auch bei den Schöffen zu Brandenburg. Vor 1569 bis nach 1651 besaß die Familie von Thümen Anteile von mindestens vier Hufen auf Lehnmark (wohl Teilbesitz). Später wurde das Gebiet vollständig der Feldmark Wildenbruch zugeordnet.[1]
Ob es sich bei Lehnmark um eine eigenständige Siedlung oder lediglich um eine benannte Flur handelte, ist unklar. Für 1375 wurden jedoch 10 Hufen angegeben, von denen zwei Hufen durch Einwohner aus Seddin bewirtschaftet wurden. Die Familie von Thümen erhielt im Jahr 1524 insgesamt 12 Scheffel Roggen von der Lehnmark. Der Pfarrer von Wildenbruch erhielt 1575 aus der Lehnmark 10 Scheffel Roggen und 10 Scheffel Hafer. Die noch genannten 10 Hufen werden wegen ihrer geringen Ertragskraft im Jahr 1624 zusammen auf 3 Hufen nach Wildenbruch veranschlagt. Die Flur ging später vollständig in der Feldmark Wildenbruch auf.
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 223)