Leif Dines Pedersen

dänischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg From Wikipedia, the free encyclopedia

Leif Dines Pedersen (* 3. Dezember 1921 in Brønshøj, Stadtteil von Kopenhagen; † 13. März 1945 auf dem ehemaligen Schießplatz in Ryvangen, Ortsteil von Hellerup, heute Gedenkhain in Ryvangen, nahe Kopenhagen) war ein dänischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg. Er lebte in Silkeborg, kurze Zeit auch in Süd-Stenderup, Sønder Stenderup, Orte seiner Widerstandstätigkeit.[1][2]

Leif Dines Pedersen vor 1945

Familie, Ausbildung, Politik

Er war der einzige Sohn des Redakteurs Peder Dinesen Pedersen (1888–1950) und der Thora Maryann Andersen Juel-Ranten (* 1894). Er absolvierte die Staatsschule in Hillerød, Frederiksborg Amt, und begann eine Ausbildung zum Förster in der Forstschule Silkeborg, legte die Försterprüfung ab und arbeitete als Forstanwärter in Sønder Stenderup. Er kehrte im November 1944 nach Silkeborg zurück und arbeitete dort als Förster.

Widerstand

Pedersen verschrieb sich 1944 dem gewaltsamen Widerstand und schloss sich der Widerstandsgruppe Holger Danske an: „Ich habe mehrmals an Sabotageakten teilgenommen und bin mitschuldig an der Ermordung eines deutschen Offiziers.“[1] In Sønder Stenderup baute er eine Sabotage- und Kundschaftergruppe auf, der sich mehrere Forstarbeiter anschlossen. Die Gruppe betrieb Industrie- und Eisenbahnsabotage und nahm von den Alliierten abgeworfene Waffen auf. Zurück in Silkeborg verübte er im Februar 1945 seinen letzten Sabotageakt gegen das Automobilwerk Darr[3], das in Zusammenarbeit mit den Audiwerken Fahrzeuge für die Besatzungsmacht produzierte. Nach dem Anschlag wollte Pedersen die Zerstörung fotografisch dokumentieren, wurde entdeckt und festgenommen. Auch drei weitere Mitglieder seiner Gruppe wurden verhaftet.[2]

Verhaftung, Haft und Hinrichtung

Er und seine drei Kameraden wurden ins West-Gefängnis, Vestre Fængsel, Kopenhagen, überführt und am 13. März 1945 auf dem Kasernengelände in Ryvangen erschossen.

Gedenken

  • Grabstein im Gedenkhain in Ryvangen.
  • Gedenkstein mit Name und Lebensdaten, Silkeborg Vesterskov mindesten, auch für den am selben Tag hingerichteten Widerstandskämpfer und Forstanwärter Poul Mackeprang Nielsen (1922–1945) im Waldgebiet Vesterskov, Arbeitsgebiet von Pedersen, südlich von Silkeborg, nahe dem Gjessøvej, am 2. September 1945 eingeweiht.
  • Gedenkstein mit Name auf dem westlichen Neuen Friedhof in Silkeborg.
  • Gedenktafel in Marmor mit Name an der Staatsschule Frederiksborg in Hillerød, heute Gymnasium. Neben der Tafel befindet sich ein Gedenkraum mit einem Porträt.
  • Gedenktafel mit Name an der ehemaligen Schule in Frederiksberg, Fuglevangsvej 5, von ehemaligen Schülern gespendet und am 4. Mai 1950 enthüllt.
  • Brief an seine Eltern vom 13. März 1945, sein letzter Brief aus dem Gefängnis: „Es tut mir leid, dass ich euch nicht vorbereiten konnte. Immer, wenn ich in den Ferien zu Hause war, wollte ich es euch erzählen, euch vorbereiten, aber jedesmal dachte ich, es könnte ja gutgehen, und so bestand kein Grund, dass ihr etwas wusstet ... In erster Linie bitte ich euch, Tante Else und Tante Margrethe zu grüßen und ihnen für alles zu danken, was sie in meiner Kindheit und Jugend für mich getan haben.“[1]

Literatur

  • Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 117–118: Pedersen, Seite 97–100: Überblick über den dänischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Einzelnachweise

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