Lemmings (Computerspiel)
Computerspiel von 1991
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Lemmings ist ein Computerspiel, das vom britischen Studio DMA Design entwickelt und in der Originalversion vom Publisher Psygnosis vertrieben wurde. Es erschien 1991 für den Heimcomputer Commodore Amiga und wurde später auf zahlreiche weitere Plattformen portiert. Lemmings ist der erste Teil der gleichnamigen Computerspieleserie, die für zahlreiche Nachfolger, Remakes und Ableger sorgte. Mit Oh No! More Lemmings erschien noch im selben Jahr eine Computerspiel-Erweiterung. In der Portierung Lemmings for Windows für Microsoft Windows wurde das Originalspiel mit den Levels der Erweiterung zusammengefasst. Ein Ableger mit Weihnachtsthema namens Xmas Lemmings erschien im Dezember 1993. Der direkte Nachfolger ist Lemmings 2: The Tribes.
| Lemmings | |
| Zählt zur Reihe Lemmings | |
| Entwickler | DMA Design |
|---|---|
| Publisher | Psygnosis |
| Veröffentlichung | 14. Februar 1991 |
| Plattform | 3DO Interactive Multiplayer, Acorn Archimedes, Apple IIgs, Atari Lynx, Atari ST, CDTV, Commodore 64, Amiga, FM Towns, Java ME, Java SE, Mac OS, MS-DOS, MSX 2, NES, PC-98, PC Engine, CD-i, SAM Coupé, Schneider CPC, Sega Game Gear, Sega Master System, Sega Mega Drive, X68000, SNES, Windows, ZX Spectrum |
| Thematik | Mythos Massenselbstmord von Lemmingen |
| Spielmodus | Einzelspieler |
| Steuerung | Maus |
| Medium | Diskette, CD-ROM, Download |
| Sprache | Englisch |
Spielprinzip
Ziel des Spiels ist es, eine Gruppe von anthropomorphen Lemmingen durch eine Reihe von Hindernissen zu einem durch das Level festgelegten Ausgang zu führen. Um die für den Sieg erforderliche Anzahl von Lemmingen zu retten, muss man bestimmen, wie man eine begrenzte Anzahl von acht verschiedenen Fähigkeiten bestimmten Lemmingen zuweist, die es dem ausgewählten Lemming ermöglichen, die Landschaft zu verändern, das Verhalten anderer Lemminge zu beeinflussen oder Hindernisse zu beseitigen, um einen sicheren Durchgang für den Rest der Lemminge zu schaffen.
Entwicklung
Die Spielidee entstand bei einer Grafikdemo, in der möglichst kleine Figuren zum Abschießen auf dem Bildschirm entworfen werden sollten. Die Farbpalette geht auf die Limitierungen des EGA-Standards zurück. Der Leveleditor wurde der Oberfläche von Deluxe Paint nachempfunden. Die Namen der Level enthalten teils Anspielungen an die Popkultur. Der Split-Screen-Zweispielermodus am Amiga wurde von den mehrspielerfähigen Titeln Populous und Stunt Car Racer inspiriert.[1]
Die erste Demoversion des Spiels wurde von Russell Key entwickelt. Später übernahm David Jones die Programmierung. Gary Timmons und Scott Johnson entwickelten die Grafiken. Für das Leveldesign war David Railly verantwortlich. Die britische Vertriebsfirma Psygnosis testete diese und gab den Entwicklern Rückmeldung. Brian Johnson, der jüngere Bruder von Scott Johnson, steuerte Soundeffekte und Musik bei. Die Mutter der beiden lieh den Spielfiguren ihre Stimme.[2]
Der Name des Spiels geht auf die falsche Darstellung des Verhaltens von Lemmingen im Disney-Film Weiße Wildnis zurück, der einen Suizidmythos bei Massenwanderungen popularisierte, um Populationsschwankungen zu erklären. Die Theorie gilt als widerlegt.[3]
Rezeption
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Laut Play Time avancierte Lemmings zum Kultspiel. Bei der Fassung für den Commodore 64 würden kaum Abstriche gemacht.[13] Die Power Play wertete, die Version für den CDTV sei enttäuschend. Es gäbe keine neuen Levels, auch von CD-Musik werde nicht Gebrauch gemacht, der Zweispielermodus wäre entfernt worden und die Controller seien ungeeignet.[29] Video Games befand, die Maussteuerung sei die optimale Variante des Spiels. Die Controller-Belegung des Super Nintendo Entertainment Systems sei jedoch eine akzeptable Alternative. Die Grafik sei bunt und pixelgenau. Die Sprites seien klein, aber gut animiert.[25] Die Variante auf dem Sega Mega Drive sei hingegen unnötig kompliziert.[24] PC Player lobte, das Spielprinzip sei vom Konzept her originell und genial, wobei es auch Gelegenheitsspieler fessele.[12] PC Games erwähnte, dass die Umsetzung für Windows durch die Desktop-Bedienelemente noch intuitiver zu bedienen sei.[11]
4Players befand 2011 retrospektiv, bei Lemmings handele es sich um einen Meilenstein in der Geschichte der Computerspiele und einen zeitlosen Klassiker.[30] Das deutsche Printmagazin Retro Gamer gestand Lemmings die Rolle eines einzigartigen, von schwarzem Humor und „faszinierendem“ Leveldesign geprägten Kultspiels zu, monierte 2026 aber, dass dem Spiel die bei zeitgenössischen Spielen übliche Zugänglichkeit fehle. Lemmings erfordere eine auf Pixelbasis präzise Steuerung und biete keine Komfortfunktionen. Das Spiel erfordere eine „eiserne Geduld“, die ein Spieler im Jahr 2026 nicht mehr unbedingt aufbringe. In Summe stelle Lemmings 35 Jahre nach seinem Erscheinen ein „raues, aber geniales Denkmal für die Experimentierfreude in den frühen 90ern“ dar.[31]
Die Zeitschrift Aktueller Software Markt kürte Lemmings zum Spiel des Monats und vergab die Auszeichnung „Mega-Hit“.[4] Die Zeitschrift Power Play vergab für die Umsetzung auf dem Sega Mega Drive die Auszeichnung „besonders empfehlenswert“.[19]
Die Royal Mail brachte 2020 einen Satz von zwölf Briefmarken mit Motiven aus britischen Computerspielen heraus, bei dem eine Marke das Spiel Lemmings abbildet.[32]
Open Source
Lemmini ist eine Reimplementierung der Spiel-Engine in Java, die auf die Originalspieldateien der Windows-Version zurückgreift.[33] Mit Pingus existiert ein freier Klon, der die Spielfiguren gegen Pinguine ersetzt und für Linux entwickelt wurde, dessen Maskottchen Tux ebenfalls ein Pinguin darstellt.[34] Lix ist eine Open Source Variation des Originalspiels.[35] Vince Weaver veröffentlichte ein Demake mit den ersten 10 Level für den Apple II, einen 8-Bit-Computer aus dem Jahre 1977.[36]
Literatur
- Babiel GmbH (Hrsg.): Das Lemmings Buch. SYBEX-Verlag, Düsseldorf 1993, ISBN 3-8155-6500-6 (Komplettlösung).
Weblinks
- Lemmings bei MobyGames (englisch)
- Lemmings (Folge 61) im Stay Forever Podcast