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Lena Kotré

deutsche Rechtsanwältin und Politikerin (AfD) From Wikipedia, the free encyclopedia

Lena Kotré (geborene Duggen; * 11. November 1987 in West-Berlin)[1] ist eine rechtsextreme deutsche Politikerin (AfD) und seit 2019 Landtagsabgeordnete in Brandenburg. Kotré ist mit internationalen rechtsextremen Kräften inklusive Neonazismus vernetzt.[2][3] So plant sie unter anderem gemeinsame Wahlkampfauftritte mit dem österreichischen Rechtsextremisten Martin Sellner.

Lena Kotré, 2025

Leben

Lena Kotré absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaften und ist als Rechtsanwältin in Brandenburg tätig.[4] Sie war Mitglied der Partei „Die Freiheit“.[5] Die Politikerin erklärte vor ihrer Wahl in den Landtag, sie wolle die „Altparteien das Fürchten lehren“.[5]

Kotré ist seit 2019 Mitglied im Kreistag Havelland und Mitglied der Gemeindevertretung Dallgow-Döberitz. Am 1. September 2019 zog sie als Landtagsabgeordnete in den Landtag Brandenburg über die Landesliste der AfD Brandenburg ein.[6] Am 22. Oktober 2019 wurde sie von der Fraktion zur stellvertretenden Parlamentarischen Geschäftsführerin gewählt.

Kotré ist Generalsekretärin der AfD-nahen Erasmus-Stiftung Brandenburg und Beisitzerin der zur gleichen Parteiströmung zählenden Akademischen Erasmus-Stiftung.[7]

Nach dem Messeranschlag in Solingen 2024 forderte die Brandenburger AfD, ukrainische Kriegsflüchtlinge, Asylbewerber, Asylberechtigte und geduldete Flüchtlinge von öffentlichen Veranstaltungen auszuschließen. Kotré erklärte dazu: „Wenn es dann tatsächlich auch Unschuldige trifft, die einem Betretungsverbot unterliegen hier im Land Brandenburg, dann ist das leider so. Dann ist das ein Kollateralschaden.“[8][9] Im Wahlkampf zur Landtagswahl in Brandenburg 2024 verteilte sie an Wahlkampfständen Kubotans, eine (in Deutschland nicht verbotene) Nahkampfwaffe, mit dem Aufdruck „Seid Wehrhaft!“.[10][11] Im Brandenburger Wahlkampf 2024 fiel Kotré durch eine Reihe von menschenverachtenden Äußerungen auf. Nach Medienberichten wurde sie „zum Aushängeschild für die krassesten und völkischsten Forderungen der Partei“.[12]

Bei der Brandenburger Landtagswahl 2024 wurde sie im Wahlkreis Barnim III direkt gewählt.[13]

Im August 2025 wurde Kotré vom Verfassungsschutz als Rechtsextremistin eingestuft. Der Verfassungsschutz führte mehrere Beispiele aktueller Aussagen Kotrés auf, die die verfassungsfeindliche Bestrebung der Brandenburger AfD belegten.[14]

Im selben Monat führte ein Treffen von Kotré mit Vertretern der Partei Norgesdemokratene im norwegischen Grønland zu örtlichen Protesten von rund 1.000 Menschen.[15]

Verbindungen zum Neonazismus

Ende Dezember 2024 berichtete Correctiv, dass Kotré zusammen mit dem AfD-Bundestagsabgeordneten Roger Beckamp in der Schweiz an einem Treffen mit Neonazis teilgenommen habe, darunter auch Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung Junge Tat und der in Deutschland verbotenen Organisation Blood and Honour. Eingeladen habe die Schweizer Gruppe Junge Tat. Kotré warb dabei für eine Privatisierung von Abschiebungen und dafür, mit DNA-Proben und Sprachanalysen die Herkunft von Geflüchteten zu bestimmen, um sie in ihre Heimatländer abzuschieben. Eingebürgerten Deutschen solle die Staatsbürgerschaft wieder entzogen werden, wenn sie sich (nach Kotrés Ansicht) nicht an Recht und Gesetz halten. Kotré selbst teilte mit, Correctiv gebe lediglich das Parteiprogramm wieder und versuche das als Enthüllung zu verkaufen.[16][17]

Im Mai 2025 eröffnete Kotré mit einer Rede den „Remigration Summit“, eine Konferenz verschiedener identitärer Gruppen und rechtsextremer Parteien.[18] Im Juli 2025 traf Kotré den irischen YouTuber und Publizisten Keith Woods (bürgerlich: Keith O’Brien). Woods fiel immer wieder mit antisemitischen Äußerungen auf und pflegt Kontakte zu Holocaustleugnern. Ihm stand Kotré auch für seine Dokumentation über angebliche Folgen der Migration für Polen und Deutschland als Interviewpartnerin zur Verfügung. „Uns eint der Wunsch nach einer großen Remigrationsbewegung“, schrieb Kotré über das Treffen.[19][20] Im August 2025 bekräftigte Kotré das Vorhaben, Staatsbürger mit Migrationshintergrund auszubürgern, mit den Worten „Wer nur durch einen einfachen Verwaltungsakt Deutscher werden kann, kann durch einen einfachen Verwaltungsakt auch wieder keiner mehr sein.“[18]

Lena Kotré nahm Anfang 2026 an einem Vortrag von Martin Sellner teil, dem Rechtsextremisten und Führer der österreichischen Identitären Bewegung. Thematisch ging es um Sellners Konzept der „Remigration“, ein Euphemismus der Neuen Rechten für Vertreibung und Deportation.[21][22] Kotré sprach dabei selbst auf der Bühne und forderte eine Überarbeitung des offiziellen AfD-Konzepts. Dabei sagte sie, sie wolle kollektiv die Vergabe von Staatsbürgerschaften während der vergangenen fünf bis zehn Jahre überprüfen und sie gegebenenfalls rückgängig machen.[23] Im Zuge der Veranstaltung stellte Kotré die Frage, ob Deutschland wirklich 82 Millionen Einwohner brauche und 60 Millionen nicht reichen würden, „bis sich die Geburtenrate wieder erholt“ habe.[24] Im Mai 2026 nahm Kortè an dem von Sellner mitorganisierten, zweiten „Remigration Summit“ im portugiesischen Figueira da Foz teil. Zu dem Treffen kamen auch weitere rechtsextreme Akteure aus Europa und Nordamerika, unter anderem Gregory Bovino, der dort als „Stargast“ gefeiert wurde.[25][26]

Familie

Seit 2021 ist sie mit dem rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Steffen Kotré (auch AfD) verheiratet und hat ein Kind.[27]

Commons: Lena Kotré – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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