Leo Lugner
österreichischer Politiker (FPÖ)
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Leo Lugner[1] (* 9. Jänner 1987 in Korneuburg[2] als Leo Kohlbauer) ist ein österreichischer Politiker der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Von November 2017 bis November 2020 war er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderates, seit dem 10. Juni 2025 ist er dies erneut.[3]
Leben
Ausbildung und Beruf
Leo Kohlbauer entstammt einem SPÖ-nahen Umfeld mit Affinität zum Judentum: Seine Mutter hat Judaistik studiert und arbeitet als Kuratorin im Jüdischen Museum Wien, sein Vater ist Architekt und hat mehrere Bauten zur Erinnerung an den Holocaust gestaltet.[4] Kohlbauer legte 2008 am Gymnasium Kurzwiese Eisenstadt die Externistenmatura ab. Von 2007 bis 2015 war er Filialleiter beziehungsweise Abteilungsleiter in verschiedenen Textilhandelsunternehmen, seit 2015 ist er Unternehmer im Textileinzelhandel. Von 2016 bis 2017 war er Pressereferent der Freiheitlichen Wirtschaft; seit 2017 ist er Referent im Rathausklub der FPÖ Wien.[5][2]
Familie
2023 verlobte er sich mit der Unternehmerin Jacqueline Lugner, der Tochter von Richard Lugner,[6] die er Mitte 2024 heiratete.[7] Er nahm ihren Nachnamen an.[8] Sein Vater ist der Architekt Martin Kohlbauer.
Politik
Leo Lugner ist Mitglied des Bundesvorstandes und Wiener Landesvorstandes des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ).[9][10] Seit 2014 ist er geschäftsführender Bezirksparteiobmann der FPÖ in Wien-Mariahilf, wo er von 2015 bis 2017 Klubobmann der FPÖ-Bezirksratsfraktion und als Bezirksrat Mitglied der dortigen Bezirksvertretung war. Am 20. November 2017 wurde er in der 20. Wahlperiode als Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat angelobt.[11] Er folgte damit Maximilian Krauss nach, der in den Nationalrat wechselte.
2020 folgte er Harald Vilimsky als FPÖ-Bezirksobmann in Wien-Mariahilf nach.[12] Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2020 kandidierte er auf dem zehnten Listenplatz der FPÖ-Landesliste.[13] Nach der Wahl schied er mit 24. November 2020 aus dem Landtag aus.
Nach der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2025 wurde er in der konstituierenden Sitzung der 22. Wahlperiode am 10. Juni 2025 erneut als Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat angelobt.[3]
Kritik
Im Juni 2020 entsorgte Lugner eine Regenbogenfahne in einem Mülleimer.[14] Im Zusammenhang mit einer Kinderlesung einer Dragqueen verwendete Lugner den queerfeindlichen[15] Begriff „Globohomo-Ideologie“.[16] Er lehne es ab, dass diese öffentlich finanziert werde und damit Kleinkinder beeinflusst würden. Bei der Lesung handle es sich um „Sexualisierungspropaganda“ für Kleinkinder.[17]
Um ein angebliches „Nichtraucher-Diktat“ anzuprangern, rauchte Lugner 2021 vor laufender Kamera trotz Rauchverbots in einem Lokal eine Zigarette. Aus Anlass einer „Miss Vienna“-Wahl äußerte er sich rassistisch über vermeintlich nicht-deutsch klingende Namen.[18]
Lugner wird vorgeworfen, FPÖ-kritische Kommentare auf seiner Facebook-Seite meist schnell zu löschen, wohingegen obszöne und beleidigende Einträge, die sich gegen politische Gegner richteten, auf seiner Seite teils lange sichtbar blieben.[19]
Weblinks
- Leo Kohlbauer auf der Website der Stadt Wien
- Leo Lugner auf www.meineabgeordneten.at