Leonard Stone

US-amerikanischer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Leonard Stone (* 3. November 1923 als Leonard Steinbock in Salem, Oregon; † 2. November 2011 in Encinitas, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der von 1956 bis 2006 auf der Bühne und vor der Kamera aktiv war. Der Charakterdarsteller spielte Nebenrollen in über 120 Fernsehproduktionen und 35 Filmen.[1][2][3][4][5][6]

Leonard Stone in The Jean Arthur Show

Leben

Stone wurde 1923 als Leonard Steinbock in Salem im US-Bundesstaat Oregon geboren. Er war der Sohn jüdischer Eltern: Julie Marguerite Easton und Albert Michael „Mike“ Steinbock. Wenige Quellen nennen als Namen der Mutter Gussie Smookoon.[1] Er besuchte die High School von North Salem und diente während des Zweiten Weltkriegs als Midshipman bei der United States Navy; er wurde laut eigenen Angaben als „Skipper auf einem Minensuchboot in japanischen Gewässern“ eingesetzt.

Nach dem Ende des Militärdienstes studierte er Sprachwissenschaften und Schauspiel an der Willamette University, die er cum laude abschloss.[1]

Stone heiratete am 15. März 1964 Carole H. Kleinman; das Paar hatte vier Kinder. Kurz vor seinem Tod wurde sein Kinderbuch Keepy, the Kangaroo Who Never Grew veröffentlicht. Er starb einen Tag vor seinem 88. Geburtstag nach einer Krebserkrankung und wurde von seiner Frau und seinen Kindern überlebt; sein Bruder Grant starb vor ihm. Seine Asche wurde der Familie übergeben.[1][7][8][9][10][11]

Karriere

Stone begann seine Karriere als junger Schauspieler an der Royal Academy of Dramatic Art in London und spielte unter anderem in Mr. Roberts. Er trat im Londoner West End und am Broadway in New York City auf. Er war auch auf internationalen Tourneen zu sehen; so reiste er acht Jahre lang als Ensemble-Mitglied des Musicals South Pacific durch Australien und Neuseeland.[1][12][13][14][15]

1957 gehörte er zur für den Tony Award nominierten Besetzung von Look Homeward, Angel, das am Ethel Barrymore Theatre in New York Premiere feierte. Das Stück, basierend auf einem Roman von Thomas Wolfe, wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. 1959 gewann er den Tony Award als „Bester Nebendarsteller“ für das Musical Redhead, eine Produktion von Bob Fosse.[1][12][16]

Neben der Arbeit auf der Bühne war Stone auch in zahlreichen Filmen und Fernsehfilmen zu sehen. So hatte er im Jahr 1956 eine kleine Rolle als Besatzungsmitglied der RMS Titanic in einer Fernsehfassung von Walter Lords A Night to Remember und war 1958 in The Mugger zu sehen.[17] 1968 spielte er den Barkeeper in The Shakiest Gun in the West und war in A Man Called Dagger zu sehen. Weitere Filmauftritte hatte er 1969 in Angel in My Pocket und im Jahr 1970 in den Filmen Zig Zag, Getting Straight sowie I Love My Wife.[1][2][3]

Eine seiner bekanntesten Filmrollen war die des Mr. Beauregarde, Vater der von Denise Nickerson gespielten „Goldenes-Ticket“-Gewinnerin Violet Beauregarde, in Charlie und die Schokoladenfabrik aus dem Jahr 1971 – an der Seite von Gene Wilder.[8][18] 1972 spielte er einen Kongressabgeordneten in The Man, in dem James Earl Jones den ersten schwarzen Präsidenten der Vereinigten Staaten darstellte. In Soylent Green verkörperte er 1973 Charles, den Verwalter des Gebäudes, in dem die von Joseph Cotten gespielte Figur lebte. Im Jahr 1974 folgten Auftritte in Mame und in The Man from Independence.[1][2][3]

Zwischen 1961 und 2005 trat Stone zudem in Dutzenden populärer Fernsehserien auf. So war er 1961 und 1962 zweimal in unterschiedlichen Rollen in The Real McCoys zu sehen. Zwischen 1962 und 1966 trat er viermal in Perry Mason auf, darunter 1962 als Mörder Jerel Leland in der Folge The Case of the Hateful Hero. In Lost in Space spielte er in zwei Folgen „Farnum the Great“. Außerdem trat er zweimal in der Donna Reed Show auf, 1961 als Mr. Trestle und 1965 als Harlan Carmody Jr. In der Fernsehsaison 1965–1966 spielte er Doc Joslyn in Camp Runamuck und übernahm 1967 die Rolle des Richters Gilroy in Cimarron Strip. 1971 war er als Tom Wagner in Die Leute von der Shiloh Ranch zu sehen. Zwischen 1988 und 1994 spielte Stone zudem die wiederkehrende Rolle des Richters Paul Hansen in zehn Folgen von L.A. Law – Staranwälte, Tricks, Prozesse. Seine letzte Rolle spielte er im Jahr 2006, im Alter von 83 Jahren, im Fernsehfilm Surrender, Dorothy mit Diane Keaton.[1][2][3] Im deutschen Sprachraum wurde Stone unter anderem von Friedrich Georg Beckhaus, Hubertus Bengsch, Heinz Theo Branding, Rainer Brandt, Niels Clausnitzer, Gerd Duwner, Hermann Ebeling, Erich Ebert, Kaspar Eichel, Arne Elsholtz, Norbert Gastell, Dieter B. Gerlach, Jörg Gillner, Andreas Hanft, Alexander Herzog, Klaus Jepsen, Günther Jerschke, Rolf Jülich, Horst Kempe, Erhard Köster, Gottfried Kramer, Lothar Mann, Klaus Miedel, Klaus Münster, Edgar Ott, Heinz Palm, Uwe Paulsen, Heinz Petruo, Eberhard Prüter, Thomas Rau, Franz Rudnick, Peter Schiff, Tilo Schmitz, Jochen Schröder, Klaus Sonnenschein, Karl Sturm, Michael Telloke, Hans Teuscher, Jürgen Thormann, Georg Tryphon, Walter Tschernich, Konrad Wagner und Herbert Weicker synchronisiert.[19][20]

Am 22. September 2000 trat er in einer Folge von Wheel of Fortune (deutsch Glücksrad) auf – als regulärer, nicht prominenter Gast.[1]

Filmografie (Auswahl)

Filme

  • 1958: The Mugger
  • 1961: Rückkehr nach Peyton Place
  • 1963: Puppen unterm Dach
  • 1964: Der Mörder mit der Gartenschere
  • 1964: The Ghost of Sierra de Cobre (Fernsehfilm)
  • 1967: Ein Froschmann an der Angel
  • 1968: Ein gewisser Dick Dagger
  • 1968: The Shakiest Gun in the West
  • 1969: Angel in My Pocket
  • 1970: Rache aus dem Knast
  • 1970: Getting Straight
  • 1970: Ich liebe meine Frau
  • 1971: A Step Out of Line (Fernsehfilm)
  • 1971: Charlie und die Schokoladenfabrik
  • 1971: Panik in den Wolken (Fernsehfilm)
  • 1972: The Man
  • 1973: Beg, Borrow … or Steal (Fernsehfilm)
  • 1973: Soylent Green
  • 1974: Mame
  • 1974: The Man from Independence (Fernsehfilm)
  • 1975: The Runaways (Fernsehfilm)
  • 1977: California Bluff (Fernsehfilm)
  • 1978: Die andere Seite der Hölle (Fernsehfilm)
  • 1978: Deadman’s Curve (Fernsehfilm)
  • 1978: Zuma Beach (Fernsehfilm)
  • 1979: That’s Life
  • 1980: Alles in Handarbeit
  • 1980: Agent wider Willen (Fernsehfilm)
  • 1981: American Pop (Synchronisation)
  • 1983: The Tom Swift and Linda Craig Mystery Hour (Fernsehfilm)
  • 1999: Blood Money (Fernsehfilm)
  • 2005: Surrender, Dorothy (Fernsehfilm)
  • 2005: Arnold – Sein Weg nach oben (Fernsehfilm)

Fernsehserien

Theater (Auswahl)

  • 1957–1959: Look Homeward, Angel (Ethel Barrymore Theatre / The 54th Street Theatre, Broadway, New York City)[1][16][12]
  • 1959–1960: Redhead (46th Street Theatre, Broadway, New York City)[1][16][12]

Literatur

Commons: Leonard Stone – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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