Leonardo Rheinmetall Military Vehicles
italienisch-deutsches Rüstungs-Joint-Venture
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Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) ist ein italienisches Rüstungsunternehmen mit Sitz in Rom. Es wurde Ende 2024 als Joint Venture zwischen den beiden Rüstungskonzernen Leonardo S.p.A. und Rheinmetall AG gegründet. Zweck des Unternehmens ist die Abwicklung von Modernisierungsprogrammen für die gepanzerten Landstreitkräfte des italienischen Heeres.[1]
| Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) | |
|---|---|
| Rechtsform | Società per azioni |
| Gründung | 2024 |
| Sitz | Rom, |
| Branche | Rüstungsindustrie |
| Stand: 8. Mai 2026 | |
Geschichte
Nach dem Abbruch der Verhandlungen zwischen Leonardo und dem deutsch-französischen Rüstungsverbund KNDS im Juni 2024 schlossen Leonardo und Rheinmetall im Juli 2024 eine Grundsatzvereinbarung (Memorandum of Understanding).[2] Am 15. Oktober 2024 unterzeichneten beide Konzerne den Vertrag zur Gründung des Gemeinschaftsunternehmens, das nach der Freigabe durch die zuständigen Wettbewerbsbehörden im Dezember 2024 rechtlich formiert wurde.[3]
Das Unternehmen nahm den operativen Betrieb im Januar 2025 auf.[4] Am 27. Januar 2026 erfolgte im Erprobungszentrum des italienischen Heeres (Centro Polifunzionale di Sperimentazione dell’Esercito Italiano, Ce.Poli.Spe.) in Montelibretti die Übergabe der ersten vier Schützenpanzer vom Typ Lynx KF41 an die Streitkräfte im Rahmen des Beschaffungsprogramms Army Armoured Combat Systems (A2CS).[5]
Standorte und Struktur
Die Anteile an der Aktiengesellschaft werden zu jeweils 50 % von den beiden Muttergesellschaften gehalten. Der rechtliche Hauptsitz befindet sich in Rom, während die operative Führung und die Endmontagelinie am Leonardo-Standort in La Spezia angesiedelt sind.[4] Gemäß den vertraglichen Vereinbarungen werden 60 % der industriellen Wertschöpfung in Italien erbracht.[6]
Produkte und Programme
Das Kernsegment des Unternehmens umfasst die Realisierung zweier Beschaffungsprogramme des italienischen Verteidigungsministeriums mit einem geschätzten Finanzvolumen von insgesamt rund 23 Milliarden Euro und einer vertraglich vereinbarten Programmlaufzeit von 15 Jahren:[2][4][7]
- Army Armoured Combat System (A2CS): Beschaffung von über 1.000 gepanzerten Fahrzeugen in verschiedenen Konfigurationen auf Basis der Systemplattform KF41 Lynx. Für dieses Programm sind rund 15 Milliarden Euro veranschlagt.[4] Die Auslieferung der Serienfahrzeuge begann Anfang 2026.[1] Diese Varianten sind mit Führungssystemen (C4I) und Sensoren von Leonardo sowie teilweise mit bemannten Turmsystemen des Typs Hitfist ausgestattet.[5][7]
- Italian Main Battle Tank (IMBT): Entwicklung und Produktion eines neuen Hauptkampfpanzers, der auf dem KF51 Panther basiert und den C1 Ariete ablösen soll. Das Budget beläuft sich auf rund 8,2 Milliarden Euro.[4] Vorgesehen ist die Integration einer 130-mm- oder 120-mm-Glattrohrkanone mit automatischem Ladesystem sowie einer von Leonardo entwickelten Elektronik-Suite und Missionsausstattung.[7]
Das Joint Venture dient zudem als Grundlage für eine geplante italienische Beteiligung am zukünftigen europäischen Landsystem-Projekt Main Ground Combat System (MGCS).[2]