Leonhardisches Haus

Wohngebäude an der Zeil in Frankfurt am Main From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Leonhardische Haus, später als Palais Rothschild bekannt, war ein repräsentatives Wohngebäude an der Zeil in Frankfurt am Main. Es wurde von 1793 bis 1797 für Johann Peter von Leonhardi erbaut. 1944 wurde es zerstört.

Palais Rothschild (vor 1907)
Palais Rothschild, Balkon mit Tragsteinen (vor 1907)

Geschichte

Leonhardi war ein Schwager des Handelsherren Johann Friedrich Schmidt und hatte von diesem den Bauplatz angeboten bekommen, der unmittelbar westlich angrenzend baute. Das Haus wurde bis 1795 zunächst nach Plänen von Johann Georg Christian Hess gebaut, der dann aufgrund von Auseinandersetzungen mit dem Bauherrn vom Projekt zurücktrat. Nach wenigen Monaten ging der Bau nach Plänen eines anderen, namentlich nicht genannten, Architekten weiter und wurde entsprechend diesen auch fertiggestellt. Dieser Architekt wurde alleine stilkritisch als der spätere Würzburger Bauintendant Nicolas Alexandre Salins de Montfort identifiziert.[1]

Im 19. Jahrhundert verkaufte die Familie von Leonhardi das Haus an Amschel Mayer von Rothschild. Seitdem ist es besser unter dem Namen Palais Rothschild bekannt.

Nach Rothschilds Tod diente es bis 1941, als es von den Nationalsozialisten zwangsgeräumt wurde, als jüdisches Altersheim. Von 1942 bis zur Zerstörung 1944 war es Hauptbefehlsstelle und Wache der Obdachlosenpolizei.[2]

In den Luftangriffen des 22. März 1944 wurden die Gebäude auf der Zeil und ihre Umgebung fast vollständig zerstört. An der Stelle des Palais befindet sich heute ein Kaufhaus, ehemals von Galeria Karstadt.

Einzelnachweise

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