Leopold Perels
Jurist, Hochschullehrer
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Leben und Wirken
Leopold Perels, ein Sohn des Juristen Ferdinand Perels, begann im Wintersemester 1893/94 das Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Göttingen und studierte außerdem an der Universität Heidelberg, der Universität Berlin und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Die beiden juristischen Staatsexamen legte er 1896 und 1902 in Berlin ab. Bis 1903 war Perels Rechtsreferendar bzw. Assessor an Amtsgerichten in Berlin und Charlottenburg. Von 1903 bis 1940 war er als Mitarbeiter am "Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache" tätig. Im Jahre 1905 habilitierte er sich für Rechtswissenschaft an der Universität Heidelberg und wurde dort 1912 außerordentlicher Professor. Als Dozent lehrte er außerdem von 1907 bis 1933 an der Handels-Hochschule Mannheim. 1928 ernannte ihn die Universität Heidelberg zum Honorarprofessor. Zu Beginn des Dritten Reiches wurde Perels die Lehrtätigkeit entzogen und zwar wegen jüdischer Vorfahren. Die Zeit von 1940 bis 1945 verbrachte er in einem Internierungslager in Frankreich. Von 1945 bis 1953 war er wiederum Mitarbeiter am "Wörterbuch der älteren deutschen Rechtssprache". Er kehrte aber nicht nach Deutschland zurück. In seinen Veröffentlichungen beschäftigte er sich vor allem mit dem Seerecht.
Seine Geschwister waren der Historiker Ernst Perels und der Jurist Kurt Perels.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Strandungsdelikte im Deutschen Recht (= Strafrechtliche Abhandlungen, Bd. 17). Schletter, Breslau 1898 (= Dissertation Universität Berlin) (Volltext.).
- Testamente auf See. In: Marine-Rundschau, Jg. 1900, H. 10, S. 1001–1011.
- (Bearb.): Das allgemeine öffentliche Seerecht im Deutschen Reiche. Erg.-Band: Die Seemannsordnung vom 2. Juni 1902 und ihre Nebengesetze. Mittler, Berlin 1902.
- Die Stellung des Kapitäns im deutschen Seehandelsrecht. Union Deutsche Verlags-Ges., Stuttgart 1906 (= Habilitationsschrift Universität Heidelberg).
- (Bearb.): Die Seestraßenordnung vom 5. Februar 1906 und ihre verwandten Vorschriften. Mittler, Berlin 1908.
- Zum Vorentwurf eines Seeunfallgesetzes. Enke. Stuttgart 1909.
- Der Mäklereid. In: Festschrift Otto Gierke zum siebzigsten Geburtstag. Böhlau, Weimar 1911, S. 679–695.
- (Mithrsg.): Urkunden zur Geschichte des deutschen Privatrechts. Für den Gebrauch bei Vorlesungen und Übungen. A. Marcus & E. Weber’s Verlag, Berlin 1912.
- Die Handelsgerichtsordnung von Barcelona aus dem 15. Jahrhundert. In: Zeitschrift für das gesamte Handels- und Konkursrecht, Bd. 85 (1921), S. 48ff.
- Spanien. In: Rechtsvergleichendes Handwörterbuch für das Zivil- und Handelsrecht des In- und Auslandes. Bd. 1: Länderberichte. Vahlen, Berlin 1927, S. 245–265.
- Wechselprotest und Wechselklage. Gengenbach & Hahn, Mannheim 1929.
Literatur
- Klaus-Peter Schroeder: Entrechtet, deportiert und vergessen. Der Heidelberger Rechtsgelehrte Leopold Perels (1875–1954). Eine Erinnerung anlässlich seines 60. Todestages. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Bd. 163 (2015), S. 277–299 (Volltext).
- Klaus-Peter Schroeder: Leopold Perels. Gelebte Solidarität Heidelberger Rechtsgelehrter. In: Norbert Giovannini (Hrsg.): Stille Helfer. Eine Spurensuche in Heidelberg (1933–1945). Kurpfälzischer Verlag, Heidelberg 2019, S. 133–142, ISBN 978-3-924566-71-5.
- Angela Borgstedt: Leopold Emil Erwin Perels. Rechtsanwalt, Experte für Schifffahrtsrecht, Mitglied des Reichswirtschaftsrats – als "Halbjude" verdrängt. In: Angela Borgstedt/Sandra Eichfelder (Hrsg.): Verdrängt, vertrieben, ermordet. Opfer von NS-Verfolgung an der Handelshochschule Mannheim. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2024, S. 160–165, ISBN 978-3-95505-478-6.