Leopold Weil
Kaufmann und Verleger aus Karlsbad
From Wikipedia, the free encyclopedia
Leopold Weil (geboren 22. Februar 1869 in Praskoles, Österreich-Ungarn; gestorben Ende 1943 im KZ Auschwitz) war ein jüdischer Kaufmann und Verleger aus Karlsbad, dessen gesamtes Vermögen im Reichsgau Sudetenland 1941 durch die Geheime Staatspolizei beschlagnahmt worden ist. Er wurde 1943 Opfer des Holocaust.
Leben und Wirken

Er war der Sohn von Hermann Weil und dessen Ehefrau Anna geborene Hecht.
Weil besaß eine Papierwarenhandlung in Karlsbad und wurde u. a. durch die Herausgabe zahlreicher Ansichtskarten von Karlsbad und Umgebung bekannt, dabei gab es auch selbst einige Karten mit antisemitischen Motiven heraus. Er wohnte im Haus "Edelweiß" in der Bahnhofstraße in Karlsbad. In Krondorf-Sauerbrunn bei Karlsbad (Post Warta) hatte er eine Niederlassung seines Postkarten-Großverlags.[1]
Nach der deutschen Besetzung des Sudetenlandes der Tschechoslowakei im Zuge des Münchner Abkommens zog er sich in das Landesinnere zurück und ließ sich in der Bezirksstadt Rokytzan im Protektorat Böhmen und Mähren nieder. Aufgrund der Verordnung über die Einziehung volks- und staatsfeindlichen Vermögens in den sudetendeutschen Gebieten vom 12. Mai 1939 wurde Anfang Juni 1941 sein gesamtes Vermögen in Karlsbad beschlagnahmt. Von Rokytzan war er nach Prag gezogen. Von dort wurde er im Mai 1942 in das Ghetto Theresienstadt verbracht. Hier kam bereits am 27. November 1942 seine Ehefrau Helena Weil geborene Abeles ums Leben.[2]
Im Dezember 1943 wurde er im Alter von 74 Jahren in das KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet.[3] Seine 1901 in Karlsbad geborene Tochter Amalie Kraus geborene Weil wurde im Oktober 1944 von Theresienstadt in das KZ Auschwitz deportiert und dort ebenfalls ermordet.[4]
Literatur
- Salo Aizenberg: Hatemail. Anti-Semitism on Picture Postcards. 2013, S. 203.