Leopold von Kalitsch

Gutsherr und Ornithologe From Wikipedia, the free encyclopedia

Leopold Friedrich Magnus Martin Maria von Kalitsch[1] (* 1. Oktober 1889 zu Taschenberg; † 20. Februar 1967 in Ludwigsburg)[2] war ein deutscher Rittergutsbesitzer, Forstmann und Ornithologe.

Bild von Leopold von Kalitsch.

Leben

Herkunft und Familie

Von Kalitsch entstammte einem alten anhaltischen Adelsgeschlecht. Seine Eltern waren der Kammerherr und Rittmeister Dietrich Ernst von Kalitsch (* 15. Oktober 1855 in Dessau; gestorben 11. November 1931) und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. von Stülpnagel (* 22. Juli 1867 bei Karlstein zu Zehden; gestorben 27. April 1912). Sein Bruder Wolf (* 31. Mai 1887 zu Taschenberg) starb 1947. Drei andere Brüder, darunter Hans Hermann († 7. Juli 1915) und Curt († 7. Juni 1916), fielen im Ersten Weltkrieg.[3] Er war ein Enkel des Landtagsabgeordneten Hermann von Kalitsch (* 17. April 1818 in Dobritz; † 11. Dezember 1891 ebenda).

Leopold von Kalitsch heiratete am 11. August 1919 Karoline, geb. von Cossel (* 20. Februar 1889 in Geldern; † 23. Oktober 1945 auf Dobritz), Tochter des Landrats Otto von Cossel (* 22. Juni 1845 in Rendsburg; † 22. September 1915 in Eberswalde)[4] und dessen Ehefrau Sophie Gräfin von Zeppelin-Aschhausen. Ein Sohn aus der gemeinsamen Ehe war Ernst Ludwig von Kalitsch (* 5. März 1920 Eberswalde; gefallen 26. Februar 1944), selbst kurzweilig Ornithologe.[5]

Karriere

L. von Kalitsch absolvierte sein Studium als Forstreferendar.[6] Er diente im Ersten Weltkrieg und erreichte dort den Rang eines Oberleutnants der preußischen Armee. In der Nachkriegszeit war er Herr[7] auf Carlstein (heute Radostów) bei Zehden an der Oder, welches er von seiner Mutter erbte, und betrieb dort sein eigenes Gut,[8] und bot anderen Ornithologen einen günstigen Standort zur Verstauung von wichtigen Materialien, darunter auch Schallplattenserien,[9] an.[10] Auch wirkte er dort als königlich-preußischer Forstreferendar. Er war als Gutsnachbar von Walter von Keudell auf die naturnahe Pflege des Waldes eingestellt und widmete sich so in erster Linie der Vogelwelt. 1924 wurde er Mitglied der Deutschen Ornithologischen Gesellschaft.[11] Insgesamt trug er in seiner mehr als dreißigjährigen Wirkungszeit einen großen Anteil zur Ornithologie bei und veröffentlichte seit 1928 mindestens 65 durchwegs kleiner Arbeiten.[12]

Zuletzt war er noch zusätzlich Pächter von Gut Taschenberg. Gut Carlstein lag im Kreis Königsberg/Nm. Als Administrator wirkte Theodor Haase. Rittergut Carlstein war um 1930 etwa 708 ha groß und beinhaltete die Vorwerke Klosterrähne, Rohrhorst, Parschnitz und Idashof.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er enteignet und zog mit seiner Familie nach Süddeutschland.

Schriften (Auswahl)

  • Brutbiologisches von der Rohrweihe. 1928.
  • Mäusebussard am Erdboden brütend. 1928.
  • Hochstehendes Nest des grünfüßigen Teichhuhns. 1928.
  • Späte Bruten von Teichhuhn und Teichrohrsänger. 1928.
  • Benehmen des Zwergtauchers bei Gefahr am Nest. 1928.
  • Stamm- und Nachfahrenliste der Familie Drais von Saurbronn. 1929.
  • Brutbiologisches vom Rothalstaucher. 1929.[13]
  • Sonderbarer Brutplatz Wasserralle. 1929.[14]
  • Nest der Weißen Bachstelze auf der Erde. 1929.
  • Mitarbeit an Kurze Mitteilungen – Ornithologische Monatsberichte. 1930.
  • Eierzahl der Feldlerche. 1930[15]
  • Brutzeit vom Rothalstaucher. 1933[13]
  • Altersunterschiede der Jungen in Gartenrotschwanznestern. 1933.
  • Wendehals brütet in benutzter Pumpe. 1933.
  • Junger Kuckuck im Wendehalsnest. 1934.
  • Eine ornithologische Studienreise nach Ostpreußen. 1935.
  • Mitarbeit an Beiträge zum Zug des Wiedehopfes. 1937.
  • Zur Frage des Dohlen-Zuges in Ostdeutschland – Der Vogelzug – Berichte über Vogelzugsforschung und Vogelberingung. 1940.
  • Sechser- und Siebenergelege beim Weißen Storch. 1940
  • Zum Brutgeschäft der Dohle und zur Frage des Dohlenzuges. 1943.[16]
  • Ein Streifzug durch die Vogelwelt unseres Kreises. 1950.[17]
  • Krähen auf der Flugjagd nach Kleinvögeln. 1951.[18]
  • Vom Schwarzkehlchen in Württemberg. 1954.[19]
  • Wanderungen der Schleiereule. 1956.[19]

Genealogie

  • Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel) 1960. Band V, Band 24 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg (Lahn) 1960, ISSN 0435-2408, S. 151–153.
  • Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1905. Sechster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1904, S. 348–350.

Einzelnachweise

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