Leora Kava

US-amerikanische Kulturwissenschaftlerin und Dichterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Leora Kalandra Kava (geboren vor 1990) ist eine US-amerikanische Kulturwissenschaftlerin mit tonganischen Wurzeln. In ihrer Lyrik beschäftigt sie sich vor allem mit indigener Identität und ökologischen Themen mit speziellem Blick auf die pazifischen Inseln. Sie ist Mitherausgeberin der 2022 erschienenen Anthologie Indigenous Pacific Islander Eco-Literatures.

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Herkunft und Ausbildung

Leora Kava beschreibt sich als „hafekasi“, einem Begriff aus Tonga für Menschen gemischter Herkunft, sie hat tonganische und „pālangi“-Vorfahren (Menschen europäischer bzw. amerikanischer Herkunft).[1] Ihre Großeltern lebten in Kolomotuʻa. Kava lernte Tonganisch nicht muttersprachlich und beschäftigte sich erst als Heranwachsende mit der Sprache, um sich diesem Teil ihrer Identität anzunähern.[2]

Von 2007 bis 2012 absolvierte sie ein Ostasienwissenschaftsstudium an der Brown University in Providence, 2015 erwarb sie einen Master in Pazifikinselnstudien an der University of Hawaiʻi at Mānoa. 2019 promovierte sie an derselben Universität auch zur PhD in Kreativem Schreiben.[3]

Karriere

Leora Kava ist aktuell Assistenzprofessorin für „Kritische Pazifikinseln- und Ozeanienstudien“ (CPIOS) am Fachbereich für „Rassen- und Widerstandsstudien“ der San Francisco State University. Sie ist Gründerin des Pacific Verse-Projekts, einer gemeindebasierten Workshop-Reihe mit Sitz in der tonganischen Hauptstadt Nukuʻalofa, bei der in Gruppen Gedichte und Musik geschrieben, vorgetragen und veröffentlicht werden. Von 2019 bis 2020 führte sie, unterstützt durch ein Fulbright-Stipendium, gemeinsam mit dem Kunstkollektiv Selekā aus Haveluloto ein Projekt durch, bei dem Lehrpläne entwickelt und Workshops zum Schreiben von Gedichten und Musik veranstaltet wurden.[3]

Kava schrieb Rezensionen zu pazifischer Inselpoesie für Poetry und The Contemporary Pacific. 2020 veröffentlichte sie einen genreübergreifenden Essay im Amerasia Journal.[3]

Ihre Gedichte sind in Kore Press (2015) und The Hawaiʻi Review verlegt. Aufnahmen davon sind in den Podcasts It’s Lit with PhDJ (mit Sitz in Honolulu) und For The Qultures (mit Sitz in der Bay Area) verfügbar.[3]

Ihre Lyrik reflektiert die enge Verbindung der Menschen zu ihrem natürlichen Umfeld und verarbeitet ökologische, kulturelle und politische Dimensionen, die im Kontext der kolonialen und postkolonialen Geschichte des Pazifiks stehen. Sie greift auf ihre vielfältigen kulturellen Wurzeln zurück und formt sie durch Found-Poetry-Techniken, die Sprache und Archivwissen aus Quellen wie dem tonganisch-englischen Wörterbuch, Familiengeschichten, Familienbriefen und Verträgen einbeziehen.[3]

Kavas Arbeit ist Teil einer größeren Bewegung indigener pazifischer Ökoliteraturen, die auf fehlende Umweltgerechtigkeit und die Bedrohung durch die Klimakrise gerade für die kleinen Inselstaaten Ozeaniens aufmerksam macht. Zusammen mit Craig Santos Perez und Kathy Jetnil-Kijiner gab Kava 2022 die Anthologie Indigenous Pacific Islander Eco-Literatures mit Werken von etwa 100 Schriftstellern aus dem Pazifikraum heraus, die verschiedene Genres und Generationen umfasst und sich mit der Genealogie, dem Wissen und der Beziehung der Pazifikinsulaner zur Umwelt befasst.[3] Das Buch wurde 2023 mit dem Creative Book Award der Association for the Study of Literature and Environment (ASLE) ausgezeichnet.[4]

Kava lebt heute in Brisbane, Kalifornien (Ohlone Territory).[1]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Leora Kalandra Kava: In Our Own Verse: Tongan Music and Poetry-Writing as Decolonial Praxis. Portfolio Project, 2015 (englisch).
  • Leora Kava: Pulse in the Atlas: Liberation Embodied in Pacific Islander Movement. In: Amerasia Journal, 46:1, 79-83. 2020, doi:10.1080/00447471.2020.1761276 (englisch).
  • Kathy Jetñil-Kijiner, Leora Kava, Craig Santos Perez (Hrsg.): Indigenous Pacific Islander Eco-Literatures. University of Hawaii Press, 2022, ISBN 978-0-8248-9351-4 (englisch).
  • Leora Kava: pronunciation. (englisch).
  • Hafekase. Kore Press; (englisch).
  • ‘Ofa ki Tonga Talanoa (Hrsg.): 'Ofa Ki Tonga with Dr. Leora Kava. 22. Mai 2022 (englisch, youtube.com).

Einzelnachweise

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