Leuchtturm Utö

Leuchtturm in Finnland From Wikipedia, the free encyclopedia

Der heutige Leuchtturm Utö (finnisch Utön majakka) wurde 1814 in Betrieb genommen und weist seither den sicheren Weg im Schärenmeer. Er ist der älteste aktive Leuchtturm in Finnland und steht seit 2019 unter Denkmalschutz und wird durch die Finnische Museumsdirektion (finnisch Museovirasto),[3] seit 2009 geführt.

Schnelle Fakten Utön majakka, Listeneinträge ...
Leuchtturm Utö
Utön majakka
Ort: Pargas, Wappen von Parga
FinnlandFinnland
Lage: mittig auf nördlichem Teil der Felsinsel
Geographische Lage: 59° 46′ 51,5″ N, 21° 22′ 7,9″ O
Seekarte
Fahrwasser: Schärenmeer
Leuchtturm Utö (Finnland)
Leuchtturm Utö (Finnland)
Höhe Turmbasis: 11 m
Turmhöhe: 23,8 m (78,1 ft)
Feuerhöhe: 40 m (131,2 ft)
Bauart: quadratischer Turm mit Galerie und achteckige Laterne
Bauform: steinerner Turmfuß, Schaft mit Galerie und Laterne
Tageslicht-
Markierung:
breite rot-weiße Längsstreifen an den Wänden, Laternenhaus mit rotem Dach
Kennung: Fl.(2)W.12s
Sektorenfeuer: 235.0° – 100.0°
Nenntragweite weiß: 18 sm (33,3 km)
Optik: Fresnellinse, 1906
Betriebsart: 1935 Elektrifiziert
Funktion: Leitfeuer
Bauzeit: 1813[1]
Betriebszeit: 1753–1808
1814–
Listeneinträge
UKHO: C 4736[2]
NGA: 15800
ARLHS: FIN-074
SU: 3295

Wikidata ID Q11899745
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Lage der Insel

Der Leuchtturm Utö befindet sich auf der gleichnamigen Insel am Rand des Schärengebiets vor der Küste Finnlands und ist gleichzeitig eine Lotsenstation. Heute wird die Insel ganzjährig von rund 40 Menschen bewohnt. Sie ist die südlichste Siedlung Finnlands.

Geschichte

Utö ist seit 1540 besiedelt, war durch Fischerei und Handel geprägt und als wichtiger Orientierungspunkt bekannt. Bereits im 16. Jahrhundert wurden dort erste Signalfeuer entzündet.

Ein erster Leuchtturm wurde 1753 auf Utö errichtet und war der erste in Finnland. Aber die Erbauer setzten die aufwendigen Pläne jedoch teilweise mit einfachem Steingut und in einer deutlich schlichteren Weise um. Der fertige Turm war 31 Meter hoch und wurde mit sechs Fettlampen beleuchtet.

Der runde Leuchtturm wurde im Finnischen Krieg von 1808/09 durch Kriegshandlungen zerstört. Der heutige Leuchtturm wurde 1814 an derselben Stelle unter der Leitung von Gustav Brodd (1877–1950)[4], dem Leiter der Lotsenabteilung, erbaut und ist der älteste in Betrieb befindliche Leuchtturm Finnlands.

Im dritten Stock des Leuchtturms befindet sich eine Besonderheit: eine Kirche, deren ursprüngliche Innenausstattung aus der Zeit vor 1841 stammt.

Während der schwedischen Herrschaft waren zwei Männer für den Betrieb des Leuchtturms erforderlich, unter russischer Herrschaft wurde das Leuchtturmpersonal jedoch deutlich aufgestockt. Damals war der Leuchtturmwärter der ranghöchste Beamte der Insel und die Bevölkerung der gesamten Insel wuchs auf fast hundert an.

Leuchtturm

Die Leuchte und der Laternenständer von 1869 wurden seither mehrmals renoviert, die heutige Linse stammt aus dem Jahr 1906. Vor der Ära der Eisbrecher wurde der Leuchtturm bei zugefrorener Ostsee abgeschaltet. 1935 wurde er elektrifiziert und diente fortan auch als Funkfeuer. Teile der Anlage sind im Leuchtturm erhalten geblieben. Während des Fortsetzungskrieges 1943 begann der Generator des Leuchtturms, Strom für das gesamte Dorf zu erzeugen. 1983 übernahmen die finnischen Streitkräfte die Stromerzeugung. 1996 wurde ein Stromkabel vom Festland zur Insel verlegt und Utö an das finnische Festlandnetz angeschlossen.

Im Eingangsbereich des Leuchtturms befinden sich zwei Gedenktafeln, die an die Kriegsereignisse in Utö erinnern. Die eine erinnert an das Schlachtschiff Ilmarinen,[5] das am 13. September 1941 durch Minentreffer zerstört wurde und gesunken ist. Die andere zeigt den Angriff der sowjetischen Marine auf die Festung Utö zu Beginn des Winterkrieges am 14. Dezember 1939.

Besichtigung

Man kann den Leuchtturm von innen im Rahmen von Führungen erkunden und über die Treppe bis zum Kirchenraum hinaufsteigen. Der Leuchtturm ist noch in Betrieb, daher ist der oberste Teil (die Laterne) für die Öffentlichkeit gesperrt.

Unweit des Leuchtturms befindet sich das 1753 erbaute Leuchtturmwärterhaus, das verputzte, weiße Backsteingebäude dient heute als Heimatmuseum.

Die Leuchttürme in Finnland werden von der Abteilung Wasserstraßen der finnischen Verkehrsbehörde (Liikennevirasto) unterhalten.[6]

Literatur

  • Seppo Laurell (1937–2022): Suomen majakat. Finska fyrar – Finnish lighthouses. Helsinki: Nemo, 351 Seiten, 1999. Text: finnisch und englisch. ISBN 952-5180-21-2 (ISBN-13: 9789525180213).

Siehe auch

Commons: Leuchtturm Utö – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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