Rheindorf

Stadtteil von Leverkusen From Wikipedia, the free encyclopedia

Rheindorf ist ein Leverkusener Stadtteil. Auf einer Fläche von 625 ha[2] hat er 16.446 Einwohner (31. Dezember 2023), die Bevölkerungsdichte beträgt 2631 Einwohner pro km².[1]

Schnelle Fakten Stadt Leverkusen ...
Rheindorf
„In Gold (Gelb) ein blauer Göpel.“
Koordinaten: 51° 3′ N,  57′ O
Höhe: 43 m
Fläche: 6,25 km²
Einwohner: 16.446 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.631 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1930
Postleitzahl: 51371
Vorwahl: 0214
Karte
Lage von Rheindorf in Leverkusen
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Kath. Kirche St. Aldegundis

Lage

Alte Wuppermündung mit Steganlage, rechts im Hintergrund ist Alt-Rheindorf mit St. Aldegundis

Rheindorf grenzt im Osten an Opladen und an die Wupper. Im Südosten befindet sich Bürrig, wo an der Grenze zu Wiesdorf die Dhünn als größtes Nebengewässer in die Wupper mündet. Südlich von Rheindorf liegt die neue Wuppermündung in den Rhein. Im Westen von Rheindorf verläuft die Autobahn A59, die Rheindorf von Hitdorf trennt, südwestlich fließt der Rhein. Auf dem gegenüberliegenden Rheinufer liegt die Ortschaft Rheinkassel. Im Norden grenzt Rheindorf an Monheim und Langenfeld.

Geschichte

Im Jahr 1115 wurden ein Ritter Isaak von Rheindorf, ein ritterlicher Dienstmann des Grafen von Berg, und 1170 die Rheindorfer Kirche, die heutige St. Aldegundis, erstmals urkundlich erwähnt. Erste urkundliche Hinweise zu einem "festen Haus" Rheindorf der Grafen von Berg finden sich Mitte des 13. Jahrhunderts. Frühere, aus dem 12. Jahrhundert datierende Urkunden über die unmittelbar neben der Burg gelegene Rheindorfer Kirche, die nachweislich als Eigenkirche des Rittergutes gegründet wurde, belegen ein wesentlich höheres Alter der Burganlage. Rheindorf gehörte seit dem Mittelalter zum Amt Monheim im Herzogtum Berg. Anfang der 1920er Jahre kam das Rittergut Rheindorf nach einer langen Reihe von adligen Eigentümern in bürgerlichen Besitz. 1944 brannte die Burganlage bis auf die Grundmauern aus und wurde 1947 nur in ihren neueren Teilen (Wirtschaftstrakt) wieder aufgebaut.

Im Jahr 1705 wurde Rheindorf zum Sitz eines Zollhofes, dessen Gebäude noch heute zu sehen ist (Altes Zollhaus). Während der französischen Zeit kam Rheindorf an die Mairie Monheim im Kanton Richrath im Arrondissement Düsseldorf im Departement Rhein im Großherzogtum Berg. Seit 1815 gehörte Rheindorf zum Königreich Preußen, wo man es 1816 dem Kreis Opladen im Regierungsbezirk Düsseldorf zuordnete. 1819 wurde der Ort ein Teil des Kreises Solingen. Zur Gemeinde Rheindorf zählten auch die Wohnplätze Wambach, Rötsche (Röttger) und Butterheide. 1832 hatte der Ort 771 Einwohner. Im Kreis Solingen gehörte Rheindorf zunächst zur Bürgermeisterei Monheim. Seit 1897 war Rheindorf Sitz einer eigenen Bürgermeisterei, die in Personalunion mit der Stadt Hitdorf verwaltet wurde.[3][4]

Bereits 1450 wurde eine Ziegelei in Rheindorf betrieben, die vermutlich der erste Gewerbebetrieb auf Leverkusener Gebiet war. Im Zuge der Industrialisierung wurden im 19. Jahrhundert zeitweise bis zu zehn Ziegeleibetriebe in Rheindorf gezählt. Außerdem entstanden zwei Branntweinbrennereien, eine Fruchtmühle sowie eine Krautfabrik, in denen insgesamt rund 100 Personen beschäftigt waren. Durch den Bau einer Straßenbrücke über die Wupper erhielt Rheindorf 1901 eine bessere Verbindung nach Bürrig, die zuvor nur über eine Furt in der Wupper in der Nähe des Wambacher Hofes möglich war. Nachdem von 1909 bis 1911 die Wuppermündung reguliert worden war, konnten Fußgänger und Radfahrer seit den 1920er Jahren mit der Steganlage über die Wuppermündung den direkten Weg nach Wiesdorf nehmen.

Am 1. April 1930 erfolgte der Zusammenschluss der Gemeinden Rheindorf, Schlebusch und Steinbüchel sowie der damaligen Stadt Wiesdorf zur neuen Stadt Leverkusen, das damals rund 42.000 Einwohner zählte.

Neubausiedlung Rheindorf-Nord

Zur Behebung der Wohnungsnot in Leverkusen nach dem Zweiten Weltkrieg, die sich durch den Zustrom von Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten und Flüchtlingen aus der DDR im Verlauf der 1950er Jahre dramatisch verschärfte, entstand ab 1958 nördlich des Rheindorfer Ortskernes entlang der Felderstraße und Solinger Straße eine Großsiedlung „auf der grünen Wiese“. Für die Neubausiedlung, die Anfang der 1970er Jahre einen Höchststand von rund 14.000 Einwohnern zählte, bürgerte sich die Bezeichnung „Rheindorf-Nord“ ein. Durch die Integration von kleinräumigen Einkaufs- und Dienstleistungszentren, dem Bau von Kindergärten, Sportplätzen und Schulen sowie eines kombinierten Frei- und Hallenbades (Eröffnung 1971) versuchte die Leverkusener Stadtplanung von Anbeginn in der Großsiedlung nachbarschaftliche Strukturen zu schaffen.

Die Schließung und der nachfolgende Abriss des Schwimmbades im Jahr 1993 stehen beispielhaft für die städtebaulichen Probleme, mit denen der Stadtteil und Leverkusen als Folge gesellschaftlicher Prozesse seit den 1990er Jahren konfrontiert sind. Mit dem Programm „Soziale Stadt Rheindorf-Nord“ initiierte die Stadt Leverkusen 2006 ein mehrjähriges Förderprogramm zur städtebaulichen Aufwertung des Stadtteils, dessen Ergebnisse als Erfolgsmodell bewertet werden.[5] Heute kontrastieren historische Häuser und verwinkelte Gassen des alten Rheindorfer Dorfkerns mit Wohnhaussiedlungen aus der Nachkriegszeit im Norden des Stadtteils.

Anschluss an die Monheimer Kleinbahnen

1912 erhielt Rheindorf Anschluss an die Monheimer Kleinbahnen, die bis 1963 einen elektrischen Straßenbahnbetrieb für den Personenverkehr von der Felderstraße, Ecke Burgweg zum Bahnhof Langenfeld unterhielten. Von 1950 bis 1985 bedienten die Bahnen auf ihren Gleisen auch den Güterverkehr mit der Firma Chemieprodukte GmbH. Das Unternehmen firmierte ab 1966 als Denso Chemie GmbH und stellt mit rund 170 Beschäftigten (2022) den größten Gewerbebetrieb des heutigen Leverkusener Stadtteils dar.

Einwohnerentwicklung

Leverkusen-Rheindorf, Wupper oberhalb der Dhünnmündung
Weitere Informationen Datum, Einwohner ...
Datum Einwohner
01.12.1900 1.400
31.12.1930 1.889
31.12.1950 2.692
31.12.1955 3.157
31.12.1960 7.630
31.12.1965 16.292
31.12.1970 18.935
31.12.1990 16.011
31.12.1995 16.320
31.12.1996 16.601
31.12.1997 16.871
31.12.1998 16.773
30.06.1999 16.587
31.12.1999 16.466
31.12.2000 16.595
31.12.2001 16.416
31.12.2002 16.396
31.12.2003 16.391
31.12.2005 16.435
31.12.2007 16.391
31.05.2013 15.900
31.12.2018 16.129
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Einrichtungen

  • Städtische Kindergärten
  • GGS Masurenstraße
  • Katholische Grundschule Burgweg
  • Gemeinschaftsgrundschule Löwenzahnschule
  • Rheindorfer Yankees
  • Städtisches Jugendhaus und Bauspielplatz
  • Evangelisches Jugendhaus
  • Freiwillige Feuerwehr Leverkusen, Löschzug Rheindorf
  • Evangelische Hoffnungskirche
  • Käthe-Kollwitz-Gesamtschule: Klassen 5–6 (Elbestraße) und 7–13 (Deichtorstraße)
  • Sternenschule
  • Katholische Kirche "Zum Heiligen Kreuz"
  • Kleingartenverein Butterheide

S-Bahn-Haltepunkt

Der S-Bahnhof Leverkusen-Rheindorf

Der S-Bahn-Haltepunkt Leverkusen-Rheindorf befindet sich an der Bahnstrecke Köln–Duisburg und gehört zur Preisklasse 5. Zurzeit wird der Bahnhof regelmäßig von einer Linie der S-Bahn und drei Buslinien der Wupsi angefahren.

Weitere Informationen Linie, Linienverlauf ...
Linie Linienverlauf Takt
S 6 Essen Hbf Stadtbahn Essen Süd E-Stadtwald E-Hügel E-Werden Kettwig Kettwig Stausee Hösel Ratingen Ost D-Rath D-Rath Mitte Stadtbahn D-Derendorf D-Zoo D-Wehrhahn Stadtbahn Düsseldorf Hbf Stadtbahn D-Volksgarten D-Oberbilk Stadtbahn D-Eller Süd D-Reisholz D-Benrath  Stadtbahn  D-Garath D-Hellerhof Langenfeld-Berghausen Langenfeld (Rheinland) Lev.-Rheindorf Lev.-Küppersteg Leverkusen Mitte   Lev.-Chempark K-Stammheim K-Mülheim  Stadtbahn K-Buchforst K-Messe/Deutz Stadtbahn Köln Hbf Stadtbahn K-Hansaring Stadtbahn K-Nippes (– K-Geldernstr./Parkgürtel Stadtbahn K-Longerich – K-Volkhovener Weg K-Chorweiler Stadtbahn K-Chorweiler Nord K-Blumenberg K-Worringen)
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2023
20min (werktags)
30min (sonn-/feiertags, Essen–Düsseldorf auch samstags)
Nippes–Worringen nur werktags 5–20 Uhr und sonn-/feiertags 11–21 Uhr
207 Rheindorf Nord – Rheindorf S-Bahnhof – Mathildenhof
211 Rheindorf Nord – Rheindorf-S-Bahnhof – Alt Steinbüchel
215 LEV-Hitdorf – Rheindorf-S-Bahnhof – Opladen
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Bilder

Literatur

  • Leverkusener Informationen 2004. Stadt Leverkusen (Hrsg.), Leverkusen 2004.
Commons: Rheindorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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