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Lewan Gelbachiani

georgischer Schauspieler und Tänzer From Wikipedia, the free encyclopedia

Lewan Gelbachiani (georgisch ლევან გელბახიანი; * 30. Dezember 1997 in Tschiatura[1]) ist ein georgischer Tänzer und Schauspieler. Internationale Bekanntheit erlangte er durch sein Schauspieldebüt in dem schwedisch-georgischen Spielfilm Als wir tanzten (2019).

Lewan Gelbachiani, 2025

Leben

Lewan Gelbachiani wurde in Georgien geboren.[2] Eigenen Angaben zufolge war er bereits als Grundschüler fasziniert vom Tanz und trat in seiner Kindheit auch oft in Theaterstücken, u. a. von Kote Marjanishvili sowie in Sochumi,[3] auf. Später nahm er an Tanz-Workshops teil und beschloss, eine berufliche Karriere als Tänzer einzuschlagen. Er trat dem Synthesis-Theater bei, wo er unter dem Choreografen Giorgi Ghonghadze professionell zu trainieren begann.[4] Eine Ausbildung absolvierte Gelbachiani im Theaterbereich[3] der V. Chabukiani Tbilisi Ballet Art State School in Tiflis.[4]

Gelbachiani, in Anlehnung an seinen Familiennamen zuweilen „Gelly“ genannt,[5] lebt in Tiflis. Im Sommer 2019 gehörte er der zeitgenössischen Ballettkompanie von Giorgi Aleksidse an, wo er eine Ausbildung für moderne Choreografie absolviert.[4] Von der European Film Promotion wurde Gelbachiani im Januar 2020 in die Liste von zehn European Shooting Stars aufgenommen.[6]

Erfolg mit dem Film Als wir tanzten

Internationale Bekanntheit erlangte Gelbachiani im Jahr 2019 mit der Hauptrolle in dem Spielfilm Als wir tanzten von Levan Akin. In der schwedisch-georgischen Kinoproduktion übernahm er den Part des Merab, eines angehenden Tänzers des georgischen Nationalballetts in Tiflis, der sich in einen konkurrierenden Mitstudenten (dargestellt von Batschi Walischwili) verliebt. Regisseur Akin war durch Bilder von Gelbachiani auf Instagram auf den im Kino noch unerprobten Darsteller aufmerksam geworden. Wegen der homoerotischen Thematik weigerte dieser sich am Anfang, die Rolle des Merab zu übernehmen. Erst nach einem Treffen mit Akin und nachdem seine Familie zugestimmt hatte, nahm Gelbachiani das Angebot an.[3]

Der Entstehungsprozess von Als wir tanzten erstreckte sich über anderthalb Jahre. Akin lobte seinen Hauptdarsteller später als sehr talentierten Tänzer und Schauspieler. „Sein Gesicht hat etwas sehr Ausdrucksvolles. Er kann so plötzlich so viele Emotionen auslösen. Eine Menge Dinge passieren, während du ihn beobachtest. Er macht dich als Betrachter neugierig. Und er sieht oft anders aus – manchmal sieht er jung aus, manchmal sieht er alt aus. Er hat 50.000 Gesichter. Ich wusste, dass es interessant sein würde, ihn zu beobachten“, so Akin über Gelbachiani.[7] Gelbachiani wiederum improvisierte als Darsteller oft[3] und brachte auf diese Weise viel von sich in den Film mit ein.[8] Auch freundete er sich mit seinem Ko-Darsteller Batschi Walischwili an und beide unterstützten sich während der Dreharbeiten gegenseitig.[3] Gelbachiani gab als größte Herausforderung bei den Dreharbeiten das Filmen der finalen Tanzszene an, in der er verschiedene Tänze miteinander kombinieren musste, wofür an einem Tag zwölf Arbeitsstunden nötig waren.[3]

Nach der Veröffentlichung von Als wir tanzten beim Internationalen Filmfestival von Cannes 2019 erhielten der Film und Hauptdarsteller Gelbachiani viel Lob seitens der Fachkritik. Für seine „ungezwungene“ und „frische“ Darstellung[9] des Merab, die manche Kritiker an jene von Timothée Chalamet aus Call Me by Your Name erinnerte,[10] gewann er die Darstellerpreise der Filmfestivals von Minsk, Odessa, Sarajevo und Valladolid sowie eine Nominierung für den Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller. Gleichzeitig wurde Als wir tanzten als schwedischer Beitrag für die Oscarverleihung 2020 in der Kategorie Bester internationaler Film eingereicht. Dagegen war die Premiere des Films in Gelbachianis Heimatland Georgien im November 2019 von Protesten begleitet, bei denen 27 Menschen verhaftet wurden. Weitere georgische Kinos, in denen der Film gezeigt wurde, mussten unter Polizeischutz gestellt werden. Homophobe ultranationalistische Gruppen[11] riefen zum Boykott von Als wir tanzten auf, während die orthodoxe Kirche in Georgien den Film als inakzeptabel bezeichnete.[12] Gelbachiani selbst unterstützte öffentlich die LGBTQ-Gemeinschaft und kritisierte die georgischen Regierungsbehörden, Kirchen und öffentliche Verwaltung.[4] Regisseur und Hauptdarsteller waren auch Ziel von Hasskommentaren im Internet.[8] Rückhalt in dieser Zeit erhielt Gelbachiani von seiner Familie, seinen Freunden und Verwandten.[13]

Filmografie

Auszeichnungen

Einzelnachweise

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