LiMiEL

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LiMiEL (Abkürzung für Lexique informatisé des mots insolites à étymologie latine) ist ein digitales Wörterbuch der französischen Sprache, das seltene Wörter sowie neu gebildete Neologismen dokumentiert, deren Etymologie auf das Latein zurückgeht.[1]

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LiMiEL
Online-Wörterbuch für Neologismen
Sprachen Französisch
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https://limiel.omeka.net/
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Das Projekt wurde 2025 gestartet und ist als nichtkommerzielles, unabhängiges Vorhaben konzipiert. Die lexikographischen Daten werden unter der freien Lizenz Open Database License (ODC-By) veröffentlicht, wodurch ihre Nutzung, Weiterverbreitung und Bearbeitung unter Angabe der Quelle erlaubt ist.[2] Für die Verwaltung der Einträge wird die freie Software Omeka verwendet, ein System zur Erstellung und Organisation digitaler Sammlungen und digitaler Bibliotheken.[3]

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines digitalen lexikalischen Korpus mit seltenen, wenig belegten oder neu gebildeten Wörtern und Wortgruppen. Die erfassten Formen beruhen auf lateinischen Wortstämmen aus dem klassischen, archaischen oder spätlateinischen Latein.[3]

Das Projekt verfolgt einen deskriptiven Ansatz und versteht sich als Dokumentation möglicher Wortbildungsprozesse im Französischen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bildung französischer Wörter aus lateinischen Wurzeln unter Berücksichtigung morphologischer und semantischer Kriterien.[1]

Bei der Analyse und Bildung der Einträge dient das Dictionnaire illustré latin-français (Grand Gaffiot) als etymologische Referenz.[1] Die vorgeschlagenen Lexeme werden vor ihrer Veröffentlichung geprüft.[4]

Lexikographische Verfahren

Französisierung lateinischer Wortstämme

Ein zentrales Verfahren des Projekts ist die Anpassung lateinischer Wortstämme an die Morphologie und Phonetik des Französischen. Dabei werden neue Wortformen gebildet, die sich an historischen Wortbildungsmustern orientieren.[5]

Bei der Bildung der Neologismen wird versucht, sowohl die lateinische Schreibweise als auch Aspekte der ursprünglichen Aussprache zu berücksichtigen. In Fällen, in denen sich beide Kriterien nicht vollständig vereinbaren lassen, wird in der Regel der historischen Schreibweise Vorrang gegeben.[5]

Orthographie und diakritische Zeichen

Zur Kennzeichnung der Aussprache und zur Gliederung der Wortbestandteile werden verschiedene diakritische Zeichen verwendet, darunter Zirkumflex, Akut, Gravis und Trema. Diese dienen unter anderem der Markierung von Silbengrenzen oder der Hervorhebung des Wortakzents.[5]

Beispiele für Einträge

Adjektive

  • Bôniloquent, bôniloquente Bezeichnet eine Person, die wohlwollend oder freundlich spricht (von lateinisch boniloquus).[6]
  • Audulard, audularde: Bezeichnet eine Person, die sich leicht durch Lob beeinflussen lässt (von lateinisch adulabilis).[7]
  • Corusque „leuchtend“ oder „glänzend“ (von lateinisch corusco).[8]
  • Viresque „an Kraft gewinnend“ oder „ergrünend“ (von lateinisch viresco).[9]
  • Auricolore : „goldfarben“ (von lateinisch auricolor).[10]

Weitere Wortarten

  • Bouvînarir (Verb) : „Beschimpfungen äußern“ (von lateinisch bovinor).[11]
  • Rursement (Adverb) : „wieder zurück“ oder „erneut“ (von lateinisch rursum).[12]

Struktur des Korpus

Der Wortbestand ist als Sammlung einzelner lexikalischer Einträge organisiert. Jeder Eintrag enthält strukturierte Metadaten, darunter Titel, Autor, Datum und etymologische Angaben.[4] Die Metadaten folgen dem Standard Dublin Core. Dadurch können die Einträge nach verschiedenen Kriterien durchsucht und geordnet werden.

Am 28. Dezember 2025 umfasste das Wörterbuch 102 Einträge, darunter 96 Neologismen und sechs seltene Wörter.[4] Am 11. März 2026 zählte das Projekt 253 Lemmata.[4]

Einzelnachweise

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