Li Kwoh-ting

taiwanischer Ökonom und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Li Kwoh-ting (chinesisch 李國鼎; * 28. Januar 1910 in Nanjing; † 31. Mai 2001 in Taipeh) war ein taiwanischer Ökonom und Politiker. Der Übergang Taiwans von einer landwirtschaftlich geprägten Wirtschaft zu einem exportorientierten Industrieland mit Unternehmen der Hochtechnologie ist von ihm wesentlich geprägt worden. Er wurde deshalb von der New York Times als der Pate der technologischen Entwicklung Taiwans bezeichnet.[1][2]

Li Kwoh-ting

Ausbildung und Berufsweg

Im Alter von 16 Jahren begann er ein Studium der Mathematik und der Physik an der Universität in Nanking. Nach erfolgreichem Abschluss erhielt er ein Graduiertenstipendium an der University of Cambridge und verbrachte mehrere Jahre in England. Dort arbeitete er am Cavendish Laboratory unter Ernest Rutherford und beschäftigte sich mit Supraleiter.[2] Danach kehrte er nach China zurück und kämpfte im Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg. 1948 floh er mit den Kuomintang nach Taiwan. Im Jahr 1951 wurde er Präsident der CSBC Schiffswerft. 1959 wurde er zum Leiter des staatlichen „Industrial Development and Investment Centers“ ernannt.

Politische Ämter und Leistungen

Er war Mitglied der taiwanischen Regierungspartei Kuomintang. Von 1965 bis 1969 war er Wirtschaftsminister, danach war er bis 1976 Finanzminister der Regierung. Nach 1976 war er Minister ohne Geschäftsbereich sowie später Berater des Staatspräsidenten Chen Shui-bian. Er förderte in seinen politischen Ämtern Wissenschaft und Technologie und er unterstützte die Elektronik- und Hightech-Industrie. Die Gründung des heute weltweit führenden Halbleiter-Unternehmens TSMC hat er maßgeblich begleitet. Zusammen mit anderen Personen schuf er den Hsinchu-Wissenschaftspark, der oft als das Silicon Valley Taiwans bezeichnet wird.[3] Stand 2025 arbeiteten auf dem Gelände des Industrieparks über 170.000 Personen in Unternehmen der IT-Technologie.[3]

Lis Wohnhaus in Taipeh, das er ab 1972 bis zu seinem Tod bewohnte, beherbergt heute ein Museum. Der Asteroid (239611) Likwohting wurde nach ihm benannt. Er ist Namensgeber des seit 2023 verliehenen „K.T. Li Awards“, mit dem Personen geehrt werden, die sich um die Entwicklung von Technologie und Industrie in Taiwan verdient gemacht haben.[4]

Einzelnachweise

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