Li Liqun

chinesischer Schriftsteller, Blogger und politischer Kommentator From Wikipedia, the free encyclopedia

Li Liqun (chinesisch 李立群; * 28. November 1959; † 23. Juli 2021), bekannt unter dem Pseudonym Li Huizi (李悔之), war ein chinesischer Schriftsteller, Blogger und politischer Kommentator.[1] Er begann 2008 auf chinesischsprachigen Plattformen wie Boxun, Phoenix und Sohu zu veröffentlichen und zählte zeitweise zu den meistgelesenen Autoren dort.[2] Im Jahr 2021 wurde er posthum von der Internationalen Verleger-Union mit einem Sonderpreis des Prix Voltaire geehrt.[3]

Leben

Li wurde 1959 in der Provinz Guangdong geboren.[1] Er lebte in Huizhou.[4] Während des 19. Parteitags der Kommunistischen Partei Chinas im Jahr 2017 wurde er als Ziel der „Stabilitätsaufrechterhaltung“ (维稳) eingestuft.[2] In der Folge wurden sein Telefon überwacht und seine Bewegungen gegenüber Sicherheitsbehörden registriert.[2] Er schilderte, dass Anträge auf Beendigung der Überwachung trotz seiner Erkrankung wiederholt abgelehnt wurden.[5] Im März 2020 erlitt er eine Gehirnblutung, die zu erheblichen körperlichen Einschränkungen führte.[2] Am 23. Juli 2021 nahm er sich das Leben, nachdem er einen Abschiedsbrief verbreitet hatte.[6] Sein Tod wird mit anhaltender Repression gegen kritische Autoren und öffentliche Intellektuelle in der Volksrepublik China in Verbindung gebracht.[7]

Wirken

In seinen im Netz veröffentlichten Texten setzte sich Li wiederholt für „Fairness und Gerechtigkeit“ sowie politische Reformen ein.[2] Zwischen 2009 und 2011 führte Boxun ihn drei Jahre in Folge unter den hundert einflussreichsten öffentlichen Intellektuellen in China.[2] Nach Eingriffen der Zensur in chinesische Blog- und Nachrichtenplattformen ab 2012 gingen viele seiner Beiträge dort verloren oder wurden blockiert.[1] Im selben Jahr wurde er Mitglied des Independent Chinese PEN Center, das weiterhin Texte von ihm dokumentierte und ihn in seine Tätigkeiten einband.[2] Im Jahr 2015 nahm er an der „Taipei Writers Week“ teil.[2] 2020 veröffentlichte er den Essay Meine Sicht auf Leben und Tod und nahm seine Veröffentlichungstätigkeit wieder auf.[2] Im Rahmen des Prix Voltaire 2021 vergab die Internationale Verleger-Union einen Sonderpreis an Li.[8] Die Auszeichnung würdigte seinen Einsatz für freie Meinungsäußerung und das Recht auf freies Publizieren.[9][10]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI