Liber Gomorrhianus
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Liber Gomorrhianus, lateinisch Buch von Gomorrah, ist ein Werk des hl. Peter Damian aus dem Jahre 1049, in dem er für die „vita[...] spurcissima[...]“ („das höchst schmutzige Leben“) mancher, insbesondere am päpstlichen Hof Päderastie betreibender, Kleriker schwere Strafen forderte. Es war Papst Leo IX. gewidmet und ist in lateinischer Sprache verfasst. Dieser schrieb an Damian den Brief Ad splendidum nitentis [pudicicie torum], in welchem er das Werk ausdrücklich lobt („Nostro iudicio placui[t] quaecumque continet ipse libellus“, „Unserem Urteil hat alles gefallen, was diese nämliche Schrift enthält“).[1]
Inhalt
Im Liber Gomorrhianus prangert Damiani die Perversion homosexueller Beziehungen, der gegenseitigen und selbstständigen Masturbation, des Coitus interruptus und des Analverkehrs als Angriffe auf die natürliche Moral und als Ursache für den Verfall der Gesellschaft an.[2] Der Text setzt die Selbstbefriedigung mit den Anfängen der Homosexualität gleich. Empört und entsetzt klagt er die Priester an, die sich ephebischen Liebesbeziehungen, d. h. pädophilem Verhalten, hingeben. Er tadelt vor allem jene Priester scharf, die gegen das kirchliche Zölibatsgesetz verstoßen, indem sie heiraten oder mehr oder weniger heimlich mit Frauen in „wilder Ehe“ leben. Damiani wirft diesen Frauen vor, sich wie Tiere zu verhalten, die rein instinktiv handeln. Noch schärfer tadelt er jene Priester, die sich im Sakrament der Beichte gegenseitig von der Sünde der Sodomie freisprechen, wobei er jedoch darauf bedacht ist zu erklären, dass auch der unwürdige Priester die Sakramente gültig spendet, sofern sowohl der Spender als auch der Büßer die erforderlichen Voraussetzungen und Absichten erfüllen.