Lila Archiv
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Das Lila Archiv ist ein aktuell nicht öffentlich zugängliches Archiv zur Frauen- und Lesbenbewegung mit Sitz in der thüringischen Kreisstadt Meiningen. Das Archiv wird getragen vom eingetragenen, gemeinnützigen Verein zur Bewahrung, Mehrung und Nutzung des Lila Archiv e.V. Der Verein wurde 1991 gegründet.

Geschichte
Bereits Anfang der 1980er-Jahre begann Ursula Sillge u.a. mit dem Sammeln von Materialien aus der feministischen und lesbischen Bewegung in der DDR und Osteuropa.[1] 1991 wurde das Lila Archiv ein eingetragener Verein, dessen Geschäftsführerin seitdem Sillge ist.[2][3] Es war das erste ostdeutsche Frauenarchiv und befand sich in Ost-Berlin. Die Materialien wurden an verschiedenen Standorten in Brandenburg gelagert. Mittlerweile befindet sich der Sitz des Archivs in Meiningen und die Materialien in einer eigens dafür errichteten Halle und einem Haus in Suhl. Der Zustand der Archivalien ist aufgrund der schlechten Lagerungsbedingungen sehr problematisch.[1]
Das Archiv versteht sich als wichtige Ergänzung zu den Archiven der öffentlichen Hand. Es versammelt Literatur und Dokumente zur Frauen- und Lesbenbewegung mit einem Fokus auf die DDR.[2]
Der Name des Archivs geht laut Eigendarstellung darauf zurück, dass die Farbe Lila das Symbol ist für gleichberechtigtes Nebeneinander von Frauen und Männern in der Gesellschaft, denn Lila ist die paritätische Mischung von Rot und Blau.[4]
Das Archiv ist Mitglied im I.d.a. – Dachverband deutschsprachiger Frauen / Lesbenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen (i.d.a.).[5]
Das Archiv ist aktuell nicht nutzbar und die Archivalien sind nicht öffentlich zugänglich.[6] 2026 konnte ein Teilbestand des Lila Archivs zum Sonntags-Club von der MONAliesA – Feministische Bibliothek und Archiv in Leipzig erschlossen werden.[6]
Themen der Bestände
Die Archivalien umfassen ca. 40.000 Bücher, 200 Frauenzeitschriften aus aller Welt sowie Ausschnitte, Filme, Mikrofilme, Videos und weitere Materialien zu folgenden Themen:
Frauen und Männer in der Gesellschaft
- Geschlecht, Gender, Mainstream
- Biografien von Frauen und einigen Männern
- Frauenzeitschriften aus aller Welt
- Thematische Sammlungen
DDR und sozialistische Länder
- Übersicht und Spezielles
- Belletristik von und über Frauen in der DDR
- Widerständige Bewegung
Lesben, Schwule etc.
- Geschichte, Aktuelles, Sonntags-Club u. v. m.
Nachlässe
- Elise Bartz, Postbeamtin
- Eva Hoffmann-Aleith, Pastorin und Schriftstellerin
- Sigrun Kirstein, Journalistin
- Gertrud Obermeit, Bäuerin aus Ostpreußen
- und weitere Nachlässe sowie Spenden und Leihgaben.
Sondersammlungen
- Sammlung zu Schwangerschaft und Geburt
- Speisekarten aus der DDR u. a. sozialistischen Ländern, von Sättigungsbeilagen bis Soßenverbundnetz
- Sammlung zu Sterben, Friedhof, Beerdigung etc.
- Namen und andere Sammlungen.
Auszeichnungen
- 9. Frauenpreis der Die Linke Thüringen[7]