Limmie Pulliam
US-amerikanischer Opernsänger (Tenor)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Limmie Pulliam (* 10. Januar 1976 in Kennett, Missouri; † 20. Mai 2026 in Houston, Texas[1][2]) war ein US-amerikanischer Opernsänger (Tenor).
Leben
Limmie Pulliam, als Sohn eines Predigers in seiner Geburtsstadt aufgewachsen, sang zunächst im Kirchenchor seiner Gemeinde, bevor sich seine Leidenschaft für die klassische Musik herausbildete.[3] Er studierte Gesang am Oberlin Conservatory of Music, wo er Schüler von Richard Miller war, der eine entscheidende Rolle bei seiner Stimmausbildung spielte.[1][3] Er war Teilnehmer an den Ausbildungsprogrammen für junge Opernsänger an der Cleveland Opera, der Opera Delaware und der Opera Memphis.[2] 1998 beendete er am Oberlin College seine Gesangsausbildung.[3]
Nach seinem Abschluss erhielt Pulliam, der bei Vorsingen wegen seines Übergewichts regelmäßig abgelehnt, diskriminiert und Opfer gewichtsbezogener Stigmatisierung wurde, keine Engagements. Er gab deshalb das Singen vollständig auf und arbeitete zwölf Jahre lang als Schuldeneintreiber und Wachmann, zeitweise führte er sogar ein eigenes Sicherheitsunternehmen.[1][3] Als er 2008 in Missouri als Organisator für Barack Obamas Präsidentschaftswahlkampf tätig war, wurde er gebeten, bei einer Wahlkampfveranstaltung die US-Nationalhymne zu singen, nachdem der ursprünglich vorgesehene Sänger kurzfristig abgesagt hatte.[1][3] Pulliam nahm daraufhin seine Gesangsstudien wieder auf und nahm an verschiedenen Gesangswettbewerben teil. 2012 gewann er im Alter von 36 Jahren die „National Opera Association’s Vocal Competition“.[2] 2013 wurde er Sieger beim „Concorso Internazionale di Canto della Fondazione Marcello Giordani“ in Catania (Sizilien).[2]
Er trat im Verlauf seiner Karriere an mehreren US-Opernhäusern (New Orleans Opera, Austin Opera, Madison Opera und Florida Grand Opera) und als Konzertsänger, u. a. mit dem Minnesota Orchestra, dem Baltimore Symphony Orchestra, dem Orchestre Métropolitain, dem Cleveland Orchestra, dem Dallas Symphony Orchestra und dem Gewandhausorchester Leipzig, auf.[2]
In der Saison 2021/22 debütierte er als Manrico in Il trovatore an der Los Angeles Opera.[4] Im Mai 2022 sang er mit dem Cleveland Orchestra die Titelrolle in Otello in einer halbszenischen Aufführung unter Franz Welser-Möst.[5] Im Juni 2022 übernahm er unter der musikalischen Leitung von Yannick Nézet-Séguin mit dem Philadelphia Orchestra die Tenor-Partie in der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven, gemeinsam mit den Solisten Angel Blue, Mihoko Fujimura und Ryan Speedo Green.[6] Im Dezember 2022 debütierte als Radamès in Aida an der Metropolitan Opera in New York City und war in dieser Rolle der erste „schwarze“ Sänger an diesem Haus.[3][7] Im Januar 2023 folgte sein Debüt in der Carnegie Hall mit der Titelrolle in dem Oratorium The Ordering of Moses von Robert Nathaniel Dett.[1][3] Im Mai 2023 übernahm er, wieder mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst, in einer konzertanten Aufführung die männliche Hauptrolle des Dick Johnson in der Oper La fanciulla del West von Giacomo Puccini.[8]
In der Saison 2023/24 sang er an der Madison Opera den Cavaradossi in Tosca.[9] Im April 2024 gab Pulliam sein Europa-Debüt mit der Tenor-Partie im Verdi-Requiem im Gewandhaus Leipzig.[10] Im Juni 2024 trat er an der Wiener Volksoper als Lazarus in John Adams’ passionsähnlichem Oratorium The Gospel According to the Other Mary auf. Im Dezember 2024 übernahm er die Titelrolle in der mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Oper Omar von Rhiannon Giddens und Michael Abels bei einer Aufführung in der Finney Chapel des Oberlin College.[3][11]
Im Oktober 2025 übernahm er, wieder mit dem Cleveland Orchestra unter Franz Welser-Möst, die Tenor-Rolle in Gustav Mahlers Liederzyklus Das Lied von der Erde.[3][12] Im Februar 2026 debütierte er an der Seite von Christine Goerke als Calaf in Turandot in der Detroit Music Hall.[13] Im Mai 2026 sang er in Dallas, Texas, unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi und dem Dallas Symphony Orchestra in drei Aufführungen der 8. Sinfonie von Gustav Mahler die Tenor-Partie.[1]
Limmie Pulliam starb am 20. Mai 2026, drei Tage nach seinem letzten Auftritt, im Alter von 50 Jahren in Houston, Texas.[14][15]
Weblinks
- Limmie Pulliam bei Operabase (Engagements und Termine)
- Limmie Pulliam – Internetpräsenz
- Limmie Pulliam sings Nessun Dorma – Tondokument (Live-Mitschnitt, 2019)
- Curtain Call in Aida – Tondokument und Schlussapplaus (Live-Mitschnitt, Dezember 2022)
- Limmie Pulliam sings Make Them Hear You – Tondokument (Live-Mitschnitt, Amherst College, Februar 2025)