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Lindenberg (Wittenberge)

Ortsteil von Wittenberge From Wikipedia, the free encyclopedia

Lindenberg ist ein Ortsteil der Stadt Wittenberge im Landkreis Prignitz in Brandenburg.[2]

Schnelle Fakten Stadt Wittenberge ...
Lindenberg
Koordinaten: 53° 1′ N, 11° 44′ O
Einwohner: 324 (30. Nov. 2017)[1]
Eingemeindung: 1962
Postleitzahl: 19322
Vorwahl: 03877
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Geschichte und Etymologie

Etymologie

Der Name Lindenberg stammt vom mittelniederdeutschen Lindberch, das heißt einer Siedlung auf einem mit Linden bestandenen Berg.[3] Erstmals wird Lindenberg schriftlich im Jahre 1566 als Lindtberge erwähnt, 1600 als Lindberge, 1608 als Lindtberge und 1684 und 1775 als Lindenberg.[4]

Grundherrschaften

Im frühen Mittelalter gehörte der Ort zum Ländchen Cumlosen, das eine Grundherrschaft bildete mit den Orten Müggendorf, Lütkenwisch, Jagel, Bernheide und Gadow, bis 1406 auch Babekuhl. Die Orte hatten keine Kirche. Der erste Grundherr, der erwähnt wird, ist 1264 Johann der Ältere von Cumlosen. Um das Ländchen stritten sich die Markgrafen von Brandenburg, die Mecklenburger Herren und die Grafen von Schwerin. In Lindenberg herrschten die vor 1566 bis 1872 die von Möllendorff[5], die seit dem 15. Jahrhundert auch den Zoll zu Cumlosen anteilig erwarben und die wie viele brandenburgische Adlige aus der Altmark stammten.

16. und 17. Jahrhundert

Lindenberg fiel als mittelalterliches Dorf schon früh wüst. Erst im 16. Jahrhundert entstand hier eine Gutssiedlung. 1566 ist Lindenberg ein Wohnsitz derer von Möllendorff, 1608 ein Rittersitz. 1693 wird das Gut Lindenberg mit Rittersitz und der ganzen Feldmark erwähnt. Es besitzt sogar Anteile an der Elbfischerei.[5] Der Gutsherren hatten bis 1849 die Patrimonialgerichtsbarkeit inne. Seit dem 16. Jahrhundert war mit der Hofübernahme der Bauern auch eine erbliche Untertänigkeit verbunden. Die Herrschaft hatte ein Vormietrecht auf die Kinder der Untertanen. 1636 sprachen die von Möllendorff zu Bernheide, Gadow und Lindenberg offiziell von ihren „Erbuntertanen“.

18. Jahrhundert

Im Jahr 1704 wird ein Rittergut genannt. 1734 lebten dort fünf Häusler, ein Leineweber, zwei Hirten und sechs Mägde, was auf eine kleine, vorwiegend agrarisch geprägte Gutssiedlung hinweist. 1745 wird der Ort als Rittersitz mit einer Schmiede beschrieben. 1791 bestand die Ansiedlung aus vier Häuslern, zwei Verwaltern und einem Schmied bei insgesamt sechs Feuerstellen.[5] Im 18. Jahrhundert gab es in Lindenberg eine Holländerei. Bekannt ist namentlich der Pächter Adolph John. John hatte zwei weitere Holländereien in Lindenberg und Kuhwinkel gepachtet und zahlte dafür jährlich 2000 Reichstaler. Die Herrschaft derer von Willamowitz-Möllendorff ging bis 1872.

19. Jahrhundert

Im Jahr 1801 wird Lindenberg als Gut erwähnt; dazu gehörten vier Einlieger, ein Förster sowie insgesamt sechs Feuerstellen. 1828 war das Gut landtagsfähig. 1846 bestand der Ort aus neun Wohnhäusern. Für 1852 wird auf die Wirtschaftsbeschreibung der Majoratsgüter verwiesen. 1860 wird das Gut mit zwei Abbaustellen (Holländerei und Forsthaus in der Silge) sowie acht Wohn- und 15 Wirtschaftsgebäuden beschrieben.[5] 1860 umfasste der Ort 2152 Morgen. Das meiste davon (1026) war Weide, 534 Morgen waren Wald. Dazu kamen 509 Morgen Acker, 66 Morgen Wiese und 17 Morgen Gehöfte. Es gab 8 Wohnhäuser, 15 Wirtschaftsgebäude, eine Holländerei und ein Forsthaus. 1871 sind es fünf Wohngebäude. 1871 umfasste der Ort noch fünf Wohngebäude; die Holländerei und das Forsthaus in der Lindenberger Silge wurden dem Gutsbezirk Feldmarschallshof zugelegt. Das Gut wurde aufgegeben, die Gebäude abgebrochen und die Ländereien an Bauern in Motrich verpachtet.[5]

20. und 21. Jahrhundert

1900 existieren keine Häuser mehr und der Ort wurde 1907 als „vacat“ (unbewohnt) bezeichnet. Auch 1912 war das Rittergut Lindenberg unbewohnt. Postanstalt war Cumlosen. Erst nach dem Ersten Weltkrieg begann die Neuansiedlung. 1925 sind es vier Einwohner. 1928 wurde Lindenberg in die Gemeinde Motrich eingemeindet, einige Parzellen in Müggendorf. 1931 ist es ein Wohnplatz von Motrich. 1962 wurde Lindenberg nach Wittenberge eingemeindet und seit 1995 ist es ein Ortsteil von Wittenberge.

2017 lebten in der Wohnsiedlung Lindenberg 324 Menschen.[1]

In Lindenberg geboren

Literatur

  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 517 f.
  • Sophie Wauer: Brandenburgisches Namenbuch Teil 6 Die Ortsnamen der Prignitz. Weimar 1989.
  • Lieselott Enders: Die Prignitz, Geschichte einer kurmärkischen Landschaft vom 12. bis zum 18. Jahrhundert. Potsdam 2000.
Commons: Lindenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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