Lisel Paxmann

deutsche Journalistin und Widerstandskämpferin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lisel Paxann (auch Liesel Paxmann, * 12. Oktober 1907 in Halle (Saale); † 13. September 1935 in Dresden) war eine deutsche Philosophin, Journalistin und Angehörige der Widerstandsgruppe Neu Beginnen im Kampf gegen den Nationalsozialismus.[1]

Leben

Paxmann wuchs in Berlin auf, wo sie nach ihrem Abitur im Jahr 1927 ein Studium der Philosophie und der Ökonomie an der Humboldt-Universität antrat. Im Jahr 1929 zog sie nach Frankfurt am Main um, studierte dort unter Max Horkheimer und Theodor W. Adorno am Institut für Sozialforschung (IfS) und schloss sich der Kommunistischen Studentenfraktion an. Sie wurde Analysandin des ebenfalls am IfS tätigen Psychoanalystikers Karl Landauer. Die Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IfS, die ihr für 1933 zugesagt wurde, konnte sie wegen der nationalsozialistischen Machtergreifung nicht mehr antreten. Die bereits begonnene Dissertationsschrift bei Max Horkheimer wurde nicht fertig gestellt. 1933 befand sie sich kurzzeitig in Wien, wo ihre Suche nach einer universitären Anstellung erfolglos verlief. Etwa ab 1934 wurde Paxmann Gruppenleiterin des Berliner Zweigs der Widerstandsgruppe Neu Beginnen. In dieser marxististisch geprägten Untergrundorganisation waren sowohl kommunistische als auch sozialdemokratische Mitglieder tätig. In diesem Zusammenhang lernte Paxmann die Psychanalytikerin Edith Jacobson kennen, die selbst in der Gruppe aktiv war und deren Mitglieder psychotherapeutisch unterstützte. Am 12. September 1935 wurde Paxmann auf einer Kurierfahrt beim Grenzübertritt aus der Tschechoslowakai verhaftet. Nach einem eintägigen Aufenthalt im Gerichtsgefängnis in Bad Schandau wurde sie nach Dresden verlegt. Ihrer geplanten Überführung nach Berlin kam ihr Tod am 13. September 1935 zuvor. Es ist nicht eindeutig geklärt, ob Paxmann in Dresden ermordet wurde oder sich selbst das Leben genommen hat.[1][2][3][4]

Widmungen

Max Horkheimer zeigte sich von der Nachricht vom Tode Paxmanns schwer erschüttert. Eine 1968 erschiene Neuausgabe seiner Aufsätze der 1930er und -40er ist ihr gewidmet.[3]

Am 21. Oktober 1935 schrieb Adorno, der noch nichts über die genaueren Umstände ihres Todes wusste, in einem Brief an Horkheimer:[5]

„In Deutschland war es graunvoller als je, das Land ist wirklich bis in den kleinsten Alltag hinein zur Hölle geworden. Von Schicksalen Näherstehender heut [sic!] nur soviel: Liesel Paxmann ist tot. Angeblich an Lungenentzündung bei einer Verwandten gestorben; in Wahrheit nach sicherem Vernehmen in politischer Untersuchungshaft in Düsseldorf. Man weiß nicht einmal, ob sie sich getötet hat (so wurde berichtet), oder ob sie ermordet worden ist. Vielleicht das Institut Nachforschungen anstellen lassen.“

Commons: Lisel Paxmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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