Liste der Kulturdenkmale in Aichstetten
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In der Liste der Kulturdenkmale in Aichstetten sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Aichstetten im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Aichstetten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Marienkapelle | Breitenbach 8 (Karte) |
Kleiner verputzter Saalbau mit Segmentbogenfenstern, Satteldach mit offenem Dachreiter mit Pyramidenhelm, im Osten dreiseitiger Chor mit abgewalmtem Dach, im Westen Eingangsvorbau mit Satteldach, 17. Jahrhundert
Die auf einem weiten Wiesengrundstück vor dem südlichen Eingang zum Wohnplatz Breitenbach stehende Marienkapelle ist mit ihren Dimensionen und ihrer Grundform charakteristisch für die kleinen Sakralbauten der weit abgelegen Weilern und Hofanlagen der Region. Sie ist ein wichtiges Element in der durch zahlreiche Kapellen geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens und stellt mit der teils aus der Bauzeit erhaltenen Ausstattung, so z. B. die aufwendig gearbeitete Holztüre oder das einfach gestaltete Gestühl, ein anschauliches Zeugnis der Kirchen- und Kulturgeschichte des aus wenigen Bauernhöfen bestehenden Weilers dar. Das kleine Gotteshaus hat darüber hinaus bau- und ortsgeschichtliche Bedeutung und ist ein aussagekräftiges Dokument der gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten katholischen Frömmigkeit der Landbevölkerung im 17. Jahrhundert. |
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| Bildstock mit Statue hl. Nepomuk. | Gerberstraße (Karte) |
18. Jahrhundert
Der bei dem hier ursprünglich befindlichen Mühlbach gelegene barocke Bildstock ist ein anschauliches Zeugnis der katholischen Glaubensidentität von Aichstetten und der gelebten sowie bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Mit der bekrönenden Figur des hl. Nepomuk dokumentiert er die sich infolge der Heiligsprechung 1729 in den katholisch geprägten Gebieten ausbreitende Verehrung des durch einen Sturz in die Moldau umgekommenen Märtyrers. Der deshalb als Brückenheiliger galt und dessen Bildnisse üblicherweise an Flussübergängen aufgestellt wurden. Der Bildstock hat Aussagekraft für die Orts- und Kulturgeschichte in der Barockzeit. |
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| Obere Mühle | Hauptstraße 19; Mühlkanal (Karte) |
Zweigeschossiger Wohntrakt mit Satteldach, rechtwinklig dazu Mühlengebäude mit Satteldach, verputzt, rückwärtig Wasserradstube am zugehörigen Mühlkanal, um 1800, mit Wasserrad
Die Obere Mühle befindet sich in der für die Bauaufgabe typischen Solitärlage an dem von der Aitrach abgezweigten Mühlkanal am südlichen Ortseingang des alten Dorfkerns, den sie aufgrund ihrer Größe prägt. Laut der 1843 erschienen Oberamtsbeschreibung verfügte Aichstetten über zwei Mahl-, zwei Säg-, und zwei Ölmühlen. Bei der Oberen Mühle handelt es sich um eine der ehemaligen Mahl- bzw. Getreidemühle, die wohl aufgrund ihres großen Umfangs als bedeutend beschrieben wurde. Sie ist somit ein sprechendes Zeugnis der lokalen Wirtschaftsgeschichte und der traditionsreichen Gewerbegeschichte im Aitrachtal. Die erhaltene Wasserradstube veranschaulicht die vorindustrielle Technik des Mühlenbaus. Die Anlage hat orts- und baugeschichtliche Aussagekraft. |
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| Wegkreuz | Hauptstraße 32 (Karte) |
Kreuz mit flachem Korpus und Arma-Christi-Symbolen aus Eisen, steinerner Sockel, 1909 (i)
Das an einer Grundstücksgrenze im südlichen Teil des langgestreckten Dorfs aufgestellte Wegkreuz ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und dokumentiert die katholische Prägung Aichstettens. Mit den Symbolen des Leidens und der Marter Christi vergegenwärtigt es dessen Opfertod. Der Typus des Eisenkreuzes auf einem Steinsockel ist typisch für die Region seit dem 19. Jahrhundert. Das gusseiserne Kruzifix belegt die serielle Herstellung derartiger Sakralkunst im Zeitalter der Industrialisierung. |
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| Gasthaus und Posthalterei Zum Adler | Hochstraße 43 (Karte) |
Ca. 1826 auch Brauerei, zweigeschossiger Massivbau mit Satteldach in Ecklage, verputzt, profiliertes Traufgesims an der Giebelseite als Widerkehr, regelmäßig angeordnete Fenster, dreigeschossig ausgebauter Dachstuhl, an der Giebelseite mit schräggestellte ovale Fenster, innen u. a. erhaltene bauzeitliche Grundrissstruktur mit Längsmittelgang, wandfeste Ausstattung sowie Gewölbekeller, erbaut mit Unterstützung der Grafen von Waldburg-Zeil durch Wirt Johann Georg Schalk, bezeichnet am Türsturz, 1742 (a, i), Anbauten an Nordecke für Eiskeller und an nordwestlicher Schmalseite für Aborte, 1742 bis 1826, neu Ausstattung und Erweiterung des Gastsaals, 1930er-Jahre
Der Gasthof Zum Adler ist ein überaus anschaulich überliefertes Beispiel eines großen oberschwäbischen Landgasthofs der Barockzeit. Die stattliche Größe und aufwendige Gestaltung verweisen auf die einstige Bedeutung der Wirtschaft als Lehen der Grafen von Waldburg-Zeil und als Posthalterei an der Poststraße von Leutkirch nach Memmingen. Es ist mit der überkommenen Innenausstattung und Grundrissstruktur das letzte von drei 1843 in Aichstetten genannten Gasthäusern, wovon zwei Schildwirtschaften und eines eine Bierbrauerei war. Damit ist es ein aussagekräftiges Zeugnis des regionalen Wirtshaus- und Postwesens seit der Frühen Neuzeit und hat hohe Bedeutung für die Bau-, Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte des langgestreckten Dorfs im Aitrachtal. Das Anwesen zeichnet ein Stück der lokalen Herrschaftsgeschichte nach und hat als einstiger gesellschaftlicher Treffpunkt vielfältige Aussagekraft für die Sozial- und Ortsgeschichte von Aichstetten. |
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Kath. Kapelle St. Wolfgang (seit 1990 ev. Kapelle) | Lautracher Straße 1 (Karte) |
Saalbau mit Satteldach, offener Dachreiter mit Zeltdach, im Osten dreiseitiger Chor mit abgewalmtem Dach, daran nach Norden (moderner) Sakristeianbau mit Walmdach, verputzt, Rundbogenfenster am Schiff und Chor, innen wohl drei bauzeitliche Säulenaltäre und Holzfigur eines Christus an der Geißelsäule, 1711 bis 1719 (a), Brand des einst nördlich angebauten Eremitenhauses und stattdessen neuer Sakristeianbau, 1950 (a)
Die nordöstlich von Aichstetten in einer Straßengabelung gelegene barocke Wolfgangskapelle ist ein anschauliches Zeugnis der gelebten und baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der Frühen Neuzeit und dokumentiert als einstiges Wallfahrtsziel die traditionellen Formen katholischer Frömmigkeit: Der Sakralbau wurde einst von einem Eremiten, Bruder Antonius, betreut, der die heute noch vorhandene Holzfigur eines Christus an der Geißelsäule von der berühmten Wieskirche im bayrischen Steingaden, wo eine Skulptur des gegeißelten Gottessohns im Zentrum der Verehrung steht, auf den Schultern hierher getragen haben soll. Somit kommt dem kleinen Gotteshaus, das neben dem ehemaligen Gnadenbild noch drei barocke Säulenaltäre enthält, wichtige konfessions- und kulturgeschichtliche Bedeutung zu. Es ist ein charakteristisches Element in der mit zahlreichen derartigen Andachts- und Wallfahrtsstätten geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens und hat für Aichstetten wichtigen orts- und baugeschichtlichen Wert. |
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Kath. Pfarrkirche St. Michael | Schulstraße 1 (Karte) |
Saalbau mit Satteldach, im Osten stark eingezogener polygonaler Chor mit abgewalmten Dach, in südlichen Chorwinkel Sakristeianbau, im Westen quadratischer Eingangsturm mit spitzem Zeltdach und dreieckigen Zwerchgiebeln, verputzt, gegliedert durch Rundbogenfenster, abgetreppte Strebepfeiler und Rundbogenfries an der Traufe; umgebender Friedhof mit Ummauerung; neu errichtet unter Beibehaltung des älteren Turms, 1869 bis 1871 (a)
Am nördlichen Rand des historischen Ortskerns von Aichstetten erhebt sich die 1869 bis 1871 in neuromanischem Stil errichtete Pfarrkirche St. Michael, die durch ihren hohen Kirchturm die vertikale Dominante im Ortsbild darstellt und eine beachtliche Fernwirksamkeit erzielt. Eine Kirche in Aichstettenist bereits für 1163 bezeugt und die Pfarrei Sankt Michael 1275 urkundlich genannt. Mit dem im Kern älteren Turm dokumentiert das heutige Sakralgebäude die lange Bautradition am Standort, dem als stattlicher Kirchenneubau des Historismus hohe ortsbaugeschichtliche Bedeutung zukommt. Durch den umgebenden Friedhof mit Ummauerung hat das Gotteshaus zentralen Wert für die Orts- und Siedlungsgeschichte von Aichstetten. Es bildet mit dem gegenüber liegenden Pfarrhof anschaulich das geistliche Zentrum des langgestreckten Dorfs, für dessen Kirchen- und Kulturgeschichte es wichtige Aussagekraft hat. |
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Kath. Pfarrhof | Hardsteiger Straße 1; Schulstraße 2 (Karte) |
Bestehend aus:
An der zentralen Kreuzung im alten Ortskern von Aichstetten liegen katholische Kirche und Pfarrhof gegenüber und bestimmen die Ortsansicht. Das stattliche Anwesen mit den beiden rechtwinklig zueinander angeordneten Gebäuden belegt die herausgehobene gesellschaftliche Stellung des Pfarrers. Die mächtige Scheune aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts verdeutlicht in ihrer Größe und aufwendigen Gestaltung die stark agrarisch geprägte Ortsbaugeschichte und ist charakteristischer Bestandteil eines Pfarrhofs, wurden doch hier die Naturalien als Teil der Besoldung der Pfarrstelle gelagert und die Vorräte der eigenen kleinen Landwirtschaft des Pfarrers. Somit ist der Pfarrhof ein anschaulich überliefertes Beispiel für die Wohn- und Wirtschaftsformen eines ländlichen Pfarrhaushaltes seit der Frühen Neuzeit. Als Verwaltungsmittelpunkt der erstmals 1275 urkundlich genannten Pfarrei Sankt Michael kommt ihm für die Orts- sowie Kirchengeschichte wichtige Bedeutung zu. |
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Altmannshofen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Pfarrhaus | Allgäustraße 18 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau in erhöhter Lage, Walmdach, verputzt, profiliertes Stockwerksgesims, mittige Eingangstür, 18. Jahrhundert
Das stattliche Anwesen ist ein anschauliches Beispiel für einen barocken Pfarrsitz auf dem Land. Seine markante Lage neben der auf einem Hügel platzierten Pfarrkirche St. Vitus unweit des einstigen Herrschaftsbezirkes verdeutlicht die gesellschaftliche Stellung und Bedeutung des Pfarrers in der Gemeinde. Als Verwaltungsmittelpunkt der 1188 erstmals genannten Pfarrei kommt dem Pfarrhaus für die Orts- und Kirchengeschichte hoher Wert zu. |
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Kath. Pfarrkirche St. Vitus | Allgäustraße 20 (Karte) |
Saalbau mit Satteldach, im Osten dreiseitiger Chor, am Chorscheitel niedriger halbrunder Sakristeianbau, beides mit abgewalmten Dächern, am Schiff und Chor Segmentbogenfenster, nach Norden quadratischer Turm mit Biforien am obersten Geschoss und steilem Satteldach, an westlicher Giebelseite ädikulagerahmtes Eingangsportal mit gesprengtem Dreiecksgiebel und segmentbogiger Tür, innen u. a. Christus als Salvator von Franz Anton Kälin, um 1720, Apostelstatuen, 1757; umgebender Friedhof mit Ummauerung; Turm mittelalterlich, Schiff und Chor mit älterem Kern umgebaut bzw. erneuert, 1721 (a, i)
In zentraler Ortslage und erhöht über dem Lauf der Aitrach steht die bereits 1188 urkundlich erwähnte Pfarrkirche Sankt Veit, deren wuchtiger gotischer Turm in östlicher Richtung eine beachtliche Fernwirkung erzielt. Sie liegt in charakteristischer Weise unmittelbar neben dem Schloss, dem ehemaligen Sitz der Ortsherrschaft, sodass die beiden Gebäude als Symbole der geistlichen und der weltlichen Macht das Ortsbild dominieren. Das Kirchenpatronat hatte die Ortsherrschaft inne, die von den ortsadeligen Herren von Altmannshofen durch mehrere Hände schließlich 1662 an das Haus Waldburg-Zeil gelangte. Mit dem umgebenden, ummauerten Friedhof ist das Gotteshaus für die Altmannshofener Siedlungs- und Ortsgeschichte von zentraler Bedeutung. Es zeichnet ein Stück der lokalen Herrschaftsgeschichte nach und nimmt mit der mittelalterlichen Bausubstanz und der Erneuerung von Chor und Schiff in der Barockzeit einen hohen Stellenwert im lokalen Baubestand ein. Als geistlicher Mittelpunkt der Gemeinde und mit der teils barocken Ausstattung hat es zudem wichtigen kultur- und kirchengeschichtlichen Wert. |
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| Bilgerhof | Bilger 1 (Karte) |
Einhaus, langgestreckter zweigeschossiger Bau mit Satteldach, am Wohntrakt Erdgeschoss in Bohlenständerkonstruktion, verputzt, Obergeschoss Fachwerk mit Zierformen, hinterer Scheunenteil teils in Backstein, teils verbrettert, ebenso Giebel, 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude befindet sich in einem kleinen Bachtal nordwestlich von Altmannshofen in der für viele, weit abgelegene Hofanlagen im ländlichen Oberschwaben charakteristischen Solitärlage. Es stellt ein quergeteiltes gestelztes Einhaus dar, das anschaulich die bäuerlichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse in vormoderner Zeit dokumentiert: Ein Hausteil bildete die Scheune, der andere diente im Erdgeschoss als Stall, über dem sich ein Wohngeschoss befand. Das Bauernhaus ist ein sprechendes Beispiel dieses in der Region weit verbreiteten Bautyps und hat Bedeutung für die historische Hauslandschaft und die landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftsstruktur des Aitrachtals. Mit dem aufwendigen Zierfachwerk ist es auch ein qualitätvoller Beleg der regionalen Zimmermannskunst in der Barockzeit. |
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Blutsbergkapelle St. Rochus | Blutsberg 1 (Karte) |
Kleiner massiver Saalbau mit Satteldach und halbrunder Chornische, verputzt, 18. Jahrhundert
Die kleine Kapelle aus der Barockzeit liegt auf dem westlich von Aichstetten befindlichen Blutsberg, der in früherer Zeit für die Anlage von Schanzen und Burgen genutzt wurde. Sie ist dem hl. Rochus, Schutzpatron der Kranken und Haustiere, geweiht und zeugt mit dem im Volksmund auch gebräuchlichen Namen Besenkapelle von einem besonderen Brauch: Gläubige, die sich die Heilung von einer Hautkrankheit erhofften, stellten beim Besuch der Kapelle einen Rutebesen in eine Ecke. Damit ist der schlichte und kleine Bau ein aussagekräftiges Zeugnis einer gelebten sowie baulich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und traditioneller Formen der katholischen Frömmigkeit. Er ist ein charakteristisches Element in der mit zahlreichen derartigen Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens und hat kultur- sowie konfessionsgeschichtliche Aussagekraft. |
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Kath. Kapelle St. Georg | Eschach 13 (Karte) |
Saalbau mit Satteldach, im Osten eingezogener, dreiseitiger Chor mit abgewalmten Dach, im Westen quadratischer Turm mit Zeltdach, Rundbogenfenster an Schiff und Chor, innen u. a. Skulpturen der Hll. Georg und Sebastian, Ende 15. Jahrhundert, Figurengruppe auf dem Taufbecken von Johann Ruez, um 1720, Altar, Kruzifix und Schmerzensmutter von Bildhauer Konrad Hegenauer, nach 1790, Deckenfresko von L. Mohr der Muttergottes und der Hll. Georg und Gallus sowie Allianzwappen Waldburg-Zeil und Waldburg-Wolfegg über Chorbogen, 1878 (i); umgebender Friedhof mit Ummauerung; mittelalterlicher Kern, erneuert und vergrößert, 1737 bis 1746 (a), Ausmalung von Chor und Langhaus unter Fürst Wilhelm von Waldburg-Zeil und Gemahlin Maria Anna, 1876 bis 1878 (a, i)
Die im Weiler Eschach gelegene Kapelle St. Georg wurde ursprünglich als Pfarrkirche errichtet: 1275 ist für den Ort eine eigene Pfarrei genannt, die mit weiteren Gütern zu den ältesten Besitzungen des Klosters Weingarten gehörte, das die Schirmherrschaft über die Kapelle innehatte, bis diese 1801 an das Haus Waldburg-Zeil gelangte. Der in der Barockzeit erneuerte Sakralbau hat mit dem umgebenden, ummauerten Friedhof nicht nur zentrale Bedeutung für die Siedlungs- und Ortsgeschichte des kleinen Dorfs nördlich des Blutsbergs, sondern ist auch von wichtiger bau- und kirchengeschichtlicher Aussagekraft. In der für eine kleine Ortskapelle ungewöhnlich reichen Ausstattung aus mehreren Jahrhunderten spiegelt sich der gesteigerte künstlerische Anspruch des klösterlichen Kirchenpatrons wider. Bemerkenswert ist im Kapelleninneren das große von Fürst Wilhelm von Waldburg-Zeil und seiner Gattin Maria Anna 1878 gestiftete Deckengemälde, das die Darstellungen der Muttergottes und der hll. Georg sowie Gallus über einer detailreichen Ansicht von Eschach zeigt. Damit kommt der Kapelle hoher dokumentarischer und kulturgeschichtlicher Wert zu. |
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Hofkapelle | Langensteig 1/2 (Karte) |
Kleiner massiver Saalbau mit Satteldach, quadratischer Giebelreiter mit Faltdach, dreiseitiger Chor, verputzt, farblich abgesetzte Spitzbogenöffnungen und Ecklisene, Zahnriemenfries am Giebel und an der Traufe, 1866 (i)
Die kleine Kapelle im Wohnplatz Langensteig ist mit ihrer aufwendigen neugotischen Gestaltung und ihrer ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte bedeutsam für die Bau- und Ortsgeschichte des kleinen Weilers: Sie wurde wohl von einem nach Amerika zur Goldsuche ausgewanderten Langensteiger, der im Fall einer glücklichen Rückkehr in die Heimat gelobt hatte, eine Kapelle zu stiften, bei seinem Hof erbaut. Damit ist der kleine Sakralbau ein anschauliches Dokument der gelebten sowie baulich zum Ausdruck gebrachten katholischen Frömmigkeit auf dem Land in vormoderner Zeit und ein charakteristisches Element in der durch zahlreiche derartige Andachtsstätten geprägten Kulturlandschaft Oberschwabens. Er hat kultur- sowie konfessionsgeschichtliche Aussagekraft und zeichnet zudem ein Stück der regionalen Sozialgeschichte in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts nach. |
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Schloss Altmannshofen | Schloßbergweg 3 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit steilem Satteldach, vier oktogonale Ecktürme mit Sohlbankgesimsen und Welschen Hauben, ädikulaartige Giebelaufsätze mit halbrunden Abschlüssen, Aufzugslukarne traufseitig im Dach, verputzt, innen u. a. bauzeitliche hölzerne Felderdecken und Türrahmen; mitsamt gemauerter Brücke und Ummauerung; errichtet für die Herren von Altmannshofen, ca. 1400 bis 1452, wohl zerstört durch die Schweden im Dreißigjährigen Krieg, um 1634, Wiederaufbau in heutiger Form bis 1646 (a), unter Graf Franz Anton Waldburg-Zeil renoviert, 1755/56 (a) und 1788 bis 1790 (a)
Das Schloss steht leicht erhöht am südlichen historischen Ortsrand über dem Lauf der Aitrach gegenüber der Pfarrkirche, sodass die beiden Gebäude in charakteristischer Weise als Symbole der geistlichen und der weltlichen Macht das Ortsbild dominieren. Der mächtige Bau geht zurück auf eine unter dem Ortsadel, den erstmals 1201 genannten Herren von Altmannshofen, wohl zwischen 1400 und 1452 als Ersatz der Feste auf dem Blutsberg errichtete Wasserburg, deren Graben früher durch die Aitrach gespeist wurde und heute verlandet ist. Damit nimmt er im lokalen Baubestand einen herausragenden Stellenwert ein und ist für die Orts- und Siedlungsgeschichte von zentraler Aussagekraft. Die Herrschaft Altmannshofen gehörte zur Reichsritterschaft Kanton Hegau-Bodensee-Allgäu und gelangte 1539 an die Herren von Landau, 1601 an die Freiherren von Muggenthal und 1662 an das Haus Waldburg-Zeil. Die Wasserburg wurde wohl im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden zerstört und soll für das bis 1646 errichtete Schloss als Steinbruch gedient haben. Das mächtige Gebäude im Stil der Spätrenaissance rezipiert in bezeichnender und gleichsam historisierender Weise die Tradition des spätmittelalterlichen, um 1500 aufgekommenen Typus des wehrhaften Kastenbaus mit vier Ecktürmen, der viele Rittersitze im Südwesten prägte. Es dokumentiert mit seiner qualitätvollen Gestaltung und Ausstattung die gesteigerten repräsentativen sowie künstlerischen Anspruch, der es als wichtiges Zeugnis der Adelskultur in der Region ausweist. Die das Ortsbild bestimmende Anlage dokumentiert beispielhaft die Entwicklung des Schlossbaus im 17. Jahrhundert und vermittelt ein anschauliches Bild eines reichsritterlichen Sitzes sowie der adeligen Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Sie ist nicht nur für die lokale Herrschaftsgeschichte von hohem Wert, sondern zählt auch zu den bedeutenden Elementen der Kulturlandschaft Oberschwabens. |
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| Einhaus mit flachem Satteldach | Waizenhof 1 (Karte) |
Obergeschoss Fachwerk mit Zierformen. 18. Jahrhundert. Das Bauernhaus befindet sich zwischen den Ausläufern des Kächelesbergs südwestlich von Altmannshofen. Weit abgelegene Hofanlagen im ländlichen Oberschwaben charakteristischen Solitärlage. Es vereinte einst die ursprünglichen Funktionen Wohnen und Tierhaltung unter einem Dach und dokumentiert somit die bäuerlichen Lebens- und Arbeitsverhältnisse in vormoderner Zeit. Das Bauernhaus ist ein sprechendes Beispiel dieses in der Region weit verbreiteten Bautyps und hat Bedeutung für die historische Hauslandschaft und die landwirtschaftlich geprägte Wirtschaftsstruktur des Aitrachtals. Mit dem Zierfachwerk belegt es auch die regionale Zimmermannskunst in der Barockzeit. | 102622568 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.