Liste der Kulturdenkmale in Argenbühl
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In der Liste der Kulturdenkmale in Argenbühl sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Argenbühl im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg aufgelistet.

Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Christazhofen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Mauritius | Am Kirchplatz 1 (Karte) |
Einschiffige Saalkirche mit eingezogenem, halbrundem Chor, am Chorschluss gegen den Turm hochgezogenes Satteldach, in der Mittelachse an den Chor angebauter Viereckturm mit Zeltdach, Turm mittelalterlich, Schiff nach Entwurf von Bauinspektor Hartung, Altdorf, und Franz Xaver Ohmayer, Mancklitz, 1828/29 (a), Ausmalung von Max Bentele, 1870; westlich anschließend ummauerter Friedhof
In Ortsrandlage auf einem Höhenrücken über der Unteren Argen steht die Pfarrkirche von Christazhofen. Der mittelalterliche Viereckturm ist in der umgebenden flachwelligen Landschaft weithin sichtbar. Kirche und Pfarrei wurden 1182 erstmals erwähnt, das Patronat hatten die Herren von Eisenburg inne, ab 1436 das Spital in Isny. Die Erneuerung des Kirchenschiffs erfolgte durch Franz Xaver Ohmayer im spätklassizistischen Stil. Das Innere wurde 1870 im Stil der Neurenaissance ausgemalt. Bemerkenswertes Ausstattungsstück ist eine spätgotische Madonna aus der Zeit um 1420. Die Pfarrkirche ist Zeugnis der Orts- und Kirchengeschichte von Christazhofen. |
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| Bauernhaus | Baldenhofen 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Einhaus, Bohlenständerkonstruktion, verbrettert, an der Ostseite bis zum Erdgeschoss herabgezogenes Satteldach, an der Westgiebelseite vorgezogener Bretterschirm, Anfang 19. Jahrhundert
Der Bohlenständerbau oder Ständerbohlenbau ist eine seit dem 15. Jahrhundert im Allgäu und der Alpenregion anzutreffende Holzbauweise, bei der das hölzerne Fachwerkgerüst mit Bohlen ausgefacht ist. Das Bauernhaus in Baldenhofen ist ein gut überliefertes Beispiel für diesen regionalen Bautypus. Die Ökonomie wurde um 1900 erneuert und erhielt die in dieser Zeit häufig verwendete Hocheinfahrt zum Beschicken des Dachraums. |
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| Wohntrakt eines ehemaligen Bauernhauses | Baldenhofen 3 (Karte) |
Zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss Bohlenständerkonstruktion, Obergeschoss Fachwerk mit Zierformen, an der südlichen Traufseite freiliegend, 18. Jahrhundert
Das ehemalige Einhaus (der Scheunentrakt ist abgebrochen) ist eine Mischkonstruktion aus regionaltypischem Bohlenständerbau und einer Fachwerkkonstruktion mit Schmuckformen wie Gittermuster im Brüstungsbereich, wie es auch in städtischen Gebieten vorkommt. Möglicherweise war dies die Folge einer Aufstockung. Das Bauernhaus ist daher vor allem für die Hausforschung von Interesse. |
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| Hofkapelle | Eck (Karte) |
Kleiner, verputzter Rechteckbau mit Satteldach, über dem Eingangsgiebel auf geschnitzten Bügen vorkragend, Giebel Fachwerk, unverputzt, hölzerner Glockenstuhl, um 1800
Zu den typischen Streusiedlungen in Oberschwaben gehören auch die Hofkapellen: da der Weg zur nächstgelegenen Pfarrkirche meist weit und beschwerlich war, errichteten die Bauern entlegener Hofstellen eine eigene Kapelle. In der Eckkapelle findet sich in einer chorähnlichen, von Pilatern gerahmten Nische ein Altar in spätbarocken Formen, davor ein hölzernes Absperrgitter und Kniebänke für das stille Gebet. Religiöse Kleindenkmale wie die Eckkapelle prägen die Kulturlandschaft Oberschwabens. |
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Kath. Pfarrkirche Sankt Laurentius Enkenhofen | Enkenhofen 9 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor, Satteldach, am Chor abgewalmt, im Chorscheitel Lourdes-Kapelle, nördlich Chorflankenturm mit achteckigem Glockengeschoss und Zwiebelhaube, südlich Sakristeianbau mit quer gestelltem Pultdach, Langhaus im Inneren mit flacher Felderdecke, Chorraum gewölbt, historische Ausstattung, u. a. Hochaltar, 1764, Turm im Kern mittelalterlich, Langhaus und Chor um 1600, Umbau 1710 bis 1717 (a), Sakristeianbau 1839 (a), Lourdes-Grotte 1915 (a); Ummauerung des Kirchhofs
Die ummauerte katholische Pfarrkirche St. Laurentius in Enkenhofen ist mit ihrem markanten Zwiebelturm vor allem aus nordöstlicher Richtung (Badsee) gut wahrnehmbar. Es handelt sich um ein für die Region charakteristisches ländliches Gotteshaus mit einer verhältnismäßig qualitätvollen Barockausstattung. Kirchen- und regionalgeschichtlich bemerkenswert ist, dass die Patronatsherrschaft seit 1436 bei der Bauernschaft von Enkenhofen und Gottrazhofen und damit bei der ortsansässigen Bevölkerung lag. Die Kirche lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen, damals war sie noch Besitz des Klosters St. Gallen. Der bestehende Bau entstand um 1600 und zählt damit zu den wenigen renaissancezeitlichen Kirchenneubauten in der Region, wurde allerdings im 18. Jahrhundert barockisiert. Die rückwärtig am Chor angebaute Lourdes-Grotte ist ein charakteristisches Zeugnis für die Verbreitung des Lourdeskultes seit dem späteren 19. Jahrhundert. |
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Burg Neideck | Enkenhofen-Neideck 1 (Karte) |
Wohnbau, seit 1890 landwirtschaftliches Anwesen, zweigeschossiger Bau mit Satteldach, Westteil massiv und verputzt, Ostteil im Erdgeschoss massiv und verputzt, darüber verbrettertets Fachwerk, traufseitige Erschließung, im Obergeschoss Saal, Kammern und Stuben, Täferdecken und Türen des 18. Jahrhunderts, Westteil ehem. Wohnturm, wohl 12./13. Jahrhundert, Ostteile wohl im Kern 13. Jahrhundert, Obergeschoss 15./16. Jahrhundert, Umbauten 18./19. Jahrhundert
Auf einem Ecksporn erhebt sich hoch über der Unteren Argen der einstige Wohnbau der Burg Neideck. Er ist letzter Rest dieser bis ins 18. Jahrhundert von einer Ringmauer eingefassten Ablage auf. Das Gebäude weist verschiedene Bauphasen vom Hochmittelalter bis in die Neuzeit auf und umfasst im Westteil Reste eines Wohnturms. Erstmals genannt wird Neideck 1274. Sie war Stammburg der Herren von Neideck und gelangte im lauf des Spätmittelalters in die Hände verschiedener alt- und neuadeliger Familien, u. a. aus dem reichsstädtischen Patriziat Ravensburgs. Bis 1890 war Neideck in Adelsbesitz, zuletzt der Grafen von Waldburg-Zeil. Das überlieferte Wohngebäude ist nicht nur aufgrund seiner Baugeschichte bemerkenswert, sondern als Zeugnis der reichen Burgenlandschaft im Allgäu, der siedlungs- und der regionalen Herrschafts- sowie Territorialgeschichte. |
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| Burgmühle von Neideck und Enkenhofen | Enkenhofen-Tobelmühle 1 (Karte) |
Erstmals 1408 urkundlich erwähnt, Wohn- und Mühlengebäude unter gemeinsamem Satteldach, massives Erdgeschoss, Obergeschoss teils unverputztes Fachwerk mit Zierformen, unverputzt, mit Mühlkanal und Wehren, 17./18. Jahrhundert, mit späteren Veränderungen und Anbauten
In der Gestaltung der Giebelseite mit Zierfachwerk drückt sich die Bedeutung der einst herrschaftlichen, 1408 erstmals erwähnten Burgmühle an der Unteren Argen aus, welche zur Herrschaft Neideck gehörte. Sie hat als historische Bannmühle herrschafts- und agrargeschichtliche Bedeutung für die Gegend und ist Zeugnis der Siedlungs- und Mühlengeschichte. |
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| Hammerschmiede Netzer | Gottrazhofen (Karte) |
Knochenmühle, früher 3 Wasserräder, 2 Schwanzhämmer, heute moderne Lufthämmer, Werkstatttrakt im Kern Anfang 17. Jahrhundert, datierter Türsturz im Innenraum, 1602
Das Gebäude veranschaulicht das Mühlengewerbe in der Region und ist eine der selten überlieferten Knochenmühlen. Sie ist Zeugnis der Wirtschafts- und Handwerksgeschichte. |
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Kath. Ortskapelle St. Maria | Gottrazhofen 10 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Dreiachtelschluss, massiver Giebelreiter, im Inneren Flügelaltar, errichtet anstelle eines hölzernen Vorgängers, 1861/62 (a)
Die neugotische Marienkapelle von Gottrazhofen ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. Bemerkenswert ist der Flügelaltar mit spätgotischen Figuren. |
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| Einhaus | Gottrazhofen 11 (Karte) |
Zweigeschossig, vorkragendes Satteldach, Wohntrakt Bohlenständerkonstruktion, verschindelt, Obergeschoss und Giebel vorkragend, 18. Jahrhundert, Giebel und Dachstuhl 1876
Das langgestreckte Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für die regionaltypischen Einhäuser, die Wohnen und Arbeiten unter einem Dach vereinen. Charakteristisch für Oberschwaben ist die Bohlenständerkonstruktion. Das Gebäude veranschaulicht frühere Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
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| Flurkreuz | Halden 1 (Karte) |
Gußeisernes Kruzifix auf mächtigem Findlingen, 1876 (i), samt Einzäunung
Das Kreuz steht an der Zufahrt zum Haldenhof und ist ein Beispiel für den Gestaltungsreichtum der vielen religiösen Kleindenkmale, die hier in Oberschwaben die vom katholischen Glauben geprägte Kulturlandschaft auszeichnen. Selten wird wie hier der Sockel durch einem Findling gebildet, möglicherweise ist dies die Folge einer Erneuerung. Das gußeiserne Kruzifix und der umgebene eiserne Zaun zeugen von der Vorliebe des ausgehenden 19. Jahrhunderts für industriell gefertigte Erzeugnisse aus Metall. |
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| Doppelhaus | Halden 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau mit flach geneigtem Satteldach, linke Haushälfte verbrettert, rechte verputzt, vor 1826
Das Doppelhaus veranschaulicht ländliche Wohn- und Lebensverhältnisse am Ausgang der Frühen Neuzeit und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Sozial- und Ortsbaugeschichte. |
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| Vorderbau eines quergeteilten Einhauses | Kißlegger Straße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit weit überstehendem, flach geneigtem Satteldach, Wohnteil in Fachwerk, verschindelt und teils verbrettert, Stallteil teils massiv, errichtet vor 1826 (a), Umbau bzw. Erneuerung 1859 (i)
Es handelt sich um einen jener stattlichen Allgäuer Höfe, die gerade in der Mitte des 19. Jahrhunderts für diese Region bezeichnend waren, als durch die Umstellung der Landwirtschaft zugunsten einer ausgedehnten Viehhaltung die Höfe größer und repräsentativer wurden. Charakteristisch für die ländliche Architektur dieser Zeit ist die Verkleidung der Fassade mit kleinen Schindeln oder Brettern sowie der weite Überstand der Traufe und des Giebels, wobei die Pfettenköpfe mit ornamental gestalteten Pfettenbrettchen verziert sind. Eine weitere Schmuckform ist die Verdachung der Fenster mit Dreiecksgiebeln. Der Wohnungsgrundriss sowie die Ausstattung der Obergeschossräume mit holzverkleideten Schlafräumen haben sich weitgehend erhalte und veranschaulichen so frühere Wohn- und Lebensverhältnisse auf dem Land. Nicht zuletzt ist das Gebäude ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbaugeschichte. |
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| Am Wohntrakt eines Einhauses Statuette einer Madonna | Lindenstraße 18 (Karte) |
Sandstein, farbig gefasst, wohl 16./17. Jahrhundert
Hausfiguren wie diese Madonna sind charakteristisch für die Bauernhöfe und Wohnhäuser katholischer Landgemeinden. Sie dienen als Schutzpatrone und veranschaulichen eine gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit. Die Madonna veranschaulicht dabei die lokale Bildhauerkunst des 16./17. Jahrhunderts. |
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Weitere Bilder |
Kath. Ortskapelle St. Maria | Oberharprechts 4 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit geradem Chorschluss, Satteldach und Glockenreiter, im Inneren flache Holzfelderdecke, barockzeitlicher Altar, anstelle eines Baus von 1754 errichtet, 1858 bis 1860 (a)
Die Ortskapelle von Oberharprechts ist mit ihren Dimensionen und als einfacher Saalbau charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Einhaus | Steig 1 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Wohntrakt als Bohlenständerkonstruktion, traufseitig verbrettert, giebelseitig verschindelt, um 1800 bis 1850
Bei dem großen Einhaus handelt sich um einen jener stattlichen Allgäuer Höfe, die gerade im 19. Jahrhundert für diese Region bezeichnend waren, als durch die Umstellung der Landwirtschaft zugunsten einer ausgedehnten Viehhaltung die Höfe größer und repräsentativer wurden. Charakteristisch für die ländliche Architektur dieser Zeit ist die Verkleidung der Fassade mit kleinen Schindeln oder Brettern sowie der weite Überstand der Traufe und des Giebels, wobei die Pfettenköpfe mit ornamental gestalteten Pfettenbrettchen verziert sind. Das Gebäude veranschaulicht historische Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte. |
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| Wohntrakt eines Einhauses (Ökonomietrakt verändert) | Unterharprechts 1 (Karte) |
Zweigeschossige Bohlenständerkonstruktion mit flach geneigtem Satteldach, Giebel mit Wetterdächern, Fassaden verschindelt.,18. Jahrhundert
Der Wohnteil eines Einhauses veranschaulicht bäuerliche Wohn- und Lebensverhältnisse in der Frühen Neuzeit. Er ist mit seiner Konstruktion und der Verschindelung charakteristisch für die bäuerlichen Anwesen des 18. Jahrhunderts in der Region und hat als hauskundlich interessantes Gebäude ortsbau- und siedlungsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohntrakt eines Einhauses (Ökonomietrakt abgebrochen) | Unterharprechts 4 (Karte) |
Zweigeschossig, flaches Satteldach, Bohlenständerkonstruktion, verschindelt, 18. Jahrhundert
Der überlieferte Wohnteil eines bäuerlichen Einhauses veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse der Landbevölkerung auf den großen Einödhöfen, wie sie sich im 18. Jahrhundert in der Region ausbildeten. Mit seiner Bohlenständerkonstruktion und dem Schindelschirm zeigt das Haus regionaltypische Charakteristika. Es ist als hauskundlich interessantes Gebäude von orts- und siedlungs-geschichtlicher Bedeutung. |
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Eglofs
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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| Pestfriedhof | Alpgaustraße 20/3 (Karte) |
Angelegt 1628 (a) von einer Hecke umfriedeter Platz mit hohem Holzkreuz mit Korpus, Holz, farbig gefasst, 19. Jahrhundert
Die Pest suchte bis tief in die Frühe Neuzeit immer wieder Teile Europas heim. Gerade zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges kam es immer wieder zu Ausbrüchen. Die Kirchhöfe konnten die große Zahl der Toten dann in der Regel nicht mehr fassen, sodass außerhalb der Ortslagen neue Friedhöfe geschaffen werden mussten - nicht zuletzt auch aus Gründen der Hygiene, weil man die Ansteckung fürchtete. Der Eglofser Pestfriedhof ist Zeugnis einer solchen Pestepidemie und von ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
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| Kath. Ortskapelle Herz-Jesu Bühl | Bühl 1 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Backsteingliederungen, Satteldach und Giebelreiter, eingezogener Polygonalchor mit abgewalmtem Dach und bemalter Metallschindelverkleidung, im westen kleine Vorhalle, im Inneren flach gedeckter, vollständig ausgemalter Raum mit bauzeitlicher Ausstattung, Hochaltar von Moriz Schlachter, Nebenaltäre von Valentin Redolf, errichtet 1904 (a)
Die Kapelle in Bühl ist charakteristisch für die Vielzahl solcher kleineren Gotteshäuser, die seit dem 19. Jahrhundert in den Weilern bzw. als geistliche Mittelpunkte der von Einödhöfen bestimmten Streusiedlungen der Region errichtet wurden. So auch in Bühl, wo auf Bitten und mit Spenden der umliegenden Hofbauernfamilien 1904 endlich ein eigenes Gotteshaus errichtet werden konnte. Der historistische Bau tradiert mit seinem eingezogenen Polygonalchor eine seit dem Spätmittelalter tradierte Kapellenform und zeigt im Inneren in selten geschlossen überlieferter Form eine Ausmalung und Ausstattung des späten Historismus. Einer der beiden Seitenaltäre ist dabei als Lourdes-Grotte gestaltet und belegt damit die Ausbreitung des Lourdes-Kultus seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den katholischen Gebieten des Deutschen Reiches. Die Bühler Herz-Jesu-Kapelle ist ein besonders anschaulich und qualitätvolles Beispiel für die zahlriechen kleineren und größeren Ortskapellen der Region und dokumentiert katholische Sakralkunst des frühen 20. Jahrhunderts. Sie hat orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung. Ein besonders originelles Detail ist die Verkleidung des Chores mit eisernen Schindelplatten, denen man analog zu den Gewänden am Langhaus eine Backsteinrahmung der Fenster aufmalte. |
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| Einhaus | Dorfplatz 3 (Karte) |
Zweigeschossig und verputzt, Satteldach. Wohntrakt-Obergeschoss Fachwerk, Fassadengliederung durch Lisenen und Fassadenmalerei, Anfang 19. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist ein anschaulich überliefertes Beispiel für ein charakteristisches Allgäuer Einhaus, bei dem Wirtschaften und Wohnen unter einem Dach vereinigt sind. In typischer Weise ist der Wohnteil zweigeschossig. Die Fassaden sind durch eine reiche barockisierende, bayerisch geprägte Lüftlmalerei ausgezeichnet, die allerdings jünger ist als das Gebäude selbst, das zu Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden ist. Teile der Hauskonstrlktion bestehen aus den regionaltypischen Bohlenwänden. Das Gebäude veranschaulicht Lebens- und Arbeitsverhältnisse oberschwäbischer Bauernfamilien am Ende der Frühen Neuzeit und ist als hauskundlich interessanter Bau Zeugnis der Ortsbau- und Agrargeschichte. |
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Rathaus | Dorfplatz 9 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Walmdach, schmale Ecklisenen und reiche ornamental- architektonische Fassadenbemalung um Fenster und Eingang, 1740
Schon seit dem Frühmittelalter kam Eglofs in der Region eine gewisse Mittelpunktfunktion zu, die sich bis heute in dem geräumigen Dorfplatz und einem großen Rathausbau ausdrückt. Zeitweilig war der Ort reichsunmittelbar und hatte gar - allerdings ohne größere Auswirkungen auf die Baugestalt des Ortes. 1289 Lindauer Stadtrechte verliehen bekommen. Darauf verweist bis heute das Ortswappen mit dem schwarzen Adler, das auch das Portal des Rathauses ziert. Dieses wurde 1740 als kastenförmiger Bau mit Walmdach errichtet, womit das Gebäude gegenüber den bäuerlichen Einhäusern am Ort deutlich als Sonderbau hervorgehoben ist. Die Fassaden ziert eine reiche spätbarocke Architektur- und Ornamentmalerei. Realiter längst politisch weitgehend unfrei und Teil einer Adelsherrschaft, demonstrierten die Eglofser doch mit dem Rathausbau und seiner aufwendigen Gestaltung durch (kostengünstigere) Fassadenmalerei ihren Anspruch auf Selbstverwaltung. Das Gebäude ist damit wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte. |
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| Wegkapelle Mariä Heimsuchung | Dorfplatz 9/1 (Karte) |
Kleiner verputzter Massivbau mit geknickten Satteldach und Freigespärre im Giebel, im kreuzgewölbten Inneren Altar, vielleicht als Pestkapelle errichtet, 18. Jahrhundert, Veränderungen wohl um 1900
Die kleine Wegkapelle am hang des Burg- und Kirchbergs von Eglofs ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit. Sie ist ein charakteristisches Element der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft im katholisch geprägten Allgäu. |
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Laufbrunnen | Dorfplatz 10 (Karte) |
Oktogonales Becken aus ornamentiert, wappengezierten Gusseisenplatten, darin reich verzierter gusseiserner Brunnenstock mit fialengeziertem Tabernakelaufbau, darin Landknechtsfigur mit Hellebarde, alles farbig gefasst, gegossen in der Eisengießerei E. Kuhn, Stuttgart-Berg, 1869 (i)
Der Laufbrunnen auf dem Eglofser Dorfplatz ist mit seinen neugotischen Formen und der Landknechtsfigur im Inneren des Tabernakelaufbaus auf dem brunnenstock ein charakteristisches Werk des Historismus. Hergestellt von der überregional bekannten Eisengießerei E. Kuhn in Stuttgart-Berg, die u. a. auf solche Kunstobjekte spezialisiert war, ist der Brunnen auch ein Zeugnis für die serielle Produktion solcher reich gestalteten Brunnen im Zeitalter der Hochindustrialisierung. Sie ermöglichte auch Landgemeinden wie Eglofs die verhältnismäßig kostengünstige Anschaffung eines repräsentativen Schaustücks für die Ausgestaltung ihres Ortsmittelpunktes, wobei einzelne Teile wie die Reliefs mit dem Ortswappen entsprechend der individuellen Vorgaben der Besteller hergestellt wurden, während das Übrige „Katalogware“ auf qualitativ hochwertigem Niveau darstellte. Der Brunnen ist darüber hinaus ein Zeugnis für die historische Wasserversorgung von Eglofs wie auch für das Selbstbewusstsein der ab 1820 politisch selbstständigen Gemeinde. |
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Gasthof Zum Löwen | Dorfplatz 10 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit auf Pfetten giebelseitig vorkragendem Satteldach, reiche ornamentale Fassadenmalerei um die Fenster, eiserner Ausleger, um 1800, Fassadenbemalung zwischen 1925 und 1930
Das stattliche Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen großen Dorfgasthof im südöstlichen Oberschwaben. Entstanden um 1800, wurde das Gebäude im 1. Drittel des 20. Jahrhunderts durch die barockisierende Lüftlmalerei um die Fenster aufgewertet und dabei an der Fassade auch ein großer Schriftzug mit dem Namen des Wirtshauses sowie seines Besitzers angebracht. Das Gebäude ist als historisches Gasthaus und damit gesellschaftlicher Mittelpunkt des Dorflebens von orts- und sozialgeschichtlicher Bedeutung und darüber hinaus ein hauskundlich interessanter Bau. |
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| Gerberei (jetzt Wohnhaus) | Eglofstal 28 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss und Ostgiebel Fachwerk mit Zierformen, traufseitige Erschließung, 18. Jahrhundert
Das stattliche freistehende Gebäude ist mit seinem traufseitig breiten Dachüberstand und dem Zierfachwerk charakteristisch für den ländlichen Wohnbau im 18. Jahrhundert in Oberschwaben. Als einstiges Gerberhaus veranschaulicht es ein auch auf dem Land ansässiges Gewerbe zur Verarbeitung von Tierhäuten zu Leder. Das Gebäude ist Zeugnis der Wohn- und Arbeitsverhältnisse eines ländlichen Handwerkers in der Frühen Neuzeit und hat wirtschafts- sowie siedlungsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Amtshaus der Grafschaft Eglofs | Eglofstal 42 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, an der nördlichen Giebelfassade Wappen Windischgrätz und darüber Traun-Abensberg, giebelseitige Erschließung, Eingangsportal mit vergittertem Oberlicht, Neubau nach Brand, 1740 (a)
Das mächtige Gebäude in Eglofstal unterhalb der einstigen Burg Eglofs war Verwaltungssitz der Grafen von Traun und Abensberg, die 1661 die Eglofs aus der Hand Erzherzog Ferdinand Karls von Österreich eigentümlich als Grafschaft Eglofs erworben hatten. 1804 verkauften sie diese an die Fürstin von Windisch-Grätz, welche im Jahr darauf die Erlangung ihrer Herrschaft zum Reichsfürstentum erreichte, nur um 1806 die Mediatisierung erleben zu müssen, als Eglofs unter württembergische Oberhoheit kam. Das Wappen der Fürsten von Windisch-Grätz ziert seit 1804/05 das Amtshaus. Der mächtige Bau ist ein anschauliches Zeugnis der vormodernen Verwaltungs- und Herrschaftsgeschichte. Er dürfte nach Abbruch der Burg Eglofs 1670 auch bei Aufenthalten der Landesherrschaft in Eglofs als Schloss der Grafen von Tran und Abensberg bzw. der Fürsten von Windisch-Grätz gedient haben, eine Doppelfunktion, die viele landesherrliche Amtshäuser in der Frühen Neuzeit erfüllten. |
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| Gasthaus Zum Bären | Eglofstal 47 (Karte) |
Zweigeschossig, Satteldach, am Südgiebel auf verschindelten Bügen vorkragend, Holzkonstruktion, Erdgeschoss verputzt, Obergeschoss verschindelt, Wirtshausschild, wohl 1760 (i), Erweiterung nach Westen vor 1826 (a), Umgestaltung des Äußeren und Inneren, um 1925 bis 1930
Das stattliche Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für ein großes Landgasthaus in Oberschwaben. Ein Wirsthaus ist an dieser Stelle spätestens für das Jahr 1618 belegt, der heutige Bau wurde wohl um 1760 errichtet. Die reiche Zier des Giebels mit beschnitzten Ortgangbrettern, Verschindelung und Zierbrettchen auf den Pfettenköpfen des Dachvorstandes dürfte wie so einige Verschönerungen dieser Art in der Gegend erst um 1925 bis 1930 vorgenommen worden sein. Gleichzeitig hat wohl der in der Gegend mehrfach tätige lokale Maler Joseph Sichler (1881 bis 1970), der sog. Rosen-Sepp, die Gaststube ausgemalt. Damit ist das Gasthaus nicht nur ein Zeugnis der Ortsbau- und Siedlungsgeschichte in der Frühen Neuzeit, sondern auch ein Dokument für die Verschönerung historischer Gebäude im Sinne des Heimatstils in der Zwischenkriegszeit, die sich in Eglofs auch in Form von Lüftlmalereien niederschlug. Darüber hinaus dokumentiert das Gebäude die reiche ländliche Wirtshauskultur Oberschwabens. |
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| Wohnhaus | Freie Bauernstraße 2 (Karte) |
Zweigeschossig auf hohem Sockel, Satteldach, auf geschnitzten Bügen vorkragend und auf ornamentierten Pfosten auf dem Balkon des Ostgiebels aufruhend, Holzkonstruktion, verschindelt, von architekturgeschichtlicher Bedeutung; mit Garten und zugehörigem Gartenhaus, 1905 (a)
Das villenartige Anwesen ist ein anspruchsvoll und qualitätvoll gestaltetes Beispiel für ein großes Wohnhaus in der Region um 1900. Es zeugt charakteristische Elemente des damals für Landhäuser sehr beliebten sog. Schweizerhaus- und des Schwarzwaldhausstils wie z. B. die reich verzierten Balkone und die Verschindelung. Das stattliche Wohnhaus mit dem zeitgleich erstellten Gartenhaus dokumentiert gehobene Wohn- und Lebensverhältnisse der wilhelminischen Kaiserzeit auf dem Land und ist von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. |
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| Grenzstein | Gaischachen 5 (Karte) |
Auf zwei Seiten Wappen, 1786 (i)
Der Grenzstein, der wohl 1786 gesetzt wurde, markiert nach Ausweis der Wappen die Grenze zwischen den Herrschaften Waldburg und Traun-Abensberg. Er ist damit ein Zeugnis der frühneuzeitlichen Herrschafts- und Territorialgeschichte. |
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| Alte Käserei (heute Wohnhaus) | Gerazreute 10 (Karte) |
Ein- bis zweigeschossiger Bau in Hanglage, massives verputztes Erdgeschoss, Fachwerk-Obergeschoss und Giebel mit Brettern verkleidet, errichtet für die Käsereigenossenschaft Gerazreute, 1898 (a), Milchkeller erweitert 1936 (a)
Das Gebäude markiert eine wichtige Epoche in der Entwicklungsgeschichte des Allgäus: Jahrhundertelang haben sich die hiesigen Bauern durch den Anbau von Flachs ein Zubrot verdient. Nachdem aus Amerika die billige Baumwolle den Flachs zunehmend vom Markt verdrängte, drohte eine Verarmung der Region. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts setzte eine Umstrukturierung der Landwirtschaft hin zur überwiegenden Viehhaltung ein. Das Bild des Allgäus mit seiner Weidewirtschaft ist also noch nicht sehr alt. Mit der Milchproduktion begann auch die Käseherstellung in großem Stil, zahlreiche Molkereibetriebe (auch Meiereien, Käsereien oder Sennereien genannt) entstanden - überwiegend genossenschaftlich organisiert - am Ende des 19. Jahrhunderts. In den 1960er-Jahren führte die Industrialisierung der Milchverarbeitung zur Schließung der meisten Molkereien – so auch hier in Gerazreute. Das Gebäude, das wie ein traditionelles Bauernhaus gestaltet ist, spiegelt so einen wichtigen Aspekt der Agrar- und Wirtschaftsgeschichte der Region wider. |
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| Kath. Hofkapelle St. Maria | Hummelberg 5/1 (Karte) |
Massiver verputzter Rechteckbau mit Satteldach. Sandsteintür, offener Glockenstuhl, Altar, 19. Jahrhundert
Die Hummelburger Marienkapelle ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Kruzifix | Isnyberg (Karte) |
Holz, farbig gefasst, aus der Pfarrkirche von Eisenharz, heute im Einhaus, zuvor an der Wohntraktfassade, 18. Jahrhundert
Das ursprünglich in der Pfarrkirche von Eisenharz befindliche Kruzifix ist eine qualitätvolle Arbeit des 18. Jahrhunderts und dokumentiert die regionale Bildschnitzerkunst der Barockzeit. Mit seiner Anbringung an der Hausfassade ist es ein charakteristisches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit im überwiegend katholisch geprägten Allgäu. |
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| Wegkreuz | Lindauer-Stadtrecht-Straße (Karte) |
Hohes Holzkreuz mit Korpus, Holz, farbig gefasst, 19. Jahrhundert
Das hölzerne Wegkreuz zeigt einen im Allgäu weit verbreiteten Typus. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft im überwiegend katholisch geprägten Oberschwaben. Nicht zuletzt dokumentiert es die sakrale Bildschnitzerkunst des 19. Jahrhunderts in der Gegend. |
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| An der Fassade eines Einhauses: Kruzifix | Obervorholz 3/1 (Karte) |
Holz, farbig gefasst, 15. Jahrhundert
Der Korpus des Kruzifixes dokumentiert die Qualität der regionalen Bildschnitzerkunst zur Zeit der Spätgotik und entstand im 15. Jahrhundert. Es zählt damit zu den wohl ältesten Hauskruzifixen der Gegend. Solche an den Wohn- und Wirtschaftsbauten der großen Einödhöfe angebrachten Kreuze sind Ausdruck einer gelebten Frömmigkeit. Sie erinnern an den Opfertod Jesu für die Sünden der Menschheit und haben zugleich eine Schutzfunktion für die Häuser. |
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| Einhaus | Schaulings 12 (Karte) |
Wohntrakt zweigeschossig, Satteldach, an der Giebelseite auf geschnitzten Bügen vorkragendes Freigespärre mit beschnitzten Hängezapfen, Bohlenkonstruktion, teils verschindelt, teils verbrettert, im Giebel Fachwerk mit Zierformen, Ökonomietrakt mit sog. Wiederkehr und Wagenauffahrt, 18. Jahrhundert, Umbauten 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gebäude veranschaulicht ein für die Rehgion charakteristisches großes Einhaus, wie es zeittypisch ist für die zunehmende Vereinödung der Region im 18. Jahrhundert, als zahlreiche Einzelhöfe entstanden. Das Zierfachwerk im Giebel zeigt mit den geknickten Fußstreben ein Element, das in Oberschwaben seit dem Spätmittelalter verbreitet ist, während das beschnitzte Freigespärre ähnlich wie die Verschindelung und die profilierten Kopfgesimse der Fenster auf eine Umgestaltung im späteren 19. Jahrhundert verweisen, als viele Bauernhäuser im sog. Schweizerhausstil aufgewertet wurden. Das Gebäude dokumentiert historische Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und ist als hauskundlich interessanter Bau von siedlungsgeschichtlicher Bedeutung. |
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| An der Wohntraktfassade eines Einhauses: Kruzifix | Schnaidt 5 (Karte) |
Holz, farbig gefasst, 18. Jahrhundert
Hauskruzifixe wie dieses sind charakteristischer Schmuck vieler bäuerliche Wohnbauten der Region. Der ausdrucksstarke, bewegte Korpus ist eine qualitätvolle Arbeit des Barock. Das Kruzifix ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität in der weithin katholisch geprägten Gegend. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Martin | St. Martinsweg 1 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit leicht eingezogenem, halbrund geschlossenem Chor, Satteldach, über dem Chor abgewalmt, nordseitig Viereckturm mit Satteldach und zweigeschossiger Sakristeianbau mit abgewalmtem Dach, im Inneren Flachdecken über hoher Voute, Stuckierung und Deckenfresken von Joseph Jakob Spieler, Lindenberg, nach 1766, und August Braun, 1931 (a), über dem Chorbogen Uhr, in der Chornordwand Herrschaftsempore des Oratoriums über der Sakristei, Westempore, 1857 bzw. 1905 (a), reiche Ausstattung der Barockzeit, 2. Hälfte 18. Jahrhundert, Turm errichtet im 14. Jahrhundert, Schiff und Chor neu erbaut unter Pfarrer Ambrosius Wolf nach Entwurf von Johann Georg Specht, 1756/66 (a, i); Ummauerung des Kirchhofs
Die Eglofser Pfarrkirche beherrscht mit ihrem hohen Turm und ihrer Lage auf dem Kirchberg weithin das Landschaftsbild. Sie ist mit ihrer reichen Ausstattung des festlich gehaltenen Innenraums ein Paradebespiel für eine oberschwäbische Dorfkirche der Barockzeit, wobei in den Neubau des 18. Jahrhunderts der kräftige mittelalterliche Kirchturm integriert wurde. Die Pläne entwarf der Baumeister Johann Georg Specht (1721 bis 1803), die Deckengemälde schuf Joseph Jakob Spieler aus Lindenberg, während das Blatt des Hochaltars von dem Rettenburger Maler Franz Anton Weiß (1729 bis 1784) stammt. Die qualitativ hochwertige Ausstattung dokumentiert die Blüte des vorzugsweise sakralen Kunstschaffens in Oberschwaben im 18. Jahrhundert. Sie veranschaulicht den Anspruch der Patronatsherrschaft des Wangener Spitals wie auch der Ortsherrschaft der Grafen von Traun und Abensberg an das Kirchengebäude als Mittelpunkt der erstmals 1275 erwähnten Pfarrei, die aber wohl sehr viel älter ist. Das Patronat über die Kirche lag seit 1516 beim Spital der Reichsstadt Wangen, dem die Kirche 1522 inkorporiert wurde, weshalb es auch für die Erhaltung bzw. den Neubau der Kirche verantwortlich war. Auf die Nutzung durch die Ortsherrschaft verweist das Oratorium über der Sakristei, das sich in charakteristischer weise zum Chor in öffnet. Die Pfarrkirche hat damit neben ihrer architektur- und kunstgeschichtlichen Bedeutung für den oberschwäbischen Barock auch Bedeutung für die Herrschafts- und Kirchengeschichte von Eglofs. |
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Eisenharz
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kath. Ortskapelle St. Maria | Alleschwende (Karte) |
Massiver verputzter Rechteckbau mit Dreiachtelschluss, entsprechend abgewalmtes Satteldach, blechverkleideter Glockenstuhl, spätgotischer Flügelaltar, um 1480, errichtet 1878 (a)
Die Marienkapelle in Alleschwende ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. Kunstgeschichtliche Bedeutung kommt dem spätgotischen Flügelaltar aus der Wallfahrtskirche Mariathann bei Wangen zu, der seit dem 19. Jahrhundert die Kapelle ziert und ein Zeugnis ist für das Schaffen der Wangener Bildschnitzer des späteren 15. Jahrhunderts. |
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| Kornkasten der ehemals hier befindlichen Hofanlage | Hösers (Karte) |
Annähernd quadratisch, Blockbauweise mit Eckverkämmungen, Fruchtkästen noch erhalten, über Tür Inschrift H. W. sowie Jahreszahl 1761
In landwirtschaftlich geprägten Regionen stellte der Kornspeicher häufig das Herzstück einer Hofanlage dar, da die hier gespeicherte Ernte das Überleben im Winter und die Aussaat im nächsten Frühjahr sicherte. Kernstück dieser Speicher sind die Kornkästen, stabile, häufig in Blockbauweise errichtete „Tresore“, in denen das Getreide in Fruchtschütten vor Schädlingen und anderen Gefahren sicher war. Diese Kornkästen sind wertvolle Stücke der Handwerkskunst und mit hohem Materialeinsatz erbaut. Ihre Erweiterung, ihr Umzug oder ihre Weitergabe von Hof zu Hof sind historisch belegt. Der Kornkasten in Eisenharz befand sich ursprünglich in der Tenne der heute abgegangenen Hofanlage. Der schlichte Kasten, über dem Eingang „H. 17 61 W.“ mit einem eingekerbten Kreuz in der Mitte bezeichnet, ist in typischer Blockbauweise erstellt. Er ist ein anschauliches Beispiel für die Handwerkskunst dieses streng für seine Funktion optimierten Bautypus und die davon ablesbare landwirtschaftliche Geschichte. |
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| Schmiedeiserner Schildausleger des Gasthauses zur Sonne. 18./1. Hälfte 19. Jahrhundert
Der reich gestaltete Schildausleger |
Kirchstraße 1 (Karte) |
Der stilistisch in die Jahre um 1800 gehören dürfte, dokumentiert die Qualität des regionalen Kunsthandwerks am Ende der Frühen Neuzeit und ist Zeugnis der Wirtshausgeschichte von Eisenharz. | 102458706 | ||
| Pfarrhaus | Kirchstraße 8 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, südseitig korbbogiges Sandsteinportal mit Außentreppe, nordseitig Korbbogenportal, mit Pfarrgarten, 1778
Das Pfarrhaus in Eisenharz ist mit seiner einfachen, kubischen Form charakteristisch für viele barockzeitliche Pfarrhäuser in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in Oberschwaben. Mit seiner Kubatur setzt es sich deutlich von der übrigen Bebauung am Ort als Sonderbau ab. Es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Landgeistlichen in der Frühen Neuzeit und ist als Verwaltungsmittelpunkt der bereits 1182 genannten Pfarrei von Bedeutung für die Orts- und die regionale Kirchengeschichte. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Benedikt | Kirchstraße 12 (Karte) |
Untere Geschosse mittelalterlich, Bekrönung nach Entwurf von Bauinspektor Pfeilsticker, 1852 (a)
Der das Ortsbild von Eisenharz dominierenden Kirchturm ist letztes Zeugnis der beiden Vorgängerbauten der bestehende katholischen Pfarrkirche St. Benedikt. Sein Unterbau ist noch mittelalterlich, während der Aufbau 1852 im Zuge eines ersten Kirchenneubaus in neugotischem Stil nach Entwurf des Bauinspektors Pfeilsticker aufgesetzt wurde. Der Turm dokumentiert damit die ältere, erstmals 1097 erwähnten Kirche und deren Baugeschichte und ist von orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung. |
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| Kath. Ortskapelle Matzen | Matzen 7 (Karte) |
Massiver verputzter Rechteckbau mit eingezogener Dreiachtel-Chornische, Satteldach, über der Chornische abgewalmt, Glockendachreiter, Altar des 18. Jahrhunderts, erbaut um 1870
Die Kapelle in Matzen ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
St. Stephanus-Kapelle | Stephanusstraße 25 (Karte) |
Massiver verputzter Rundbau mit schindelgedecktem Kegeldach, Altar, spätes 18. Jahrhundert, erbaut wohl im 16. Jahrhundert
Das genaue Alter des für die Region ungewöhnlichen Rundbaus ist nicht geklärt. Er mag ins 16. Jahrhundert datieren, ist aber vielleicht auch älter. Die Kapelle ist seit 1927 Ziel des sog. Stephanusrittes, einer Reiterprozession, die eventuell auf Vorläufer des 17. Jahrhunderts zurückgeht. Als Prozessionsziel veranschaulicht der kleine Sakralbau die Funktion solcher Kapellen in der Feldflur bei Bitt- und Öschprozessionen im Jahreslauf. Sie ist bauliches Zeugnis einer gelebten Religiosität und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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Göttlishofen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Gasthaus Zum Löwen | Au 2 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau, traufseitig vorkragendes Satteldach, massives verputztes Erdgeschoss, Obergeschoss und Ostgiebel Fachwerk mit Zierformen, Westgiebel verbrettert, traufseitige Erschließung, schmiedeeiserner Ausleger mit in Blech geschnittenem Schild, 18. Jahrhundert
Das stattliche Gebäude ist mit seinem reichen Zierfachwerk ein anschauliches und qualitätvolles Beispiel für die Zimmermannskunst im Oberschwaben der Barockzeit. Die aufwendige Gestaltung weist es innerhalb der Siedlungsstruktur als Sonderbau aus und belegt den Wohlstand der Wirtsfamilie. Als historisches Gasthaus ist das Gebäude ein beredtes Zeugnis für die reiche ländliche Wirtshauskultur Oberschwabens und hat orts- und sozialgeschichtliche Bedeutung. |
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| An der Wohntraktfassade eines Einhauses: Gnadenstuhl | Dorfstraße 5 (Karte) |
Holz, farbig gefasst, 16./17. Jahrhundert
Hausfiguren wie dieser Gnadenstuhl sind charakteristisch für die Bauernhöfe und Wohnhäuser katholischer Landgemeinden. Sie dienen als Schutzpatrone und veranschaulichen eine gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit. |
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Weitere Bilder |
Ortskapelle Göttlishofen | Dorfstraße 8 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit Dreiachtelschluss, Satteldach, über der Chornische abgewalmt, verschindelter Dachreiter, rundbogiger Eingang mit Oberlicht, flach gedeckter Innenraum, bauzeitliche Ausstattung, 1897 (a)
Die Ortskapelle von Göttlishofen ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Bauernhaus | Haslach 1 (Karte) |
Zweigeschossiges Wohn- und Ökonomiegebäude mit vorkragendem Satteldach, Wohnteil teils verputzt, teils verschindelt, 18. Jahrhundert, Ökonomieteil Backstein und Fachwerk, Anfang 20. Jahrhundert
Die weitgehende Spezialisierung der Landwirtschaft im Allgäu in der Zeit um 1900 auf Milchwirtschaft mit Stallhaltung ist auch an diesem Gebäude ablesbar: aus einem frühneuzeitlichen Bauernhaus (der Ausbau des Hofes fand wohl 1764 statt) wurde ein Hof mit großem Viehstall, das Dach, in dem Streu und Futter untergebracht waren, wurde steiler und größer, eine rückwärtige Hocheinfahrt ermöglichte das Beschicken des Dachraumes direkt vom Weg aus. Trotz dieser Veränderungen ist das ältere Wohngebäude sehr anschaulich überliefert: im Erdgeschoss, mit Flusssteinen massiv gemauert, findet sich die große Stube der Bauernfamilie, die noch ihre ursprüngliche Felderdecke besitzt sowie einen kleinen Wandschrank mit einer rocaillenverzierten Tür. Ein steiles, eingehaustes Treppenhaus führt in das Obergeschoss, wo sich die Schlafkammern befinden, die neben einem historischen Fensterbestand vor allem auch Wandvertäfelungen aufweisen. Das Bauernhaus ist Zeugnis für den Wandel der Landwirtschaft in der Zeit um 1900 und weist darüber hinaus noch einen recht gut überlieferten Ausstattungsbestand aus der Barockzeit auf. |
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| Einhaus | Käsereiweg 15 (Karte) |
Quergeteiltes Wohnstallhaus, in Fachwerk oder Blockbohlenbau errichtet, nur einzelne Teile gemauert, südseitiger Wohnteil mit typischer Aufteilung, nördlich anschließend Stall, Tenne und Schopf, Südwestecke unterkellert, flach geneigtes Satteldach, mit historischer Ausstattung, typisches (Klein)Bauernhaus, eine vermutetet handwerkliche Nebentätigkeit (Schuhmacher) kann nicht ausgeschlossen, durch den Bestand aber auch nicht bestätigt werden, im Kern wohl 17. Jahrhundert, viele Veränderungen bis ins frühe 20. Jahrhundert
Das Kleinbauernhaus außerhalb der Ortslage von Göttlishofen ist als einfacher Blockbohlen- und Fachwerkbau errichtet und weist nur wenige gemauerte Elemente auf. Die typische Aufteilung in Wohn- und Ökonomieteil sowie die üblicherweise bei diesem Haustyp anzutreffenden Grundrissgestaltungen unterstreichen seine Funktion. Aufgrund seiner Alleinlage im landwirtschaftliche geprägten Westallgäu entfaltet das kleine Gehöft eine starke Raumwirkung. Mit seiner Bauzeit im 17. Jahrhundert und den Veränderungen, die bis ins frühe 20. Jahrhundert weisen, ist es ein typisches Beispiel für sich verändernde ländliche Lebens- und Arbeitswiesen. |
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| Einhaus | Sägenweiher 2 (Karte) |
Zweigeschossig, Satteldach. Wohntrakt Bohlenständerkonstruktion, verschindelt, Westgiebelseite mit seitlich vorgezogenem Schindelschirm, um 1800
Das große, freistehende Einhaus ist charakteristisch für die Einödhöfe, wie sie seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Gegend entstanden. Es veranschaulicht Lebens- und Arbeitsverhältnisse auf dem Land und zeigt mit der Verschindelung und den verzierten Fensterrahmungen regionaltypische Charakteristika. Diese dürften auf eine Umgestaltung im lauf des 19. Jahrhunderts zurückgehen. das Gebäude ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Siedlungs- und der Agrargeschichte. |
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| Hofkapelle Sägenweiher | Sägenweiher (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Rechteckchor, Satteldach, Eingangsgiebel verschindelt, offener Glockenreiter, hochbraocker Altar, 18. Jahrhundert, Chor errichtet 1779, sonst 1849
Die Hofkapelle im Weiler Sägenweiher ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Kegelbahn des Gasthofes Rössle | Stieg 2 (Karte) |
Langgestrecktes Holzgebäude mit Kopfbau, Kugelrücklauf in Teilen erhalten sowie Kegel und Kugeln, 20. Jahrhundert
Die Kegelbahn aus dem frühen 20. Jahrhundert dokumentiert eine charakteristische Freizeit- und Sporteinrichtung von Landgasthöfen. Sie belegt dabei die Bedeutung der Wirtshäuser als gesellschaftlicher Treffpunkte. Anlagen wie diese haben sich dabei selten erhalten. |
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| An der Wohntraktfassade eines Einhauses: Statuette des hl. Epimachus | Weißenbühl 1 (Karte) |
Holz, farbig gefasst um 1500 (aus der Pfarrkirche Merazhofen)
Die spätgotische Heiligenfigur stammt ursprünglich aus der Pfarrkirche von Merazhofen und wurde erst später als Hausfigur an dem Bauernhaus angebracht. Der heilige Epimachus ist einer der Schutzpatrone der einstigen Reichsstadt bzw. des Reichsstifts Kempten im Allgäu. Hausfiguren wie diese sind charakteristisch für die Bauernhöfe und Wohnhäuser katholischer Landgemeinden. Sie dienen als Schutzpatrone und veranschaulichen eine gelebte und bildlich zum Ausdruck gebrachte Frömmigkeit. |
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Ratzenried
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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Weitere Bilder |
Friedhof | Argenstraße 10 (Karte) |
Ummauertes Geviert, angelegt 1894 (a), darauf: gräfliche Gruftkapelle (Argenstraße 10), Zentralbau über kreuzförmigem Grundriss mit Mitteloktogon, von Joseph Cades, 1904 (a); Kreuzwegstationen mit Grabsteinfunktion, reliefgeschmückte Stelen aus Kunststein, bekrönt von nimbierten Metallkreuzen, von Architekt Hans Müller, München, 1910 (a)
Der ursprünglich rund um die Kirche angelegte Friedhof wurde am Ende des 19. Jahrhunderts verhältnismäßig weit außerhalb vor das Dorf verlegt – eine für diese Zeit charakteristische Maßnahme zur Hebung der Hygiene, wie sie an anderen Orten oft schon Jahrzehnte früher stattgefunden hatte. Zunächst handelte es sich, wie üblich, um ein einfaches, mauerumschlossenes Geviert. Seine wahrzeichenhafte Fernwirkung erhielt der Friedhof zehn Jahre später, 1904, durch die Einfügung der Gruftkapelle der Grafen von Beroldingen in die nördliche Abschlussmauer. Nach dem Entwurf des seinerzeit sehr bekannten Kirchenarchitekten Joseph Cades (1855 bis 1943) entstand als Grablege der Patronatsherren und in Sichtweite des gräflichen Schlosses ein hoch aufragender, kreuzförmiger und verputzter Zentralbau mit achteckigem Vierungsturm und eingezogener, halbrunder Apsis. Dabei bediente man sich ganz im Sinne des ausgehenden Historismus am Formenschatz der Romanik mit dominierenden Rundbögen an Portal und Fenstern. Die Gruftkapelle veranschaulicht dabei auch die seit dem 19. Jahrhundert veränderten Bestattungssitten und Memorialkultur des Adels, der zuvor seine Grablegen in Pfarr- und Klosterkirchen hatte. Einen ganz besonderen Schmuck erhielt der Friedhof einige Jahre später: 1910 wurde ein Kreuzweg nach dem Entwurf des Münchner Architekten Hans Müller ausgeführt, dessen Stationen eine ungewöhnliche Doppelfunktion erfüllen: Sie sind nicht nur Teil des Prozessionsweges und als solche mit Reliefdarstellungen des Leidensweges Christi geschmückt, sondern sie dienen gleichzeitig, von Anfang an dafür geplant, als Grabdenkmale. Der Friedhof ist wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte und besticht durch seine teils herausragenden Kunstwerke und Architekturen. |
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| Brücke über die Argen | Neumühle (Karte) |
Holzkonstruktion, überdacht mit vorkragender Abwalmung, 18. Jahrhundert
Die hölzerne, gedeckte Brücke über die Argen ist ein Zeugnis der Zimmermannskunst und der Brückenbautechnik im 18. Jahrhundert. Als Teil des Verbindungsweges von der Neumühle nach Hilptershofen hat sie überdies Bedeutung für die lokale Verkehrs- und Siedlungsgeschichte. Sie setzt darüber hinaus einen markanten Akzent in der Tallandschaft der Argen. |
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| Hofkapelle der Neumühle | Neumühle 5/1 (Karte) |
Massiver verputzter Rechteckbau mit eingezogener, flachbogig geschlossener Chornische, Satteldach, über der Chornische abgewalmt, Giebel verbrettert, hölzerner Glockenträger, 1821
Die Hofkapelle der Neumühle ist mit ihrer Grundform charakteristisch für die zahlreichen kleinen Gotteshäuser in den Weilern und auf den großen Einödhöfen Oberschwabens. Sie ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit der Landbevölkerung und ein regionaltypisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft der überwiegend katholisch geprägten Gegend. Nicht zuletzt hat sie siedlungs- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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| Wohnhaus eines Gehöfts | Oberried 1 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Tür und Fenster flachbogengewölbt, am Westgiebel Sandstein-Wappentafel, 18. Jahrhundert, mit Veränderungen des 19. Jahrhunderts
Das Gebäude ist ein charakteristischer Vertreter des ländlichen Wohnbaus in der Region. Das Wappen im Giebel deutet dabei auf einen - zumindest zeitweiligen - adeligen Besitz hin. Es ist ein hauskundlich interessantes Zeugnis der Orts- und Siedlungsgeschichte. |
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| Wegkreuz | Oberried 1 (Karte) |
Passionskreuz, hohes Schmiedeeisenkreuz mit Gusseisenkorpus und Passionswerkzeugen (Eisenblech, farbig neu gefasst), 19. Jahrhundert
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft im überwiegend katholisch geprägten Oberschwaben. Der Typus des Eisenkreuzes auf einem Steinsockel ist typisch für die Region seit dem 19. Jahrhundert. Der gusseiserne Korpus zeugt dabei von der seriellen Herstellung solch sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
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Weitere Bilder |
Oberes Schloss | Platz 1 (Karte) |
Ruine, ausgedehnte Anlage aus Kernburg, Vorburg, Barbakane und umlaufendem Wallgraben mit gedecktem Weg in Spornlage, vielleicht die ältere Ratzenrieder Burg, evtl. gegründet im 12. Jahrhundert als Sitz St. Gallischer Ministerialer, erstmals genannt 1150, weitgehender Neubau unter Jos Humpiß von Ratzenried, um 1498 bis 1502, evtl. Verstärkungen, Anfang 17. Jahrhundert, zerstört durch die Schweden 1632 (a), danach Verfall, bestehend aus:
Die Ruinen des Oberen Schlosses Ratzenried, das weit außerhalb der Siedlung auf einem Bergsporn liegt, dokumentieren eine der ausgedehntesten Burganlagen im südlichen Oberschwaben. Es darf als Paradebeispiel dafür gelten, wie sich eine reichsstädtische Patrizierfamilie, die mächtigen und vermögenden Humpiß aus Ravensburg, im Spätmittelalter ihren sozialen Aufstieg in den Landadel in Stein manifestierte. Mit dem Oberen Schloss entstand in den Jahren um 1500 für Jos Humpiß von Ratzenried einer der größten und spätesten Burgneubauten Oberschwabens und eine der frühesten Artilleriefestungen der Region überhaupt, die mit ihren überlieferten Geschütztürmen und vielfältigen Schießschartenformen ein herausragendes Zeugnis der Entwicklungen im spätmittelalterlichen Wehrbau darstellt. Das Obere Schloss erfuhr seinen Ausbau im Zuge einer Herrschaftsteilung im Hause Humpiß. Während 1498 Jakob Humpiß und sein Sohn Sebastian die Burg neben der Pfarrkirche im Ort (Unteres Schloss) erhielten, bekam der ältere Jos Humpiß das Obere Schloss. Er ließ offensichtlich die hochmittelalterliche Anlage fast vollständig niederlegen und einen kompletten Neubau errichten, mit dem Jos seinen Herrschaftsanspruch untermauerte, wurden ihm doch die vom Kaiser verliehenen Gerichtsrechte durch die benachbarten Grafen von Montfort mit massiven Drohungen streitig gemacht. Der Bau einer hochmodernen Festung konnte da wirksame Abschreckung sein. Der Bauherr verfügte dabei selbst über militärische Erfahrungen, u. a. aus dem Schweizerkrieg, und dürfte daher wie so mancher ritterliche Kriegsmann an der Planung beteiligt gewesen sein. Das Obere Schloss ist aber nicht nur ein wichtiges Zeugnis spätmittelalterlicher Befestigungskunst, sondern auch der Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte im Allgäu. |
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Unteres Schloss (heute Humboldt-Institut) | Schloß Ratzenried 1 (Karte) |
Vielgestaltige Baugruppe, gegründet 1498 durch Jakob und Sebastian Humpiß von Ratzenried, Umbauten und Erweiterungen für die Grafen von Beroldingen, Mitte 19. Jahrhundert und 1904 (i), bestehend aus:
Das Untere Schloss in Ratzenried, gelegen am Rande des alten Ortskerns, ist in seiner heutigen Erscheinung ein charakteristisches Zeugnis für den Schlossbau des Historismus um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals ließen die Grafen von Beroldingen als Besitzer des Komplexes diesen neugotischen im Sinne der Burgenromantik überarbeiten. Die Ursprünge des Schlosses reichen in das Spätmittelalter zurück, der Kernbau stellt ein spätgotisches festes Haus dar, wie es viele Adelssitze Oberschwabens in jener Zeit prägte. Dieses wurde 1498 nach einer Herrschaftsteilung für Jakob Humpiß und seinen Sohn Sebastian erbaut. Eventuell erhebt es sich anstelle einer deutlich älteren, hochmittelalterlichen Turmburg. Es veranschaulicht dabei, wie das mächtige und vermögende Ravensburger Patriziergeschlecht ähnlich den Augsburger Fuggern und Welsern Landbesitz durch Aufkauf reichsritterlicher Herrschaften erwarb und in den Landadel aufstieg. Im Dreißigjährigen Krieg 1632 von den Schweden niedergebrannt, wurde das Untere im Gegensatz zum Oberen Schloss als Herrschaftssitz wiederaufgebaut und im 18. Jahrhundert durch den regional wichtigen Baumeister Johann Georg Speck um den Flügelbau nach Norden erweitert. Das Untere Schloss ist ein herausragendes Beispiel für einen seit dem Ende des Mittelalters gewachsenen oberschwäbischen Adelssitz, in dem sich charakteristische Entwicklungen des Schlossbaus bis in den Historismus ablesen lassen. Es ist darüber hinaus eines der zentralen Zeugnisse der Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte von Ratzenried, das sich seit 1453 im eigentümlichen Besitz der Humpiß befand und später in den anderer Adelsfamilien wie der Grafen von Beroldingen gelangte. |
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| Offene Wegkapelle. Querrechteckbau unter Satteldach. Hohe Flachbogenöffnung. Datierung im Sturz 1840 | Vallerey (Karte) |
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| Wohnhaus des ehemaligen Wirtschaftshofes des Unteren Schlosses | Wetzelsrieder Straße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massiv- und Fachwerkbau, Mansardgiebeldach mit Gauben, traufseitige Erschließung mit geschnitzter Türrahmung, im Kern vielleicht 17. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert verändert
Das Gebäude diente als Pächterhaus des zum Unteren Schloss gehörigen Wirtschaftshofes. Es ist Zeugnis der Baugeschichte des Schlosses und veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse der Beständerfamilie, welche den Hof gegen Pacht bewirtschaftete. |
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| Brunnenanlage im ehemaligen Wirtschaftshof des Schlosses | Wetzelsrieder Straße (Karte) |
Gusseisen, quadratisches Becken mit Brunnensäule, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Der Brunnen ist Zeugnis der historischen Wasserversorgung des zum Unteren Schloss gehörigen Wirtschaftshofes. Er diente mit seinem breiten Becken auch als Viehtränke. Als Gusseisenarbeit ist er ein charakteristisches Erzeugnis serieller Produktion solcher Funktions- und Kunstobjekte in der Zeit der Hochindustrialisierung. |
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| Sog. Neubau | Wetzelsrieder Straße 6 (Karte) |
Herrschaftliches Ausdinghaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau, westseitiges Halbwalmdach, rückseitig Anbau unter abgewalmtem Satteldach, im 1. Obergeschoss Wandmalereien und Collagen der Gräfin Maria von Beroldingen, um 1900, errichtet 1755; mit Hausfigur, wohl die Hl. Teresa von Avila, um 1900
Das Gebäude zählt zum herrschaftlichen Gebäudebestand um das Untere Schloss und datiert ins 18. Jahrhundert. Bemerkenswert sind die Collagen in den Fensterlaibungen und die Ausmalung im Inneren, die von der Hand der Gräfin Maria von Beroldingen (1853 bis 1942) stammen. Diese hatte ihre Ausbildung bei den Tiermalern Guido von Maffei und Victor Weishaupt erhalten. Die Wandmalereien und Collagen im 1. Obergeschoss des Gebäudes geben Zeugnis von einer adeligen Künstlerpersönlichkeit an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. |
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Kath. Pfarrkirche St. Georg | Wetzelsrieder Straße 8 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit eingezogenem Polygonalchor und Walmdach, im Norden Viereckturm mit vierseitigen Giebel und spitzem, achteckigem Helm, Kapelle St. Anna und Oratorium mit Beinhaus, im Süden Sakristeianbau mit Maßwerkfenstern, im Langhaus Muldengewölbe mit Stichkappen, im Chor Kreuzgewölbe, zarte Stuckaturen und Decken- und Wandbilder, Mittelbild von 1868, Westempore 1906, gewachsene Ausstattung, im Chor Grabmäler der Ortsherrschaft, Turm 14. Jahrhundert, Ostteil des Langhauses und Chor neu errichtet 1469 (i), Neubau 1620 bis 1623, nach Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg 1632 Wiederaufbau, dabei wohl Anbau von Oratorium und Beinhaus, Weihe der Seitenaltäre 1663 (a), Barockisierung 1756/57 (a, i), Erneuerung Turm mit heutigem Abschluss, 1827 (a), Verlängerung des Langhauses um zwei Achsen nach Westen, 1906 (a); Ummauerung des Kirchhofs
Die leicht erhöht in ihrem alten ummauerten Kirchhof stehende katholische Pfarrkirche stellt neben dem Unteren Schloss die zweite prägende Dominate im Orts-. und Landschaftsbild von Ratzenried dar. Das Gotteshaus wiest eine komplexe Baugeschichte auf, die vom 14. Jahrhundert bis ins Jahr 1906 reicht und damit die Kirchengeschichte der 1353 erstmals erwähnten Pfarrei dokumentiert. Das Innere zeigt eine reiche, über die Jahrhunderte gewachsene Ausstattung. Deutlicher Hinweis auf die Funktion des Gotteshauses als Grablege sind die zahlriechen außen und innen überlieferten Grabsteine, deren älteste aus dem 14. Jahrhundert datieren und damit die Herrschaftsgeschichte in Ratzenried ablesbar machen. Auf die Ortsherrschaft verweist auch das Oratorium auf der Nordseite des Chores. Die bis zu ihrem Aussterben in männlicher Linie 1813 in Ratzenried ansässigen Humpiß sorgten im 18. Jahrhundert für eine Barockisierung des im kern spätgotischen Sakralbaus. Aus dieser Zeit datieren die zarten, qualitätvollen Stuckaturen, während die Deckengemälde weitgehend erst aus dem 19. und 20. Jahrhunderts stammen. Die Pfarrkirche ist als Mittelpunkt der seit dem Mittelalter bestehenden Pfarrei ein zentrales Zeugnis der Orts- und regionalen Kirchengeschichte. |
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| Gasthaus Zum Ochsen | Wetzelsrieder Straße 21 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit steilem Satteldach, ´traufseitige Erschließung über doppelarmigen Treppenaufgang, korbbogiges Sandsteinportal, darüber Gusseisentafel mit Allianzwappen der Ortsherrschaft unter Freiherrenkrone, an der Südwestecke reich verzierter schmiedeeiserner Schildausleger, Nische mit Figur, kreuzgratgewölbter Keller, historische Ausstattungselemente, im Obergeschoss Festsaal, errichtet 1761 (a, i)
Das stattliche Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen oberschwäbischen Landgasthof der Barockzeit. Er erhebt sich anstelle eines spätmittelalterlichen Vorgängers, der auch - wie öfter anzutreffen - als Gerichtshaus der Gemeinde diente. Der Gasthof Zum Ochsen befand sich seit alters in herrschaftlichem Besitz, wie die Wappentafel über dem Portal ausweist. Der bestehende Bau wurde unter den Humpiß von Ratzenried 1761 neu errichtet. Die heute mit einer Figur verzierte Nische soll die alte Prangernische gewesen sein, an der Übertäter als Ehrenstrafe zur Schau gestellt wurden. Hinweis auf die fortgesetzte Gerichtsfunktion des Wirtshauses in der Frühen Neuzeit. Die Doppelfunktion dokumentiert die zentrale Rolle, welche Gasthäuser für das ländliche Gesellschaftsleben spielten. Der Ochsen ist dabei ein wichtiges und aussagekräftiges Zeugnis für die oberschwäbische Gasthofkultur und die Ortsgeschichte von Ratzenried. Der riech gestaltete schmiedeeiserne Ausleger ist ein eindrucksvolles Zeugnis des regionalen Kunstschmiedegewerbes. |
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Siggen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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Kath. Pfarrkirche St. Sebastian | Am Kirchberg 7 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau mit niedrigeren Querhäusern bzw. Seitenkapellen und leicht eingezogenem Polygonalchor, Satteldach, über dem Chor abgewalmt, nordseitig Turm mit quadratischem Grundriss und Satteldach, südseitig eingeschossige Sakristei, im Inneren Flachdecke über Hohlkehle, im Chor mit Deckengemälde, 1908, gewachsene historische Ausstattung, u. a. Altar in der ehem. nördl. Gruftkapelle der Humpiß von Ratzenried, 1624 (i), Turm 15. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert erhöht, Kirchenneubau 2. Hälfte 17. Jahrhundert; Ummauerung des Kirchhofs
Die katholische Pfarrkirche von Siggen setzt mit ihrer erhöhten Lage über dem Schlossweiher einen markanten Akzent im Orts- und Kulturlandschaftsbild. Sie fällt durch ihren ungewöhnlichen kreuzförmigen Grundriss mit niedrigeren Querhäusern bzw. Seitenkapellen auf. Die nördliche diente als Gruftkapelle der Ortsherrschaft der Humpiß von Ratzenried und ist im inneren durch einen Spätrenaissancealtar von 1624 ausgezeichnet. Ursprünglich existierte im Turm auch ein herrschaftliches Oratorium, das sich in charakteristischer Weise mit einer zugesetzten Arkade zum Chor öffnete. Das Gotteshaus entstand in seiner heutigen Form weitgehend neu in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und ist ein für die Entstehungszeit charakteristischer, einfach gehaltener Bau eines strengen gegenreformatorischen Frühbarock. Sie ersetzte einen mittelalterlichen Vorgänger, von dem der Turm einbezogen wurde, welcher ein für die Türme der Dorfkirchen in der Region typischen Satteldach abgeschlossen wird. Als Mittelpunkt der bereits 1111 bezeugten Pfarrei ist die Siggener Pfarrkirche von wichtiger siedlungs-, orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung und als eine der Grablegen der Humpiß von Ratzenried, welche die Ortsherrschaft inne hatten, ein Zeugnis der regionalen Herrschaftsgeschichte. |
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| Pfarrhaus | Am Kirchberg 10 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau über quadratischem Grundriss, Walmdach, errichtet durch Maurermeister Johann Georg Specht, Lindenberg, 1757/58 (a)
Das Gebäude zeichnet sich mit seinem Walmdach deutlich als Sonderbau gegenüber der übrigen Wohnbebauung in Siggen aus. Es ist mit seiner Kubatur und seiner einfachen Gestaltung charakteristisch für viele barockzeitliche Pfarrhäuser der Region in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. es veranschaulicht Wohn- und Lebensverhältnisse eines Landgeistlichen in der Frühen Neuzeit und ist als Verwaltungsmittelpunkt der erstmals 1111 genannten Pfarrei von Bedeutung für die Orts- und lokale Kirchengeschichte. |
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| Wegkreuz | Rosis 1 (Karte) |
Hohes Gusseisenkreuz mit Glaubenssymbolen und Gusseisenkorpus, farbig gefasst, 19. Jahrhundert
Das reich in neugotischen Formen gestaltete Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft im überwiegend katholisch geprägten Oberschwaben. Die Gusseisenarbeit dokumentiert dabei die serielle Produktion solcher sakraler Kunstobjekte im Zeitalter der Hochindustrialisierung. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.