Liste der Kulturdenkmale in Gütenbach
Wikimedia-Liste
From Wikipedia, the free encyclopedia
In der Liste der Kulturdenkmale in Gütenbach sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Gütenbach im Schwarzwald-Baar-Kreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale in Gütenbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| „Breiteckhof“ | Breiteckweg 18 (Karte) |
Hofgebäude in senkrechter Hanglage, zweigeschossiger mächtiger Schwarzwaldhof, Krüppelwalm, Eternitdachdeckung, massives Untergeschoss, verschindelt, großer farbig gefasster Christus an der Giebelseite zur Straße, Ökonomieteil zur Bergseite mit Hocheinfahrt, an den Traufseiten am Ökonomieteil Anbauten, Firstsäulenkonstruktion, 17./18. Jahrhundert
Der „Breiteckhof“ verkörpert als Schwarzwaldhof einen bedeutenden Bautypus der regionalen Baukultur des 17. und 18. Jahrhunderts, der durch seine konstruktiven Merkmale wie Krüppelwalm und Firstsäulenkonstruktion hohe handwerkliche Qualität demonstriert. Die farbige Christusdarstellung am Giebel unterstreicht die Verbindung von profaner Baukunst und religiösem Ausdruck, was den Hof auch als kulturhistorisches Zeugnis lokaler Frömmigkeit ausweist. Trotz moderner Überformungen bewahrt das Gebäude wesentliche Substanz und repräsentiert ein ortstypisches Beispiel historischer Schwarzwaldhofarchitektur mit hoher heimatgeschichtlicher Bedeutung. |
104018624 | ||
| Hofanlage | Ganterhäusle 1 (Karte) |
Kleines Berghaus, zweigeschossiges Hofgebäude mit massivem Sockel und Wohnteil, holzverschindelt, Ökonomie und Hocheinfahrt, 1739 bis 1746 (d)
Das sogenannte „Ganterhäusle“ stellt in seiner ursprünglichen Konzeption als kleinbäuerliches „Gütle“ ein selten erhaltenes Beispiel für die einfache ländliche Bauweise des mittleren 18. Jahrhunderts im Schwarzwald dar; dies belegt auch die dendrochronologisch gesicherte Fälldatierung der Hölzer zwischen 1739 und 1746. Seine bauliche Entwicklung über drei klar fassbare Bauphasen – ursprünglicher Wohnstallbau, forstamtlicher Umbau 1931 sowie bergseitiger Garagenanbau mit Dachverlängerung 1958 – dokumentiert exemplarisch die funktionale Anpassung an sich wandelnde Nutzungsbedürfnisse über zwei Jahrhunderte. Trotz dieser Veränderungen ist die ursprüngliche Struktur mit liegendem Dachstuhl, talseitigem Vollwalm und typischer Disposition von Wohn- und Wirtschaftsteil bis heute gut ablesbar. In seiner gestalterischen Einfachheit, seiner landschaftsprägenden Einzellage und seiner baugeschichtlichen Aussagekraft kommt dem Gebäude ein über lokales Interesse hinausreichender dokumentarischer und erhaltenswerter Zeugniswert zu. |
103873756 | ||
| „Untergrundhof“ | Grundtal 12 (Karte) |
Hofgebäude, zweigeschossiges Heidenhaus mit Wohnteil zum Berg, dort auch Hocheinfahrt und im Dachstuhl Firstsäulenkonstruktion. Bohlen-Ständerbauweise, bei Ökonomie teilweise massiv, 1610 (i), Inschrift nicht deutlich lesbar; Ökonomie verschindelt
Der „Untergrundhof“ ist ein in seltener Geschlossenheit überlieferter Vertreter des frühneuzeitlichen Heidenhauses im Schwarzwald und dokumentiert eine ausgesprochen frühe Bauphase dieser regionaltypischen Bauform. Seine bauliche Konzeption belegt eine funktional durchdachte, jahrhundertebewährte Typologie bäuerlichen Bauens. Die Bohlen-Ständerkonstruktion des Wohnhauses zeugt von einer handwerklich qualitätvollen Bauweise und einer vielschichtigen Nutzungsgeschichte. Aufgrund seines Alters, der original überlieferten Konstruktionselemente und der dokumentierten Entwicklung bäuerlicher Wohn- und Wirtschaftsarchitektur kommt dem Anwesen ein herausragender kultur- und baugeschichtlicher Zeugniswert zu. |
103912843 | ||
| „Obergrundhof“ | Grundtal 16 (Karte) |
Hofgebäude, zweigeschossiger Heidenhof mit Krüppelwalm, Wohnteil zum Berg liegt verschindelt, Galerie oberhalb der Haustür beginnend, zieht sich entlang der Ökonomie, nach mündlichen Aussagen 1591 errichtet
Der „Obergrundhof“ dokumentiert als großvolumiger zweigeschossiger Heidenhof mit Krüppelwalm eine traditionelle Bauform des Schwarzwaldes, deren Ursprünge bis in die Zeit um 1600 zurückreichen. Der Wohnteil mit umlaufender Galerie verweist auf eine für den Hochschwarzwald charakteristische funktionale Gliederung von Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach. Die Verschindelung und die Galerie stehen exemplarisch für die Anpassung an klimatische Bedingungen und soziale Erfordernisse einer historisch gewachsenen Agrarlandschaft. Als selten erhaltenes Beispiel eines über Jahrhunderte überlieferten und funktional gegliederten Hofensembles besitzt der „Obergrundhof“ erhebliche siedlungs- und baugeschichtliche Aussagekraft und kommt daher als Kulturdenkmal von besonderem dokumentarischen Wert in Betracht. |
103932068 | ||
| „Balzer Herrgott“ | Mörderloch (Karte) |
In eine Weidbuche eingewachsene Christusfigur, um 1875
Die Sandstein‑Christusfigur, als sogenannter „Balzer Herrgott“, liegt teilweise in einer Buche eingeschlossen und ragt nur noch mit Kopf und Brust heraus – ein faszinierendes Zusammenspiel von Naturwachstum und kultureller Darstellung. Laut Überlieferung stammt der Torso vom Hofkreuz des zerstörten Königenhofs und wurde um 1870–1880 von zwei Gütenbacher Uhrmachergesellen an der Buche befestigt, wo sie über Jahrzehnte eingewachsen ist. Die erste fachgerechte Freilegung erfolgte 1986 durch den ortsansässigen Holzbildhauer Josef Rombach, begleitet durch Förderung der Baumgesundheit durch Fachleute, gefolgt von ergänzenden Sanierungsmaßnahmen 1995 und 2014. Der Balzer Herrgott besitzt eine herausragende kulturhistorische Qualität als symbolischer Ort kirchlicher Frömmigkeit, der zugleich Naturphänomen und Kunst im öffentlichen Raum vereint. Als informeller Wallfahrtsort und Zeuge populärer Überlieferung ist er in der regionalen Identität fest verankert. |
104017768 | ||
| Gaststätte „Bachhof“ | Hauptstraße 17 (Karte) |
Zweigeschossiges ehemaliges Hofgebäude mit Krüppelwalm und massivem Sockel, verschindelt, zur Talseite zwei Galerien übereinander, Mittelrisalit holzverkleidet, an einer Büge am ehemaligen Eingang 1594 (i)
Die ehemalige Hofstelle „Bachhof“ dokumentiert mit ihrem zweigeschossigen Baukörper, Krüppelwalm und massivem Sockel eine regionaltypische Form der Schwarzwälder Bauweise des 16. Jahrhunderts. Die Inschrift „1594“ belegt die außergewöhnlich frühe Entstehung und macht das Gebäude zu einem der ältesten datierten ländlichen Wohn- und Wirtschaftsbauten im Ort. Die doppelte Galerie zur Talseite und der holzverkleidete Risalit zeugen nicht nur von konstruktiver Raffinesse, sondern auch von einem überdurchschnittlichen Repräsentationsanspruch für ein bäuerliches Anwesen jener Zeit. Als selten überliefertes Zeugnis frühneuzeitlicher Schwarzwälder Siedlungsarchitektur kommt dem „Bachhof“ erhebliche orts-, bau- und sozialgeschichtliche Bedeutung zu. |
103932289 | ||
| Bäckerei | Hauptstraße 28 (Karte) |
Giebelständiger und zweigeschossiger Satteldachbau, an der Traufseite teilweise verschindelt, nach hinten massives Mauerwerk, im Sockelbereich Garageneinbau, Giebelseite mit Eingangstür, zu der eine Treppe führt. Eternitverkleidet, an einer Traufseite teilweise noch alte Fenster erhalten, Ziegel- und Eternitdachdeckung, im baulichen Kern 18. Jahrhundert
Der giebelständige Bau dokumentiert in seinem baulichen Kern des 18. Jahrhunderts die kleingewerbliche Versorgungstradition im ländlich-handwerklich geprägten Gütenbach. Trotz späterer Überformungenbewahrt das Gebäude mit Teilen der ursprünglichen Fensterstruktur und dem massiven Rückbau historische Substanz und Anschauungswert. Als überliefertes Beispiel für die Verbindung von Wohnen und handwerklichem Arbeiten besitzt es orts- und sozialgeschichtliche Aussagekraft. |
104288879 | ||
| „Kirnerhof“ | Hintertal 51 (Karte) |
Hofgebäude, zweigeschossiges Heidenhaus parallel zum Hang, Wohnteil zur Straße, Krüppelwalmdach nach hinten, nach vorn Satteldachabschluss, Eternitdachdeckung, Wohnteil verschindelt, Ökonomieteil verbrettert, Datierung an der Büge schwer lesbar 1576 (i), sitzende Muttergottes an der Traufseite
Der „Kirnerhof“ in klassischer Heidenhausstruktur und der ungewöhnlichen Dachform – Krüppelwalmdach mit Satteldachabschluss zur Talseite – ist ein eindrucksvolles Beispiel regional angepasster Schwarzwälder Hofarchitektur. Die schwer lesbare Inschrift, wohl „1576“, verweist auf eine außergewöhnlich frühe Entstehung und macht das Gebäude zu einem der ältesten datierten Bauernhäuser in Gütenbach. Der Kontrast zwischen verschindeltem Wohnteil und verbretterter Ökonomie sowie die an der Traufseite angebrachte Muttergottes verweisen auf einen ausgeprägten Bezug zwischen Alltagsleben, religiöser Praxis und bäuerlicher Repräsentation. In seiner baulichen Eigenart, historischen Tiefe und volksfrommen Ausstattung ist der Hof von hoher siedlungsgeschichtlicher und volkskundlicher Aussagekraft. |
103933005 | ||
| „Oberer Leimgrubenhof“ | Hübschental 7 (Karte) |
Hofgebäude, an der Büge über der Eingangstür 1595 (i), darunter ein geschwungenes „IGR9 KERN DER SPANNMEISTER“ (i), zweigeschossiger Heidenhof mit Wohnteil zum Berg, am Ökonomieteil alte Bohlenständerkonstruktion, Galerie entlang der Ökonomie, Wohnteil großteils verschindelt, Krüppelwalmdach, Hocheinfahrt, kein liegender Stuhl, Eternitdachdeckung; neueres und älteres Nebengebäude
Der „Obere Leimgrubenhof“ bezeugt mit seiner Datierung „1595“ nicht nur sein hohes Alter, sondern weist mit der weiteren Inschrift auf eine soziale Stellung oder Funktion des Bauherrn hin, möglicherweise ein Spannmeister im lokalwirtschaftlichen Kontext. Der zweigeschossige Heidenhof mit Hocheinfahrt verkörpert in typischer Weise die funktionale Hanglage bäuerlicher Großhöfe im Schwarzwald. Die alte Bohlenständerkonstruktion des Ökonomieteils und die galerieartige Erschließung verweisen auf frühe bauliche Traditionen, während der Wohnteil durch Verschindelung und Krüppelwalmdach an die klimatischen Bedingungen angepasst ist. Trotz späterer Überformungen und Nebengebäuden bleibt das Anwesen ein bedeutendes Dokument der frühneuzeitlichen Bau- und Sozialgeschichte des Hochschwarzwalds. |
103933417 | ||
Weitere Bilder |
Katholische Pfarrkirche St. Katharina | Kirchstraße 22 (Karte) |
1963 bis 65 (a) nach Plänen von Oberbauamtmann Lothar Schmitt (Erzb. Bauamt Freiburg): früher, sich am Glaubensverständnis des Zweiten Vatikanums orientierender Bau über trapezförmigem Grundriss, nach Westen den Raum dominierende Betonglasfensterwand nach Entwurf von Rudolf Dorwarth, mit ortsfester Ausstattung und Kreuzweg vor der südlichen Außenwand
Die katholische Pfarrkirche St. Katharina stellt ein signifikantes Beispiel für die Übergangszeit zwischen vorkonziliarer Tradition und dem erneuerten Kirchenbauverständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils dar. Der trapezförmige Grundriss ist Ausdruck einer liturgisch geprägten Raumordnung, die die Gemeinde verstärkt in die gottesdienstliche Handlung einbindet und den Altar als kommunikativen Mittelpunkt begreift – ein Gestaltungsprinzip, das sich aus der neuen Ekklesiologie des Konzils ableitet. Die nach Westen hin dominierende Betonglasfensterwand von Rudolf Dorwarth setzt diesen Anspruch bildkünstlerisch um, indem sie das einfallende Licht nicht bloß als atmosphärisches Mittel einsetzt, sondern als Träger theologischer Sinnbilder begreift. Die ortsfeste Ausstattung, einschließlich des Außen-Kreuzwegs, folgt einer klaren funktionalen und spirituellen Konzeption, die das Bauwerk als integrales liturgisches Zeichen versteht. Damit besitzt die Kirche nicht nur baukünstlerischen, sondern auch bedeutenden theologiegeschichtlichen Wert als Manifest einer neuen Phase katholischer Kirchenbaukultur in der Nachkriegszeit. |
103942732 | |
| Schulhaus | Kirchstraße 41 (Karte) |
Heute Wohnhaus, langgestreckter dreigeschossiger Massiv- bzw. Winkelbau mit Walmdach auf massivem Sockel, sonst verschindelt, 1752 (a)
Das ehemalige Schulhaus stellt ein bemerkenswertes Zeugnis frühaufklärerischer Bildungspolitik in einem ländlichen Umfeld dar. Der dreigeschossige Walmdachbau bringt in seiner Größe und Bauweise das gestiegene Selbstverständnis der Gemeinde zum Ausdruck, Bildung dauerhaft institutionell zu verankern. Als frühes Beispiel eines kommunalen Zweckbaus in einer Schwarzwaldgemeinde verkörpert das Gebäude nicht nur die soziale Aufwertung des Lehrerstandes, sondern auch das gestiegene staatliche Interesse an flächendeckender Grundbildung. |
103942811 | ||
| „Bühlhof“ | Gütenbacher Wald; Hintertal 23 (Karte) |
Gehöft: Hofgebäude, zweigeschossiges Heidenhaus mit Walmdach, Holzschindeldachdeckung, Hocheinfahrt über dem Wohnteil zum Berg, über dem Wohnteil liegender Stuhl, Grundrissanordnung, Wandaufbau und Firstsäulenkonstruktion erhalten, Ständer-Bohlen-Konstruktion, wohl 17. Jahrhundert; Sägemühle (Hübschental 1), Wassermühle, ehem. zum Bühlhof gehörig, kleines Haus in Bohlenständerkonstruktion, teilweise verschindelt, Satteldach, oberschlächtiges Eisenwasserrad, 18. Jahrhundert
Der „Bühlhof“ mit zugehöriger Sägemühle dokumentiert in beispielhafter Weise die Wirtschaftsform und Baukultur eines selbstversorgenden bäuerlichen Gehöfts im Schwarzwald vom 17. bis 18. Jahrhundert. Die erhaltene Ständer-Bohlen-Konstruktion samt charakteristischen Merkmalen wie Hocheinfahrt und Firstsäulenkonstruktion macht das Heidenhaus zu einem bedeutenden bau- und typengeschichtlichen Zeugnis. Die Sägemühle mit oberschlächtigem Eisenwasserrad ergänzt das Ensemble um ein seltenes Beispiel vormoderner Energienutzung im ländlichen Raum. Die denkmalgerechte Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse, da sie eine seltene strukturelle und funktionale Einheit bäuerlicher Lebenswelt bewahrt. |
103932477 | ||
| Gehöft | Untereckhof 2 (Karte) |
Zweigeschossiges Hofgebäude in Hanglage mit Satteldach, Ziegeldachdeckung, massives Untergeschoss, kleine Veranda, darunter Betonmauerwerk, nach hinten Eckanbau, an der rückwärtigen Traufseite Verbretterung mit massivem Sockel, zwei Hocheinfahrten, eine führt ins Satteldach, die andere in den Eckanbau, 18. Jahrhundert
Das Gehöft dokumentiert in seiner Struktur die funktional gegliederte Bauweise ländlicher Ökonomie im Schwarzwald des 18. Jahrhunderts. Die Kombination aus massivem Untergeschoss und verbrettertem Oberbau verweist auf eine traditionell gewachsene Baupraxis, die aus den klimatischen Bedingungen und den funktionalen Erfordernissen der Viehhaltung resultiert. Besonders bemerkenswert ist die doppelte Hocheinfahrt, die auf eine arbeitsteilige Nutzung sowie auf spätere Anpassungen an sich wandelnde agrarische Anforderungen schließen lässt. Die Satteldachkonstruktion mit Ziegeldeckung zeugen von einer schlichten, aber zweckmäßigen Weiterentwicklung des ursprünglichen Bestands. Als überliefertes Beispiel regionaltypischer Hausformen mit nachgewiesener Nutzungskontinuität besitzt das Gebäude kulturhistorische Aussagekraft, die seinen Erhalt denkmalfachlich rechtfertigt. |
103943187 | ||
| „Vogtsgrundhäusle“ | Vogtsgrundweg 33 (Karte) |
Wohnhaus, Leibgeding zum Vogtsgrundhof, zweigeschossiger Schwarzwaldhof, heute eternitverkleidet, Walmdach, massives Sockelgeschoss, 1722 (i)
Das sog. Vogtsgrundhäusle besitzt als überkommenes Leibgedinghaus eines Schwarzwaldhofs hohen sozialgeschichtlichen Aussagewert für die spezifische Struktur vormoderner bäuerlicher Lebensgemeinschaften. Die durch die Inschrift gesicherte Datierung auf das Jahr 1722 belegt die historische Tiefe der Anlage und dokumentiert einen selten erhaltenen Bautypus im Kontext agrarischer Subsistenzformen. Trotz späterer Veränderungen wie der Eternitverkleidung bleibt die grundsätzliche Überlieferung der historischen Formensprache und Raumdisposition erhalten. Das Gebäude veranschaulicht in exemplarischer Weise das Nebeneinander und die funktionale Trennung von Alt- und Neubau im bäuerlichen Siedlungswesen des 18. Jahrhunderts, was seinen Denkmalwert unterstreicht. |
104017285 | ||
| Unterscheerenhof (Vordertal 35) mit Kapelle und Scheune sowie ehem. Leibgeding (Vordertal 33) | Vordertal 33, 35 (Karte) |
Zweigeschossiger Heidenhof mit Wohnteil zum Berg, dort auch Hocheinfahrt, Galerie, laut Aussagen der Bewohner 1615 erbaut., teilerneuert 1890; kleine Scheune; Kapelle, offener Dachreiter mit Glocke und Spitzhelm
Der sog. Unterscheerenhof stellt in seiner baulichen Gesamtheit ein eindrückliches Zeugnis frühneuzeitlicher Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur im Schwarzwald dar. Der zweigeschossige Heidenhof spiegelt in typischer Weise die funktionale und klimatisch angepasste Bauform der Region wider. Die durch mündliche Überlieferung gesicherte Entstehung um 1615 sowie eine substanzielle Erneuerung um 1890 verweisen auf eine kontinuierliche Nutzung bei gleichzeitiger Wahrung des historischen Gefüges. Die zugehörige kleine Kapelle ist Ausdruck einer engen Verbindung von Frömmigkeit und bäuerlicher Lebenswelt, wie sie für die Kulturlandschaft des Hochschwarzwalds charakteristisch ist. Die erhaltenen Nebengebäude, darunter das ehemalige Leibgeding und die kleine Scheune, komplettieren ein wirtschaftsgeschichtlich und kulturtopographisch bedeutsames Ensemble, dessen Überlieferungswert die Erhaltung als Kulturdenkmal begründet. |
104017430 | ||
| „Unterer Gschwendhof“ | Vordertal 42 (Karte) |
Gehöft: zweigeschossiges Heidenhaus, Hocheinfahrt, volltständige Ständerbohlenkonstruktion, kleiner offener Dachreiter, frisch errichtet, Galerie, 1650 erstellt, 1746 im östlichen Teil erweitert; kleiner Weiher
Der sog. Untere Gschwendhof ist ein baugeschichtlich herausragendes Beispiel des Schwarzwälder Heidenhauses in vollständiger Ständerbohlenkonstruktion und mit reicher historischer Ausstattung, darunter einer original erhaltenen Rauchküche und einem barocken Kachelofen. Ungeachtet abweichender Datierungsvorschläge verweist die durch Quellen, Akteneinträge und augenscheinliche Baudetails belegte Bauabfolge mit einer Hauptentstehung um 1650 und einer Erweiterung im 18. Jahrhundert auf eine kontinuierliche Entwicklung, wie sie für bäuerliche Großhöfe typisch ist. Die außergewöhnlich qualitätvolle Überlieferung, die landschaftsprägende Lage unterstreichen den hohen dokumentarischen wie gestalterischen Denkmalwert des Anwesens. |
104017517 | ||
| Oberer Gschwendhof | Vordertal 44 (Karte) |
Gehöft: zweigeschossiges jüngeres Heidenhaus traufständig zur Landstraße, Ständerbohlenkonstruktion, Walmdach, Hocheinfahrt zur Straße, an der Giebelseite Galerie, ebenfalls am Ökonomieteil 1613 (i); kleiner Weiher | 1203824 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.