Liste der Kulturdenkmale in Geisingen
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In der Liste der Kulturdenkmale in Geisingen sind alle Bau- und Kunstdenkmale in der Stadt Geisingen verzeichnet. Sie leitet sich aus der Liste des Landesdenkmalamts Baden-Württemberg, dem „Verzeichnis der unbeweglichen Bau- und Kunstdenkmale und der zu prüfenden Objekte“[1] ab. Diese Liste wurde im Jahre 2008 erstellt. Die Teilliste für den Landkreis Tuttlingen hat den Stand vom 21. Juli 2008 und verzeichnet 83 unbewegliche Bau- und Kunstdenkmäler sowie 66 Prüffälle.
In der Liste werden nur die bereits festgestellten Denkmale aufgeführt.
Allgemein
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale in der Gemeinde Geisingen
Aulfingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Katholische Kirche St. Nikolaus | Aulfingen, Aitrachstraße 19 (Karte) |
1912–1914 | Verputzte Saalkirche mit Walmdach und Polygonalchor, östlicher Chorflankenturm mit leicht geschweifter Oktogonalhaube auf rechteckigem Grundriss, im Süden querhausartiger Sakristeianbau, Nordwestfassade mit risalitartigem Zwerchhaus und offener Vorhalle mit toskanischen Säulen, Zwerchhaus mit Okulus, darunter Rundbogennische mit Skulptur des hl. Nikolaus, runde Treppenturmanbauten, nordöstliches Seitenportal mit toskanischem Säulenportikus und gerundetem Volutengiebel, Giebelfeld inschriftlich bezeichnet, Segmentbogenfenster, im Langhaus Voutendecke mit Stichkappen und Profilrahmungen auf ionischer Pilastergliederung, im Chor Stichkappengewölbe auf kapitellartigen Konsolen, Deckengemälde ausgemalt von Schewina von Castor aus Magdeburg, 1930 (i), Altargemälde von F. Baumhauer, 1919 vollendet, im Chorraum Votivbild von Joseph Anton Engesser aus Engen, 1797 (i), Glasfenster im Chor von Kniebitzsch und Stöckler aus Mannheim, Glasfentser im Langhaus von Glasmalerei Protz und Ehret aus Freiburg, 1917, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Kirche erbaut nach Plänen des Erzbischöflichen Baurats Julius Hitzel (vom Erzbischöflichen Bauamt Freiburg, Außenstelle Konstanz) von 1912 bis 1914 (i)
Die katholische Kirche St. Nikolaus bildet mit ihrem hochaufragendem Chorflankenturm eine vertikale Dominante, die die Ortsansicht bereits auf weite Sicht hin prägt. Eine erste Kirche wurde dem Dorf erst 1749 seitens der Fürstenbergischen Herrschaft zugestanden. Vorher besaß der Ort lediglich eine Nikolauskapelle, die erstmals 1423 urkundlich genannt wurde. Der heutige Kirchenbau, erbaut in den Jahren von 1912 bis 1914, ist ein stringent durchgestalteter Vertreter des Neubarocks. In diesem Sinne rekurriert das Gebäude wohl auf seinen spätbarock geprägten Vorgängerbau und ist demnach ein sprechendes Beispiel späthistoristischer Formenfindung am Beginn des 20. Jahrhunderts, die aus dem Fundus des Vergangenen heraus neue Konzepte entwickelte. So lassen sich insbesondere im Innenraum und an dessen Ausstattung bewegte und dynamische Gestaltungsideale des Spätbarock ablesen, die durch zeitgenössische Akzente wie die Altargemälde ergänzt wurden. Dabei sticht das Gemälde des Hauptaltars mit der Darstellung des Kirchenpatrons heraus, der in Anbetracht der traumatischen Ereignisse des Ersten Weltkriegs auch von einem Soldaten mit Pickelhaube angerufen wird. Somit ist die Aulfinger Kirche als geistiges Zentrum des Ortes von wichtiger herrschafts- und glaubensgeschichtlicher Bedeutung. Gleichzeitig ist sie ein beredtes architektur- sowie kunstgeschichtliches Zeugnis des Neubarocks in der Zeit kurz vor und während des Ersten Weltkriegs. |
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| Einhaus | Aitrachstraße 35 (Karte) |
Quergeteilt, zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, winkelförmige Erweiterung des Ökonomieteils, Kernbau aus Bruchstein, Innenausbau aus Fachwerk, Stube im Obergeschoss mit Bohlenbretterdecke, rauchgeschwärzter stehender Dachstuhl mit Verzapfungen, 16./17. Jahrhundert
Das Einhaus mit regionaltypischer Querteilung vereinigt Wohn- und Ökjopnomiebereiche unter einem Dach und dokumentiert so bäuerliche Lebensverhältnisse aus vormoderner Zeit. Durch sein hohes Alter ist es von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Gleichzeitig besitzt es durch die im bäuerlichen Hausbau selten erhaltene Bohlenbretterdecke in der Stube sowie durch den anschaulich überlieferten Dachstuhl mit Verzapfungen wichtige Aussagekraft für die historische Hausforschung. |
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| Benz-Kreuz | Aulfingen, Eigentalweg (Karte) |
19. Jahrhundert | Wegkreuz, Sandsteinkreuz mit gestuftem Sockel, Metallkorpus, „Oh hl Kreuz Du einzige Hoffnung sei gegrüßt“, 19. Jahrhundert
Das sogenannte Benz Kreuz liegt am westlichen Ortsausgang von Aulfingen am Eigentalweg. Es bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis vergegenwärtigt wird. Solche sakralen Kleindenkmale bilden einen charakteristischen Bestandteil der vornehmlich katholisch geprägten Kulturlandschaft in der Region. |
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| Ehemaliger Bahnhof | Aulfingen, Friedhofstraße 2, 4 (Karte) |
Teil der Sachgesamtheit Eisenbahnstrecke Wutachtalbahn/sog. Sauschwänzlebahn (STREDA/VZG-Streckennummer 4403), Streckenabschnitt von Km 20,4 (Bahnhof Weizen) bis Km 61,5 (ehem. Bahnhof Hintschingen/Abzweigstelle Hintschingen). Geschützt nach § 12 DSchG |
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| Hofanlage | Im Winkel 1, 2, 2/1 (Karte) |
Bestehend aus: Streckgehöft, verputztes Wohn- und Ökonomiegebäude mit zweigeschossigem Wohnteil, Stallscheune und Kornscheune mit Dreschtenne, Wohnteil und Kornscheune 18. Jahrhundert, Stallscheune wohl älter; gegenüberliegendes Knechtshaus mit Satteldach, 19. Jahrhundert
Die stattliche, langgestreckte Hofanlage zeugt zusammen mit dem dazugehörigen Knechtshaus von großbäuerlichen Lebens- und Arbeitsverhältnissen des 18. und 19. Jahrhunderts in Aulfingen. Dabei verdeutlicht das Hauptgebäude die Verschmelzung von Wohnen und Wirtschaften in vormoderner Zeit. Die liegende Dachstuhlkonstruktion mit Verblattungen in der Stallscheune besitzt zudem haus- und gefügekundliche Bedeutung. Gleichzeitig ist die Hofanlage durch ihr Alter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. |
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| Einhaus | Aulfingen, Kirchtalstraße 18 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Scheune, Schopf und Stall, 18. Jahrhundert
Das stattliche Einhaus mit regionaltypischer Querteilung vereint Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und veranschaulicht damit bäuerliche Lebensverhältnisse im 18. Jahrhundert in Aulfingen. Durch sein Alter ist es zudem für die Ortsbaugeschichte bedeutsam. |
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| Wegkreuz | Aulfingen, bei Kirchtalstraße 18 (Karte) |
1919 | Sandstein, metallener Korpus, Sockel mehrfach inschriftlich bezeichnet, 1919 (i)
Das Wegkreuz vor dem Gebäude Kirchtalstraße 18 ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit katholischer Prägung. Der filigrane Korpus bildet ein qualitätvolles Erzeugnis der kunsthandwerklichen Metallbearbeitung im frühen 20. Jahrhundert. Solche Wegkreuze bilden im Zusammenspiel von Inschrift und plastischer Darstellung eine Andachtsstätte, die die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu innerhalb des christlichen Heilsverständnisses vergegenwärtigt. |
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| Bahnwärterhaus | Aulfingen, Gewann Klausenkreuz | Teil der Sachgesamtheit Eisenbahnstrecke Wutachtalbahn/sog. Sauschwänzlebahn (STREDA/VZG-Streckennummer 4403), Streckenabschnitt von Km 20,4 (Bahnhof Weizen) bis Km 61,5 (ehem. Bahnhof Hintschingen/Abzweigstelle Hintschingen). Geschützt nach § 12 DSchG |
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| Bierkarles Kreuz | Aulfingen, Längenwaldstraße (Karte) |
1912 | Wegkreuz, Sandsteinkreuz auf hohem gestuftem Sockel, Metallkorpus, Inschrift „Heiliges Kreuz du Siegeszeichen, selig wer auf die vertraut, glücklich wird sein Ziel erreichen, wer auf dich im Kampfe schaut, gew. von Philipp Geisser“, 1912 (i)
Das Wegkreuz am südwestlichen Ortsausgang von Aulfingen an der Längewaldstraße ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Religiosität. Solche sakralen Kleindenkmale bilden Andachtsstätten für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis vergegenwärtigt wird. Damit sind sie bezeichnend für die vornehmlich katholisch geprägte Kulturlandschaft in der Region. |
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| Brücklekreuz | Aulfingen, Gewann Ortsetter Oberdorf (Karte) |
1898 | Wegkreuz, Sandsteinsockel, gusseisernes Kreuz, Metallkorpus, „Vater in Deine Hände empfehle ich meinen Geist“, 1898 (i)
Das sogenannte Brücklekreuz befindet sich am südlichen Ortsausgang zwischen Kirchtalstraße und der Bahntrasse. Es bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis ins Gedächtnis gerufen wird. Solche sakralen Kleindenkmale sind bezeichnend für die mehrheitlich katholisch geprägte Kulturlandschaft von Aulfingen. |
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| Ehemaliges Schloss | Aulfingen, Schlossplatz 1, 2 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zwischenzeitlich Pfarr- und Rathaus, heute Ortsverwaltung und Büro. Dreigeschossig, verputzt mit Walmdach, Rechteckportale mit Keilsteinen und waagerechten Gesimsverdachungen, 18. Jahrhundert
Das einstige Schloss befindet sich schräg gegenüber der katholischen Kirche und nimmt mit seiner vorgelagerten Platzsituation eine ortsbildprägende Funktion innerhalb des historischen Dorfkerns ein. Das Schloss wurde erstmals 1423 urkundlich erwähnt. Dieser Ursprungsbau fiel jedoch den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs zum Opfer und wurde im 18. Jahrhundert neu aufgebaut. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde das Gebäude als Sitz des fürstenbergischen Oberjägers sowie als Pfarr- und Rathaus genutzt. Durch diese für ländliche Dorfgemeinden übliche Mehrfachnutzung ist der Bau von wichtiger Bedeutung für die Aulfinger Herrschafts-, Kirchen- und Verwaltungsgeschichte. |
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Geisingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Stadtbefestigung | Geisingen | um 1300 | Entstanden in der Zeit um 1300, bestehend aus:
Während die Siedlung Geisingen bereits 764 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erstmals genannt wird, gründeten die Herren von Wartenberg erst um 1300 die gleichnamige Stadt Geisingen, die seit 1329 urkundlich nachweisbar ist. Dieses Adelsgeschlecht war nach seinem Stammsitz auf dem gleichnamigen Berg westlich von Geisingen benannt und starb 1318 aus. Die Nachfolge und damit auch die Stadtherrschaft über Geisingen traten die Grafen zu Fürstenberg an, die mit den Herren von Wartenberg bereits in Konkurrenz standen. Mit der erfolgreichen Gründung einer Stadt an günstigen Positionen wie Reichsstraßen oder Flüssen erhoffte sich der herrschende Adel nicht nur eine Steigerung seiner politischen Macht, sondern auch wirtschaftliche Gewinne, die mit dem erhöhten Handelsaufkommen und dem städtischen Marktrecht verbunden waren. Zudem wurden die Städte im Falle etwaiger Angriffe befestigt. So entstand die Geisinger Befestigungsanlage mit ursprünglich vier Stadttoren in alle Himmelsrichtungen, der inneren Stadtmauer, dem Stadtgraben, der teilweise Wasser führte und einer vorgelagerten, äußeren Zwingermauer. Der Verlauf und damit auch die Stadtgrenzen sind durch die insgesamt ca. 300 m langen Reste der aus Wartenberger Basaltstein bestehenden Stadtmauer im ganzen Kernstadtbereich noch abzulesen. Als letztes der ehemals vier Stadttore hat sich die hölzerne Einfassung des sogenannten Mühlentors, des südlichen Stadttores, erhalten. Durch die erhaltenen Mauerreste in den Gebäuden Schloßstraße 22 und Hauptstraße 54 lässt sich die Zugangssituation am westlichen Stadttor, auch Untertor genannt, noch erahnen. Neben den vier Haupttoren gab es noch Ableitungsöffnungen wie das sogenannte Wolfsloch im Bereich des südlichen Endes der Bogengasse. Dort wurden die Abwässer aus der Hauptstraße über Bach- und Hirschgasse durch eine Pflasterrinne hinaus in den Wassergraben geleitet. Im Bereich der militärischen Anlagen ist neben den Überresten der einstigen Zwingermauer auch der kurz vor dem Zweiten Weltkrieg abgebrochene runde Pulverturm zu erwähnen, der die Südwestecke der Kernstadt markierte. Die Stadtbefestigung ist demnach ein zentrales Zeugnis der Stadtgeschichte und charakterisiert das Bild der historischen Kernstadt Geisingens nachhaltig. Gleichzeitig besitzt sie fortifikations- wie auch siedlungsgeschichtliche Aussagekraft. |
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| Grenzzeichen | Einschließlich der nicht am ursprünglichen Ort befindlichen Grenzsteine, ebenfalls Grenzzeichen der Gemarkungswälder. Sachgesamtheit.
Die Grenzzeichen bildeten ortsgebundene Rechtsurkunden und markierten Herrschafts- und Grundstücksgrenzen. Sie trennten Besitz- und Nutzungsrechte und schützten gleichzeitig vor Übergriffen. |
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Weitere Bilder |
Katholische Pfarrkirche St. Nikolaus | Geisingen, Bogengasse 1 (Karte) |
1901 | Teilverputzte Saalkirche mit Satteldach und Polygonalchor, Ostturm auf rechteckigem Grundriss mit Oktogonalhaube, diese mit buntglasierten Ziegeln gedeckt, Querhaus mit Walmdach, über der Vierung Dachreiter, den Chor flankierende Sakristeinanbauten mit rechteckigen Stabwerkfenstern- und Portalen, am Langhaus Strebepfeiler, Spitzbogenfenster mit reichem Maßwerk, teilweise mit Überstabungen, im Langhaus sternförmiges Netzrippengewölbe mit vegetabil bemalten Gewölbekappen, dreischiffige Empore mit Netzrippengewölbe, im Chor Schlingrippengewölbe mit vegetabil bemalten Gewölbekappen und kapellenartige Rundbogennischen mit angedeuteten Kreuzrippengewölben, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör, Kirche erbaut von Jeblinger vom Erzbischöflichen Bauamt Freiburg, 1910 (i), Ostturm vom Vorgängerbau, 1551 (i)
Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus inmitten des historischen Stadtzentrums bildet mit ihrem Ostturm und dessen buntglasierter Ziegeldeckung einen markanten Punkt in der umgebenden Landschaft, der die Geisinger Stadtansicht bereits auf weite Sicht hin prägt. Jener Turm stammt noch vom spätgotischen Vorgängerbau, der 1551 eine ältere Kapelle ersetzte. Der durch den Architekten Jeblinger vom erzbischöflichen Bauamt in Freiburg entworfene Neubau integrierte den Turm in das neugotische Baukonzept, das sich explizit an der durch den Turm vorgegebenen Spätgotik orientierte. Dies wird insbesondere an den eindrücklichen Gewölbeformen und deren Variationen deutlich, deren Gewölberippen unvermittelt aus der Wand heraustreten, sich mehrfach durchkreuzen und dabei ein ornamentales sowie entmaterialisiertes Eigenleben entwickeln, wie es für die Spätgotik des 15. und 16. Jahrhunderts bezeichnend ist. Durch die der städtebaulichen Gegebenheiten angepasste Portalsituation an den Querhäusern oder den kapellenartigen Rundbogennischen im Chorraum, die durch die angedeuteten Kreuzrippengewölbe eine erstaunliche Tiefenwirkung erzeugen, wird deutlich, dass hier aus dem historischen Vorbild heraus eine Neukonzeption geschaffen wurde. Somit ist die Pfarrkirche ein sprechendes Beispiel für die Spätphase der Neugotik am Beginn des 20. Jahrhunderts, bei welcher die innere Ausstattung ebenso einen elementaren Bestandteil des durchgehenden Gesamtkonzeptes darstellt. Zudem zeugt der neugotische Kirchenbau von der Stilpluralität im Sakralbau dieser Zeit. Als geistiges Zentrum ist der Bau weiterhin von zentraler Bedeutung für die Geisinger Glaubens- und Stadtgeschichte. |
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| Gehöft | Geisingen, Dreilärchen 4 (Karte) |
1783 | Bestehend aus: Wohn- und Wirtschaftsgebäude, zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, westliche Giebelseite teilverschindelt, mit Scheune und Ställen, um 1783; Ökonomiegebäude, teilverputzter Bau mit Satteldach, unteres Geschoss und südöstliche Giebelseite massiv, oberes Geschoss in konstruktivem Sichtfachwerk, wohl 19. Jahrhundert
Das Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Hofanlage entstand als Teil der 1783 durch Fürst Joseph Maria Benedikt zu Fürstenberg gegründeten Bauernkolonie Dreilärchen und ist damit von siedlungs-, herrschafts- sowie ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Zur Erschließung der höheren Ebenen der Ökonomiebereiche wurden Tore mit Hocheinfahrten angelegt, womit die Hofanlage regionaltypische Arbeitsverhältnisse innerhalb des großbäuerlichen Alltags vom ausgehenden 18. bis ins 19. Jahrhundert in anschaulicher Weise dokumentiert. |
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| Wegkreuz | Geisingen, gegenüber Dreilärchen 4 (Karte) |
1900 | Sockel und Kreuz aus Sandstein, Metallkorpus, Inschrift „Es ist vollbracht“, 1900 (i)
Das Wegkreuz befindet sich im Weiler Dreilärchen westlich von Geisingen am Fuße des Wartenbergs und ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit katholischer Prägung. Solche sakralen Kleindenkmale bilden Andachtsstätten für Passanten, denen die wichtige Bedeutung des Kreuzestodes Christi als zentraler Akt der christlichen Heilslehre vergegenwärtigt wird. |
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| Taglöhnerhaus | Geisingen, Gerber-Fischer-Straße 2 (Karte) |
Mitte 18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Stall und Aufzugsgaube, enthält Reste der Stadtbefestigung, Mitte 18. Jahrhundert.
Das kleine Gebäude ist als charakteristisches Tagelöhnerhaus der landlosen bäuerlichen Unterschicht, die ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Tagelöhnerarbeit verdiente, ein sozialgeschichtlich aussagekräftiges Zeugnis. Dabei ist seine Lage in der Gerber-Fischer-Straße am östlichen Rand der historischen Kernstadt außerhalb der ehemaligen Befestigung bezeichnend für die Ansiedlung von Tagelöhnern in Geisingen während des 18. Jahrhunderts. Da es im Bereich des zur einstigen Befestigung gehörenden Stadtgrabens erbaut wurde und demnach Reste dieser Anlage enthält, besitzt es überdies fortifikatorische sowie stadtbaugeschichtliche Aussagekraft. |
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| Taglöhnerhaus | Geisingen, Gerber-Fischer-Straße 8 (Karte) |
18. Jahrhundert | Eingeschossig, verputzt mit Satteldach, enthält Reste der Stadtbefestigung, 18. Jahrhundert.
Das kleine Gebäude ist als charakteristisches Tagelöhnerhaus der landlosen bäuerlichen Unterschicht, die ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Tagelöhnerarbeit verdiente, ein sozialgeschichtlich aussagekräftiges Zeugnis. Dabei ist seine Lage in der Gerber-Fischer-Straße am östlichen Rand der historischen Kernstadt außerhalb der ehemaligen Befestigung bezeichnend für die Ansiedlung von Tagelöhnern in Geisingen während des 18. Jahrhunderts. Da es im Bereich des zur einstigen Befestigung gehörenden Stadtgrabens erbaut wurde und demnach Reste dieser Anlage enthält, besitzt es überdies fortifikatorische sowie stadtbaugeschichtliche Aussagekraft. |
100380444 | |
| Taglöhnerhaus | Geisingen, Gerber-Fischer-Straße 10 (Karte) |
18. Jahrhundert | Eingeschossig, verputzt mit Satteldach, enthält Reste der Stadtbefestigung, 18. Jahrhundert.
Das kleine Gebäude ist als charakteristisches Tagelöhnerhaus der landlosen bäuerlichen Unterschicht, die ihren Lebensunterhalt im Wesentlichen durch Tagelöhnerarbeit verdiente, ein sozialgeschichtlich aussagekräftiges Zeugnis. Dabei ist seine Lage in der Gerber-Fischer-Straße am östlichen Rand der historischen Kernstadt außerhalb der ehemaligen Befestigung bezeichnend für die Ansiedlung von Tagelöhnern in Geisingen während des 18. Jahrhunderts. Da es im Bereich des zur einstigen Befestigung gehörenden Stadtgrabens erbaut wurde und demnach Reste dieser Anlage enthält, besitzt es überdies fortifikatorische sowie stadtbaugeschichtliche Aussagekraft. |
100380457 | |
| Walpurgiskapelle | Geisingen, Hauptstraße 3/1 (Karte) |
1885 | Verputzte Saalkirche mit Satteldach und dreiseitig geschlossenem Polygonalchor, im Osten Dachreiter auf rechteckigem Grundriss und spitzbogigen Schallöffnungen, querhausartige Anbauten mit Walmdächern, steinerner Westgiebel mit Engelsskulptur auf dem First, im Giebelfeld Rundfenster mit Dreipass, Spitzbogenfenster mit Maßwerk, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör wie Bemalung der Wände und Deckenbalken sowie Epitaphien, erbaut 1885 (renoviert 1986); Friedhofsfläche mit Ummauerung und Epitaphien
Die Walburgiskapelle wurde erstmals 1384 urkundlich erwähnt und bildet demnach ein wichtiges kirchengeschichtliches Zeugnis für Geisingen. Die Nutzung als Friedhofskapelle reicht dabei bis in die Zeit des ausgehenden Mittelalters zurück, als Graf Egon zu Fürstenberg im Jahr 1470 eine Bruderschaft stiftete, deren wesentliche Aufgabe in der Totenandacht lag. Der Stifter selbst wurde 1483 in der Kapelle bestattet, was durch sein erhaltenes Grabepitaph anschaulich vor Augen geführt wird. Somit besitzt die Walburgiskapelle Aussagekraft für spätmittelalterliche Frömmigkeits- und Laienordenspraktiken im Bereich des herrschaftlichen Heilsvorsorge. Zusammen mit den erhaltenen Epitaphien in der Friedhofsmauer ist die Kapelle zudem ein eindrücklicher Beleg für die Geisinger Begräbnispraxis seit dem 15. Jahrhundert und damit ein zentraler Bestandteil der städtischen Trauerkultur. Das heutige Gebäude entstand 1885 in zeittypischer Formensprache der Neugotik, nachdem der Vorgängerbau aus dem 14. Jahrhundert abgebrochen wurde, womit die Walburgiskapelle weiterhin Sakralbauströmungen am Ende des 19. Jahrhunderts verdeutlicht. |
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| ehemalige Schule | Geisingen, Hauptstraße 6 (Karte) |
1890 | Dreigeschossig mit Walmdach, gequadertes Erdgeschoss mit rustizierter Eckquaderung, Obergeschosse verputzt mit Eckquaderung, siebenachsige Nordfassade mit übergiebeltem Mittelrisalit, First bekrönt mit Fächerrosette, im Giebelfeld runde Reliefdarstellung, Rechteckfenster mit Keilsteinen, diese im Erdgeschoss segmentbogig überfangen, rückwärtiger apsidialer Anbau, 1880 (i)
Das einstige Schulgebäude wurde in einer für das späte 19. Jahrhundert charakteristischen und der Bauaufgabe entsprechenden Formensprache des Spätklassizismus mit zurückhaltendem Bauschmuck errichtet. Damit sollte in erster Linie das rationale Bildungsideal im kaiserzeitlichen Geisingen ausgedrückt werden. Gleichzeitig zeugt der Bau von der Expansion der Stadt während des späten 19. Jahrhunderts und veranschaulicht vor diesem Hintergrund das Anwachsen der Bevölkerung, bei welcher ein erhöhter Bedarf an schulischen Bildungsplätzen gedeckt werden musste. |
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Weitere Bilder |
Ochsenbrunnen | Geisingen, vor Hauptstraße 11 (Karte) |
Ende des 19. Jh. | Vorstadtbrunnen, gusseisern, achteckiger, kassettierter Brunnentrog mit vegetabiler Ornamentik, achteckige Brunnensäule mit vegetabiler Ornamentik, darauf Adler, Ende 19. Jahrhundert
Der Brunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des späten 19. Jahrhunderts in Geisingen. Mit seinen Kassettierungen und seiner vegetabilen Ornamentik zeigt er eine zeittypische, antikisierende Formensprache. Er ist ein qualitätvolles Erzeugnis der regionalen industriellen Metallfabrikation in Folge des florierenden Eisenerzabbaus im Raum Tuttlingen im 19. Jahrhundert und bildet mit seiner Positionierung auf einem Platz vor der Stadtgrabenstraße außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung ein ortsbildprägendes Element mit Mittelpunktsfunktion. Als Vorstadtbrunnen verdeutlicht er zudem das Stadtwachstum in Zeiten des deutschen Kaiserreichs. |
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| Alte Posthalterei | Geisingen, Hauptstraße 13 (Karte) |
1745 | Gasthaus Bären, zweigeschossiger verputzter Baukörper bestehend aus zwei Gebäudeteilen mit Satteldächern und Staffelgiebeln, Erdgeschoss und westliche Giebelseite massiv, teilweise Fachwerk, Rechteckportal mit geschweiften Schultern, im Sturz bezeichnet und datiert, 1774 (i)
Die alte Posthalterei am östlichen Rand der historischen Kernstadt in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Stadtgraben ist durch den auf Patrizierhäuser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit rekurrierenden Staffelgiebel, der für die Baar charakteristisch ist und auch dem städtischen Brandschutz diente, sowie durch die geschulterte Portalgestaltung architektonisch ausgezeichnet. Als ehemaliges Gasthaus Bären bildete das Gebäude einen wichtigen gesellschaftlichen Treffpunkt und besitzt demnach sozialgeschichtliche Aussagekraft für Geisingen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die gleichzeitige und für Gasthausbauten typische Zweitnutzung als Posthalterei machen den Bau für die regionale Verkehrs- und Kommunikationsgeschichte bedeutsam. Als Geburtshaus von Josef Anton Sautier (1779 bis 1833) wird es auch Sautiersches Haus genannt und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. Sautier war Abgeordneter im ersten badischen Landtag von 1819, womit dem Gasthaus auch Quellenwert für die badische Politikgeschichte im frühen 19. Jahrhundert zukommt. |
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| Wohn- und Geschäftshaus | Geisingen, Hauptstraße 21 (Karte) |
Wohn- und Geschäftshaus, dreigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach und westlichem Staffelgiebel, Erdgeschoss und westliche Giebelseite massiv, teilweise Fachwerk, zum östlichen Nachbarhaus abgegrenzt durch rustizierte Eckquaderung, an südöstlicher Ecke zwei dreiseitig geschlossene Polygonalerker mit aufgemalten Dreipässen an den Brüstungsfeldern, zur Hauptstraße Rundbogenöffnungen, enthält Reste der Stadtbefestigung, im Kern wohl 16. Jahrhundert, Umbau zum Geschäftshaus, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert.
Das Wohn- und Geschäftshaus ist durch den auf Patrizierhäuser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit rekurrierenden Staffelgiebel im Westen baulich akzentuiert. Er ist für die Baar charakteristisch ist und diente auch dem städtischen Brandschutz. Das Gebäude enthält Reste der ehemaligen Stadtbefestigung, womit es wichtige stadtbau- und fortifikationsgeschichtliche Bedeutung innerhalb der historischen Kernstadt aufweist. Die wirksam an der Südwestecke angelegten Erker zeugen mit ihrer neugotischen Fassadenmalerei vom repräsentativen Anspruch des Geschäftsinhabers. Somit dokumentiert das Gebäude nicht zuletzt bürgerliche Erwerbsverhältnisse der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Geisingen und ist gleichsam ein sprechendes Beispiel für das Einzelhandelswesen dieser Zeit. |
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| Ehemaliges Gasthaus „Zum Kranz“ | Geisingen, Hauptstraße 32 (Karte) |
18. Jahrhundert | Dreigeschossig, verputzter Massivbau mit Satteldach und Staffelgiebel, Rechteckfenster, teilweise mit gekehlten Gewänden, Rundbogennische, 15./16. Jahrhundert
Das einstige Gasthaus Zum Kranz inmitten der historischen Kernstadt ist durch seine auf Patrizierhäuser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit rekurrierenden Staffelgiebel architektonisch ausgezeichnet. Sie sind für die Baar charakteristisch und dienten auch dem städtischen Brandschutz. Als Gasthaus und damit wichtiger gesellschaftlicher Treffpunkt des städtischen Alltages weist das Gebäude sozialgeschichtliche Bedeutung auf. Hier hielten die Stadtbewohner Zusammenkünfte ab, sodass der Bau ein beredtes Zeugnis der Geisinger Gesellschaftsgeschichte darstellt. Somit überliefert das Gasthaus einen anschaulichen Eindruck der städtischen Wirtshausstrukturen an der Wende vom ausgehenden Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit. |
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| Ehemaliges Gasthaus „Zur Krone“ | Geisingen, Hauptstraße 33 (Karte) |
Dreigeschossiger, traufständiger Massivbau verputzt mit zweigeschossigem Satteldach und westseitigem Treppengiebel, im Kern laut badischer Gebäudeversicherung 1703, der stattliche, tonnengewölbte Kellerraum vielleicht noch älter. Das Dachwerk von 1703 samt Bohlentreppen sowie Treppe mit barockem Brettbalustergeländer vom 2. Obergeschoss in das Dachwerk vollständig erhalten. Mit ortsfester Ausstattung wie: Böden, Decken, Lamberien etc.
Das stattliche Gasthaus Zur Krone ist durch seinen auf Patrizierhäuser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit rekurrierenden Staffelgiebel baulich ausgezeichnet. Er ist für die Baar charakteristisch ist und diente auch dem städtischen Brandschutz. Als Gasthaus mit der bis ins 15. Jahrhundert und damit am weitesten zurückreichenden Wirtshaustradition Geisingens besitzt es wesentliche Aussagekraft für die städtischen Wirtshausstrukturen sowie der damit verbundenen Sozialgeschichte in der Frühen Neuzeit. Das vollständig erhaltene Dachwerk mit Bohlentreppen und barock gestaltetem Treppengeländer dokumentiert auf anschauliche Weise die regionale Zimmermannskunst um 1700 und weist dementsprechend hauskundliche Bedeutung auf. |
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| Agathabrunnen | Geisingen, vor Hauptstraße 33 (Karte) |
19. Jahrhundert | Gusseisern, rechteckiger kassettierter Brunnentrog mit Geisinger Stadtwappen, oktogonale Brunnensäule mit Rundbogennischen und Mäanderfries, Ende 19. Jahrhundert, Skulptur der hl. Notburga (?) auf Brunnensäule, 20. Jahrhundert
Der Brunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des späten 19. Jahrhunderts in Geisingen vor Einführung eines modernen Wasserleitungsnetzes. Mit seinen Kassettierungen und seinem Mäanderfries zeigt er eine zeittypische, antikisierende Formensprache. Er ist ein qualitätvolles Erzeugnis der regionalen industriellen Metallfabrikation in Folge des florierenden Eisenerzabbaus im Raum Tuttlingen im 19. Jahrhundert und bildet mit seiner zentralen Positionierung an der Hauptstraße inmitten der historischen Kernstadt ein ortsbildprägendes Element. Das Geisinger Wappen kennzeichnet ihn als städtischen Hauptbrunnen und damit als wesentlichen Knotenpunkt der gesellschaftlichen Interaktion. |
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| Stadtmetzig | Geisingen, Hauptstraße 34 (Karte) |
1721/1722 | Dreigeschossig, verputzt mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, 1719 bis 1722 (d)
Die sogenannte Stadtmetzig in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche und zum anschließenden Rathaus bildet als städtisches Schlachthaus einen wichtigen Bestandteil der Geisinger Lebensmittelversorgung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Wohnhaus dokumentiert das Gebäude städtische Lebensverhältnisse dieser Zeit und ist durch sein genau ermitteltes Alter von stadtbaugeschichtlichem Zeugniswert. |
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Rathaus | Geisingen, Hauptstraße 36 (Karte) |
1901/1902 | Zweigeschossig, verputzter Massivbau mit Mansardsatteldach und offenem Dachreiter auf dem First, Erdgeschoss mit Eckquaderung und arkadenartigen Segmentbogenöffnungen mit Keilsteinen, Obergeschoss mit Ecklisenen und zentralem Kastenerker auf volutenartigen Konsolen, dessen Ecken betont durch gekuppelte Doppelpilaster, Erker flankiert durch hochrechteckige Fenster mit Dreiecksgiebeln, Brüstungsfelder mit vorgeblendeten Diamantquadern, über dem Erker liegendes Zwerchhaus mit bekrönendem Relief des Geisinger Stadtwappens und abschließender Fächerrosette mit kegelartigem Aufsatz, 1901 (i)-1902
Das Rathaus befindet sich im Zentrum der historischen Kernstadt in direkter Nachbarschaft zur Pfarrkirche, mit welcher es eine stadtbauliche Dominante mit Mittelpunktsfunktion bildet. Der eindrucksvolle Bau ist durch seine fünfachsige Schaufassade zur Hauptstraße gegliedert. Gestalterisch erreicht die Fassade im repräsentativen Kastenerker und dem darüberliegenden Zwerchhausgiebel ihren Höhepunkt. Dabei wurde eine der Bauaufgabe angemessen erscheinende Formensprache entwickelt, die sich an die deutsche Renaissance des späten 16. und frühen 17. Jahrhunderts anlehnt und für den Späthistorismus um 1900 bezeichnend ist. Gleichzeitig knüpft das Gebäude mit seinem Dachreiter und den arkadenartigen Segmentbogenöffnungen im Erdgeschoss an tradierte Formeln des städtischen Rathausbaus an. Die architektonische Gestaltung ist somit Ausdruck des kommunalen Verwaltungsmittelpunktes von Geisingen seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert bis heute. |
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Ehemaliger Gasthof Hirschen | Geisingen, Hauptstraße 42, Nikolausstraße 13 (Karte) |
1579 | Bestehend aus: Gasthaus [§28], dreigeschossiger Massivbau mit Satteldach und östlichem Staffelgiebel, rustizierte Eckquaderung, teilweise gekuppelte Rechteckfenster mit gekehlten Gewänden, unter Traufgesims Zacken- und Konsolenfries, im Kern 1579 (i), filigraner Wirtshausausleger mit vergoldetem Hirsch wohl 18. Jahrhundert; angebautes Wirtschaftsgebäude [§2], eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach; Wirtschaftsgebäude (Nikolausstraße 13) [§2], eingeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach
Der ehemalige Gasthof Hirschen bildet einen wesentlichen Bestandteil der historischen Kernstadt von Geisingen. Das Gasthaus ist durch den auf Patrizierhäuser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit rekurrierenden Staffelgiebel, der für die Baar charakteristisch ist und auch dem städtischen Brandschutz diente, baulich hervorgehoben und wird anhand der Inschrift des nicht mehr erhaltenen Rundbogenportals auf das Jahr 1579 datiert, womit es als wohl ältestes Gasthaus der Ostbaar zentrale stadtbaugeschichtliche Bedeutung erhält. Als gesellschaftlicher Treffpunkt, in dem die Bürgerschaft Zusammenkünfte und Feste abhielt, veranschaulicht das Gasthaus frühneuzeitliche Sozialgeschichte. In diesem Sinne führt der dreiseitig angelegte Gasthof die Geisinger Wirtshausverhältnisse dieser Zeit anschaulich vor Augen. |
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| Wohnhaus | Geisingen, Hauptstraße 43 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, Brandmauer am Westgiebel, 18. Jahrhundert
Das Wohnhaus gegenüber des Gasthauses Hirschen ist von stadtbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert vormoderne Lebensverhältnisse des 18. Jahrhunderts in Geisingen. Die Brandmauer sollte verhindern, dass ein potenzielles Feuer übergreifen konnte. Die Feuergefahr war aufgrund der engen Bebauung innerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung im 18. Jahrhundert allgegenwärtig. |
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| Einhaus | Geisingen, Hauptstraße 54 (Karte) |
17./18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Eckquaderung, rückwärtige Scheune samt Stall, enthält Reste der Stadtbefestigung, 17./18. Jahrhundert.
Das Einhaus befindet sich am westlichen Rand der historischen Kernstadt in der Nähe des ehemaligen westlichen Stadttores, des sogenannten Untertores, und enthält somit Reste der einstigen Stadtmauer. In Kombination mit seinem Alter ist es von stadtbau- und fortifikationsgeschichtlichem Zeugniswert. Weiterhin vereinigt es Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und dokumentiert die vormodernen Lebensverhältnisse der von der Landwirtschaft lebenden Stadtbewohner in Geisingen. |
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Heilig-Kreuz-Kapelle | Geisingen, Hauptstraße 58 (Karte) |
1741 | Verputztes Kirchenfragment mit Satteldach und offenem Dachreiter, halbrunde Chorapsis, Querhaus mit Satteldächern, rundbogig überfangenes Rechteckportal mit Pilasterrahmung und Inschrift im Bogenfeld, Ecklisenen und Rundbogenfenster, im Inneren Flachdecke mit runden Profilrahmen, Querhäuser durch emporenartige Rundbogenöffnungen mit Chorraum verbunden, über Bogenscheiteln Stifterwappen, Bogenrahmungen durch stuckierte Blattranken und Fruchtgehänge, über Altartisch sog. Kreuz vom Geschossenen Christus, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Kapelle erbaut 1741; äußere Grünfläche mit Langhausausmaße andeutenden Linden
Die Heilig-Kreuz-Kapelle liegt am Rand der historischen Kernstadt außerhalb der ehemaligen Stadtbefestigung. Sie wurde als Wallfahrtskapelle vor dem einstigen westlichen Stadttor errichtet und gibt daher einen wichtigen Anhaltspunkt zu dessen genauer Position. Die Kapelle ist ein Kirchenfragment mit erhaltener Chorapsis und Querhaus. Die einstigen Ausmaße des Langhauses werden durch die Linden innerhalb der Grünanlage angedeutet. Der legendenhafte Ursprung der Wallfahrt hängt mit dem Dreißigjährigen Krieg zusammen, als ein schwedischer Soldat - Geisingen wurde 1632 durch schwedische Truppen eingenommen - ein hier aufgestelltes Kruzifix verspottete und auf den Kopf der Christusskulptur schoss. Aus dem dadurch entstandenen Einschussloch soll daraufhin Blut geflossen sein, was dem Soldaten einen immensen Schrecken eingejagt haben soll. Erblindung oder der Sturz vom Pferd sollen die Folgen der Schreckreaktion gewesen sein. Es entstand eine Wallfahrt zu diesem Kreuz, das sich heute über dem Altar befindet und tatsächlich eine Kerbe im Kopf aufweist. In Folge der florierenden Wallfahrt stifteten Maria Anna und Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg den Kirchenbau. Seit 1750 ist zudem eine Bruderschaft Vom Kreuze nachgewiesen, womit dem Sakralbau wesentliche Bedeutung für die regionale Wallfahrts- und herrschaftliche Stifterpraxis in der Mitte des 18. Jahrhunderts zukommt. Gleichzeitig ist die Kapelle ein bezeichnender Ausdruck der vornehmlich katholisch geprägten Kulturlandschaft Geisingens und der damit verbundenen Frömmigkeitspraxis. |
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Ehemalige Zehntscheuer | Geisingen, Mohrengasse 5 (Karte) |
Mitte 18. Jahrhundert | Dreigeschossig, verputzt mit Satteldach, Bruchstein, großes giebelseitiges Rundbogentor, rückwärtiger Schopfanbau mit Pultdach, Mitte 18. Jahrhundert
Die stattliche, vornehmlich bruchsteingemauerte Zehntscheune der ehemaligen fürstenbergischen Stadtherrschaft ist ein aussagekräftiges und gleichsam repräsentativ angelegtes Zeugnis des Abgabewesens der Feudalzeit. Das großzügige Zugangstor stammt wohl noch vom Vorgängerbau aus dem 16. oder 17. Jahrhundert. Es unterstreicht das eindrückliche Erscheinungsbild der Zehntscheune, die damit vormoderne Eigentums-Herrschaftsverhältnisse anschaulich vor Augen führt. |
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| Einhaus | Geisingen, Mohrengasse 7 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Scheune und Stall, 18. Jahrhundert.
Das Einhaus in unmittelbarer Nähe zur ehemaligen fürstenbergischen Zehntscheune vereinigt Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und dokumentiert daher bäuerliche Lebensverhältnisse des 18. Jahrhunderts innerhalb der historischen Kernstadt von Geisingen. Durch sein Alter besitzt es zudem stadtbaugeschichtliche Relevanz. |
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| Alte Gerbe | Geisingen, Mohrengasse 11 (Karte) |
18. Jahrhundert | Gerberei, dreigeschossig, verputzter Hauptbau mit Satteldach in Massivbauweise, rechtwinklig angebautes Speichergebäude mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Obergeschosse in Sichtfachwerk und mit umlaufenden Erschließungsbalkonen, enthält Reste der Stadtbefestigung, 18. Jahrhundert
[siehe Stadtbefestigung, Am Pulverturm 1] Die Alte Gerbe bildet die südöstliche Ecke der historischen Kernstadt und enthält dementsprechend Reste der ehemaligen Stadtbefestigung, womit sie von wichtiger stadtbau- und fortifikationsgeschichtlicher Bedeutung ist. Als Gerberei, in der von 1770 bis 1906 Leder aus rohen Tierhäuten gewonnen wurde, besitzt das Gebäude handwerks- und versorgungsgeschichtliche Aussagekraft. Gleichzeitig dokumentiert der Bau die Arbeitsverhältnisse in einer Gerberei vom späten 18. bis zum frühen 20. Jahrhundert in anschaulicher Weise. |
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| Ehemaliges Fürstlich Fürstenbergisches Rentamt | Geisingen, Mohrengasse 13 (Karte) |
18. Jahrhundert | Bestehend aus: Amtsgebäude, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach und Staffelgiebeln, teils gekuppelte Rechteckfenster mit gekehlten Gewänden, erbaut 1666 bis 1667 (d), östlicher zweigeschossiger Anbau mit Walmdach, Mitte 18. Jahrhundert, Staffelgiebel aufgesetzt, 1979; Farrenstall, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, südlicher Queranbau mit Satteldach, Dachgeschoss in Sichtfachwerk, Mitte 18. Jahrhundert, Umbau zum Farrenstall, 1840 (a), Erweiterung, 1909 (a); enthält Reste der Stadtbefestigung mit Resten der ehemaligen Zwingermauer auf der Stadtgrabenseite des Amtsgebäudes
[siehe Stadtbefestigung, Am Pulverturm 1] Das ehemals fürstlich fürstenbergische Rentamt befindet sich am südlichen Rand der historischen Kernstadt und enthält dementsprechend sichtbare Reste der einstigen Stadtbefestigung, samt Überresten des damit verknüpften Zwingers, womit die Bautengruppe von wesentlicher stadtbau- und fortifikationsgeschichtlicher Bedeutung ist. Als Rentamt bildete es bis 1840 den Sitz des fürstenbergischen Rentamtmanns, dem die herrschaftliche Einnahmen- und Finanzverwaltung unterstand. Der Rentamtmann bewohnte dabei das repräsentative Amtsgebäude, dessen akzentuierende Staffelgiebel jedoch erst 1979 in freier Rekonstruktion aufgesetzt wurden. Mit dem Umzug des fürstenbergischen Rentamts 1840 nach Immendingen wurde der westliche Teil des Rentamts zum Farrenstall umgenutzt, in welchem die männlichen geschlechtsreifen Rinder zur Zucht untergebracht wurden. Somit besitzt das Rentamt sowohl herrschafts- wie auch wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft für Geisingen. |
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| Ehemaliges Gasthaus und Metzgerei | Geisingen, Mühltorgasse 6 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzter Fachwerkbau mit Satteldach, nördlicher verputzter Queranbau mit Satteldach, wohl gewölbter Keller, 18. Jahrhundert
Das einstige Gasthaus mit Metzgerei liegt im südlichen Teil der historischen Kernstadt und besitzt durch sein Alter stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert. Gasthäuser bildeten einen wichtigen gesellschaftlichen Treffpunkt, in denen sich die Bürgerschaft zu Festen und Zusammenkünften verabredete. Damit ist das Gasthaus ein Ausdruck der städtischen Sozialgeschichte und der damit verflochtenen Wirtshauskultur des 18. Jahrhunderts. Oftmals wurden in solchen Gasthäusern auch Lebensmittelproduktionsstätten wie Metzgereien unterhalten, sodass dem Gebäude überdies versorgungsgeschichtliche Bedeutung zukommt. |
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| Grieshaberhaus | Geisingen, Nikolausstraße 11 (Karte) |
17./18. Jahrhundert | Einhaus, zweigeschossig, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebel, zur Nikolausstraße Sichtfachwerk, 17./18. Jahrhundert
Das Grieshaberhaus in unmittelbarer Nähe zur katholischen Pfarrkirche ist durch seinen auf Patrizierhäuser des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit rekurrierenden Staffelgiebel baulich ausgezeichnet. Er ist für die Baar charakteristisch und diente auch dem städtischen Brandschutz. Als Einhaus, in dem Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach untergebracht sind, dokumentiert es vormoderne Lebensverhältnisse der von der Landwirtschaft lebenden Stadtbewohner von Geisingen. Durch sein Alter ist es zudem von stadtbaugeschichtlicher Bedeutung. |
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| Einhaus | Geisingen, Nikolausstraße 12 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Scheune und Stall, 18. Jahrhundert
Das Einhaus liegt in direkter Nähe zur katholischen Pfarrkirche inmitten der historischen Kernstadt. Es vereinigt Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und veranschaulicht so vormoderne Lebensverhältnisse der von der Landwirtschaft lebenden Stadtbewohner von Geisingen im 18. Jahrhundert. Durch sein Alter besitzt es zudem Relevanz für die Stadtbaugeschichte. |
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| Ehemalige Stadtscheune, Fruchtkasten | Geisingen, Schlossstraße 13 (Karte) |
18. Jahrhundert | Dreigeschossig, verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss und 1. Obergeschoss massiv, 2. Obergeschoss zur Stadtgrabenstraße in Sichtfachwerk, Rundbogentor, enthält Reste der Stadtbefestigung, 18. Jahrhundert.
Der ehemalige Fruchtkasten bildete einst die nordöstliche Ecke der historischen Kernstadt und enthält dementsprechend Reste der einstigen Stadtbefestigung, womit er von wichtiger stadtbau- und fortifikationsgeschichtlicher Bedeutung ist. Als städtisches Lagerhaus, vornehmlich für Korn und Getreide, besitzt der Bau mit großzügig angelegtem Rundbogentor versorgungs- und wirtschaftsgeschichtliche Aussagekraft für Geisingen. |
98437572 | |
| Brunnen | Geisingen, vor Schlossstraße 15 | Gusseisern, rechteckiger Brunnentrog mit Kassettierungen und vergoldeten Löwenkopfmedaillons, auf Brunnensäule Knabenskulptur mit vergoldetem Füllhorn, wohl Ende 19. Jahrhundert
Der Laufbrunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung am Ende des 19. Jahrhunderts vor Einführung eines modernen Wasserleitungsnetzes in Geisingen. Mit seinen vergoldeten Löwenkopfmedaillons in den Kassettierungen zeigt er eine zeittypische, antikisierende Formensprache. Er ist ein qualitätvolles Erzeugnis der regionalen industriellen Metallfabrikation in Folge des florierenden Eisenerzabbaus im Raum Tuttlingen im 19. Jahrhundert und bildet mit seiner Positionierung an einer Platzsituation in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Fruchtkasten ein stadtbildprägendes Element, das im Hinblick auf die qualitätvolle Knabenskulptur auch der Stadtbildverschönerung dient. |
100401945 | ||
| Einhaus | Geisingen, Schlossstraße 22 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach und Zwerchhaus, enthält Reste der Stadtbefestigung, 18. Jahrhundert.
Das Einhaus befindet sich am westlichen Rand der historischen Kernstadt in der Nähe des ehemaligen westlichen Stadttores, des sogenannten Untertores und enthält dementsprechend Reste der einstigen Stadtmauer. Zusammen mit seinem Alter ist es daher von stadtbau- und fortifikationsgeschichtlicher Bedeutung. Weiterhin vereinigt es Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und dokumentiert somit vormoderne Lebensverhältnisse der von der Landwirtschaft lebenden Stadtbewohner im 18. Jahrhundert in Geisingen. |
100401974 | |
| Einhaus | Geisingen, Stadtgrabenstraße 9 (Karte) |
1841 | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Scheune und Stall, rückwärtiger Queranbau in Sichtfachwerk, 1841
Das Einhaus mit regionaltypischer Querteilung und rückwärtigem Queranbau befindet sich am nordöstlichen Rand der historischen Kernstadt in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Stadtgraben und zur Nordostecke, die durch den Fruchtkasten gebildet wurde. Es besitzt durch seine Lage wie durch sein Alter stadtbaugeschichtlichen Zeugniswert und veranschaulicht Lebensverhältnisse der von der Landwirtschaft lebenden Stadtbewohner in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Geisingen. |
100402076 | |
| Schloss Wartenberg | Geisingen, Wartenberg 6 (Karte) |
1780 | Bestehend aus: Jagdschloss, zweigeschossig, verputzt mit Mansardwalmdach, übergiebelte Mittelrisalite, erbaut durch Baron Leopold von Lassolaye, 1780; Park in Form eines englischen Gartens, darin Kapuziner- oder Astwerkeremitage, angelegt 1783 (renoviert 1831/33, 1982/85)
Das Jagdschloss Wartenberg liegt landschaftsprägend auf der Spitze der gleichnamigen Erhöhung westlich von Geisingen. Es wurde 1780 anstelle der abgetragenen, oberen Burg Wartenberg durch Baron Leopold von Lassolaye, den Kammerpräsidenten von Fürst Josef Wenzel zu Fürstenberg, in zurückhaltenden Formen mit zeittypischem Mansardwalmdach errichtet. Bei der Erbauung des Schlosses wurden Steine der abgetragenen Burg wiederverwendet. 1783 erlangte Fürst Joseph Maria Benedikt zu Fürstenberg, Gründer der Bauernkolonie Dreilärchen, das Anwesen und widmete sich der Konzeption des Landschaftsgartens um das Jagdschloss herum. Dabei wurde auch die Kapuziner- oder Astwerkeremitage im östlichen Teil des Parks errichtet. Solche Eremitagen bildeten während des 18. Jahrhunderts eine Art künstlich geschaffene Klause, die mit scheinbar wilden und urtümlichen Materialien wie unbearbeiteten Baumstämmen, Ästen, Baumrinde oder Steinen ausgestattet und verkleidet wurden. Diese Bauweise, die die Naturnähe des Einsiedlerlebens inszenieren sollte, ist an der Wartenberger Eremitage in eindrücklicher Weise ablesbar. Gleichzeitig wurde das vergeistigte Leben des Eremiten durch eine gotische Formensprache mit vorgeblendeten Spitzbogenfenstern und angedeutetem Maßwerk ausgedrückt. Die Eremitagen waren als Elemente des Lustgartens jedoch nur Scheinklausen, die dem adeligen Bauherren häufig als intimer und kontemplativer Rückzugsort oder auch als bestimmte Stimmungen erzeugende Parkstaffage diente. Somit ist das Jagdschloss Wartenberg samt Parkanlage und Eremitage von herausragender Bedeutung für die höfisch-adelige Jagdkultur wie auch die Lusthausarchitektur und der damit verknüpften Parkgestaltungen im Südwestdeutschland des späten 18. Jahrhunderts. Mit seiner weithin das Fernbild bestimmenden, exponierten Lage auf einer Bergkuppe ist der stattliche Bau des Schlosses Wartenberg ein in höchstem Maße raumwirksames Kulturdenkmal. |
100402530 | |
| Fürstlich Fürstenbergisches Jagdschloss Unterhölzer | (Karte) |
besteht aus:
Das schon seit dem Mittelalter namentlich bekannte Unterhölzer Waldgebiet auf der Baar beim Wartenberg wird seit dem 16. Jahrhundert von den Fürstenbergern zur Jagd genutzt. Fürst Joseph Wenzel zu Fürstenberg-Stühlingen (1728–1783) ließ durch den Fürstlichen Baudirektor Franz Joseph Salzmann im Jahr 1776 ein kleines Jagdschloss mit zugehörigen Ökonomiegebäuden auf dem Gipfel eines Hügels im Unterhölzer Wald mit Blick auf den Wartenberg erbauen. Das kleine Jagdschloss diente der fürstlichen Familie und ihren Jagdgästen als Übernachtungsmöglichkeit, so dass früh zur Jagd aufgebrochen werden konnte. Im Jahr 1781 wurde ein Tiergehege innerhalb des Unterhölzer Waldes für Damwild und Wildschweine angelegt, der sogenannte kleine Tiergarten oder Thannwildpark. Die vom Fürstenhaus in verschiedenen Wäldern angelegten Tiergehege sollten die umliegenden Äcker vor der regelmäßigen Schädigung durch das Wild schützen. 1788 und 1789 wurde der Tiergarten im Unterhölzer Wald vergrößert. 1810 lösen die Fürstenberger das Bachzimmerer Tiergehege aus Kostengründen auf, der Unterhölzer wird Tiergarten um den südlichen Bereich zur Aufnahme des Rotwilds vergrößert und der gesamte Tierpark eingegattert. Am südlichen und am nordwestlichen Rand des Jagdparks befinden sich zwei baugleiche Einhäuser, deren Grundrisse spiegelverkehrt zueinander sind. Sie dienten als Torhäuser des Fürstlichen Tiergartens in Unterhölzer und sind auf dem 1834 von Forstgeometer A. Kirusch erstellten Plan des Tiergartens eingezeichnet. Folglich wurden sie vor 1834 erbaut, vermutlich im Zuge der Vergrößerung des Jagdparks 1810. Die Bezeichnung Torhaus bezieht sich in diesem Fall auf die Funktion der Bewohner des Hauses, die das nebenliegende Tor in den fürstlichen Tierpark verschlossen halten sollten, damit das Wild nicht aus dem umfriedeten Bereich des Tiergartens gelangen konnte. Das Unterhölzer Torhäusle (Unterhölzer 2, Bad-Dürrheim/Unterbaldingen), auch Torhaus Tiergarten genannt, liegt im Nordwesten des ehemaligen Tiergartens direkt an der Pfohrener Allee. Das Torhäusle am Rank (Dreilärchen 12, Geisingen), auch Torhaus Dreilärchen genannt, liegt am südlichen Rand des ehemaligen Tiergartens direkt an der Wartenberger Allee. |
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Weitere Bilder |
Burgruine Wartenberg | Geisingen, Wartenberg 6 (Karte) |
Mauerfragment aus Basaltstein, errichtet wohl im 11./12. Jahrhundert, abgegangen wohl im 15. Jahrhundert
Die Burgruine Wartenberg an der Nordwestseite der gleichnamigen Erhebung wurde in strategisch günstiger Lage mit Sicht auf die noch junge Donau angelegt und war die ältere der beiden Burganlagen auf dem Wartenberg. Sie bildete seit etwa 1100 den Sitz der Herren von Wartenberg, die seit 1086 nachweisbar sind und als herrschender Ortsadel um 1300 die Stadt Geisingen neben dem bereits bestehenden, gleichnamigen Dorf gründeten. Die im 15. Jahrhundert abgegangene Burg ist somit von wichtiger Bedeutung für die hochmittelalterliche Herrschaftsgeschichte Geisingens. Die jüngere, obere Burg auf dem Gipfel des Wartenbergs wurde 1780 abgetragen und die daraus gewonnenen Steine wurden zur Errichtung von Schloss Wartenberg wiederverwendet. |
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Gutmadingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Sühnekreuz | Gutmadingen, vor Alemannenstraße 6 (Karte) |
Kreuz aus Stein, wohl 15./16. Jahrhundert
Das Sühnekreuz beim Gebäude Alemannenstraße 6 am östlichen Ortsausgang von Gutmadingen ist ein charakteristisches Zeugnis spätmittelalterlicher Rechtskultur. Im Falle eines Totschlags musste zur Sühne ein Kreuzstein als Mahnmal gestiftet werden. Da der Erschlagene ohne Empfang der heiligen Sterbesakramente aus dem Leben geschieden war, stellte man den Kreuzstein als Symbol für Tod und Auferstehung am Ort des Geschehens auf. Im 15. und 16. Jahrhundert erreichte diese Art der Totschlagsühne eine außerordentliche Entfaltung, wodurch der Großteil der erhaltenen Kreuze aus dieser Zeit stammt. |
100408487 | ||
| Ehemaliges Forsthaus | Gutmadingen, Alemannenstraße 8 (Karte) |
18. Jahrhundert, im Kern 16. Jahrhundert | Einhaus, zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, südlicher Gebäudeteil zur Alemannenstraße mit niedrigerer Firsthöhe, mit Scheune, Schopf und 2 Ställen, kielbogiges profiliertes Hauptportal, im Kern 1574 (i), erweitert, 18. Jahrhundert
Das einstige Forsthaus ist als quergeteiltes Einhaus, in dem Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach untergebracht sind, konzipiert und durch sein hohes Alter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Das profilierte Kielbogenportal, aus der spätgotischen Formensprache, verdeutlicht den repräsentativen Anspruch des Bauherrn am Ende des 16. Jahrhunderts. Gleichzeitig dokumentiert der Bau die Lebensverhältnisse des Försters und die wichtige Bedeutung der Forstwirtschaft in Gutmadingen vom späten 16. bis ins 18. Jahrhundert. |
100408543 | |
| Ehemaliger Meierhof | Gutmadingen, Alemannenstraße 14 (Karte) |
1574 | Zweigeschossiger verputzter Wohnteil in Massivbauweise mit Satteldach und Staffelgiebeln, teilweise gekuppelte Rechteckfenster mit gekehlten Gewänden, rundbogiges Kellerportal, 1574, angebauter Ökonomieteil später
Der Wohnteil des ehemaligen Meierhofes ist durch seine herrschaftlichen Staffelgiebel, die für die Baar charakteristisch sind und auch dem örtlichen Brandschutz dienten, architektonisch ausgezeichnet. Der repräsentative Bau besitzt durch sein hohes Alter wichtige ortsbaugeschichtliche Aussagekraft und fungierte zwischenzeitlich als Witwensitz der fürstenbergischen Gräfinnen. Weiterhin dokumentiert das Gebäude, dessen Bewohner einst der Verwalter des Pachtgutes war, die landwirtschaftliche Prägung Gutmadingens in der Frühen Neuzeit und ist als Reichenauer Meierhof von kloster- und kirchengeschichtlicher Bedeutung. |
100408632 | |
| Ehemaliges Vogtshaus | Gutmadingen, Alemannenstraße 20 (Karte) |
1568 | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebeln, mit Scheune, Schopf und Stall, Eckquaderung, rundbogiges Scheunentor mit Steinmetzzeichen und Gesichtsdarstellung im Keilstein, Kehlung mit Kugelelementen besetzt, Inschrift: „Als man zahlt 1571 ward diese Scheier gebuwen galt das Malter Kerne 10 soldi das Malter Halber 6 soldi“, links daneben kleines Kielbogenfenster, 1568 (i), erweitert, 1571 (i)
Das stattliche Vogtshaus inmitten des historischen Ortskerns ist durch seine herrschaftlichen Staffelgiebel, die für die Baar charakteristisch sind und auch dem örtlichen Brandschutz dienten, architektonisch als solches ausgezeichnet. Als repräsentativer Sitz des Vogtes, der als weltlicher Vertreter der Ortsherrschaft fungierte, besitzt der Bau wesentliche Aussagekraft für die Orts- und Herrschaftsgeschichte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Gutmadingen. Die Inschrift am stattlichen Scheunentor liefert einen authentischen Einblick in die örtlichen Getreidepreise der damaligen Zeit, womit dem Vogtshaus auch sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung zukommt. |
100408739 | |
| Hofanlage | Gutmadingen, Alemannenstraße 22, 24 (Karte) |
16. Jahrhundert | Bestehend aus: Einhaus (Alemannenstraße 22), zweigeschossig, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebeln, mit Scheune, Schopf und Stall, Rundbogenzugänge, 16. Jahrhundert; Scheunenanbau (Alemannenstraße 24), ehem. Farrenstall, verputzt mit Satteldach, 18. Jahrhundert
Das stattliche Einhaus mit regionaltypischer Querteilung vereinigt Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und ist durch seine auf herrschaftliche Gebäude, wie das benachbarte Vogtshaus, rekurrierenden Staffelgiebel, die für die Baar charakteristisch sind und auch dem örtlichen Brandschutz dienten, architektonisch ausgezeichnet. Es besitzt durch sein Alter ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert den repräsentativen Anspruch des bäuerlichen Bauherrn sowie dessen Lebensverhältnisse im 16. Jahrhundert in Gutmadingen. Der Scheunenanbau aus dem 18. Jahrhundert fungierte ehemals als Farrenstall, in dem die männlichen geschlechtsreifen Rinder zu Zuchtzwecken gehalten wurden. Als Farrenstall ist der Scheunenanbau somit ein charakteristischer Vertreter jener Funktionsbauten, die die landwirtschaftliche Prägung des Ortes in vormoderner Zeit vor Augen führen. |
100408828 | |
| Streckgehöft | Gutmadingen, Alemannenstraße 28 (Karte) |
1585 | Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebeln, Eckquaderung, Keller mit Kreuzgratgewölbe, 1585 (i); angebaute Ökonomieteile mit Satteldächern und Staffelgiebel, mittlerer Ökonomieteil mit Eckquaderung
Das Wohnhaus und der mittlere Ökonomieteil des Streckgehöfts sind durch ihre auf herrschaftliche Bauten, wie das Vogtshaus, rekurrierenden Staffelgiebel, die für die Baar charakteristisch sind und auch dem örtlichen Brandschutz dienten, baulich ausgezeichnet. Damit dokumentiert die Hofanlage den repräsentativen Anspruch des bäuerlichen Bauherren und veranschaulicht dessen Lebensverhältnisse im späten 16. Jahrhundert in Gutmadingen. Durch sein hohes Alter ist das Streckgehöft zudem von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. |
100408921 | |
| Katholisches Pfarrhaus | Gutmadingen, Alemannenstraße 33 (Karte) |
Ende 19. Jahrhundert/Anfang 20. Jahrhundert | Zweigeschossig über hohem Sockelgeschoss, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebeln, westliche Traufseite mit abgewalmtem Mittelrisalit, dieser mit Spitzbogenfenstern, Eckquaderung, durch abstrahierte Fialen flankiertes Segmentbogenportal mit Freitreppe, Ende 19. /Anfang 20. Jahrhundert
Das katholische Pfarrhaus bildet zusammen mit der unweit gelegenen Pfarrkirche eine ortsbauliche Dominante. In Anlehnung an die Pfarrkirche ist das Pfarrhaus ebenso mit zeittypischen Elementen der Neugotik, wie z. Bsp. den Spitzbogenfenstern am Mittelrisalit, ausgestattet. Gleichzeitig knüpft der Bau mit seinen akzentuierenden Staffelgiebeln an regionaltypische Ausdrucksformen des herrschaftlichen Bauens des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit an, womit das Pfarrhaus ein charakteristischer Vertreter späthistoristischer Architektur an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ist. Weiterhin dokumentiert das Gebäude die damaligen Lebens- und Arbeitsverhältnisse des Ortsseelsorgers, dessen gehobene gesellschaftliche Stellung durch die architektonische Gestaltung betont wird. |
100408935 | |
| Brunnen | Gutmadingen, Schulstraße | 1838 | Rechteckiger Trog- und Stock aus Gusseisen, Brunnentrog mit Reliefdarstellungen von Putti mit Füllhörnern, Brunnenstock bekrönt von Sandsteinskulptur des hl. Nepomuk, Inschrift: „Gutmadingen“, 1838 (i) (renoviert 1990)
Der Brunnen ist ein wichtiges Zeugnis für die Wasserversorgung des frühen 19. Jahrhunderts in Gutmadingen. Mit seinen Reliefdarstellungen von Putti mit Füllhörnern zeigt er eine zeittypische, klassizistische Formensprache, die auf die landwirtschaftliche Prägung des Ortes Bezug nimmt. Er ist ein qualitätvolles Erzeugnis der regionalen industriellen Metallfabrikation in Folge des florierenden Eisenerzabbaus im Raum Tuttlingen im 19. Jahrhundert und bildet mit seiner zentralen Positionierung ein ortsbildprägendes Element. Die künstlerisch hochwertige Skulptur des heiligen Nepomuk, hier mit seinen charakteristischen Attributen, dem Kruzifix und dem Sternenkranz, dargestellt, ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit, die für das katholisch geprägte Gutmadingen bezeichnend ist. |
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Weitere Bilder |
Katholische Pfarrkirche St. Konrad | Gutmadingen, Schulstraße 4 (Karte) |
1884 | Steinsichtige Saalkirche mit Satteldach und Polygonalchor, verputzter Nordostturm mit Polygonalhaube und Dreiecksgiebeln auf rechteckigem Grundriss, spitzbogige Schallöffnungen mit Dreipässen, an Langhaus und Chor zweibahnige Spitzbogenfenster mit Maßwerk, Strebepfeiler, Ostfassade mit Maßwerkrose, spitzbogiges Hauptportal mit offener Vorhalle und flankierenden Treppentürmchen, im Nordwesten Sakristeianbau, im Inneren Kreuzrippengewölbe auf teils gebündelten Rundpfeilerkonsolen, umfassende Innenraumausmalung, Glasfenster im Chor von Glasmalerei Adolf Schell aus Offenburg, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör wie Altarretabel oder Orgel, Turmuntergeschoss gotisch, Kirche erbaut durch kath. Stiftungskommission Gutmadingen, nach Entwurf des erzbischöflichen Baumeisters Bär aus Freiburg, 1884 (i); Kirchhof
Die katholische Pfarrkirche St. Konrad erhebt sich als vertikale Dominante innerhalb des historischen Ortskerns und prägt diesen bereits auf weite Sicht hin. Die Kirche wurde 1884 auf Initiative der katholischen Stiftungskommission Gutmadingen in neugotischer Formensprache errichtet, wobei das untere Turmgeschoss vom gotischen Vorgängerbau übernommen wurde. Das Wiederaufgreifen der gotischen Baukunst insbesondere während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, war vornehmlich mit architektonischer Erneuerung im Geiste eines verklärten Mittelalters verknüpft. Die Gotik wurde dabei als idealer und auf rationalen Konstruktionsprinzipien basierender Ausdruck der christlichen Vergeistigung aufgefasst, was sich am Beispiel der Gutmadinger Pfarrkirche in eindrücklicher Weise nachvollziehen lässt. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der umfassenden Ausmalung des Innenraums, die den Fortschrittsgedanken der Neugotik vor Augen führt und zusammen mit der Ausstattung ein sprechendes Beispiel für die süddeutsche Sakralkunst der 1880er-Jahre darstellt. Als geistiges Zentrum der seit 1275 bestehenden Pfarrei von Gutmadingen ist der Bau zudem von wesentlicher Bedeutung für die Kirchen-, Orts- wie auch Glaubensgeschichte. |
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| Maria Trost Kapelle | Gutmadingen, Schulstraße 4 (Karte) |
1760 | Einschiffiger verputzter Saalbau mit Satteldach und halbrunder Chorapsis, offener Dachreiter mit Zwiebelhaube und Glöckchen, Volutengiebel, korinthisierende Pilastergliederung, im Inneren Stichkappengewölbe, einschließlich historischer Ausstattung und Zubehör wie Nachbildung der Schwarzen Madonna von Einsiedeln, erbaut durch Maria-Trost-Bruderschaft, 1760
Die Maria-Trost-Kapelle unmittelbar neben der katholischen Pfarrkirche entstand durch die 1718 gegründete Maria-Trost-Bruderschaft. Diese nannte sich auch Gürtelbruderschaft vom Heiligen Augustinus und der Heiligen Monika und machte sich das Gebet für die Seelen im Fegefeuer zu ihrer vordringlichen Aufgabe. Die Patrone der Bruderschaft finden sich links und rechts neben der Nachbildung der Schwarzen Madonna von Einsiedeln wieder. Dabei tragen die beiden Heiligen die Gewänder der Bruderschaft, womit eine unmissverständliche Verbindung zum lateinischen Kirchenvater und seiner Mutter, der heiligen Monika von Tagaste, aufgebaut wurde. Damit ist die in spätbarocker Formensprache gehaltene Kapelle ein aussagekräftiges Zeugnis für die Frömmigkeitspraxis in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im katholisch geprägten Gutmadingen. Als ehemalige Wallfahrtskapelle mit hohem Assoziationswert für den Ort macht sie Glaubensgeschichte dieser Zeit bis heute erfahrbar. |
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| Wegkreuz | Gutmadingen, bei Schulstraße 4 (Karte) |
1911 | Kreuz und Sockel aus Sandstein, vergoldeter Metallkorpus, Sockel mit Inschrift, 1911 (i)
Das Wegkreuz in prominenter Lage auf dem nördlichen Kirchhof der katholischen Pfarrkirche, gegenüber der Maria-Trost-Kapelle, wurde 1911 von Mathias Engesser und seiner Ehefrau Maria Anna, geborene Rolli, gestiftet und ist daher Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit katholischer Prägung. Solche sakralen Kleindenkmale sind als Andachtsstätten für Passanten konzipiert, denen der Kreuzestod Jesu und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis vergegenwärtigt wird. |
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| Parallelgehöft | Gutmadingen, Waldstraße 13 (Karte) |
18. Jahrhundert | Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebeln, 18. Jahrhundert; verputztes Ökonomiegebäude mit Satteldach und Anbauten
Das Wohnhaus des Parallelgehöfts ist durch seine auf herrschaftliche Gebäude wie das örtliche Vogtshaus rekurrierenden Staffelgiebel, die für die Baar charakteristisch sind und auch dem örtlichen Brandschutz dienten, architektonisch ausgezeichnet. Es besitzt ortsbaugeschichtlichen Zeugniswert und dokumentiert zusammen mit dem stattlichen Ökonomiegebäude den repräsentativen Anspruch des bäuerlichen Bauherren sowie dessen Lebensverhältnisse in vormoderner Zeit in Gutmadingen. |
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| Streckgehöft | Gutmadingen, Zehntgasse 1 (Karte) |
18. Jahrhundert | Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, 18. Jahrhundert; Scheune, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebeln, 18. Jahrhundert
Die Scheune des Streckgehöftes ist durch seine auf herrschaftliche Gebäude wie das unweit gelegene Vogtshaus rekurrierenden Staffelgiebel, die für die Baar charakteristisch sind und auch dem örtlichen Brandschutz dienten, baulich ausgezeichnet. Die Hofanlage besitzt ortsbaugeschichtliche Bedeutung und dokumentiert den repräsentativen Anspruch des bäuerlichen Bauherren und dessen Lebensverhältnisse im 18. Jahrhundert in Gutmadingen. |
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| Einhaus | Gutmadingen, Zehntgasse 3 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Scheune und Ställen, 18. Jahrhundert
Das stattliche Einhaus, in dem Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach untergebracht sind, besitzt ortsbaugeschichtliche Aussagekraft und veranschaulicht bäuerliche Lebensverhältnisse des 18. Jahrhunderts in Gutmadingen. |
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Kirchen-Hausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Alte Schule und Rathaus | Aitrachtalstraße 10, 12 (Karte) |
Alte Schule und Rathaus des Ortsteils Hausen mit zugehörigem ehemaligem Lehrerwohnhaus in traditionalistischen Heimatstilformen von 1922/23. Das Rat- und Schulhaus ein zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Gauben besetzter Walmdachbau. Axialsymmetrische Hauptfassade mit gliedernden senkrechten Quaderun-gen und betonter Mittelachse. Hier der zurückgesetzte Haupteingang mit rundbogigem Oberlicht. Mit bauzeitlicher ortsfester Ausstattung, wie: Sprossenfenstern und Türen, gefliestem Flur und Treppenhaus, Kassettendecken, Wandbrunnen, Lamberien etc. - Durch Torpfeiler zum Pausenhof mit dem ehem. Lehrerwohnhaus verbunden. Dieses ein zweigeschossiger Walmdachbau mit Erd-, Obergeschoss und Dachwohnung; giebelseitige Außentreppe mit Geländer vor dem mit seinen ortfesten Details nahezu komplett erhaltenen Treppenhaus, die Dachgeschosswohnung gleichfalls mit nahezu vollständiger ortsfester Ausstattung wie etwa Wohnungstür und Zimmertüren mit Rahmungen. (Sachgesamtheit)
Das alte Schul- und Rathaus des Ortsteils Hausen ist mit seiner achsensymmetrischen Hauptfassade, seinen gequaderten Lisenen und seinem rundbogigen, kassettierten Hauptportal mit Pilastern dem traditionalistischen Heimatstil der frühen 1920er-Jahre zuzuordnen, der sich stark am Klassizismus orientiert. Somit bildet das Gebäude eine zeittypische Ausdrucksform der Bauaufgabe am Beginn des 20. Jahrhunderts. Ebenso charakteristisch ist die ehemalige Doppelnutzung als Schule und Rathaus, womit dem Bau zusammen mit dem benachbartem Lehrerwohnhaus verwaltungs- wie auch bildungsgeschichtliche Aussagekraft zukommt. Die umfangreiche bauzeitliche Ausstattung in beiden Gebäuden führen den damaligen Schul- und Verwaltungsalltag sowie die Lebensverhältnisse des Lehrers in anschaulicher Weise vor Augen. |
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| Streckgehöft | Kirchen-Hausen, Aitrachtalstraße 46 (Karte) |
18. Jahrhundert | Bestehend aus: Wohnhaus, zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, Ober- und Dachgeschosse in Sichtfachwerk mit geschweiften Streben und Rautenformen, 18. Jahrhundert; angebauter Ökonomieteil, mit weit abgeschlepptem Satteldach und nordwestlichem Queranbau, Laubengang mit Abort auf Rückseite, 18. Jahrhundert
Das Wohnhaus des Streckgehöftes zeugt durch seine Zierfachwerkelemente vom repräsentativen Anspruch des bäuerlichen Bauherren und ist gleichzeitig von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Die Hofanlage dokumentiert landwirtschaftliche Lebensverhältnisse im 18. Jahrhundert in Kirchen-Hausen. |
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| Einhaus | Kirchen-Hausen, Aitrachtalstraße 49 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach, 18. Jahrhundert
Das Einhaus mit regionaltypischer Querteilung vereinigt Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach und dokumentiert somit bäuerliche Lebensverhältnisse des 18. Jahrhunderts in Kirchen-Hausen. Durch sein Alter ist es zudem von ortsbaugeschichtlicher Relevanz. |
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| Bahnhof | Kirchen-Hausen, Am Bahnhof 1 (Karte) |
Teil der Sachgesamtheit Eisenbahnstrecke Wutachtalbahn/sog. Sauschwänzlebahn (STREDA/VZG-Streckennummer 4403), Streckenabschnitt von Km 20,4 (Bahnhof Weizen) bis Km 61,5 (ehem. Bahnhof Hintschingen/Abzweigstelle Hintschingen). Geschützt nach § 12 DSchG |
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Weitere Bilder |
Antonius-Kapelle | Kirchen-Hausen, Am Bergle 30 (Karte) |
um 1500 | Kath. Antonius-Kapelle, verputzter Saalbau mit Satteldach und halbrunder Chorapsis, verputzter Südostturm mit Satteldach auf rechteckigem Grundriss, Glocke gegeossen von Gießerei Schalch aus Schaffhausen, 1789, Hauptportal und Fenster spitzbogig, im Inneren Altar von 1788 mit Skulpturen des hl. Antonius und zwei Putti (restliche Skulpturen bis auf hll. Franziskus und Antonius von Padua sowie zwei Engel nach Diebstahl als Kopien ersetzt worden), Chorglasfenster mit Darstellungen der hll. Antonius und Paulus von Theben von Glasmalerei A. Merzweiler aus Freiburg, 1902, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, erbaut um 1500 auf Resten des romanischen Vorgängers (Renovierung und Fresken an der linken, fensterlosen Kapellenseitenwand mit Darstellungen aus der Antonius-Legende von Rudolf Kaufhold aus Freiburg, 1950); umgebende Freifläche
Die katholische Antonius-Kapelle wird durch ihre prägnante Lage am Bergle, einer Anhöhe am südwestlichen Rand des Ortsteils Kirchen auch Bergle-Kapelle genannt. Das heutige spätgotische Gebäude entstand um 1500 auf Resten des romanischen Vorgängerbaus. In dieser Zeit erfuhr der heilige Antonius, ein wesentlicher Begründer des Eremiten- und Mönchtums, der auch als Vieh- und Seuchenpatron angerufen wurde, hohe Verehrung im süddeutschen Sprachraum. Die Kapelle bildete damit eine in der Region der Baar weithin bekannte Wallfahrtsstätte, in der von 1728 bis 1789 ein Einsiedler in der Nachfolge des heiligen Antonius lebte. Damit besitzt der Bau wichtige glaubensgeschichtliche sowie frömmigkeitspraktische Aussagekraft vom ausgehenden Spätmittelalter bis zum Ende des 18. Jahrhunderts und ist charakteristisch für das katholisch geprägte Kirchen-Hausen. Der marmorierte Altar von 1788 mit vergoldeten Akanthusranken zeugt von Gestaltungsidealen des Rokoko und ist mitsamt der noch im Original erhaltenen Skulpturen des Kapellenpatrons sowie zweier Putti von kunstgeschichtlichem Zeugniswert. |
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| Einhaus | Kirchen-Hausen, Donautalstraße 19 (Karte) |
1779 | Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, mit Scheune, Schopf und Ställen, 1797
Da stattliche Einhaus mit regionaltypischer Querteilung vereinigt Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach, womit es bäuerliche Lebensverhältnisse am Ende des 18. Jahrhunderts in Kirchen-Hausen dokumentiert. Durch sein Alter ist es zudem von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. |
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| Wegkreuz | Kirchen-Hausen, vor Donautalstraße 19 (Karte) |
1874 | Kreuz und mehrfach abgestufter Sockel aus Sandstein, erneuerter Metallkorpus, Inschriften: „Bitte Gott um seinen Segen. Er schickt Sonnenschein und Regen. Errichtet von Joseph Elsässer und seiner Ehefrau Magdalena Münzer“, 1874 (i)
Das Wegkreuz am nördlichen Ortsrand des Ortsteils Hausen wurde 1874 von Joseph Elsässer und dessen Ehefrau Magdalena Münzer gestiftet. Damit ist es Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit katholischer Prägung. Solche sakralen Kleindenkmale bilden Andachtsstätten für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis vergegenwärtigt wird. |
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| Marienkapelle | Kirchen-Hausen, Münstergasse 1 (Karte) |
um 1866 | Verputzter Saalbau mit Satteldach und Polygonalchor, offener hölzerner Dachreiter mit Pyramidenhaube, Hauptportal und Fenster rundbogig, Portalsturz inschriftlich bezeichnet, Kruzifix über dem Hauptportal, Skulptur der Muttergottes mit Strahlenkranz hinter dem Altar (nach Diebstahl der Vorgängerskulptur von der Kirchengemeinde neu gestiftet), einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, Kapelle erbaut 1864 (restauriert 1980/81)
Die Marienkapelle bildet den einzigen Sakralbau des nördlichen Ortsteils Hausen. Nachdem bereits seit 1800 Bauanträge an das bischöfliche Bauamt zur Erbauung einer Kapelle eingingen, konnte die Kapelle erst 1864 realisiert werden. Insbesondere der Innenraum des historistischen Baus knüpft an romanische Gestaltungsideale an. Gleichzeitig befinden sich unter der Ausstattung auch einige Kunstobjekte aus dem aufgehobenen Kloster Amtenhausen bei Immendingen, wie die beiden Darstellungen des heiligen Nepomuk sowie des heiligen Joseph. Die Kapelle besitzt somit wichtigen kunstgeschichtlichen Quellenwert und ist zugleich ein wichtiges Zeugnis der Frömmigkeitspraxis im katholisch geprägten Kirchen-Hausen. |
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| Streckgehöft | Kirchen-Hausen, Münstergasse 8 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnstallhaus, verputzt mit Satteldach und südlichem Queranbau, Keller mit Kreuzgratgewölbe und Mittelstütze, im Kern 1605; Ökonomieteil, verputzt mit Satteldach und Staffelgiebel
Der Ökonomieteil des Streckgehöfts ist durch seinen für die Baar charakteristischen Staffelgiebel, der auch dem örtlichen Brandschutz diente, architektonisch ausgezeichnet. Die Hofanlage ist insbesondere durch den Keller mit Kreuzgratgewölben und Mittelstütze im Wohnstallhaus von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert. Zudem dokumentiert sie vormoderne Lebensverhältnisse im bäuerliche geprägten Kirchen-Hausen. |
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| Pfarrhaus | Kirchen-Hausen, Ringstraße 5 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzt mit Satteldach, im Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, mit Scheune und Stall, an südöstlicher Traufseite Spitzbogenportal, wohl 18. Jahrhundert, Vorgängerbau anzunehmen; Pfarrgarten mit gusseiserner Einfriedung
Das katholische Pfarrhaus bildet mit der schräg gegenüberliegenden Pfarrkirche eine ortsbauliche Dominante im Ortsteil Kirchen. Das Anwesen mit erhaltenem Pfarrgarten samt qualitätvoller, gusseiserner Einfriedung zeugt von den vormodernen Lebensverhältnissen des gesellschaftlich angesehenen Ortsseelsorgers, der teilweise auf Selbstversorgung angewiesen war. Damit ist das Pfarrhaus von wichtiger kirchen- und ortsgeschichtlicher Bedeutung für Kirchen-Hausen. |
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Weitere Bilder |
Katholische Pfarrkirche St. Marien | Kirchen-Hausen, Ringstraße 12 (Karte) |
1703–1730 | Verputzte Saalkirche mit Satteldach und Chorturm, dieser mit Polygonalhaube und Dreiecksgiebeln auf rechteckigem Grundriss, Glockengeschoss mit steinsichtigen abgeschrägten Ecken, untere Turmgeschosse mit schartenartigen Fenstern und Eckquaderung, südöstlicher querhausartiger Anbau mit Satteldach, südwestliches Hauptportal mit Vorhalle, Rundbogenfenster, im Inneren Voutendecke mit Profilrahmungen, darin Deckengemälde mit Darstellungen der Himmelfahrt und Krönung Mariens sowie der hl. Cäcilie von Maler Johann Eisele aus Donaueschingen, 1932, Hochaltar mit Skulptur der Muttergottes im Strahlenkranz, wohl frühes 18. Jahrhundert, spitzbogige Sakramentsnische, um 1550, Seitenaltäre, 1723, Seitenaltargemälde mit Darstellungen der hll. Katharina von Alexandrien, Nepomuk, Aloisius von Gonzaga von Franz Ferdinand Dent sen., gemalte Kreuzwegstationen wohl von Joseph Anton Engesser aus Engen, Sandsteinskulptur des auferstandenen Christus von Bildhauer Franz Xaver Reich aus Hüfingen, Kreuzigungsgruppe, 15./16. Jahrhundert, Skulptur des hl. Antonius Einsiedlers, 15. Jahrhundert, Votivbild gestiftet von Gemeinde, 1791, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, untere Turmgeschosse spätgotisch, erbaut 1680 bis 1730, Verlängerung des Kirchenschiffs, 1860 bis 1876, Glockengeschoss, wohl 2. Hälfte 19. Jahrhundert (Wiederherstellung des barocken Innenraums unter Donaueschinger Pfarrer Heinrich Feurstein, 1932, renoviert 1987); ummauerter Kirchhof
Die katholische Pfarrkirche St. Marien bildet mit ihrem markanten Chorturm eine ortsbildprägende Dominante und gilt als eine der Mutterkirchen der Baar, welche Stützpunkte der Christianisierung im Frühmittelalter darstellten. Der heutige Bau entstand zwischen 1680 und 1730 unter Einbeziehung der spätgotischen Turmuntergeschosse. Im Chorraum findet sich mit der spitzbogigen Sakramentsnische ein weiterer Anhaltspunkt, der auf den Vorgängerbau verweist. Der Großteil des Innenraums ist jedoch durch die barocke Ausstattung des 18. Jahrhunderts geprägt. Dabei stechen neben dem monumentalen Hauptaltar mit farbigem Stuckmarmor die Seitenaltäre mit charakteristischen Goldakzentuierungen hervor, die kunstgeschichtlich bedeutende Gemälde des Malers Franz Ferdinand Dent senior, dem Vater des für die Region herausragenden Malers Franz Ferdinand Dent junior enthalten. Weiterhin enthält das Kircheninnere Teile der Ausstattung der Antonius-Kapelle wie die spätgotische Holzskulptur des Kapellenpatrons, die sich einst in der Nische des Kapellenturms befand. Ebenso stammt das eindrucksvolle Votivbild von 1791 aus der Antonius-Kapelle. Es wurde nach ausbleibender Rinderseuche als Dankesbezeugung der göttlichen Macht durch die Gemeinde gestiftet und enthält vor diesem Hintergrund eine authentische Darstellung des Ortes am Ende des 18. Jahrhunderts. Damit ist der Kirchenbau von zentralem kirchen- und ortsgeschichtlichem Zeugniswert und besitzt gleichsam Aussagekraft für die Religionsgeschichte der Baar. Die ursprüngliche Lage des Friedhofs innerhalb des eingefriedeten Kirchhofs machen die Pfarrkirche auch für die örtliche Begräbnispraxis bedeutsam. |
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Weitere Bilder |
Gefallenendenkmal | Kirchen-Hausen, bei Ringstraße 12 (Karte) |
1926 | Sandsteinwand mit Kranzgesims und flankierenden stelenartigen Vorsprüngen, darauf antikisierende Helme mit Lorbeerbündeln, im Schaft Eiserne Kreuze und Eichenlaubmedaillons, im Zentrum zwischen den Namen der Gefallenen vollplastische Skulpturengruppe mit zwei knienden und betenden Soldaten sowie segnender Engelsplastik im Priestergewand, Sockel inschriftlich bezeichnet, nach Entwurf von Julius Hitzel vom erzbischöflichen Bauamt Freiburg, Außenstelle Konstanz, ausgeführt durch Bildhauer Karl Nägele aus Sigmaringendorf, 1926, erweitert durch die Tafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs, 1959
Das Gefallenendenkmal an der südwestlichen Kirchhofmauer ist ein zentraler Bestandteil der örtlichen Erinnerungs- und Gedenkkultur in Folge beider Weltkriege. Dabei sticht insbesondere der dominierende Mittelteil für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs hervor. Die im Krieg zu Tode gekommenen Soldaten werden dabei als gefallene Helden stilisiert, deren Tod durch die Darstellung des segnenden Engels im Priestergewand und das Bibelzitat unter dem Kranzgesims gleichsam sakralisiert wird. Damit ist das Gefallenendenkmal auch ein anschauliches Zeugnis für die Verschränkung von christlicher und patriotischer Gedenksymbolik in der Zwischenkriegszeit, womit es den nationalen Pathos der Zeit in anschaulicher Weise widerspiegelt. |
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| Grabstein des Heinrich Kullruff | Kirchen-Hausen, bei Ringstraße 12 (Karte) |
1915 | Grabstein des geistlichen Rates und Dekans Heinrich Kullruff mit bekrönendem Kruzifix und Engelsplastik in rundbogiger Stele mit Dreiecksgiebel am Kreuzfuß.
Die Grabstätte des geistlichen Rates und Dekans Heinrich Kullruff befindet sich in prominenter Lage direkt an der Südostseite der Pfarrkirche. Kullruff lebte zwischen 1819 und 1915 und prägte insbesondere während seiner 36-jährigen Amtszeit als Pfarrer die Orts- und Kirchengeschichte von Kirchen-Hausen. Die bildhauerisch hochwertige Gestaltung des Grabsteines bildet eine Andachtsstätte für den Verstorbenen, die durch das Kruzififx auf den christlichen Glauben an eine Auferstehung nach dem Tod verweist und daher frömmigkeitspraktische Aussagekraft besitzt. |
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| Burgruine Sunthausen | Kirchen-Hausen, Sunthauser Weg (Karte) |
Vereinzelte Mauerreste, wohl 2. Hälfte 13. Jahrhundert
Die Burgruine Sunthausen bildete einst eine Höhenburg im nordöstlichen Kilteltal, ca. zwei Kilometer südöstlichen von Kirchen-Hausen. Erbauer der Burg waren die Herren von Sunthausen aus der Nähe von Bad Dürrheim, die als Lehensleute im Dienste der Fürstenberger standen. Nach wechselnden Besitzverhältnissen wurde die Anlage 1446 durch die Stadt Schaffhausen zerstört, als sich diese mit dem damaligen Eigentümer der Burg, Hans von Rechberg, in Fehde befand. Die seit 1513 als Burgstall bezeichnete Ruine kam dann 1588 an die Grafen zu Fürstenberg. Heute sind von der für die regionale Herrschaftsgeschichte des Hoch- und Spätmittelalters bedeutenden Anlage nur noch vereinzelte Mauerreste erhalten. |
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Leipferdingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Einhaus | Leipferdingen, Kellhofstraße 1 (Karte) |
1730 | Zweigeschossiger und mit Ausnahme des Vordergiebels am Wohnteil verputztes Einhaus mit Satteldach, westliche Giebelseite in Sichtfachwerk mit Schwebegiebel und Zierelementen wie geschweiften Andreaskreuzen, Rähmbalken unter dem Giebeldreieck bez. „An[n]o d[omini] 1730 MARIAH ISIOSEPH den 9ten May“, auf der Südseite an den Wohnteil angesetzter dreigeschossiger Anbau aus Sichtfachwerk mit Satteldach, unter dem Wohnteil Schopf, Wirtschaftsteil bestehend aus Stall und Tenne sowie an die westliche Schmalseite angebautem Schopf mit Satteldach, vor dem Stall Brunnentrog bez. 1907, Kernbau 1730 (i), Nutzung als Gasthaus zum Kreuz bis 1865
Das ehemalige Gasthaus Zum Kreuz ist als bäuerliches Einhaus mit regionaltypischer Querteilung konzipiert, in dem Wohn- und Ökonomiebereiche unter einem Dach untergebracht sind. Das Gasthaus, mit einstiger Gaststube im Obergeschoss bestand bis 1865 und bildete einen dörflichen Treffpunkt der Bewohner Leipferdingens. Da auch Durchreisende in solchen Landgasthäusern einkehrten, ist das Gebäude ein beredtes Zeugnis für die Leipferdinger Sozial- und Kommunikationsgeschichte von der 1. Hälfte des 18. bis zur 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die östliche Giebelseite mit anschaulich erhaltenem Zierfachwerk dokumentiert den repräsentativen Anspruch des Bauherren und besitzt daher auch hauskundliche Bedeutung. |
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| Wegkreuz | Leipferdingen, Gewann Klein Lehle (Karte) |
1871 | Kreuz und Sockel aus Sandstein, steinerner Korpus, Inschrift: „O Mensch denk das Jesus für dich gelitten hat 1871 gewidmet Peter Weh u. M St“, 1871 (i)
Das Wegkreuz am südwestlichen Ortsausgang von Leipferdingen wurde 1871 gestiftet und ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Frömmigkeit katholischer Prägung. Solche sakralen Kleindenkmale bilden Andachtsstätten für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis vergegenwärtigt wird. |
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| Gefallenendenkmal | Leipferdingen, an Luitfriedstraße 15 | 1870/1871 | Namenstafel mit rundbogig abgeschlossener Sandsteinrahmung, im Bogenfeld Pickelhaubenrelief mit Eichenlaub, unterer Abschluss mit Eisernem Kreuz, gestiftet von der Gemeinde Leipferdingen, wohl kurz nach 1871
Das Ehrenmal befindet sich am ehemaligen Rathaus von Leipferdingen inmitten des Dorfkerns. Es bildet einen wichtigen Bestandteil der örtlichen Gedenk- und Erinnerungskultur infolge des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71, der als letzter Schritt zur Gründung des deutschen Kaiserreiches national verklärt wurde. Das Denkmal ist somit auch Ausdruck dieses nationalen Pathos, in dessen verbildlichter Ausstrahlungskraft die am Krieg beteiligten Soldaten als Reichshelden bzw. Krieger verherrlicht werden. |
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| Bahnwärterhaus | Leipferdingen, Gewann Rübteil | Teil der Sachgesamtheit Eisenbahnstrecke Wutachtalbahn/sog. Sauschwänzlebahn (STREDA/VZG-Streckennummer 4403), Streckenabschnitt von Km 20,4 (Bahnhof Weizen) bis Km 61,5 (ehem. Bahnhof Hintschingen/Abzweigstelle Hintschingen). Geschützt nach § 12 DSchG |
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| Bahnwärterhaus | Leipferdingen, St. Joosstraße 1 (Karte) |
Teil der Sachgesamtheit Eisenbahnstrecke Wutachtalbahn/sog. Sauschwänzlebahn (STREDA/VZG-Streckennummer 4403), Streckenabschnitt von Km 20,4 (Bahnhof Weizen) bis Km 61,5 (ehem. Bahnhof Hintschingen/Abzweigstelle Hintschingen). Geschützt nach § 12 DSchG |
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| Bahnhof | Leipferdingen, St. Joosstraße 3 (Karte) |
Teil der Sachgesamtheit Eisenbahnstrecke Wutachtalbahn/sog. Sauschwänzlebahn (STREDA/VZG-Streckennummer 4403), Streckenabschnitt von Km 20,4 (Bahnhof Weizen) bis Km 61,5 (ehem. Bahnhof Hintschingen/Abzweigstelle Hintschingen). Geschützt nach § 12 DSchG |
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| Wegkreuz | Leipferdingen, bei St. Michaelstraße 8 (Karte) |
1858 | Gusseisernes Kreuz und Korpus, Sandsteinsockel mit Inschrift: „Heilige Mission 1858, 1933, 1908, 1949, 1923, 1961 Helft Seelen retten, rette deine Seele“, Umzäunung, 1858 (i)
Das Wegkreuz in prominenter Lage vor der Pfarrkirche ist Zeugnis gelebter und bildlich zum Ausdruck gebrachter Religiosität und bildet eine Andachtsstätte für Passanten. Solche sakralen Kleindenkmale charakterisieren die die katholisch geprägte Kulturlandschaft von Leipferdingen in besonderem Maße. Als Missionskreuz hält das Wegkreuz die Erinnerung an die innere Mission, vornehmlich durch Angehörige des Jesuitenordens, im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Die vielen Jahresangaben beziehen sich dabei auf den Zeitpunkt der jeweiligen inneren Mission. |
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Weitere Bilder |
Pfarrkirche St. Michael | Leipferdingen, St. Michaelstraße 10 (Karte) |
1724 | Verputzte Saalkirche mit Satteldach und Polygonalchor mit Strebepfeilern, südlicher Chorflankenturm mit Pyramidenhaube und Dreiecksgiebeln auf rechteckigem Grundriss, südlicher Sakristeianbau mit Schleppdach, aufgemalte Eckquaderungen, im Westen spitzbogiges Gewändeportal mit Plastik der Muttergottes mit Dornenkrone im Bogenfeld, darüber Maßwerkrose mit Vierstrahl, am Langhaus Spitzbogenfenster, an Chor und Glockengeschoss spitzbogige Maßwerkfenster, im Langhaus korbbogiges Tonnengewölbe auf pilasterartigen Konsolen mit Stichkappen und Profilrahmen, darin Deckengemälde mit Darstellungen zum freudenreichen, schmerzhaften und glorreichen Rosenkranz, nach Brand restauriert oder neu geschaffen, 1932, im Chor Netzrippengewölbe auf Dienstbündeln bzw. skulpturalen Konsolen, vierpassförmige Schlusssteine mit Darstellungen des hl. Georg mit Drachen, einem Engel mit Schweißtuch der hl. Veronika und Pietà, Hochaltar von Josef Eberle aus Überlingen, 1879, Seitenaltäre, 1754, linker Seitenaltar mit Kopie einer plastischen Pietà (Original gestohlen), rechter Seitenaltar mit plastischer Darstellung des Heilands in der Rast, Seitenaltarblätter von R. Rauch nach Vorbild der durch Brand zerstörten Originale, 1934, gemalte Kreuzwegstationen von Johann Georg Mesmer aus Saulgau, 1795, drei Tafelgemälde, darunter Darstellung des hl. Augustinus von D. Kohler, 1869 und Darstellung der hl. Monika von C. A. Renz aus Tuttlingen, 1874, einschließlich weiterer historischer Ausstattung und Zubehör, untere drei Turmgeschosse im Kern romanisch, 4. Turmgeschoss und Chor erbaut 1482/87, Umbau, Erweiterung und Umgestaltung des Langhauses, 1724/44, Wiederaufbau mit oberstem Turmgeschoss und Renovierung nach Brand durch Oberbauinspektor Ludger aus Freiburg, Bauausführung durch Architekt Hohler aus Singen, 1932 bis 1934
Die katholische Pfarrkirche St. Michael inmitten des historischen Dorfkerns bildet mit ihrem Chorflankenturm eine vertikale Dominante, die das Ortsbild bereits auf weite Sicht hin prägt. Der Vorgängerbau der Leipferdinger Kirche, eine 1111 erstmals urkundlich erwähnte Wallfahrtskapelle brannte 1471 ab, woraufhin der spätgotische Neubau mit netzrippengewölbtem Chor in den 1480er-Jahren errichtet wurde. Da es sich um das letzte Netzrippengewölbe der Baar handelt, kommt dem Chor ebenso wie dem charakteristischen Stabwerkportal zur Sakristei besonderer baugeschichtlicher Wert für die Region zu. Dabei sind insbesondere die reliefierten Schlusssteine als bezeichnende sakrale Bildkunst dieser Zeit zu würdigen. Das Langhaus ist vornehmlich durch die spätbarocken Umbau- und Erweiterungsarbeiten des 18. Jahrhunderts geprägt, was sich in eindrücklicher Weise an der Ausgestaltung des Gewölbes, an der durch Rocaillen akzentuierten Kanzel und an den aus Stuck- und echtem Marmor bestehenden Seitenaltären ablesen lässt. Mit dem neugotischen Hochaltar hat auch der Historismus des späten 19. Jahrhunderts seine Spuren hinterlassen, womit die Pfarrkirche weitreichende kunstgeschichtliche Aussagekraft besitzt. Leider brannte das Gebäude 1932 erneut, wodurch viele Kunstwerke restauriert oder in Anlehnung an die zerstörten Originale neu geschaffen werden mussten. Diese Maßnahmen brachten jedoch auch qualitätvolle Werke der frühen 1930er-Jahre wie die Seitenaltarblätter oder die Deckengemälde hervor. Mit ihrer künstlerischen Ausstattung ist die Pfarrkirche somit ein beredtes Zeugnis der örtlichen Kirchen- und Glaubensgeschichte seit dem Spätmittelalter und zudem bezeichnend für die katholisch geprägte Kulturlandschaft in der Region von Leipferdingen. |
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| Wegkreuz | Leipferdingen, Gewann Obere Lehle (Karte) |
1900 | Kreuz und Sockel mit Blendmaßwerk aus Sandstein, Korpus und Kelchrelief am Kreuzfuß aus Metall, Sockelinschrift, 1900 (i)
Das Wegkreuz an der Gabelung von Tengener und Emmishofer Straße südwestlich von Leipferdingen bildet eine Andachtsstätte für Passanten, denen der Kreuzestod Christi und die damit verbundene Bedeutung für das christliche Heilsverständnis vergegenwärtigt wird. Das Kelchrelief nimmt zudem Bezug zur Eucharistie, in welchem sich das christliche Kreuzesopfer erneuert. Die Blendmaßwerkrahmung zeugt vom anhaltenden Einfluss der Neugotik im Bereich des sakralen Kunsthandwerks. |
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Ehemalige Denkmale
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
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| Einhaus | Aulfingen, Aitrachstraße 8 (Karte) |
18. Jahrhundert | Einhaus, zweigeschossig, Satteldach, mit Scheune, Schopf und Stall. Abgerissen 2016[2] Geschützt nach § 2 DSchG |
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| Einhaus | Aulfingen, Längenwaldstraße 10 (Karte) |
18. Jahrhundert | Zweigeschossig, Satteldach, mit Scheune und Stall. Abgerissen. Geschützt nach § 2 DSchG |
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| Einhaus | Geisingen, Mühltorgasse 1 (Karte) |
18. Jahrhundert, im Kern älter | Zweigeschossig, Satteldach, mit Gewölbekeller. Umfassend modernisiert, in Denkmalliste, Stand 2008, eingetragen, im Geoportal BW, Stand 2026, nicht mehr als Denkmal geführt. Geschützt nach § 2 DSchG |