Liste der Kulturdenkmale in Hessigheim
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In der Liste der Kulturdenkmale in Hessigheim sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Hessigheim im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
- Lage: Straßenname und Hausnummer oder Flurstücknummer des Kulturdenkmals, gegebenenfalls auch Gemarkung oder Ortsteil. Die Grundsortierung der Liste erfolgt nach dieser Adresse. Der Link (Karte) führt zu verschiedenen Kartendiensten mit der Position des Kulturdenkmals. In einem Tool mit Kartenansicht können die Koordinaten durch Verschieben korrigiert werden.
- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Hessigheim
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Oberes Backhaus | Angelgasse 8 (Karte) |
Eingeschossiger Quaderbau mit flach gestaffeltem Dach und Backsteinkamin, Deckung mit Natursteinplatten, 1831
Das anschaulich überlieferte Gemeindebackhaus im nördlichen Teil des Hessigheimer Ortskernbereichs ist ein charakteristischer Vertreter jener kleinen öffentlichen Funktionsbauten, die nach einer 1808 ergangenen königlichen Verordnung zum Zweck der Holzersparnis und der Verringerung der Feuergefahr durch private Öfen in jeder württembergischen Gemeinde errichtet werden mussten und wichtige Zeugnisse der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt des 19. Jahrhunderts sind. |
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| Weingärtnerhaus (seit 1987 Rathaus) | Besigheimer Straße 17, 19 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Krüppelwalmdach und nördlichem Eulenloch auf massivem hohem Kellersockel, Erdgeschoss teilweise massiv, sonst Sichtfachwerk, teilweise mit verblatteten Fuß- und Kopfbändern, Schwertungen und überkreuzten Streben, allseitig mehrfach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen und beschnitzten Knaggen, im nördlichen Giebelfeld Reste von Gefachmalerei mit vegetabilen und figürlichen Motiven, an südöstlicher Gebäudeecke rekonstruierte Bohlenstube mit Fenstererkern, im Norden schmaler Vorbau mit rundbogigem Kellerzugang, im Eck Jahreszahl und Initialen, 1464/65 (d), rückwärtiger Giebel 1495 (d), Umbau im Kellerbereich 1554 (i), Erneuerung des rückwärtigen Giebels, 1558/59 (d) (Renovierung und Umgestaltung zum Rathaus, 1987); Kellerbau, eingeschossiger verputzter und traufseitig geöffneter Massivbau mit Satteldach auf Resten eines Gewölbekellers, rundbogiger Kellerzugang, im Bogenscheitel Jahreszahl, 1578 (i)
Das stattliche Weingärtnerhaus im südlichen Dorfkernbereich ist durch sein dendrochronologisch wie auch inschriftlich nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Mit seinen verblatteten Fuß- und Kopfbändern, Streben und Schwertungen sowie dem rückwärtigen, bereits verzapften Giebelfachwerk weist es dabei authentisch überlieferten Fachwerkbestand des Spätmittelalters auf und bildet so einen der ältesten erhaltenen Profanbauten im Ort mit wichtigem Quellenwert für die Hausforschung. Während sich im Erdgeschoss eine geräumige Halle mit rückwärtigem Ökonomie-, Lager- und Arbeitsbereich befand, war im Obergeschoss die Wohnzone untergebracht. Diese war zweigeteilt und besaß jeweils eine Bohlenstube, die von der mittig gelegenen Küche beheizbar war. Damit dokumentiert das Gebäude das vom Weinbau geprägte Leben und Wirtschaften der 2. Hälfte des 15. sowie des 16. Jahrhunderts in Hessigheim. Der Kellerbau wurde als Zugang zu einem nur noch teilweise erhaltenen Gewölbekeller unter der zum Weingärtnerhaus gehörenden Scheune (1982 abgebrochen) angelegt und zeugt demnach von vormodernen Methoden der großflächigen Vorratshaltung in der damaligen Zeit. Die gesamte Hofanlage gehörte bis ins 17. Jahrhundert zu den umfangreichen Besitztümern des Klosters Hirsau im Ort, dem bis zur Einführung der Reformation 1556 auch die Pfarrei unterstand. |
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| Wohnhaus | Besigheimer Straße 18 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Fachwerkbau mit Satteldach auf massivem Kellersockel, zur Straße dreifach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen, westlich schmaler Anbau mit Satteldach, rundbogiger Kellerzugang, 1712/13 (d), Anbau wohl 18./19. Jahrhundert
Das giebelständige Wohnhaus schräg gegenüber dem heute als Rathaus genutzten Weingärtnerhaus ist durch sein dendrochronologisch überliefertes Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung. Mit dem rundbogigen Kellereingang dokumentiert es wohl das vom Weinbau geprägte Leben und Wirtschaften des frühen 18. Jahrhunderts in Hessigheim. Mit seinem einheitlich erhaltenen Fachwerkbestand besitzt das Wohnhaus zudem aussagekräftigen Quellenwert für die Haus- und Gefügeforschung. |
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Weitere Bilder |
Staustufe 16 Hessigheim (Teil der Sachgesamtheit Neckarkanal) | Brückenstraße 5, 5/1, 5/2, 5/3, 5/4, 7; Neckar (Karte) |
Die 1968 vollendete Bundeswasserstraße Mannheim-Plochingen, zeitgenössisch als Neckarkanal bezeichnet, war eine der bedeutendsten Bau- und Planungsaufgaben in Südwestdeutschland. Nachdem durch die Weimarer Verfassung vom August 1919 die Wasserstraßen in die Zuständigkeit des Reiches übergegangen waren und die Nationalversammlung am 27. April 1920 den Ausbau des Neckars von Mannheim bis Plochingen beschlossen hatte, lag die konkrete Bauplanung bei der neuerrichteten Reichsbehörde „Neckarbaudirektion“. Ihr Leiter, der württembergische Ingenieur Otto Konz (1875 bis 1965), war zuvor jahrelang an der gemeinsamen Planung der drei Neckaruferstaaten Baden, Württemberg und Hessen-Darmstadt beteiligt gewesen.
Die herausragende Ingenieurleistung besteht zunächst in der integrierten Gesamtplanung und Ausführung des dreifachen Zweckes des Neckarkanals: den Ausbau des Flusses zur Schifffahrtsstraße, der Energiegewinnung durch Laufwasserkraftwerke an den 27 Staustufen und dem Hochwasserschutz für mehr als 2000 ha Uferfläche. Die hohe Qualität der Planung kommt besonders auch darin zum Ausdruck, dass die ungewöhnliche Reihenfolge der Errichtung der einzelnen Staustufen ohne größere Umplanungen zum erwünschten Ergebnis führte. Vom Prinzip, von der Mündung an bergwärts eine Staustufe nach der anderen zu bauen, wurde besonders in den ersten Bauphasen bis 1945 abgewichen. Hauptgründe waren die Arbeitsbeschaffung in der Nähe der größeren Städte und der dortige Bedarf an Energie und hochwasserfreien Flächen. Beachtenswert ist, dass die Bauten des Neckarkanals mit besonderer Rücksicht auf die Kulturlandschaft geplant wurden. Bekannt ist in diesem Zusammenhang vor allem die Mitwirkung des Architekten Paul Bonatz (1877 bis 1956) an der Staustufe Heidelberg, die 1925 bis 1927 mit rotem Sandstein verblendet wurde und sich so harmonisch in die Stadt- und Schlosssilhouette einfügt. Die Zusammenarbeit zwischen dem Ingenieur Konz und dem Architekten Bonatz galt eine Zeit lang als einzigartige Synthese von Zweckmäßigkeit und Schönheit bei Ingenieurbauten. So ist der Neckarkanal nicht nur ein bedeutendes Zeugnis der Verkehrsgeschichte und des Ingenieurbaus im 20. Jahrhundert, sondern auch der Architekturgeschichte. |
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| Wengertunterstand | Gemeinde (Karte) |
Bruchstein, flach gewölbt, verputzt, im Türsturz datiert 1893.
Der als Wetterschutz dienende Unterstand ist an einem ehemaligen Weinberg errichtet. Neben seiner Bedeutung für die Verkehrs- und Ortsgeschichte ist der Unterstand zudem für die Volkskunde von Belang und besitzt, aufgrund seiner kaum mehr überlieferten Bauaufgabe, heute Seltenheitswert. |
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| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Adler | Hinterdorfstraße 1 (Karte) |
Schmiedeeisen und Eisenblech, 19. Jahrhundert
Der Wirtshausausleger bildet mit der Darstellung eines doppelköpfigen und bekrönten Adlers ein markantes und weithin sichtbar in den Straßenraum hineinragendes Erkennungszeichen des Gasthauses Zum Adler. Damit ist der Ausleger ein wertvolles Dokument des früheren Wirtshauswesens im Ort und besitzt als qualitätvolles Erzeugnis der Schmiedeeisen- und Blechbearbeitung des 19. Jahrhunderts kunsthandwerklichen Zeugniswert. |
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| Wohnstallhaus | Hinterdorfstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach auf massivem Gewölbekeller, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, Nordgiebel zweifach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen und beschnitzten Knaggen, an nordwestlicher Gebäudeecke rechteckige Werksteinstütze mit Jahreszahl und Steinmetzzeichen an der Kapitellzone, segmentbogiger Kellerzugang, daneben unregelmäßig angeordnete Fenster- und Portalöffnungen, 1471/72 (d), Erdgeschossumbau 1595 (i), weitere Umbauten 17./18. Jahrhundert
Das langgestreckte Wohnstallhaus unmittelbar neben dem heute als Rathaus genutzten Weingärtnerhaus ist durch sein dendrochronologisch sowie inschriftlich nachvollziehbares Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und beherbergt dabei spätmittelalterlichen Fachwerkbestand von 1471/72, womit es sich um einen der ältesten erhaltenen Profanbauten Hessigheims handelt. Ausweislich der unregemäßigen Fenster- und Portalanordnung an der westlichen Traufseite sowie dem markanten Eckpfeiler mit hauskundlich wertvollem Steinmetzzeichen wurde das Erdgeschoss mehreren Umbauten und Umnutzungen unterzogen, wobei das Erdgeschoss im nördlichen Bereich um die Eckstütze weitgehend geöffnet war. Das Wohnstallhaus dokumentiert somit vormodernes Leben und Wirtschaften von der 2. Hälfte des 15. bis ins 18. Jahrhundert in Hessigheim. |
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| Rundbogiger Kellereingang | Hinterdorfstraße 5 (Karte) |
16. Jahrhundert. Der rundbogige Kellereingang ist durch sein hohes Alter von ortsbaugeschichtlicher Relevanz und gibt Auskunft über frühneuzeitliche Methoden der Vorratshaltung, die wohl mit dem hier vorherrschenden Weinbau in Verbindung standen. | 97013149 | ||
| Wohnhaus | Hinterdorfstraße 12 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach auf massivem Kellersockel, Erdgeschoss teilweise massiv, sonst Fachwerk mit Zierelementen sowie Giebelmalerei unter Putz, Nordostgiebel mehrfach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen, wohl 16./17. Jahrhundert
Das Wohnhaus am südlichen Dorfkernrand ist durch sein hohes Alter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und dokumentiert frühneuzeitliche Lebensverhältnisse im vormodernen Hessigheim des 16. und 17. Jahrhunderts. Die unter dem Putz nachgewiesenen Zierelemente sowie die Giebelmalerei belegen den gehobenen Gestaltungsanspruch des damaligen Bauherren. |
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| Zwei Weinbergschützenhütten | Steige (Karte) |
In den Hang gebaut, Quaderbauten mit Tonnengewölben und Erdüberdeckungen, Rechteckportale, wohl 19. Jahrhundert
Die in den Hang gebauten Weinbergschützenhütten an der Ottmarsheimer Straße dienten den Weinbergschützen, auch Weinberghüter genannt, als Unterkunft zur Rast oder bei Unwettern. Zu den Aufgaben der Hüter gehörte neben der Überwachung der Rebstöcke auch die Vertreibung der Vögel durch Ratschen, Peitschen oder später Schreckschusspistolen. Die Schützenhütten weisen regionaltypische Konstruktionsformen mit tonnengewölbten Innenräumen und Quadermauerwerk auf, womit es sich um bautypologisch aussagekräftige Zeugnisse der Arbeitsbedingungen im Weinberg des 19. Jahrhunderts handelt. In diesem Kontext sind die kleinen Bauten auch sprechende Belege für den Weinbau als dominierende Landwirtschafts- und Erwerbsform im Hessigheim der damaligen Zeit. |
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| Felsengärten | Wurmberg; Wurmbergweg (Karte) |
Historische Terrassenweinberge Wurmberg mit sämtlichen Mauerzügen, Wegeführung, Weinberghäuschen und Wasserstaffeln
(siehe auch Weinberge Besigheim - Wurmberg) Mindestens seit dem Spätmittelalter wird an den Steilhängen des Wurmbergs Wein angebaut. Erste bislang nachgewiesene Belege stammen von 1478. In den Forstlagerbüchern von Andreas Kieser aus den 1680er-Jahren werden die Terrassenweinberge in nahezu ähnlicher Ausdehnung wie heute dargestellt. Wie an den Terrassenlagen im Neckartal zumeist üblich, befinden sich zwischen den parallel zur Hangneigung verlaufenden Wasserstaffeln jeweils zwei Weinbergparzellen, die sich über die gesamte Höhe des Steilhangs erstrecken. Die Bestockung der Terrassenfelder (sog. Schrannen) geschieht nahezu ausnahmslos parallel zu den Höhenlinien. Die Terrassenfelder fassen in der Regel zwei bis drei Rebenreihen. Eine Besonderheit am Wurmberg sind vereinzelt in den Terrassenmauern vorhandene Räume. Sie sollen zur Aufbewahrung von Geräten und Weinbergpfählen verwendet worden sein und sind eine Eigenart, die von den Gemmrigheimer Weinbauern bekannt ist. Insgesamt zeichnet sich die weitläufige Weinberglage zwischen Hessigheim und Besigheim mit ihren historischen Terrassenlagen durch ihre flächenmäßige Ausdehnung und einen anschaulichen Überlieferungsgrad aus, wodurch es sich um ein prägendes Element der vom Weinbau bestimmten Kulturlandschaft der Region mit Assoziationswert handelt. In diesem Kontext besitzen die Terrassenweinberge der als Felsengärten bekannten Weinberge des Wumbergs zentrale Aussagekraft für den Weinbau als bestimmende Landwirtschafts- und Erwerbsform in Hessigheim. |
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| Ev. Pfarrhaus | Kirchgasse 5 (Karte) |
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Erdgeschoss mit Eckquaderung massiv, darüber Sichtfachwerk mit genasten Fuß- und Kopfbändern im östlichen Giebelfeld, an den Giebeln mehrfach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen und beschnitzten Knaggen, 1578 (i), Umbau wohl 18. Jahrhundert
Das evangelische Pfarrhaus bildet mit der gegenüberliegenden Pfarrkirche eine bauliche Dominate im nördlichen Dorfkernbereich. Der stattliche Bau dokumentiert die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der hier ansässigen Pfarrer seit 1578 in anschaulicher Weise und ist damit von wesentlicher Bedeutung für die Hessigheimer Kirchengeschichte. Die Zierfachwerkelemente des östlichen Giebelfelds sind charakteristisch für die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und sind Ausdruck des gehobenen gesellschaftlichen Ansehens der Ortsgeistlichen. |
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| Hof des Klosters Hirsau | Kirchgasse 7, 9 (Karte) |
Hakenförmige Hofanlage, bestehend aus: sog. Kellerei, Wohnhaus, zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach auf L-förmigem Grundriss, massiver L-fömriger Gewölbekeller, Ostgiebel in Sichtfachwerk, zweifach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen, Eckquaderung, Rechteckfenster teilweise mit gekehlten Gewänden, Rundbogentore, 1579/80 (d, i), Umbau 1624 (i); Zehntscheune, weitgehend in konstruktivem Sichtfachwerk aufgeführte Scheune mit Satteldach, massiver Sockel verputzt, segmentbogiger Zugang mit Jahreszahl im Scheitel, 1580 (i), spätere Erneuerungen
Die hakenförmige Hofanlage direkt gegenüber der Pfarrkirche ist durch ihr inschriftlich sowie dendrochronologisch nachvollziehbares Alters von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und befand sich einst im Besitz des Klosters Hirsau, das bis ins 17. Jahrhundert über umfangreiche Besitztümer im Ort verfügte und dem die Pfarrei sowie der damit verbundene Kirchenzehnt bis zur Einführung der Reformation 1556 unterstand. In diesem Kontext fungierte die Zehntscheune als Lagerort für die durch die Bevölkerung abzuliefernden Zehntabgaben, womit die Hofanlage frühere Eigentums- und Wirtschaftsformen sowie die damit verbundenen Lebensverhältnisse dokumentiert. |
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Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche (St. Martin) | Kirchgasse 10 (Karte) |
St. Stephanus), verputzte Saalkirche mit westlich abgewalmtem Satteldach und Polygonalchor, südöstlicher Chorflankenturm auf rechteckigem Grundriss mit polygonal abgeschlossener Turmhaube, schmale Lichtscharten, rundbogige Schallöffnungen, Spitz-, Rund- und Segmentbogenöffnungen, Chorfenster sowie östliche Langhausfenster mit zweibahnigen Maßwerkgliederungen, im Langhaus Flachdecke, im Chor Netzrippengewölbe auf konsolähnlichen Diensten, Schlusssteine mit Darstellungen der hll. Stephanus und Veit sowie der Muttergottes, Chorfenster durch ornamentale Wandmalereien gerahmt, neben Sakristeitür runder Wendeltreppenturm, Sakristei im Turmerdgeschoss mit Kreuzgwölbe auf Fratzenkonsolen, rosenförmiger Schlussstein, Altarziborien, lettnerartiger, dreischiffiger Einbau mit sechseckigen Pfeilern und Netzrippengwölben, einschließlich historischer Ausstattung wie oktogonales Taufbecken oder Grabepitaphien inner- und außerhalb der Kirche, Turm im Kern hochmittelalterlich, weitgehender Neubau unter Einbeziehung des Turms, 15. Jahrhundert, Tür- und Fenstervergrößerung im Langhaus, 17. Jahrhundert, Erneuerung von Glockengeschoss und Turmhaube 1757, Langhausverlängerung nach Westen mit Abwalmung, 1772 (Erneuerungen und Renovierungen 1949 u. 1963); Kirchhofummauerung, westliches Rundbogentor bezeichnet 1612 (i)
Die evangelische Pfarrkirche bildet in ihrer erhöhten Lage über dem Neckar eine das Ortsbild weithin bestimmende Dominante mit Wiedererkennungswert für Hessigheim. In seinem heutigen Erscheinungsbild stammt der Sakralbau wohl aus der 2. Hälfte des 15. bzw. 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts. Beim damaligen Neubau von Polygonalchor und Langhaus wurde der im Kern hochmittelalterliche Turm (die Kirche ist erstmals 1150 urkundlich belegt) miteinbezogen. Dieser verweist mit seiner beträchtlichen Mauerstärke von bis zu 1, 50 m sowie seinen schmalen Lichtscharten auf eine ehemalige Wehrkirchenfunktion. So konnten sich die Einwohner im Falle eines Angriffs oder feindlichen Überfalls in die schützende Anlage mit einstiger doppelter Ummauerung samt Zwinger zurückziehen, was anhand der heutigen Kirchhof- und Friedhofsummauerung noch anschaulich nachvollzogen werden kann. Das Innere des Saalkirchenbaus ist durch den dreischiffigen Einbau der Altarziborien geprägt. Diese netzrippengewölbten Baldachine für die ehemaligen Seitenaltäre sind durch ein breiteres Zwischenjoch miteinander verbunden, womit sich das Gepräge eines dreischiffigen Hallenlettners ergibt. Da der Einbau jedoch bis knapp unter die Decke reicht, handelt es sich hier nicht um einen Lettner, da von solchen Chorschranken auch liturgische Lesungen gehalten wurden. Die spätgotische Formensprache der Altarziborien setzt sich im Chorbereich fort, wo sich in den Schlusssteinen des Netzrippengewölbes charakteristische Darstellungen von Heiligen und der Muttergottes befinden. Hierbei deutet der östliche Schlussstein mit dem hl. Stephanus auf das ursprüngliche Patrozinium hin, das auch archivalisch nachweisbar ist. Der innenliegende Wendeltreppenturm zur Erschließung der oberen Trumgeschosse untermauert die einstige Nutzung als Wehrkirche. Damit ist der Sakralbau ein architekturgeschichtlich bedeutender Vertreter der neckarschwäbischen Spätgotik und besitzt mit seinen Altarziborien einen nur noch selten anzutreffenden Quereinbau, welcher die liturgische Raumhierarchie des Spätmittelalters in authentischer Weise dokumentiert. Weiterhin besitzt die Pfarrkirche zentralen Zeugniswert für die Hessigheimer Siedlungs-, Glaubens- und Begräbnisgeschichte seit dem Hochmittelalter. |
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| Rundbogiger Kellereingang | Mittelgasse (Karte) |
Keilstein mit Initialen, Jahreszahl und Muschelreliefs, 1791 (i)
Der rundbogige Kellereingang ist durch sein inschriftlich überliefertes Alter von ortsbaugeschichtlichem Zeugniswert und gibt Auskunft über vormoderne Formen der Vorratshaltung, die wohl mit dem im Ort vorherrschenden Weinbau in Verbindung standen. Die Initialen liefern wichtige Anhaltspunkte zur Identität des damaligen Haus- und Kellerbesitzers. |
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| Unteres Backhaus | Mittelgasse 22 (Karte) |
Eingeschossiger Quaderbau mit flach gestaffeltem Dach und Backsteinkamin, Deckung mit Natursteinplatten, südliche Gebäudeecke abgefast, 1831
Das anschaulich überlieferte Gemeindebackhaus im mittleren Teil des Hessigheimer Ortskernbereichs ist ein charakteristischer Vertreter jener kleinen öffentlichen Funktionsbauten, die nach einer 1808 ergangenen königlichen Verordnung zum Zweck der Holzersparnis und der Verringerung der Feuergefahr durch private Öfen in jeder württembergischen Gemeinde errichtet werden mussten und wichtige Zeugnisse der dörflichen Arbeits- und Lebenswelt des 19. Jahrhunderts sind. |
97013153 | ||
| Scheune | Ottmarsheimer Straße 6/1 (Karte) |
Zweigeschossiger Bau mit Satteldach, südöstliche Giebelseite massiv und Erdgeschoss teilweise massiv, sonst Sichtfachwerk, nordwestliche Giebelseite zweifach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen und Bügen, 17./18. Jahrhundert
Die stattliche Scheune ist durch ihr Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und dokumentiert in ihrem authentischen Erhaltungszustand bäuerlich geprägtes Wirtschaften am Ende der Frühen Neuzeit in Hessigheim. |
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| Historische Terrassenweinberge Mühlberg mit sämtlichen Mauerzügen | Mühlberg (Karte) |
Wegeführung, Weinberghäuschen und Wasserstaffeln
(siehe auch Weinberge Mundelsheim - Käsberg, Burzberg) Mindestens seit dem Spätmittelalter wird an den Steilhängen des Mühlbergs, des Käsbergs, des Burzbergs, der Langen Weinberge und des sog. Kalk Wein angebaut. Erste bislang nachgewiesene Belege für Weinberge in Hessigheim stammen von 1275, wobei sich jedoch erst in den Forstlagerbüchern des Andreas Kieser aus den 1680er-Jahren visuell fassbare Angaben finden. Wie an den Terrassenlagen im Neckartal zumeist üblich, befinden sich zwischen den parallel zur Hangneigung verlaufenden Wasserstaffeln jeweils zwei Weinbergparzellen, die sich über die gesamte Höhe des Steilhangs erstrecken. Die Bestockung der Terrassenfelder (sog. Schrannen) geschieht nahezu ausnahmslos parallel zu den Höhenlinien. Die Terrassenfelder fassen in der Regel zwei bis vier Rebenreihen. Bemerkenswert ist die noch vereinzelt vorkommende Erziehungsform der Mauerkammerze: Hier werden die Rebstöcke in die Wandfläche einer Terrassenmauer gepflanzt, wodurch die Reben zusätzliche Wärme aus den Mauersteinen bekommen. Insgesamt zeichnet sich die weitläufige Weinberglage zwischen Hessigheim und Mundelsheim mit ihren historischen Terrassenfeldern durch ihre flächenmäßige Ausdehnung und einen anschaulichen Überlieferungsgrad aus, womit es sich um ein prägendes Element der vom Weinbau bestimmten Kulturlandschaft der Region handelt. Gleichzeitig besitzen die Terrassenweinberge des Mühlbergs zentrale Aussagekraft für den Weinbau als bestimmende Landwirtschafts- und Erwerbsform in Hessigheim. |
103389811 | ||
| Inschriftenstein mit Jahreszahl | Rathausstraße (Karte) |
Name und durch Kranzrelief gerahmtes Handwerkerzeichen, 1695 (i)
Der Inschriftenstein ist durch sein inschriftlich überliefertes Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und liefert wertvolle Anhaltspunkte zu Identität, gesellschaftlicher Stellung und beruflicher Tätigkeit des damaligen Bauherren Hans Schmit. |
96971700 | ||
Weitere Bilder |
Rathaus | Rathausstraße 3 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit östlich abgewalmtem Satteldach auf massivem Kellersockel, hölzerner Dachreiter, Erdgeschoss massiv mit Eckquaderung, darüber Fachwerk, zur Straße profiliertes Segmentbogenportal, im Keilstein Jahreszahl, daneben rundbogiger Kellerzugang, traufseitig ehemaliges Segmentbogentor, errichtet auf Keller des Vorgängerbaus, 1791 (i), Ausleger mit Uhr, um 1900
Das Rathaus bildet eine wichtige Mittelpunktsfunktion inmitten des Ortskerns und wurde auf dem erhaltenen Keller des nicht mehr genügenden sowie schadhaften Vorgängerbaus errichtet. Das Rathaus ist durch seine zeittypische Walmdachform sowie dem fein profilierten Segmentbogenportal als Sonderbau hervorgehoben und beherbergte neben den Versammlungsstuben der Dorfverwaltung im Obergeschoss auch den Ortsarrest sowie den Standort für die Feuerlöschgeräte, worauf das ehemalige Segmentbogentor im Erdgeschoss hinweist. Damit ist das Rathaus mit dem qualitätvollen Uhrausleger aus der Zeit um 1900 von herausragender Bedeutung für die Verwaltungs- und Herrschaftsgeschichte Hessigheims von 1791 bis 1987. Es ist zudem ein aussagekräftiges Zeugnis für die charakteristische Mehrfachnutzung solcher Dorfrathäuser, in welchen sich in der Regel viele öffentliche Funktionen der Kommune bündelten. |
97014805 | |
| Wirtshausausleger des Gasthauses Zum Ochsen | Rathausstraße 9 (Karte) |
Guss- und Schmiedeeisen, 19. Jahrhundert; Inschriftentafel mit Erbauungsinschrift, Namen, Jahreszahl und Ochsenrelief, 1745 (i)
Der Wirtshausausleger bildet mit der Darstellung eines gehörnten Ochsen ein markantes und weithin sichtbar in den Straßenraum hineinragendes Erkennungszeichen des Gasthauses Zum Ochsen. Damit ist der Ausleger ein wertvolles Dokument des früheren Wirtshauswesens im Ort und besitzt als qualitätvolles Erzeugnis der Schmiede- und Gusseisenbearbeitung des 19. Jahrhunderts kunsthandwerklichen Aussagewert. Die Inschriftentafel mit Ochsendarstellung liefert ortsbaugeschichtlich relevante Anhaltspunkte zur Errichtung des ehemaligen Gasthauses durch das Ehepaar Johann Jacob und Eva Bohm. |
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| Wohnhaus | Rathausstraße 13 (Karte) |
Zweigeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach wohl auf massivem Keller, Erdgeschoss in Bruchstein- und Quadermauerwerk, darüber Fachwerk, Südostgiebel dreifach vorkragend mit profilierten Gesimsen, östliche Gebäudeecke abgefast, rundbogiger Kellerzugang, wohl um 1600
Das ansehnliche Wohnhaus ist durch sein hohes Alter von ortsbaugeschichtlicher Bedeutung und zeichnet sich durch seine abgefaste Ostecke im historischen Ortsbild aus. Es dokumentiert vormodernes Leben und Wirtschaften im stark vom Weinbau geprägten Hessigheim des 17. Jahrhunderts und besitzt in seinem anschaulichen Erhaltungszustand hauskundlichen Zeugniswert. |
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| Wohnhaus | Rathausstraße 15 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Bau mit Satteldach auf massivem Kellersockel, Erdgeschoss wohl massiv, darüber Fachwerk, südwestlich Queranbau mit Satteldach, giebelseitig zweifach vorkragend mit sichtbaren Balkenköpfen, beschnitzten Knaggen und gerundeter Eckkonsole, erschlossen über trapezförmige Freitreppe mit rechteckigem Kellerzugang, wohl 17. Jahrhundert
Das Wohnhaus am nördlichen Ende der Rathausstraße ist durch sein Alter für die Ortsbaugeschichte bedeutsam und zeigt mit seinen Vorkragungen zeittypische Elemente des Fachwerkbaus. Es dokumentiert bäuerlich geprägtes Leben und Wirtschaften des 17. Jahrhunderts in Hessigheim und besitzt durch seinen anschaulich überlieferten Fachwerkbestand hauskundlichen Aussagewert. |
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| Weinbergschützenhütte | Lettengraben (Karte) |
Quaderbau mit Tonnengewölbe und Erdüberdeckung, profiliertes Rechteckportal, im Sturz Jahreszahl und Initialen, 1899 (i)
Die Weinbergschützenhütte am Römerweg diente den Weinbergschützen, auch Weinberghüter genannt, als Unterkunft zur Rast oder bei Unwettern. Zu den Aufgaben der Hüter gehörte neben der Überwachung der Rebstöcke auch die Vertreibung der Vögel durch Ratschen, Peitschen oder später Schreckschusspistolen. Die Schützenhütte weist eine regionaltypische Konstruktionsform mit tonnengewölbtem Innenraum und Quadermauerwerk auf, womit es sich um ein bautypologisch aussagekräftiges Zeugnis der Arbeitsbedingungen im Weinberg um 1900 handelt. In diesem Kontext ist der kleine Bau auch ein sprechender Beleg für den Weinbau als dominierende Landwirtschafts- und Erwerbsform im Hessigheim der damaligen Zeit. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.