Liste der Kulturdenkmale in Künzelsau
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In der Liste der Kulturdenkmale in Künzelsau sind die Kulturdenkmale der Stadt Künzelsau im Hohenlohekreis in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

- Bezeichnung: Nennt den Namen, die Bezeichnung oder die Art des Kulturdenkmals.
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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Amrichshausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz mit älterer Bildstocktafel: breites Sandsteinkreuz mit Korpus im Hochrelief | Betzenweg (Karte) |
Wohl 3. Viertel 18. Jahrhundert, darunter Inschrift-Kartusche, Tischsockel mit Girlanden-Ornament und Inschrift der Renovierung von 1892, am Kreuz angelehnt volutenverzierte Bildstock-Aufsatztafel mit Relief Christus am Ölberg, in Kartusche bezeichnet I. W. H.1707 (renoviert 1990)
Das Wegkreuz in der Ortsmitte verdeutlicht mit seinen aus verschiedenen Epochen stammenden Elementen und dem Renovierunghinweis die lange Tradition und fortdauernde Pflege solcher Andachtsorte an Wegen und auf der Flur. Es bezeugt die katholische Prägung von Amrichshausen, das sich im Gegensatz zu den meisten anderen Gemeinden der Gegend durch die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg nicht dauerhaft dem neuen Bekenntnis anschließen konnte. Die Reliefs und die Schmuckelemente dokumentieren in ihrer zeittypischen Formensprache lokale Bildhauerkunst. |
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Weitere Bilder |
Bildstock aus Sandstein | Betzenweg / Bildstockweg (Karte) |
Bestehend aus: Tischsockel mit Inschrift, Aufsatz mit Bildnische mit Pietà als Hochrelief, darunter Inschrift, geschwungener Abschluss, bekrönt durch Dreieinigkeitsdarstellung im Relief mit Inschriftfeld, flankiert von zwei Putten, Kreuz als Kopfstück, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Der Bildstock am südlichen Ortsausgang steht in einer alten Tradition solcher Andachtsorte an Wegen und auf der Flur und verbildlicht gelebte Frömmigkeit. Er bezeugt die durch die lange Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg erklärliche katholische Prägung von Amrichshausen, das in der Inschrift explizit Gottes Schutz unterstellt wird. Die Reliefs und die Schmuckelemente dokumentieren in ihrer zeittypischen Formensprache lokale Bildhauerkunst des späten Barock. |
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| Wegkreuz | Burkertsdobel (Karte) |
Kruzifix aus Sandstein, an der Kreuzbasis Inschrift, hoher, oben abgeschrägter Tischsockel mit Inschrift und Stifterangaben (Johannes Schmitt und Ehefrau), 1920 (i)
Das Anfang des 20. Jahrhunderts gefertigte und westlich außerhalb des Ortes gelegene Wegkreuz verdeutlicht die lange Tradition solch äußerer Zeichen der Frömmigkeit. Der Andachtsort bezeugt die durch die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg erklärliche katholische Prägung von Amrichshausen. |
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| Bildstock aus Sandstein | Exterweg 20 (Karte) |
Gefaster Schaft auf gestuftem Sockel mit Bildstock- und Stifterinschrift („Familie Burkert, 1925“), Aufsatz mit Relief der 14 Nothelfer und des Apokalyptischen Lamms, geschwungener Abschluss, bekrönt durch Kreuz (renoviert 2000)
Der Anfang des 20. Jahrhunderts gefertigte und ehemals außerhalb des Ortes gelegene Bildstock verdeutlicht die lange Tradition solch äußerer Zeichen der Frömmigkeit. Der Andachtsort bezeugt die durch die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg erklärliche katholische Prägung von Amrichshausen. Kunsthistorisch relevant ist die Darstellung der Nothelfer, die hier unter dem Apokalyptischen Lamm als Christussymbol versammelt sind - eine ungewöhnliche Variante des Themas, die aber beispielsweise im nicht weit entfernten Krautheim-Gommersdorf ebenfalls zu finden ist. |
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| Wegkreuz | Exterweg (Karte) |
Gusseisernes Kreuz mit Korpus auf hohem, oben abgeschrägtem Sandsteinsockel mit Inschrift, eingerahmt von Birken, ca. 1910
Das nördlich des Ortes gelegene Kruzifix steht in einer sehr alten Tradition. Als Andachtsort auf der Flur veranschaulicht es die katholische Prägung von Amrichshausen, das sich im Gegensatz zu den meisten anderen Gemeinden der Gegend durch die Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg nicht dauerhaft dem neuen Bekenntnis anschließen konnte. Mit der malerischen Gestaltung durch Pflanzungen und der Jugendstilornamentik an den Kreuzenden ist das Wegkreuz ein charakteristischer Vertreter der Gattung für den Beginn des 20. Jahrhunderts. |
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| Bildstock aus Sandstein | Julius-Echter-Straße 21 (Karte) |
Bildstockaufsatz mit Relief der Kreuzigung mit Maria und Johannes, geschweifter Abschluss mit Voluten, Pfeiler als Schaft mit ionischem Kapitell, schmaler Tischsockel, 3. Viertel 18. Jahrhundert
Der in der Ortsmitte gelegene Bildstock verdeutlicht zusammen mit den anderen religiösen Kleindenkmalen des Ortes die lange Tradition solch äußerer Zeichen der Frömmigkeit und die katholische Prägung von Amrichshausen. Sein schlichtes Relief und die Zierformen des Aufsatzes bezeugen zeittypisches ländliches Steinmetzhandwerk des Spätbarock. |
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| Schulhaus (heute Gemeinde-Verwaltungsstelle und Volksbank-Zweigstelle) | Julius-Echter-Straße 34 (Karte) |
Zweigeschossiger steinsichtiger Massivbau in Naturstein mit zweiläufiger Außentreppe, Krüppelwalmdach, 1843/44 erbaut
Bei dem Gebäude handelt es sich um einen für den ländlichen Raum in der Mitte des 19. Jahrhunderts charakteristischen, schlichten, aber durch die Naturstein-Fassaden wertig gestalteten Bau mit öffentlicher Funktion. Seiner für die Ortsgeschichte zentralen ursprünglichen Nutzung als Bildungsstätte gemäß liegt er an der Hauptstraße von Amrichshausen. |
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| Bildstock aus Sandstein | Julius-Echter-Straße 41 (Karte) |
Bildstockaufsatz mit Relief der Dreifaltigkeit (renoviert) auf achtkantigem Schaft sowie Relief einer Pietà am Schaftfuß, Tischsockel mit Inschrift, 1883 (i)
Wie die anderen Bildstöcke und Wegkreuze auf der Gemarkung verdeutlicht der in der Ortsmitte befindliche Bildstock die katholische Prägung von Amrichshausen, das unter der Herrschaft von Würzburg beim alten Glauben verblieben war. Er steht in einer langen Tradition solcher Kleindenkmale, die bildlicher Ausweis einer gelebten Religiosität sind. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Maria [§ 28] | Pfarrweg 3 (Karte) |
Saalkirche mit Westturmanlage und Chor mit Kreuzrippengewölbe, 1612/1614 (i) begonnen, 1625 geweiht, unter Einbeziehung älterer Teile, neue Empore, 1709/10, Erneuerungen und Renovierungen, 18./19. Jahrhundert, Ausstattung, u. a. Altäre von Johann Andreas Sommer, Wappen der Würzburger Bischöfe Echter und von Ehrenberg über dem Westportal; Kirchhof mit Ummauerung aus Natursteinen [§ 2]; Friedhofskreuz [§ 2], hölzerner Korpus an neuem Holzkreuz; Gefallenendenkmal [§ 2], steinernes Kruzifix mit Inschrift in Schaftbasis, auf gestuftem, oben abgeschrägtem Tischsockel Namen der Gefallenen des Ersten Weltkriegs, Bildhauer: K. Beez/Künzelsau (i), seitlich angebracht Namenstafeln für Gefallene des Zweiten Weltkriegs
Die Kirche mit dem ummauerten Kirchhof ist das zentrale Baudenkmal von Amrichshausen und ein eindrückliches und in der Region einzigartiges Dokument der Sakralbau-, Herrschafts- und Kirchengeschichte. Nicht nur die Inschrift über dem Portal weist zusammen mit den Wappen auf die vom Hochstift Würzburg aus im Ort vehement betriebene Gegenreformation, sondern auch der gewählte Baustil: Die für das frühe 17. Jahrhundert völlig untypischen gotischen Formen z. B. der Fensteröffnungen und des spitzen Turmhelms sind ein Charakteristikum der unter Bischof Julius Echter von Mespelbrunn entstandenen Bauten (sog. Echtergotik oder Echterstil) und Ausdruck einer gewünschten Rückkehr in eine vorreformatorische Glanzzeit des alten Glaubens. Die künstlerisch ausgesprochen qualitätvolle Ausstattung vor allem des Spätbarock - u. a. die Stücke der bekannten Bildhauerfamilie Sommer - zeichnet stilgeschichtliche Entwicklungen in der Sakralkunst nach. Das auf dem Kirchhof aufgestellte Monument für die Gefallenen der Weltkriege bezeugt für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts charakteristische Formen des liturgischen und profanen Gedenkens. |
97021870 ( |
Belsenberg
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Brunnen mit gusseisernem Brunnenstock und Steintrog | Heilig-Kreuz-Straße 41 (Karte) |
Stock als Säule mit floralem Ornament, von Knospe bekrönt, 19. Jahrhundert
Der Brunnenstock ist mit seinen regelmäßig angeordneten, teils dem Klassizismus entliehenen Schmuckmotiven ein anschauliches Beispiel historistischer Kunstauffassung. Er bezeugt die serielle Fertigung von gusseisernen kunsthandwerklichen Produkten im 19. Jahrhundert und ist zugleich ein Dokument der historischen Wasserversorgung in Belsenberg. |
97022106 | ||
| Keller in jüngerer Fachwerk-Scheune | Heilig-Kreuz-Straße (Karte) |
Massives Kellergeschoss, am Rundbogen-Kellertor bezeichnet 1560
Mit seinem hohen Alter ist der Keller nicht nur ein bauhistorisch aufschlussreiches Dokument. Er bezeugt als Lagerstätte aus dem 16. Jahrhundert auch die traditionelle landwirtschaftliche Prägung des Ortes, der durch seine südexponierten Hänge eine Zeit lang erfolgreich Weinbau betreiben konnte. |
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| Streckgehöft | Heilig-Kreuz-Straße 54 (Karte) |
Bestehend aus: gestelztem Wohnstallteil mit Schmiede, zweigeschossiger verputzter Bau mit massivem Erdgeschoss und Fachwerk-Obergeschoss, profiliertes geohrtes Türgewände, 1774 (i); angebauter Fachwerkscheune
Das Gebäude veranschaulicht exemplarisch das Leben und Arbeiten im in erster Linie durch die Landwirtschaft geprägten Belsenberg des 18. und 19. Jahrhunderts. Neben dem Ökonomieteil im Erdgeschoss bezeugt die einstige Werkstatt das damalige Wirtschaften: Oft wurde im Nebenerwerbe ein Handwerk betrieben. Die an einigen Stellen aufwendig gestalteten Baudetails sind nicht nur hauskundlich aussagekräftig, sondern auch ein Ausweis der sozialen Stellung der einstigen Bewohner. |
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| Schul- | Heilig-Kreuz-Straße 55 (Karte) |
Rat- und Armenhaus, zweigeschossiger Bau in Hanglage, Satteldach, Erdgeschoss massiv, verputzt, Obergeschoss verputzt mit Fenstern der 1930er-Jahre, neuere Außentreppe, Sichtfachwerkgiebel 17. Jahrhundert
Das Gebäude diente den wichtigsten öffentlichen Funktionen des Ortes und zeichnet so ein Stück Bildungs-, Verwaltungs- und Sozialgeschichte von Belsenberg nach: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Schulhaus erbaut und 1675 baulich verändert, diente es Mitte des 19. Jahrhunderts als Armenhaus und ab 1864 dann mehr als hundert Jahre zusätzlich als Rathaus. |
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Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche [§ 28] | Heilig-Kreuz-Straße 60 (Karte) |
Viergeschossiger Westturm mit Welscher Haube, zweigeschossiges Langhaus mit Emporen zu zwei Seiten, rechteckiger, tonnengewölbter Chor, untere Geschosse von Turm und Langhaus massiv, verputzt, oberstes Turmgeschoss und Langhaus-Obergeschoss Fachwerk, Sandstein-Gewände, Wandmalerei im Chor um 1420, Chor wohl 13. Jahrhundert, Langhaus 15. Jahrhundert, Umbau und Turmanbau im Westen 1707/08, Turm nach Blitzeinschlag wiederaufgebaut 1824 (i), Veränderungen und Sakristeianbau 19. Jahrhundert; erhaltene Teile der Kirchhofummauerung [§ 2]; Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs, ergänzt durch Namenstafeln für den Zweiten Weltkrieg [§ 2]
Der mit seinen Fachwerkaufsätzen malerisch wirkende Bau ist wesentliche bauliche Dominante der Belsenberger Ortsmitte. Die aus verschiedenen Umbau- und Erweiterungsphasen stammenden Teile bilden anschaulich regionale Sakralbaugeschichte ab: Der noch ins Hochmittelalter reichende Chor, der die Kirche zu einer der ältesten der Region macht, war ursprünglich wohl Teil eines Ostturms und birgt mit den gotischen Wandmalereien des Weltgerichts ein kunsthistorisch wichtiges Beispiel der Gattung. Das Langhaus ist mit seinem Fachwerkobergeschoss ein ungewöhnliches bauhistorisches Dokument dieser Konstruktionsart auch im Sakralbau der Frühen Neuzeit. Vor allem die Ausstattung mit Emporen, Orgel und Kanzel zeugt von den liturgisch und ästhetisch veränderten Vorzeichen im 18. Jahrhundert. Als zentraler Bau der Pfarrei, die bereits im 13. Jahrhundert belegt ist und mehrere Filialen zählte, ist die Kirche zudem von Bedeutung für die lokale Kirchengeschichte. |
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| Fürstlich-hohenlohische Zehntscheuer | Heilig-Kreuz-Straße (Karte) |
Fachwerkscheune mit Satteldach, überdachter Kellerhals mit rundbogigem Eingang, wohl Anfang 18. Jahrhundert, seit 1856 privatisiert
Die Fachwerkscheune - archivalischen Quellen zufolge bis 1856 in Fürstlich-Hohenlohischem Besitz - ist ein Dokument des Abgabewesens der Feudalzeit sowie ein Zeugnis der Wirtschaftsgeschichte in Belsenberg. |
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| Zwei Steinbogenbrücken: Brücke über den Österbach mit steinerner Brüstung | Herrengasse (Karte) |
Im Scheitel erhöhte Fahrbahn, 18. Jahrhundert; Steinbogenbrücke mit steinerner Brüstung über den Deubach, 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Die beiden Brücken bezeugen die historische Wegeführung in dem kleinen Ort in der Talsenke, der durch die beiden an dieser Stelle zusammenkommenden Bachläufe in seiner Topographie bestimmt wird. |
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| Ev. Pfarrhaus (heute Rathaus) | Herrengasse 14 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit Halbwalmdach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk, zentrales dreiachsiges, übergiebeltes Zwerchhaus, im Türsturz bezeichnet 1748; an südlicher Traufseite eingeschossiger Kelleranbau, sandsteingemauert mit Fachwerkgiebel
Das stattliche, über den Bach hinweg gut einsehbare Gebäude trägt seine zentrale Rolle für den Ort durch die markante Dachgestaltung und die axial strukturierte Fassade nach außen: Als Pfarrhaus war es das geistliche Zentrum von Belsenberg. Neben seiner orts- und kirchengeschichtlichen Bedeutung besitzt es als ländliches spätbarockes Pfarrhaus baukundliche bzw. typengeschichtliche Aussagekraft. |
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| Schulhaus (heute Wohnhaus) auf fürstlich-hohenlohischem Zehntkeller: zweigeschossiges Gebäude in Hanglage mit hohem | Herrengasse 16 (Karte) |
Bruchsteingemauertem Kellergeschoss mit großem Rundbogentor, im Keilstein Wappenkartusche mit Krone, 1731 (i); darüber errichtete Schule mit Lehrerwohnung, sandsteinsichtiges Obergeschoss mit Eckquaderung und Sichtfachwerkgiebel, durch steinerne Außentreppe erschlossen, 1840
Der imposante Kellerbau vermittelt die Bedeutung, die einst die Weinwirtschaft für Belsenberg besaß, und zeichnet gleichzeitig lokale Herrschaftsgeschichte und das historische Fiskalwesen nach: Die verschiedenen Zehnten waren nach und nach im Laufe des Mittelalters vollständig an Hohenlohe gegangen, das allgemein die meisten Rechte an Belsenberg hielt. Mit der im 19. Jahrhundert hinzugekommenen Funktion der Schule, die sich auch baulich durch das aufgesetzte Massivgeschoss und den Fachwerkgiebel ausdrückt, kommt ihm eine zusätzliche ortsgeschichtliche Bedeutung zu. |
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| Ortstafel aus Gusseisen | Herrengasse 18 (Karte) |
Mit militärischen Angaben zur Regimentszugehörigkeit, letztes Viertel 19. Jahrhundert
Die kleine Tafel ist ein sprechendes Zeugnis der Verwaltungs- und Militärgeschichte, indem sie Zuständigkeiten und Strukturen des späten 19. Jahrhunderts vermittelt: Solche Tafeln wurden auf Erlass des württembergischen Innenministeriums 1876 nach preußischem Vorbild im ganzen Land aufgestellt als Erleichterung bei Einberufungen zum Militär. |
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| Friedhof mit Friedhofsportal | Herrengasse (Karte) |
1914 (i); Sandsteinquader-Ummauerung; Friedhofskreuz, 1916 (i)
Der am südöstlichen Ortsausgang gelegene Friedhof ist ein zeittypisches Zeugnis der Erinnerungskultur und ein Dokument der Ortsgeschichte. Das in schlichten, aber für den Beginn des 20. Jahrhunderts charakteristischen Formen gestaltete Friedhofskreuz steht in einer langen Tradition solcher auch liturgisch, z. B. bei der Gräbersegnung an Allerheiligen, eingebundener Orte. |
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| Kelter (heute Gemeinschaftshaus) | Plänle 4 (Karte) |
Eingeschossiger Bau in Bruchstein- und Fachwerkbauweise, um 1750
Es handelt sich um ein anschauliches wirtschafts- und herrschaftsgeschichtliches Zeugnis, das eine für Belsenberg zentrale Funktion innehatte. Im 14. Jahrhundert in den Besitz von Hohenlohe gekommen, beherbergte die Kelter im 18. Jahrhundert sieben Pressen. Das stattliche, breit gelagerte Gebäude vermittelt noch die Wichtigkeit, die der Weinbau dank der südexponierten Hänge und der daraus resultierenden Qualität des Weins für den Ort besaß. |
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| Mauer- und Fundamentreste der abgegangenen Kapelle Heiliges Kreuz | Nähe Siegelberg (Karte) |
Grundriss eines rechteckigen Schiffs mit polygonal geschlossenem Chor, im Nordosten Sakristei, wohl 15. Jahrhundert
Zwischen Siegelhof und Belsenberg finden sich an einem Wiesenhang die Reste einer Kapelle, die Schriftquellen zufolge vor 1487 entstanden sein muss. Es dürfte sich um einen einstigen Wallfahrtsort handeln, der als Dokument der lokalen kirchlichen Entwicklung und der Ortsgeschichte von Belsenberg anzusprechen ist - der Überlieferung nach waren hier zwei weitere Häuser situiert, darunter ein Wirtshaus. |
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| Ortstafel aus Gusseisen | Siegelhof (Karte) |
Mit militärischen Angaben zur Regimentszugehörigkeit, letztes Viertel 19. Jahrhundert
Die kleine Tafel ist ein sprechendes Zeugnis der Verwaltungs- und Militärgeschichte, indem sie Zuständigkeiten und Strukturen des späten 19. Jahrhunderts vermittelt: Solche Tafeln wurden auf Erlass des württembergischen Innenministeriums 1876 nach preußischem Vorbild im ganzen Land aufgestellt als Erleichterung bei Einberufungen zum Militär. |
97022119 |
Gaisbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Sühnekreuz | Dorfstraße 18 (Karte) |
Sandsteinkreuz mit teilweise abgeschlagenem rechten Arm und leichter Kantenabschrägung, 15./16. Jahrhundert (Neuaufstellung am Fuß der Stützmauer)
Das Kreuz ist ein anschauliches Dokument mittelalterlicher Rechtsgeschichte: In Sühneverträgen zwischen den verfeindeten Parteien war es bei Totschlag üblich, dass das Setzen eines solchen Kreuzes gefordert wurde - normalerweise am Ort des Verbrechens. |
98358283 | ||
| Sühnekreuz an der Nordseite der sog. Hefenhofwiese | Binsenholz (Karte) |
Sandsteinkreuz mit leicht betontem Kopfstück und unterschiedlich langen und unterschiedlich hoch am Schaft ansetzenden Armen, 15./16. Jahrhundert
Das nördlich des Ortes, tief im Wald an einer Lichtung gelegene Kreuz ist ein beredtes rechtsgeschichtliches Dokument. Das Aufrichten solcher Objekte war Bestandteil von Sühneverträgen zwischen verfeindeten Parteien: Zum Abgelten der Schuld z. B. bei Totschlag musste die Täter-Partei üblicherweise am Tatort ein Kreuz aufstellen. |
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| Grenzstein am Wegrain | Nach Künsbach (Karte) |
Sandstein, gerundeter Kopf, zum Weg hin eingehauen “HH” (siehe Nr. 23, Flurkarte NO 7244 und Top. Karte)
Der Stein ist ein Zeugnis der Territorial- und Herrschaftsgeschichte, indem er die historische Grenze von Rechtsbereichen markiert. |
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| Waldgrenzsteine zur Abgrenzung des fürstlich-hohenlohischen Waldteils “Herrenholz” | Bauersbach (Karte) |
Sandstein, südliche Seite (Waldseite) bezeichnet mit HOL (= Hohenlohe-Öhringen-Langenburg), u. a. mit Jahreszahl 1609, teilweise gleichzeitig Markungsgrenzverlauf Markung Künsbach “MK” und Markung Haag “MH”
Die Grenzsteine sind anschauliche Zeugnisse der Rechts- und Territorialgeschichte, denn seit dem Mittelalter markieren solche Zeichen Herrschafts-, Grunstücks- oder Gemarkungsgrenzen, trennen Bereiche mit unterschiedlichen Besitz- und Nutzungsrechten voneinander ab. |
98358271 | ||
| Schafhaus mit Freifläche | Hintere Straße 18 (Karte) |
Eingeschossiger Sandsteinbau, Wohnteil mit Stall, ca. 1. Hälfte 19. Jahrhundert
Das Gebäude zeichnet ein Stück Wirtschaftsgeschichte von Gaisbach nach. Da bereits im 17. Jahrhundert eine herrschaftliche Schafzucht im sog. Oberen Gaisenhof betrieben wurde, steht das Schafhaus in langer Tradition und ist ortsgeschichtlich von Bedeutung. |
98357765 | ||
| Sühnekreuz am alten Kirchenweg | Lilienstraße 28 (Karte) |
Sandsteinkreuz mit sehr kurzen Armen, 16. Jahrhundert
Das nördlich des Ortes an der alten Straße nach Künzelsau stehende Kreuz ist ein beredtes rechtsgeschichtliches Dokument. Das Aufrichten solcher Objekte war Bestandteil von Sühneverträgen zwischen verfeindeten Parteien: Zum Abgelten der Schuld z. B. bei Totschlag musste die Täter-Partei üblicherweise am Tatort ein Kreuz aufstellen. |
98357960 | ||
| Wohnhaus einer Hofanlage | Neufelser Straße 18 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, Sichtfachwerkgebäude mit beschnitztem Eckständer, Erdgeschoss in Sandstein, segmentbogige Fenstergewände in Holz und Stein, Sandsteinaußentreppe, um 1780
Das Gebäude, bei dem anhand der Tore und Fensteröffnungen im Erdgeschoss noch ein Ökonomieteil ablesbar ist, veranschaulicht exemplarisch das Leben und Wirtschaften auf einem großen Hof des ausgehenden 18. Jahrhunderts in dem kleinen Weiler. Die Ausrichtung der stattlichen Front auf den Hauptstraßenzug des Ortes verdeutlicht die Wichtigkeit, die das Anwesen einst im Ortsgefüge besaß, und macht es zu einem ortsbildprägenden Element. |
98358294 | ||
| Forsthaus | Oberhof 1 (Karte) |
Zweigeschossig, Mansarddach mit Krüppelwalm, verputzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, am Südgiebel metallverkleidet, geohrte und profilierte Sandstein-Türgewände, Haupteingang mit Oberlicht und Pilastergliederung, Hirschstangen-Wappen, originale Türblätter, Ende 18. Jahrhundert; mit Hof- und Gartenfläche
Das durch seine freie Stellung und das Mansarddach mit Krüppelwalm hervorgehobene Gebäude ist das wohl markanteste des kleinen Weilers. Die Bauformen zeichnen es als charakteristisches Beispiel eines öffentlichen Gebäudes des Spätbarock im ländlichen Raum aus. Mit seiner Funktion ist es darüber hinaus bedeutsam für die Ortsgeschichte. |
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| Gasthof Zum Hirsch | Oberweiler 18 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnstallhaus mit Anbau, zweigeschossig mit Krüppelwalm- und Satteldach, Erdgeschoss (umgebaut) massiv, Obergeschoss in Sichtfachwerk, ornamentierte Fensterbrüstungsfelder mit Inschrift, 1778 (i), beschnitzte Eckständer; Fachwerkscheuer mit Kellertor, 1831 (i)
Dem Haustyp nach - ein Einhaus, in dem Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereint sind, mit massivem Erd- und Fachwerk-Obergeschoss - handelt es sich um ein für die Region charakteristisches Gebäude. Es bezeugt die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der ländlichen Bevölkerung in vorindustrieller Zeit. Gleichzeitig besitzt der stattliche, mit zahlreichen Schmuckformen versehene Bau in zentraler Lage in dem kleinen Weiler als Gasthaus sozial- und ortsgeschichtliche Bedeutung. |
98358243 | ||
| Markungsgrenzstein | Ballenwasen (Karte) |
Sandstein mit gerundetem Kopf, Inschrift „Markung / Gaisbach / Künzelsau“, um 1830; daneben Oberamts-Grenztafel, gusseiserner Stock mit Tafel, bezeichnet „Oberamt Oehringen“ / „Oberamt Künzelsau“, am gusseisernen Schaft Löwenkopf- und Hirschstangenrelief, 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Die beiden Objekte bezeugen anschaulich historische Verwaltungsgrenzen und sind ein Dokument der Vereinheitlichungen im Gemeinwesen in württembergischer Zeit. |
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| Laufbrunnen mit rechteckigem Gusseisentrog | Unterhof 1 (Karte) |
Gusseisensäule, bekrönt mit steinernem Doppeladler über korinthischem Kapitell, vom Ganerbenbrunnen vor dem Rathaus Künzelsau, Trog bezeichnet 1838
Wie in dieser Zeit üblich, wurde auch im Unterhof ein neuer Brunnen nicht nur zur Wasserversorgung, sondern auch als Dorfverschönerungsmaßnahme errichtet. Er ist aber nicht nur für die Ortsgeschichte des kleinen Weilers bedeutsam, sondern auch für die der Altgemeinde Künzelsau: Der Doppeladler zierte einst zusammen mit den Wappen der Ganerbenschaft den Brunnen vor dem Rathaus. Als letzter Rest dieses Werkes verdeutlicht er die komplexe Herrschaftsgeschichte von Künzelsau und ist darüber hinaus auch künstlerisches Zeugnis spätbarocker Bildhauerkunst, ebenso wie der mit einem Figurenrelief versehene gusseinserne Trog ein Dokument des industriellen Kunsthandwerks darstellt. |
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| Scheune mit überdachtem Kellerhals | Unterhof 8 (Karte) |
Sichtfachwerkbau auf Steinsockel, im Kellertorgewände bezeichnet 1677
Das Gebäude, das aufgrund seines Alters auch bau- und typengeschichtlich für die lokale Tradition Aussakraft besitzt, ist vor allem ein Zeugnis des Wirtschaftens in der Frühen Neuzeit, das über die Art der landwirtschaftlichen Vorratshaltung Ende des 17. Jahrhunderts am Ort Auskunft gibt. |
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| Hofanlage | Waldenburger Straße 7 (Karte) |
Bestehend aus: Wohnhaus, zwei- bis dreigeschossiger Bau in Hanglage, Erd- und Kellergeschoss massiv, darüber Fachwerk, verputzt, Zwerchhaus, Inschrifttafel über dem Hauseingang bezeichnet 1872, Sandsteintreppe, über Kellertor bezeichnet 1784; Fachwerk-Stallscheuer, 1866 (i), am Kellerhals bezeichnet 1876; Waschhaus, 1885 (i); Garten mit Gartenmauer und Fachwerk-Gartenhaus mit Kastanie
Die Hofanlage veranschaulicht in ihrer gut überlieferten Struktur exemplarisch die Funktionsweise eines solchen ländlichen Anwesens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vom Wohnhaus über die Ökonomiegebäude bis hin zum Garten mit eigenem Gartenhaus zeichnen die Bestandteile das Leben und Wirtschaften im landwirtschaftlich geprägten Gaisbach nach und sind darüber hinaus baugeschichtlich und für die Entwicklung des jeweiligen Typus' von Bedeutung. |
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| Gefallenendenkmal (Erster Weltkrieg) | Waldenburger Straße 18 (Karte) |
Sandsteinpfeiler mit steinerner Stahlhelmnachbildung auf Eichenkranz als Aufsatz, aufgestellt in Nische, die von der Einfriedungsmauer des Rathausgrundstücks gebildet wird
Formal entspricht das Denkmal, das an zentraler Stelle im Ort errichtet wurde, dem Zeitgeschmack; mit Stahlhelm und Eisernem Kreuz im Siegeskranz zieren es zeittypische und für ein Gefallenendenkmal charakteristische Motive. Das Monument ist Zeugnis der Gedenkkultur nach dem ersten welterschütternden Ereignis des 20. Jahrhunderts. |
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| Rathaus | Waldenburger Straße 18 (Karte) |
Zweigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach und Aufschiebling, giebelseitig erschlossen, Dachreiter, 1928/29, im Haustürgitter bezeichnet 1929
Der schlichte, an der in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Hauptachse des Ortes gelegene Bau ist durch seine Funktion als Rathaus, das hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts neu errichtet wurde, ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte sowie für den Heimatstil der 1920er Jahre. |
98357792 | ||
| Wohnstallhaus einer Hofanlage mit Nebengebäude | Weckhof 5 (Karte) |
Zweigeschossiger Sandsteinbau mit Fachwerkgiebel auf Ostseite, Kassettengesims, Inschrifttafel über dem Eingang bezeichnet 1856; Sandsteinquader-Nebengebäude bezeichnet 1859
Die beiden Gebäude bilden anschaulich die wirtschaftlichen und die Lebensverhältnisse eines eher begüterten landwirtschaftlichen Bauherrn in dem kleinen Weiler Mitte des 19. Jahrhunderts ab. Die Massivbauweise auch des Ökonomiegebäudes und sorgsam ausgeführte Baudetails am Wohnstallhaus zeugen aber nicht nur von der sozialen Stellung des Bauherrn, sondern sind auch baugeschichtliche Dokumente. |
98358346 | ||
| Steinbogenbrücke über die Kupfer | Hirtenmühle (Karte) |
Brüstung aus starken Steinplatten, säulenartige Brüstungsanfänge, im Scheitel erhöhte plattenbelegte Brückenbahn, 18./19. Jahrhundert
Das Bauwerk, in der Ausführung ein zeittypisches Beispiel einer steinernen Bogenbrücke auf der Gemarkung einer kleinen Landgemeinde, ist ein anschauliches und inzwischen selten gewordenes Zeugnis historischer Wegeführung. Sie diente der Erschließung der jeweils jenseits des Baches gelegenen Orte Weckhof und Füßbach und der dazwischen liegenden Forst- und Ackerflächen. |
98358356 |
Kocherstetten
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Schloss Stetten | Burgallee 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 (Karte) |
Burganlage auf einem Hochflächensporn der Kocher-Jagst-Ebenen, Sitz der Herren von Stetten, gegründet wohl 12./Anfang 13. Jahrhundert, Ausbau um 1410 bis 1420 und im 16.-18. Jahrhundert, bestehend aus:
Kernburg, sog. Inneres Haus [§ 28], mit:
Vorburg mit:
Schloss Stetten gehört zu den großen, für die Region typischen Abschnittsburgen in Spornlage. Sie beherrscht mit Bergfried, der hoch aufragenden Kernburgbebauung und den Mauertürmen des Zwingers weithin sichtbar das Kochertal. Nie zerstört, bildet die Anlage die Entwicklung eines Adelssitzes von der Stauferzeit bis in die Barock- und Biedermeierzeit ab. Die Kernburg ist eine zeittypische Gründung des Hochmittelalters mit einer engen Verbindung aus Schildmauer und Hauptturm, die gegen die Angriffsseite gerichtet sind und eine für die Gegend durchaus verbreitete Kombination bilden. Mauerwerk und Bauplastik deuten auf eine Entstehung im 1. Drittel des 13. Jahrhunderts hin, die Burggründung der Herren von Stetten erfolgte wohl um 1200. Die entlang der Ringmauer gesetzten, in der Renaissancezeit weitgehend erneuerten oder neu gebauten Wohnbauten vermitteln einen Eindruck von der räumlichen Enge auf einer Adelsburg. Ältester Bau ist der spätmittelalterliche Fachwerkflügel von 1516. Die umlaufende Zwingerbefestigung und der durch Futtermauern gefasste Vorburgwall belegen einen ebenfalls für die Region im 15. Jahrhundert charakteristischen Ausbau der Befestigungen unter dem zunehmenden Einfluss des Einsatzes von Feuerwaffen. Dabei entstand eine für ihre Zeit hochmoderne, ausgeklügelte Wehranlage mit Flankierungstürmen, die allesamt im Inneren gewölbt und teilweise über Wendeltreppen erschlossen sind. Eine absolute Rarität stellt die im Graben versteckte Streichwehr dar, frühes Beispiel dieses Bautypus. Vom Repräsentationsanspruch der Freiherren von Stetten in der Barockzeit zeugt der architektonisch qualitätvolle Bau des sog. Äußeren Schlosses, eines stattlichen Palais auf dem Vorburgwall. Schloss Stetten war Mittelpunkt einer der für Franken so typischen kleinen reichsfreien Herrschaften, welche die politische Landkarte der Region bis zur Mediatisierung 1806 prägten. Es zählt zu den am besten erhaltenen Anlagen dieser Art im Land und hat wichtige Bedeutung für die Siedlungs- und Territorialgeschichte der Region. |
97032497 ( | |
| Amtshaus des sog. Äußeren Schlosses | Burgallee 14 (Karte) |
Bestehend aus:
Das einstige Amtshaus, gelegen am Weg zur Burg, ist Zeugnis für die herrschaftliche Verwaltung des reichsfreien Kleinterritoriums, die in der Miniaturresidenz der Freiherren von Stetten angesiedelt war. Es ist charakteristisches Element des durch Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude geprägten Vorfeldes der Burg Stetten und belegt die Besitzaufteilung der verschiedenen Familienzweige der Freiherren von Stetten, die alle Anteile am Stammsitz hatten. Das Amtshaus diente dabei der Verwaltung der Besitzungen des sog. Äußeren Hauses der Freiherren von Stetten und der Linie Buchenbach-Bodenhofen. Von den gehobenen bürgerlichen Lebensverhältnissen der standesherrschaftlichen Verwaltungsbeamten im 19. Jahrhundert zeugen Garten und Gartenhaus. |
98360164 | ||
| Wohnhaus der zum sog. Inneren Haus des Schlosses gehörenden Gutshofanlage derer von Stetten | Burgallee 23 (Karte) |
Zweigeschossiger Bruchsteinbau unter Walmdach mit historischer Biberschwanzdeckung, Fenster- und Türöffnungen mit Werksteingewänden, teilweise historische Innenausstattung, erbaut um 1800, mit vermutlich älterem Kern
Das Gebäude bildete das Wohnhaus des Schlossgutes, das zum sog. Inneren Haus, der Kernburg des Schlosses, gehörte. Es ist charakteristisches Element des durch Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude geprägten Vorfeldes der Burg Stetten und belegt die Besitzaufteilung der verschiedenen Familienzweige der Freiherren von Stetten, die alle Anteile am Stammsitz hatten. Wie üblich, wurde der Gutshof seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr selbst bewirtschaftet, sondern verpachtet. |
98360102 | ||
| Forst- und Jägerhaus mit Remise | Burgallee 29 (Karte) |
Eingeschossiges Gebäude, teilweise in Fachwerk, teilweise bruchsteingemauert, Krüppelwalmdach, 18. Jahrhundert, im Kern wohl älter; Remise in Fachwerkbauweise; Garten
Das Forsthaus belegt die Forstverwaltung in der kleinen reichsfreien Herrschaft der Reichsfreiherren von Stetten, die auch bis zur Deutschen Revolution von 1848/49 die Jagdhoheit in ihrem Territorium ausübten. Das Gebäude ist mit seiner Kubatur und Bauweise dabei charakteristisch für solche Amtsgebäude in der Barockzeit. Es dokumentiert die Bebauung im Vorfeld des Schlosses mit herrschaftlichen Verwaltungs- und Wirtschaftsbauten. |
98360174 | ||
| Bogenbrücke | Haller Straße (Karte) |
Aus Steinquadern aufgemauerte Brücke über den Kocher, errichtet 1833, gesprengt 1945, Wiederaufbau 1955
Die Brücke stellt eine unerlässliche Verkehrsverbindung zum jenseits des Kochers gelegenen Klettenberg und dessen bewaldeten Arealen dar. Auch die Straße zum südlich des Flusses gelegenen Teil von Morsbach ist über diese Brücke erschlossen. Neben ihrem dokumentarischen Wert für die historische Wegeführung und Ortstopographie hat sie als Wiederaufbau einer charakteristischen Steinbogenbrücke des 19. Jahrhunderts Bedeutung für die Ortsgeschichte. |
97021877 | ||
| Bachbetteinfassung des Erlesbachs mit Muschelkalkquadern und Solstufen im Bachbett | Erlesbach (Karte) |
Zwei kleine Steinbogenbrücken zur Verbindung beider Ortsteile und Steinbogenbrücke der L 1045, mit der Einfassung angelegte Hausgärten rechts und links des Bachs mit Treppen zum Wasser, um 1846, nach Hochwasser 1886 Mauern und Brückchen teilweise erneuert
Die Einfassung und die dazugehörigen Brücken und Gärten sind wichtige Dokumente des lokalen Wasserbaus und der Ortsbaugeschichte sowie prägende Elemente des Ortsbildes: Sie wurden Mitte des 19. Jahrhunderts zum Hochwasserschutz am Erlesbach eingerichtet, dienten aber gleichzeitig auch der Gartenlandgewinnung. Die Verbindungsbrücken bezeugen die historische Wegeführung in Kocherstetten. |
98358583 | ||
| Hofanlage | Haller Straße 47 (Karte) |
Bestehend aus: ehemaliges Wohnstallhaus, zweigeschossiger Massivbau mit Bruchsteinmauerwerk im Erdgeschoß und Quadermauerwerk im Obergeschoß, Satteldach, traufseitig ein spitzbogiger und ein rundbogiger Eingang, Gewölbekeller mit jüngerem Kellerhals, Fachwerkgiebel, im Dachwerk Verblattungen, im Kern (Keller, Erdgeschoß und Dachwerk) wohl 16. Jahrhundert, Obergeschoss wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert; zugehörige Fachwerkscheuer mit Satteldach, um 1800, im Inneren modernisiert
Das Wohnstallhaus an markanter Stelle im Ortsbild besteht aus mehreren Zeitschichten und dokumentiert - gemeinsam mit der rückwärtigen Fachwerkscheune - das Bauen und Wohnen vom 16. bis zum 19. Jahrhundert im Ort. Es hat als eines der ältesten Wohngebäude in Kocherstetten auch baugeschichtlichen Wert. |
98358636 | ||
| Altes Schulhaus | Mäusdorfer Straße 15 (Karte) |
Zweigeschossiger Backsteinbau auf Sandsteinquadersockel mit eineinhalbgeschossigem Anbau, Sandsteineckquaderung, Tür- und Fenstergewände in Sandstein, Sprengwerksgiebel, Sandstein-Gartenpfosten, erbaut durch Oberamtsbaumeister Ganzenmüller, 1890
In seiner Gestaltung als Ziegelbau mit Sandsteingewänden und Zierelementen wie dem Sprengwerk im Giebel ist das Gebäude ein charakteristischer württembergischer Schulhausbau des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Bereits im späten 16. Jahrhundert ist für Kocherstetten ein Schulmeister nachgewiesen, kurz darauf entstand das erste eigene Schulhaus. Das Gebäude in der Mäusdorfer Straße, in einem Erweiterungsbereich des alten Osrtkerns nach Norden, steht also in einer langen Tradition und ist ein wichtiges Zeugnis der örtlichen Bildungsgeschichte. |
98358653 | ||
| Kelter (heute Mehrzweckhalle mit “Kelterstüble”) | Mäusdorfer Straße 29; Rainlesberg 2 (Karte) |
Eingeschossiger Bruchsteinbau mit zwei Rundbogentoren, Krüppelwalmdach, 1768 erbaut (am Ost-Giebel inschriftlich datiert)
Die (einst solitär) nördlich des alten Dorfkerns gelegene Kelter dokumentiert ein Stück Wirtschaftsgeschichte von Kocherstetten, bezeugt sie doch den seit dem Mittelalter unweit von diesem Standort am Rainlesberg betriebenen Weinbau. Darüber hinaus ist der mächtige Wirtschaftsbau des 18. Jahrhunderts ein wichtiges herrschafts- und ortsgeschichtliches Dokument, denn sie stand im Besitz der Herren von Stetten, zu deren hohenlohischem Mannslehen sie gehörte. |
97022246 | ||
| Wohnhaus | Schloßbergsteige 8 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau auf erneuertem Bruchsteinsockel, kräftige giebelseitige Vorkragungen, ornamentierte Eckständer, Eckständer am Eingang mit Hüfthorn-Relief (renoviert 1985), im Kern wohl 16./17. Jahrhundert
U. a. mit seinen stark vorkragenden Geschossen und der Anpassung an die Hanglage ist das frühneuzeitliche Fachwerkhaus (orts-)baugeschichtlich bedeutsam. Darüber hinaus veranschaulicht es die Wohnverhältnisse der Kocherstettener in vorindustrieller Zeit. |
98358682 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Pfarrkirche (St. Maria) [§ 28] | Schloßbergsteige 21 (Karte) |
Saalkirche mit Chorturm, großteils massiv, verputzt, Turm im oberen Teil in Fachwerk mit Kopfbändern und achteckiger Turmhaube, innen an drei Seiten Emporen, Untergeschosse des Turms von erstem Bau, Wandmalereien Mitte 14. Jahrhundert im Chor, Ausstattung um 1620, Empore 1742, Overmann-Orgel 1839/41, zahlreiche Epitaphien, im Kern um 1300, Mitte 14. Jahrhunderts verändert, Langhaus um 1510, Sakristeianbau am Chor, an Sakristeitüre bezeichnet 1515, an der Süd-Seite des Kirchenschiffs erkerartig vorgebauter Herrschaftsstuhl in Fachwerk mit Außentreppe; samt zugehörigem Kirchhof (Flst. Nr. 152/1) mit Ummauerung, angelegt 1608, erweitert 1864, und nördlich angrenzendem separatem Familienfriedhof der Freiherren v. Stetten (Flstnr. 127/3) mit zahlreichen historischen Grabsteinen; Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkriegs mit Statue eines sterbenden Soldaten
Die Ortsherrschaft derer zu Stetten ist im und um den Kirchenbau allgegenwärtig - die Präsenz durch Herrschaftsstuhl, zahlreiche Epitaphien und eigenen Familienfriedhof bezeugt die enge Verbindung des Ritteradelsgeschlechts mit der Kirche: Bereits im Mittelalter hatten die von Stetten das Kirchenvermögen durch zahlreiche Stiftungen und Schenkungen erweitert; über die Bindung an Hohenlohe führten sie die Reformation ein. Sowohl am Bau als auch an der qualitätvollen Ausstattung sind die wichtigsten Entstehungs- und Erneuerungsphasen abzulesen und machen die Kirche zu einem für die Region bedeutsamen architektur- und kunstgeschichtlichen Zeugnis: vom hochmittelalterlichen Chorturm mit Wandmalereien über die zeittypische Rollwerkbemalung der Gewände um 1620 bis hin zur Empore des 18. Jahrhunderts, die den konfessionellen Wandel besonders anschaulich anzeigt. Die für das Kunsthandwerk der jeweiligen Epoche und für die Entwicklung der Gattung aussagekräftigen und künstlerisch wertvollen Epitaphien sind ebenso als ortsgeschichtliche Dokumente zu benennen wie die historischen Grabsteine des Friedhofs. Das Gefallenendenkmal knüpft an deren Tradition des Gedenkens an und bezeugt in zeittypischer Formsprache und Motivik die Erinnerungskultur der beiden eingreifenden Kriegserlebnisse des 20. Jahrhunderts. |
97021874 ( | |
| Ev. Pfarrhaus | Schloßbergsteige 19 (Karte) |
Zweigeschossiger Backsteinbau auf Sandsteinquadersockel, Sandsteintür- und -fenstergewände, Krüppelwalmdach, 1893 erbaut; mit Sandsteinbegrenzungsmauer beidseits der Einfahrt, wohl vom Vorgängerbau; mit Pfarrgarten
In Form und Materialwahl ist das Pfarrhaus ein charakteristischer Vertreter des Bautyps im späten 19. Jahrhundert. Neben seiner baugeschichtlichen Bedeutung kommt ihm orts- und kirchengeschichtlicher Zeugniswert zu, war das Pfarrhaus doch neben der benachbarten Kirche der bedeutendste Treffpunkt der religiösen Dorfgemeinde. Auf die lange Tradition am selben Standort weist noch die Einfriedung des Grundstücks hin. |
98358711 | ||
| Bauinschriftstein für das Schulhaus (heute Rathaus) | Schloßbergsteige 23 (Karte) |
Mit Stetten-/Berlichingen’schem Allianzwappen, 1761 (i)
Der Inschriftstein ist nicht nur ein anschauliches Zeugnis spätbarocker Steinmetzkunst. Er bezeugt auch den Einfluss des Ortsadels in alle Bereiche des kommunalen Lebens hinein. Mit dem Verweis auf den Schulhausneubau, der auf einen älteren Vorgänger folgte, ist er zudem ein Dokument der Ortsgeschichte. |
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| Hofanlage mit Amtshaus “Inneren Hauses” der Herren von Stetten (heute Wohnhaus) | Vogelsberger Steige 5 (Karte) |
Bestehend aus dem zweigeschossigen Hauptgebäude, ein Fachwerkbau mit massivem Erdgeschoss mit Eckquaderung, Zierfachwerkelementen, an 1968 reduziertem früherem SO-Ecktürmchen Eckständer mit Drehstab und geschnitztem Kopf (weiteres Ecktürmchen an SW-Ecke entfernt), Krüppelwalmdach, im Kern 16. Jahrhundert mit Veränderungen 18.-20. Jahrhundert; ehem. Zehntscheuer, Doppeltennanlage, Fachwerkbau auf Sandsteinsockel, 18. Jahrhundert, mit jüngerem, massivem Stallteil; Nebengebäude (Schweinestall mit Backhäuschen) und Garten
Die imposante Hofanlage ist Ausdruck des ortsherrschaftlichen Einflusses derer von Stetten über viele Jahrhundert hinweg. Sie bezeugt v. a. mit dem stattlichen Amtsgebäude mit Lagerräumen und der Zehntscheuer die frühneuzeitlichen Verwaltungs- und Wirtschaftsstrukturen, in die Kocherstetten eingebunden war. Darüber hinaus spiegeln die verschiedenen Ökonomiegebäude die ländlichen Wirtschaftsformen v. a. des 18. Jahrhunderts wider. Zudem ist die Anlage als ortsbildprägendes Gehöft und als baugeschichtliches Dokument zu benennen. |
1193321 | ||
| Gasthof Adler | Vogelsberger Steige 11, 13/1 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptgebäude (heute Wohnhaus), zweigeschossig, Erdgeschoss massiv, Zierfachwerkbau mit Satteldach, Treppenhausvorbau mit Walmdach, 17. Jahrhundert mit Veränderungen; kleines Nebengebäude mit Sandstein-Erdgeschoss und Fachwerkgiebel, um 1800; Garten mit Umfassungsmauer und Gewölbekeller der abgegangenen Scheune
Ausweis der Zimmermannskunst des 17. und 18. Jahrhunderts, ist das mit Schuckformen versehene Sichtfachwerk gleichzeitig ein Hinweis auf die Bedeutung, die der Hofanlage einst in Kocherstetten zukam. Als Wirtshaus war sie ein wichtiger sozialer Treffpunkt. Gleichzeitig bildet die großzügige Anlage mit Wohn- und Ökonomieteilen, Hof und Garten das vorindustrielle Leben und Wirtschaften ab. Der für Kocherstetten charakteristische vorgelagerte, an die Bachbetteinfassung grenzende Garten und das stattliche Hauptgebäude prägen maßgeblich das Ortsbild in der Hauptachse des Erlesbachs. |
98359649 | ||
| Mühlkanalbrücke | Wasenweg (bei Nr. 6) (Karte) |
Steinerne Bogenbrücke mit niedriger Steinquaderbrüstung, 19. Jahrhundert
Die Brücke über den Mühlkanal, ein charakteristisches Beispiel einer Steinbrücke in einer ländlichen Gemeinde, bezeugt die historische Wegeführung in Kocherstetten, das mit einer hier innerhalb des Dorfes und einer außerhalb gelegenen über zwei Mühlen verfügte. Die Brücke diente der Erschließung des wahrscheinlich landwirtschaftlich genutzten Schwemmlandes zwischen Kocher und Mühlkanal. |
98359772 |
Künzelsau
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
Weitere Bilder |
Stadtbefestigung | Schnurgasse 26 (Karte) |
Bestehend aus:
Die Stadtbefestigung bezeugt eindrücklich die Entwicklung Künzelsaus zur Stadt, wobei der Siedlung formell in vormoderner Zeit nie Stadtrechte verliehen worden waren. Doch u. a. seine verkehrstechnische Lage begünstigte die wirtschaftliche Entwicklung, die dem Ort bereits im Mittelalter städtischen Charakter verlieh. Schon an der Wende zum 15. Jahrhundert ein Marktflecken, begann der Ort zum Ausgang des Mittelalters hin, seine Grenzen auch äußerlich sichtbar zu machen: Über einen Palisadenzaun im 15. und einen ringsum laufenden Graben im späten 17. Jahrhundert bis hin zur Ringmauer Ende des 18. Jahrhunderts, deren Reste noch heute von der ortsbaugeschichtlichen Entwicklung zeugen. Noch heute lassen die erhaltenen Teile der Stadtbefestigung den Siedlungskern in Form eines Dreiecks ablesen. Von den einst drei Stadttoren des 16. Jahrhunderts hat sich nur das Morsbacher Tor im Osten erhalten, das von der ursprünglichen Zugangssituation zeugt. |
97021936 | |
| Glocke der abgegangenen Kapelle beim Schloss | Am Buchs 6 (Karte) |
(heute Gemeindeglöckchen auf früherem Schulhaus) mit Stifterinschrift 1710/1727 (i)
Als letztes Zeugnis der ehemaligen Kapelle beim Schloss besitzt die Glocke ortsgeschichtliche Bedeutung. Ihre spätere Nutzung als Gemeindeglocke, die die Bewohner von Garnberg bei Gefahr warnen konnte, macht sie zu einem Dokument historischer Kommunikationsformen. |
99228957 | ||
| Diverse Grenzsteine | Gewann/Wald Schipperg (Karte) |
Mit Mainzer Rad, 1740 (i)
Die auffällig gestalteten Grenzsteine sind ein Zeugnis der Territorialgeschichte aus der Zeit des 18. Jahrhunderts und besitzen als solche orts- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
112426347 | ||
| Bildhäuschen | Am Seeleswald (Karte) |
In der Nische Sandstein-Flachrelieftafel mit Auferstehung Christi, Putten und Volutenverzierung, Schriftfeld (Bibelvers), Stifterinschrift „Jeremias Hrch. Mosbach“ (Mainzer Keller zu Nagelsberg, gest. 1674), 17. Jahrhundert (renoviert, Tischsockel und Platten der Nischenwände neu)
Die qualitätvolle Arbeit ist ein Ausweis der lokalen Bildhauerkunst des Barock. Zudem dokumentiert der Andachtsort die katholische Prägung von Nagelsberg, das über seine Zugehörigkeit zu Mainz im Gegensatz zur vorwiegend hohenlohisch beherrschten Umgebung beim alten Glauben verblieben war. Der Verweis auf den Stifter macht den Bildstock darüber hinaus zu einem ortsgeschichtlichen Zeugnis. |
97022242 | ||
| Gartentorpfosten mit Vasenschmuck | Amrichshäuser Straße 1 (Karte) |
Der rechte Pfosten bezeichnet 1802
Die Pfosten zeugen vom Repräsentationsbewusstsein der einstigen Besitzer, die den Eingang zu ihrem Anwesen auf diese Weise in Szene setzten. Motivisch wie stilistisch sind sie zudem anschauliche Zeugnisse der Kunst des Klassizismus. Sie sind zudem ein Dokument der typischen vorstädtischen Gartennutzungen im Stadtbild von Künzelsau. |
97021938 | ||
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Gefängnis | An der Stadtmauer 18 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, verputzt, weitgehend massiv, Giebel in Fachwerk, wenige, teils vergitterte Fensteröffnungen, 1829
Das Gebäude wurde als Kriminalgefängnis für das neu geschaffene Oberamt Künzelsau errichtet und befand sich unweit des inzwischen abgebrochenen (Kelterstraße) und des nachfolgenden Gerichtsgebäudes (Konsul-Uebele-Straße 12) am Stadtrand, unweit der Stadtbefestigung. Seine einstige Funktion ist deutlich am trutzig wirkenden Außenbau mit seinen kleinen, vergitterten Öffnungen abzulesen. Auch die innere Struktur mit den über einen Flur erschlossenen und durch Bohlentüren gesicherten Zellen, den Nass- und Aborträumen sowie den wohnlicheren Wärterbereichen macht es zu einem anschaulichen Zeugnis der Stadtgeschichte und einem äußerst aussagekräftigen Dokument der Entwicklung des Justizvollzugs in Württemberg. |
97021935 | |
| Friedhof mit Ummauerung | Belsenberger Straße 9 (Karte) |
1877 angelegt mit Friedhofskreuz und Grabdenkmal (Fam. Träger) von 1888
Der an der nördlichen Ausfallstraße von Nagelsberg gelegene Friedhof ist ein anschauliches Dokument der Ortsgeschichte. Wo das Friedhofskreuz auf die katholische Prägung von Nagelsberg hinweist, ist das qualitätvoll gearbeitete Grabmonument der Familie Träger in seiner neubarocken Gestaltung ein aussagekräftiges kunsthistorisches Zeugnis für die stilistische Entwicklung dieser Gattung. |
97032732 | ||
| Herrschaftlich-kurmainzische Kelter (heute Vereinssaal) | Belsenberger Straße 7 (Karte) |
Bruchsteinbau, 1701 erbaut
Die Kelter besitzt als kurmainzisches Ökonomiegebäude Aussagewert für die lokale Herrschaftsgeschichte und deren wirtschaftliche Strukturen. Sie liegt entsprechend ihrer Funktion am Ortsausgang in Richtung der bestockten Flächen und ist Ausweis der Weinbautradition in Nagelsberg seit der Barockzeit. |
96953066 | ||
| Deubachbrückle | Belsenberger Straße 45 (Karte) |
Kleine steinerene Bogenbrücke (für Fußgänger) über den Deubach, um 1860
Die kleine Brücke nördlich des Ortes dokumentiert die historische Wegeführung: Sie erschloss einst die vom Ort aus jenseits des Deubachs gelegenen, landwirtschaftlich genutzten Flächen. |
99524422 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Kirche St. Jakobus | Bruno-Lambert-Straße 2 (Karte) |
Saalkirche mit eingezogenem Chor und Dachreiter, Ausstattung (z. B. Marienstatue, Statuen der vier Evangelisten, Epitaphien 17./18. Jahrhundert); 1607 erbaut anstelle eines Vorgängerbaus, 1680 erweitert
Der Bau der Kirche fällt etwa in die Zeit des Übergangs der Filialkirche von Künzelsau an die Pfarrei Amrichshausen während der Gegenreformation und darf vermutlich als explizite katholische Positionierung der in großen Teilen von Kurmainz abhängigen Gemeinde gelesen werden. Neben seinem bedeutenden orts- und kirchengeschichtlichen Zeugniswert besitzt der Bau auch kunsthistorische Aussagekraft: Während die Kirche an sich einen schlichten, aber charakteristischen Vertreter ländlicher Sakralarchitektur der Frühen Neuzeit darstellt, ist die Ausstattung v. a. mit künstlerisch qualitätvollen Epitaphien stilgeschichtlich aufschlussreich und verbindet den Bau auf einer weiteren Ebene mit der Herrschaftsgeschichte von Nagelsberg. |
97021885 ( | |
| Schulhaus (heute Wohnhaus) | Bruno-Lambert-Straße 9 (Karte) |
Dreigeschossig mit Walmdach, verputzt, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, mit giebelseitiger Außentreppe auf Sandsteinquader-Bogen, 1842
Die wichtige Rolle, die dem Schulhaus in der Gemeinde zukam, wird anhand seiner Positionierung direkt im Ortskern und in der Nähe von Kirche und Pfarrhaus deutlich. Noch vor den allgemeingültigen württembergischen Schulbauverordnungen entstanden und daher formal eigenständig, bezeugt das Gebäude Nagelsberger Bildungs- und Ortsgeschichte. |
97022239 | ||
| Bauernhaus | Bruno-Lambert-Straße 11 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, teilweise verputzt, massives Erdgeschoss, darüber freiliegendes Fachwerk, Eckquaderung, Sandstein-Kellertorgewände, profiliertes Sandstein-Türgewände mit Supraporte am Hauseingang, Heiligennische, Zwerchhaus, um 1800
Das durch sein Sichtfachwerk und die Dimensionen prominent wirkende Gebäude bestimmt maßgeblich den Hauptstraßenzug von Nagelsberg mit. Auch Details wie die gestalteten Gewände bezeugen ein gewisses Standesbewusstsein des Besitzers, dessen Wirtschafts-, Wohn- und Lebensverhältnisse sich nicht zuletzt an der Vereinigung von Wohn- und Ökonomiebereichen oder Details wie dem großen Kellerzugang ablesen lassen. Die Heiligennische dokumentiert die tief verwurzelte Religiosität im katholisch geprägten Ort. |
97032733 | ||
| Grenzsteine (lfd. Nr. 1-19 = erfasster Grenzabschnitt) eines gesondert versteinten Bezirks des Fürsten von Hohenlohe und Gemeinde Nagelsberg | Buchs (Karte) |
Die meisten datiert 1742, Sachgesamtheit (auf der kartierten Linie befinden sich 17 Grenzsteine, vgl. hierzu: Karteneinzeichnung Nr. 8, Top. Karte und Flurkarte NO 7541)
Die Steine sind anschauliche Zeugnisse der Territorial- und Herrschaftsgeschichte, indem sie die historischen Grenzen der Rechtsbereiche markieren, die so gegeneinander abgesichert wurden. |
98357006 | ||
| Mühlenanwesen Hofratsmühle
- Nr. 26: Villenanwesen Fenchel |
Daimlerstraße 26, 32 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiges Wohngebäude des damaligen Sägewerkbesitzers, Hanglage, Sichtfachwerkbau auf massivem Erdgeschoss in Rustika-Quaderung, über dem Eingang Treppenerker in Fachwerk, Architekt Schweizer, 1909; mit Garten
Die verschiedenen Elemente verdeutlichen die Geschichte und die Funktionsweise des Mühlenwesens an diesem Standort über die Jahrhunderte hinweg: Die Oberste Kochermühle oder Oberste Walk trägt heute dank eines späteren Besitzers den Namen Hofratsmühle und ist eine von mehreren, für die wirtschaftliche Struktur der Orte wichtigen wassertechnischen Nutzanlagen in und um Künzelsau. Die Hochwassermarken sind anschauliche Zeugnisse der Ortsgeschichte, ebenso wie die beredte Inschrift über dem Portal. Während Gewände, Inschriftensteine, Kellerhaus und Bogenbrücke von der Nutzung in vorindustrieller Zeit künden, bezeugt das Villenanwesen die Bedeutung der zur Sägmühle umgewandelten Anlage zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Villa ist darüber hinaus ein anschauliches Beispiel städtischer Einflüsse aus der Villenarchitektur, vor allem der Strömung der Heimatschutzbewegung, auch im ländlichen Raum. |
97021933 | ||
| Altes Pfarrhaus (heute Wohnhaus) | Deubergstraße 2 (Karte) |
Dreigeschossiger, verputzter Bau mit Satteldach, Erd- und 1. Obergeschoss massiv, darüber Fachwerk mit giebelseitiger Vorkragung, gefaste Fenstergewände, 1626; zweigeschossiger Anbau in verputztem Fachwerk mit massivem Erdgeschoss, um 1800; Hofmauer; Garten mit Gartenstützmauer und Garteneinfriedung aus Sandsteinpfosten
Die Höhe des Baus, vor allem aber die qualitätvolle Detailbehandlung z. B. bei den Gewänden zeigt an, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Wohnhaus handelte. Das Gebäude, schräg gegenüber der Kirche errichtet, stellt ein für eine württembergische Landgemeinde des frühen 19. Jahrhunderts charakteristisches Pfarrhaus mit dem traditionellen Pfarrgarten zur Eigenversorgung dar, das die Wohn- und Lebensverhältnisse der Pfarrersfamilie abbildet. |
98356652 | ||
| Stallscheuer einer Hofanlage | Deubergstraße 9 (Karte) |
Sichtfachwerkbau auf Steinsockel, giebelseitig erschlossen, mit ornamentiertem Inschrift-Eckständer, 1776 (i)
Das kleine Ökonomiegebäude, einst Teil einer Hofanlage mit verschiedenen Funktionsbereichen, ist ein anschauliches Dokument vormoderner Wirtschaftsformen in dem landwirtschaftlich geprägten Ort. Der verzierte Eckständer mit Initialen zeigt, welche Bedeutung man auch solchen Nutzbauten beimaß. |
98356641 | ||
| Erzengel-Michael-Statue in Hausnische | Deubergstraße 20 (Karte) |
Sandsteinfigur auf Steinplatte bezeichnet 1617, renoviert
Die Hausfigur, ein die Kulturlandschaft katholisch geprägter Gegenden bestimmendes Element, bezeugt die tief in der Bevölkerung verwurzelte Religiosität des in der Gegenreformation katholisch gebliebenen Nagelsberg. Darüber hinaus ist die mit zeittypischen Kleidungsmotiven versehene Figur ein anschauliches Zeugnis frühneuzeitlicher lokaler Bildhauerkunst. |
98356665 | ||
| Grenzsteine (z. B. lfd. Nr. 37) | Schliffen (Karte) |
39-52 = erfasster Grenzabschnitt) zwischen dem Gebiet des Fürsten von Hohenlohe und der Gemeinde Nagelsberg, 18. Jahrhundert (lfd. Nr. „37 / HO / 1741“ heute bei Aussiedlerhof Am Seeleswald 1), Sachgesamtheit (auf der kartierten Linie befinden sich 12 Grenzsteine, vgl. hierzu: Karteneinzeichnung Nr. 10, Top. Karte und Flurkarte NO 7641).
Die Steine sind anschauliche Zeugnisse der Territorial- und Herrschaftsgeschichte, indem sie die historischen Grenzen der Rechtsbereiche markieren, die so gegeneinander abgesichert wurden. |
98356623 | ||
| Bildhäuschen auf Sandstein-Tischsockel mit Nische | Zwerchäcker (Karte) |
Darin Sandsteinrelief Mariä Himmelfahrt in volutenverziertem Medaillon, 17. Jahrhundert
Der nordöstlich des Ortes situierte Andachtsort ist ein für katholisch geprägte Gegenden charakteristisches Zeugnis der Frömmigkeit. In zeittypischen Formen gestaltet, aber in der Ausführung eher schlicht, ist das Relief ein Dokument des lokalen Bildhauerhandwerks in der Frühen Neuzeit. |
98357027 | ||
| Bildhäuschen mit Sandstein-Tischsockel | Deubergstraße 220 (Karte) |
In der Nische Sandstein-Kreuzigungsrelief, Ornamentrahmung mit Blumen, Voluten und Rocaillen, Engelskopf als Bekrönung, bezeichnet 1760 (renoviert 1963)
Der außerhalb von Nagelsberg bei einer Hofanlage situierte Andachtsort ist ein für katholisch geprägte Gegenden charakteristisches Zeugnis der Frömmigkeit. In zeittypischen Formen gestaltet, aber in der Ausführung eher schlicht, ist das Relief ein Dokument des lokalen Bildhauerhandwerks im Barock. |
98356680 | ||
| Handwerkerhaus | Farbgasse 5 (Karte) |
Zweigeschossig mit Mansarddach, verputzt, über massivem Sockelgeschoss Fachwerk, über den Grabenweg auf die Stadtmauer gebaut (dieser Anbau ab 1773 für Gültabgaben belegt), im Kern wohl um 1700/Anfang 18. Jahrhundert [s. Stadtbefestigung, Am Stadtgraben]
Zwar grenzt das Gebäude direkt an die Stadtmauer und liegt damit außerhalb des Zentrums in eng bebautem Gebiet, doch verleiht das imposante Mansarddach ihm ein stattliches Äußeres, das von einer durchaus gehobenen finanziellen und sozialen Stellung des Bauherrn kündet. Damit hat das Handwerkerhaus nicht nur ortsbaugeschichtlichen, sondern auch sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Zeugniswert: Künzelsau bot schon in vormoderner Zeit günstige Ausgangssituationen für Handel und Handwerk, da hier viele sonst übliche Abgaben von der auf viele Köpfe verteilten Herrschaft nicht erhoben wurden. So zählten im 18. Jahrhundert vor allem Gerber - für deren Ansiedlung in diesem Bereich der Name Farbgasse spricht - zu den wohlhabendsten Einwohnern des Ortes. |
97021926 | ||
| Sog. Heimkehrerkreuz | Vögelein (Karte) |
Missionskreuz, Holz mit Eisenband-Einfassung, gestiftet von den Heimkehrern 1951
Das Kreuz ist in zweifacher Hinsicht kultur- und ortsgeschichtlich aussagekräftig: Zum einen verweist es auf die Volksmission zur Erneuerung und Festigung des Glaubens in der bestehenden Pfarrei 1951, zum anderen ist es über die Stiftung durch Kriegsheimkehrer ein Dokument der Erinnerungskultur nach dem Zweiten Weltkrieg. |
98356981 | ||
| Schloss Garnberg | Forstnerstraße 8, 12, 14, 16 (Karte) |
Bestehend aus:
- Reste der freistehenden Stallscheuer (§ 2, zu Nr. 16), Sandsteinquaderbau mit Korbbogentoren, 1848 (i);
Das hoch über dem Kochertal und Künzelsau gelegene, weithin sichtbare Schloss Garnberg ist ein schlichter Kastenbau des Frühbarock, der für Wolfgang Christoph von Stetten an Stelle eines älteren Hofes entstand, der sich seit 1301 nachweislich in Adelsbesitz und seit 1421 im Besitz der Herren von Stetten befand. Schon 1709 verkauften die von Stetten Garnberg an die Familie von Hirschligau, 1790 gelangte das Schloss an die Forstner von Dambenoy, welche vor dem Schloss durch Ansiedlung das zugehörige Dorf schufen. Das Schloss hat damit zentralen Zeugniswert für die Ortsgeschichte und belegt die kleinräumige Territorialgeschichte der Region Hohenlohe-Franken in der Frühen Neuzeit. Es ist mit seinen zugehörigen Wirtschaftsbauten ein anschauliches Beispiel für einen adeligen Landsitz und stellt einen der wenigen vollständigen Neubauten aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts in der Region dar. Die Kastenform ist dabei durchaus zeittypisch. Noch kurz vor der Mediatisierung erwarben die Fürsten von Hohenlohe-Ingelfingen Garnberg, es diente 1819 als Wohnsitz des Prinzen Adolf. |
97021865 | ||
| Friedhofskapelle mit älterem Teil des Friedhofs und Friedhofsmauer: Friedhofskapelle [§ 28] | Gaisbacher Straße 16 (Karte) |
Kleiner Saalbau mit Satteldach, mit Ausstattung, u. a. Altarkruzifix von H. J. Sommer, erbaut 1575, erweitert 1736 (i); Friedhof, vor das Obertor verlegt 1564; Friedhofsmauer mit Inschrifttafeln, einschließlich privatem Friedhofsteil der Familie Kneller; gusseiserner Brunnen; Friedhofskreuz, 19. Jahrhundert; Epitaphien bzw. Grabdenkmale, 17.-Anfang 20. Jahrhundert; sekundär aufgestelltes Sühnekreuz; Grenzstein, 15. Jahrhundert
Mit seiner Lage markiert der Friedhof anschaulich Stadtbaugeschichte, denn er wurde kurz nach dem Bau des Obertors direkt vor der damaligen Befestigung im Süden der Kernstadt eingerichtet. Die verschiedenen Monumente - Kapelle, Epitaphien und Grabmale sowie Friedhofskreuz - zeugen nicht nur von der Entwicklung der Memorialkultur von der Frühen Neuzeit bis in die Moderne, sie sind mit ihren Hinweisen auf die Verstorbenen auch wichtige Dokumente der Stadtgeschichte. Das Altarkruzifix, Werk eines Mitglieds der für Hohenlohe bedeutenden Künstlerfamilie Sommer, ist Ausweis frühbarocker Bildhauerkunst. Mit dem Sühnekreuz und dem Grenzstein haben hier weitere rechts- und territorialgeschichtliche Zeugnisse Aufstellung gefunden, die das Areal zu einem in vielerlei Hinsicht besonders aussagekräftigen Ort machen. |
97021931 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage | Gerbhausweg 1 (Karte) |
Dreigeschossig mit Mansarddach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk mit Vorkragungen, teilweise verputzt, beschnitzter Eckständer, um 1700, Mansarddach 18. Jahrhundert
Das im Stadtkern gelegene Gebäude macht anhand seiner Konstruktionsweise und seiner Kubatur mit dem Versatz der beiden Teile Künzelsauer (Orts-)Baugeschichte des 18. Jahrhunderts anschaulich. Es zeugt von den vormodernen Lebensverhältnissen in der von Handel und Handwerk geprägten Stadt. |
97021914 | ||
| Gasthaus Zum Ochsen | Hauptstraße 15 (Karte) |
Dreigeschossig mit Mansarddach, vorderer Hausteil Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, Sichtfachwerkgiebel 17./18. Jahrhundert; rückwärtiger Hausteil zur Kelterstraße Massivbau mit Satteldach, 19. Jahrhundert; Wirtshausschild, Blechschnittarbeit mit schmiedeeisernem Ausleger, 18./19. Jahrhundert
Das Gebäude ist mit seinem auffälligen Mansarddach und dem Fachwerkgiebel ein wichtiges, authentisch überliefertes Element der Häuserzeile an der platzartigen Erweiterung der Hauptstraße. Die verschiedenen Konstruktionsweisen der einzelnen Teile zeichnen lokale Bautraditionen des 17. bis 19. Jahrhunderts nach. Als Gasthaus, auf das das für die Geschichte des örtlichen Kunsthandwerks aufschlussreiche Wirtshausschild weist, kommt dem Gebäude zudem sozial- und wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung zu. |
100700069 | ||
| Sog. Würzburger Bau [§ 28] | Hauptstraße 24; Hirtengasse 3 (Karte) |
Amtshaus (heute Finanzamt), bestehend aus:
Die Grundherrschaft über den Ort teilten sich über viele Jahrhunderte Ganerben, von denen einige sich aber nach und nach aus dem gemeinschaftlichen Besitz zurückzogen und in der Folge eigene Amtshäuser am Ort errichteten. Das Würzburger Verwaltungsgebäude ist eines der letzten erhaltenen dieser eindrücklichen Zeugnisse Künzelsauer Orts- und Herrschaftsgeschichte sowie historischer geistlich-weltlicher Verwaltungsstrukturen der Vormoderne. Mit seinem imposanten Äußeren unterstreicht es nicht nur die Präsenz des Hochstifts, sondern ist auch ein baugeschichtliches Zeugnis des Barock. Nicht zuletzt durch den Verweis auf den einstigen Besitzer ist das Magazingebäude, dessen Zusammenhang mit dem Hauptgebäude im Brandversicherungskataster von 1811 und im Primärkataster von 1839 belegt ist, ein Dokument der Wirtschaftsgeschichte Künzelsaus, die maßgeblich von Handel und Handwerk bestimmt war. Der östliche Gebäudeteil ist noch auf einer anderen Ebene ortsgeschichtlich bedeutsam, beherbergte er doch von 1895 bis 1938 die katholische Volksschule. |
97021844 | ||
Weitere Bilder |
Comburgisches Amtshaus der weltlichen Verwaltung (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Hauptstraße 28 (Karte) |
Dreigeschossig, verputzt, Fachwerk auf massivem Erdgeschoss in Ecklage, Walmdach, zwei Ecktürmchen mit Glockendach, im Rundbogentürgewände Wappenstein, 1. Hälfte 17. Jahrhundert (im Erdgeschoss moderner Ladeneinbau)
Die Grundherrschaft über den Ort teilten sich über viele Jahrhunderte Ganerben, von denen einige sich aber nach und nach aus dem gemeinschaftlichen Besitz zurückzogen und in der Folge eigene Amtshäuser am Ort errichteten. Das Verwaltungsgebäude des Stiftes Comburg, das direkt neben seinem Würzburger Pendant liegt, ist eines der letzten erhaltenen dieser eindrücklichen Zeugnisse Künzelsauer Orts- und Herrschaftsgeschichte sowie historischer geistlich-weltlicher Verwaltungsstrukturen der Vormoderne. Darüber hinaus ist der das Straßenbild beherrschende Bau ein wichtiges Beispiel frühneuzeitlicher Architektur in Hohenlohe. |
97021845 | |
| Gasthaus Zum Hecht (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Hauptstraße 29 (Karte) |
Zweigeteiltes Gebäude: Vorderhaus, zweigeschossiger Hausteil zur Hauptstraße mit Mansarddach, Erdgeschoss massiv (verändert), Obergeschoss verputztes Fachwerk, Ende 18. Jahrhundert; Hinterhaus, zur Kelterstraße zweigeschossig mit Satteldach, verputztes Fachwerk mit giebelseitigen Vorkragungen, 1. Hälfte 17. Jahrhundert, baulich verändert mit giebelseitigem Vorbau
Das Gebäude ist bereits 1758 als Schildwirtschaft genannt und als sozialer Dreh- und Angelpunkt der Stadt ortsgeschichtlich bedeutsam. Nicht zuletzt das Mansardgiebeldach hebt es aus der umgebenden Bebauung hervor und macht es zu einem wichtigen ortsbaulichen Element der an dieser Stelle platzartig erweiterten Hauptstraße. |
97021840 | ||
| Messerschmiedewerkstatt | Hauptstraße 30 (Karte) |
Im südöstlichen Teil (zur Scharfengasse hin) des dreigeschossigen Gebäudekomplexes, einschließlich Einrichtung sowie Ausstattung, z. B. mit Schleifscheiben, Werkzeugen, Amboss, Werkstatt 1863 gegründet
Die Werkstatt dokumentiert auf anschauliche Weise das Handwerk eines Messerschmieds in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Einem für eine Stadt und die verschiedensten Verrichtungen ihrer Bewohner wichtigen Gewerk dienend, zeichnet sie ein Stück Wirtschaftsgeschichte Künzelsaus nach. |
97021919 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 40 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss mit Ladeneinbau massiv, darüber freiliegendes Fachwerk mit leichten giebelseitigen Vorkragungen, 1626 (i)
Im Kern noch aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammend und mit dem Fachwerkgiebel das Straßenbild mitbestimmend, ist das merhfach modernisierte Gebäude ein wichtiges (orts-)baugeschichtliches Dokument. An der platzartig erweiterten Hauptstraße bezeugt es auch mit dem Ladeneinbau die lange Tradition der Handels- und Handwerkerstadt, deren Jahresrhythmus seit dem Mittelalter von Märkten bestimmt war. |
97021929 | ||
| Altes Rathaus | Hauptstraße 41 (Karte) |
Dreigeschossiger Bau mit gemauertem Erdgeschoss, im Kern 16. Jahrhundert, Fachwerk-Obergeschosse teilweise verputzt, teilweise Sichtfachwerk, Krüppelwalmdach mit hohem Dachreiter (Glockenturm mit kleiner Glocke und Uhr), nordöstlicher Eckstein mit Wappen und Jahreszahl 1522 (Baudatum), auf zweiter Seite Jahreszahl 1619 (wohl Umbau bzw. Aufstockungsdatum des Gebäudes um 2. Obergeschosse unter Beibehaltung des verblatteten Dachstuhls), Rundbogentor auf Nordseite 1548 (i), Rundbogentor auf Südseite 1650 (i), weitere Umbaumaßnahmen 1769, 1906 (Ratssaal, Jugendstilfenster datiert) und 1935 (z. B. Treppe), Steinbalustrade der Nordseite von 1805
Das Rathaus schließt prominent die Achse der zum Markt erweiterten Hauptstraße ab bzw. bildet mit seiner Insellage deren Zielpunkt. Ortsbaulich von Interesse ist es auch als Überbrückung des Künzbachs. Es ist ein herausragendes Zeugnis der Entwicklung Künzelsaus zur Stadt und seiner kommunalen Selbstverwaltung unter dem Jahrhunderte bestehenden Ganerbinat - verschiedenste Gemeindeämter sind seit dem Mittelalter belegt. Darüber hinaus ist das Rathaus mit seinem hohen Alter und den verschiedenen ablesbaren Bau- und Umbauphasen ein eindrückliches Zeugnis lokaler Bautraditionen. |
97021859 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage | Hauptstraße 43 (Karte) |
Viergeschossig mit Satteldach, verputzt, Fachwerkkonstruktion mit leichten Vorkragungen auf massivem Erdgeschoss, Wendeltreppe, um 1700 (d), 3. Obergeschoss geschaffen durch Dachanhebung im 19. Jahrhundert, auf Westseite Dachstuhl des ursprünglichen Mansarddaches erhalten
Das Gebäude bezeugt die Wohn- und Lebensverhältnisse der vor allem durch Handwerk und Handel wirtschaftlich gutgestellten Stadtbevölkerung in vorindustrieller Zeit. Die Gewinnung von Wohnraum durch die Dachanhebung im 19. Jahrhundert ist ortsbaugeschichtlich von Interesse, dokumentiert sie doch die zunehmdende Verdichtung innerhalb der Stadtmauern. |
97021992 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 47 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, verputzt, Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, Zwerchhaus des 19. Jahrhunderts, Unterfirstpfetten-Konstruktion, 1586 (d)
Das Gebäude an der als Markt dienenden Hauptstraße ist ein anschauliches Beispiel eines frühneuzeitlichen Wohn- und Geschäftshauses in Künzelsau und bezeugt die lange Tradition des Ortes als von Handel und Handwerk bestimmte Stadt. Es dokumentiert die Wohn- und Lebensverhältnisse in vormoderner Zeit und ist darüber hinaus mit seinem hohen Alter ein wichtiges (orts-)baugeschichtliches Zeugnis. |
98903750 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 49 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, Fachwerk, verputzt, Sommerstube mit Stuckdecke, um 1600, Veränderungen im 19. und 20. Jahrhundert
Das Gebäude an der als Markt dienenden Hauptstraße ist ein anschauliches Beispiel eines frühneuzeitlichen Wohn- und Geschäftshauses in Künzelsau und bezeugt die lange Tradition des Ortes als von Handel und Handwerk bestimmte Stadt. Es dokumentiert mit der besonderen Ausstattung einer stuckierten Sommerstube gehobene Wohnverhältnisse früherer Epochen und mit den Veränderungen des 19./20. Jahrhunderts die sich wandelnden Lebensverhältnisse in der Moderne und ist darüber hinaus ein wichtiges (orts-)baugeschichtliches Zeugnis. |
97022006 | ||
| Wohnhaus der Rotgerberfamilie Kneller | Hauptstraße 54 (Karte) |
Seit 1881 Johannes-Apotheke, dreigeschossig mit Mansardwalmdach und Dachgauben, aus Sandsteinquadern gemauertes, steinsichtiges Erdgeschoss, darüber verputztes Fachwerk, aufwendig gestaltete Fassade und Innenausstattung mit hochwertigen Schreinerarbeiten (der Künstlerfamilie Sommer zugeschrieben), „FAK“ im Türkeilstein, in den Keilsteinen der Erdgeschossfenster auf der Haupteingangsseite bezeichnet 1773; schmiedeeisernes Apothekenschild, 1919
Ursprünglich als Wohnhaus erbaut, dokumentiert das Gebäude besonders eindrücklich, welchen sozialen Status und welche Finanzkraft die Rotgerberfamilie Kneller, der ein privater Teil des örtlichen Friedhofs gewidmet ist, in Künzelsau besaß. Neben dem Metzgergewerbe und den Wirtsleuten waren die Künzelsauer Gerber die wohl am besten begüterten Bewohner der Stadt, die vorwiegend von Handel und Handwerk lebte. Die im Detail baukünstlerisch qualitätvoll ausgestaltete Fassade und das markante Mansardwalmdach machen den Bau zu einem prominenten ortsbaulichen Element am Weg zum Schloss und zu einem für Künzelsau herausragenden Zeugnis barocker Architektur. Sowohl als Domizil der Gerberfamilie als auch als Apotheke ist das Gebäude von großer Bedeutung für die Stadtgeschichte. |
106844164 | ||
| Badhaus (südwestlicher Teil des heutigen Wohn- und Geschäftshauses) in Ecklage | Hauptstraße 56 (Karte) |
Dreigeschossiges Gebäude, teils verputztes Fachwerk, teils massiv, mit mehreren Hausteilen, Badstubenteil zur Hauptstrasse mit massivem Erd- und Obergeschoss, im Erdgeschoss Raum mit Kreuzgratgewölbe, im Obergeschoss Zweifenstergruppen mit volutenverzierten Fenstergewänden und Steinmetzzeichen, Wappenstein bezeichnet 1622, Mansarddach 18. Jahrhundert
Neben anderen Details gibt vor allem der eingewölbte Raum im Erdgeschoss dem Bau allgemein ortsbaugeschichtliche Bedeutung, im Besonderen aber für den Bautyp des Badhauses. Das nachträglich aufgesetzte Mansarddach hebt das Gebäude hervor, das durch seine Funktion eine wichtige Stellung in der lokalen Sozial- und Wirtschaftsstruktur der Frühen Neuzeit innehatte: Gerade in solchen von Handel und Märkten und damit verbunden von vielen Reisenden geprägten Städten wie Künzelsau kam Badhäusern, heute selten gewordene Bauzeugnisse, eine bedeutsame Rolle zu. |
97022364 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Hauptstraße 59 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, verklinkert, darüber aufwendiges Zierfachwerk, 1601 (i)
Vor allem die aus der Bauzeit zu Beginn des 17. Jahrhunderts gut überlieferten Obergeschosse machen das Gebäude zu einem herausragenden Dokument für den frühneuzeitlichen Wohnbau in Künzelsau. Das schmuckreiche Zierfachwerk ist nicht nur bedeutsamer Ausweis der Zimmermannskunst dieser Zeit, sondern verweist auch auf die gehobene soziale Stellung und das Repräsentationsbedürfnis des Bauherrn. |
97021834 | ||
| Gerberhaus (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Hauptstraße 87 (Karte) |
Viergeschossiger, teilweise verputzter Bau mit Satteldach, Fachwerk über massivem Erdgeschoss, auf der Kocherseite Zierfachwerkgiebel mit Laube im Dachgeschoss, letztes Viertel 16. Jahrhundert, einschließlich Anbau an der Nordseite, um 1800, Ladeneinbau von 1895
Das in Nachbarschaft zum ehemaligen Stadttor gelegene Gebäude verrät die Profession seines Bauherrn allein durch den Standort: Die unmittelbare Nähe zum Wasser, hier zum hinter der Stadtbefestigung verlaufenden Kocher bzw. Mühlkanal der Aumühle war für das Handwerk des Gerbers unabdingbar. Neben den Metzgern und Wirten zählten die Gerber in Künzelsau zu den wohlhabendsten Einwohnern, was sich an dem stattlichen Gebäude ablesen lässt. Die verschiedenen Bauteile und die damit zusammenhängenden Änderungen der Lebens- und Wohnverhältnisse - u. a. vom Handwerk hin zu vermehrtem Handel durch den Ladeneinbau - machen das Gebäude darüber hinaus zu einem orts- bzw. wirtschafts- und baugeschichtlichen Zeugnis. |
97021918 | ||
| Villenanwesen Konsul Uebele | Holderrainweg 61, 63 (Karte) |
Sog. Sommerhaus, bestehend aus: Villa (Holderrainweg 61), eingeschossig mit Mansardwalmdach, verputzt, vorgebauter Säulenportikus mit Balkon und Zwerchhaus, Planentwurf der Stuttgarter Architekten Zettler und Sohn, 1912 (a); Gärtnerhaus, sog. Quickscher Bau; Park mit Gartenhäuschen und Einfriedung (Sachgesamtheit)
Das Villenanwesen mit Villa, Nebengebäude, weitläufigem Park und Umfriedung liegt malerisch mit Blick ins Tal westlich des Ortes in Verlängerung des Holderrainwegs. Sie ist anschauliches Zeugnis großbürgerlicher Wohnarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts und sowohl sozial- als auch architekturgeschichtlich von Bedeutung. Ihr Bauherr, Otto Uebele, kam als Kaffeeexporteur zu Reichtum und Ruhm, blieb aber trotz seines eigentlichen Wohnsitzes in Brasilien seiner Heimatstadt verbunden, in der er sich 1912 dieses Sommerhaus erbauen ließ. Das Domizil des Konsuls und späteren Ehrenbürgers von Künzelsau ist daher auch ortsgeschichtlich bedeutsam. |
97021922 | ||
| Wasserkraftwerk samt Bedienstetenwohnhaus | Künzelsauer Straße 19, 20; Unterkanal (Karte) |
Kanal, Sperrwerke von 1922, eine Turbine von 1922 im Innern erhalten
Das zwischen Ingelfingen und Künzelsau an einem Seitenkanal des Kocher gelegene Wasserkraftwerk belegt die Nutzung des Wasserkraft zur Stromgewinnung in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts und ist ein Dokument der regionalen Technik- und Wirtschaftsgeschichte. Es belegt die zunehmende und systematische Elektrifizierung des ländlichen Raums zu Beginn des 20. Jahrhunderts und deren weitgreifende Bedeutung für die dörflichen Wohn- und Arbeitsverhältnisse, die sich aufgrund dessen stark wandelten. |
96953065 | ||
| Burgstall | Waldenburg / Forchtenberg (Karte) |
Sog. Zarge, Ruine einer abgegangenen Befestigungsanlage, ost-westlich verlaufende Mauer eines festen Hauses mit Maueransätzen nach Süden erhalten, trapezförmig, wohl 13. Jahrhundert
Es handelt sich um die auf einem Sporn des Zargenbergs gelegene Ruine einer einstigen Talsperre. Bereits 1343 urkundlich als sog. Zarge fassbar und in dieser Zeit im Besitz des Erzstifts Mainz, ist der prominent über dem Flusstal positionierte Bau ein anschauliches Zeugnis hochmittelalterlicher Herrschaftsgeschichte im Kochertal. |
97021888 | ||
| Deubachbrücke | Ingelfinger Straße 25 (Karte) |
Steinerne Bogenbrücke, gemauerte Brüstung, Deckplatten und Eckständer teilweise aus Sandstein, Bauinschriftstein, 1803 (i)
Die kleine Brücke über den Deubach westlich des eigentlichen Ortes ist Teil der früheren Hauptstraßenverbindung zwischen Künzelsau und Ingelfingen. Als Zeugnis dieser historischen Wegeführung ist sie anschauliches Dokument der Orts- und Ortsbaugeschichte und gleichzeitig in ihrer Machart ein charakteristischer ländlicher Brückenbau des frühen 19. Jahrhunderts. |
98357067 | ||
| Wohnhaus | Kanzleigasse 1; Schnurgasse 29 (Karte) |
Hauptgebäude zweigeschossig mit Mansarddach, verputzt, auf massivem Kellergeschoss Fachwerk, giebelseitig großes Keller-Rundbogentor, im Sandsteingewände bezeichnet Johann Jacob Schmetzer, im Keilstein Zunftzeichen der Gerber und Jahreszahl, 1730 (i); großer Gewölbekeller mit Fortsetzung unter Gebäude Kanzleigasse 1; traufseitiger Anbau (Holzlager) zur Kanzleigasse mit starken Prellsteinen, Wohnhaus laut Ergänzungen im Brandschadens-Versicherungs-Kataster anstelle des Vorgängerbaus 1820 neu errichtet
Als Neubau nach Brand zeugt das Gebäude von der allseits präsenten Feuergefahr, die bis in die Moderne von Gewerken wie der Gerberei ausging - das Holzlager kündet von den für das Handwerk notwendigen Verrichtungen. Nicht zuletzt das markante Mansarddach trägt den Besitzerstolz des sozial und wirtschaftlich wie alle Gerber in Künzelsau sicher gut gestellten Erbauers nach außen. |
97022062 | ||
| Villa Schüssler | Langenburger Straße 1 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptgebäude, Sandsteinquaderbau, zweieinhalbgeschossig mit Kniestock, Walmdach und Dachgarten, Erkern und Portikus auf der früheren Eingangsseite, Terrasse mit steinernen Balustern, historische Ausstattung, wohl nach Plänen des aus Künzelsau stammenden Architekten und Ulmer Münsterbaumeisters Prof. August Beyer, 1874 (a), Bau der Brückentreppe ins Obergeschoss von der Hangseite her, 1914; Nebengebäude, ein- bzw. zweigeschossiger, verputzter Bau in Hanglage, Umbau zu Wagenhalle (heute Büro) im Erdgeschoss am Kapellenweg, 1926, Garagen im Garten-Erdgeschoss; Garteneinfriedung; Steinkreuz, kleines gleicharmiges Sandsteinkreuz, am Kapellenweg in die hohe Gartenmauer von Zollstockweg 2 eingemauert, wohl 16. Jahrhundert
Laut Brandversicherungsunterlagen an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet - seinerseits ein Nachfolger der einst hier gelegenen Wolfgangskapelle - markiert die Villa prominent den nördlichen Zugang zum historischen Ortskern über den Kocher. Sie ist, erbaut für Georg Heinrich Schüssler, der sich als Privatier in der alten Heimat niederließ, nachdem er in England als Metzger zu Reichtum gekommen war, ein Zeugnis großbürgerlichen Wohn- und Lebensstandards. Darüber hinaus ist die Villa als anschauliches Beispiel historistischer Architekturauffassung mit Neurenaissance-Formen anzusprechen. Als späterem Verwaltungssitz der damaligen Straßenbauinspektion, abzulesen am Nebengebäude, kommt ihr zudem ortsgeschichtliche Bedeutung zu. Das in die Gartenmauer eingesetzte Steinkreuz, geschaffen ursprünglich als Sühnekreuz, ist ein Zeugnis mittelalterlicher Rechtsgeschichte. |
97021990 | ||
| Comburger Wappenstein (Sparren und Abtsstab mit Flügel) der abgebrochenen Comburger Kelter | Keltergasse 13 (Karte) |
Angeblich Anfang 15. Jh., in neuem Wohn- und Geschäftshaus eingefügt
Der Wappenstein macht die lokale Herrschaftsgeschichte anschaulich. Als letztes Zeugnis der von Abt Ehrenfried Anfang des 15. Jahrhunderts erbauten Kelter verweist er zudem auf die einstige wirtschaftliche Bedeutung des Weinbaus in Künzelsau, auch als Einnahmequelle für das Chorherrenstift Groß-Comburg. |
97022243 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus in Ecklage | Keltergasse 50 (Karte) |
Dreigeschossig, verputzt, Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, Fenster mit Fensterverdachungen, Mansarddach, historische Ausstattung, 1898
Mit der Bandrustika und der Fassadengliederung durch Dreiecksgiebel weist das Gebäude charakteristische Elemente großstädtischer Wohnbauten im Stil der Neurenaissance auf. Das Mansarddach hingegen knüpft an die barocke Künzelsauer Tradition an. Neben seiner architekturgeschichtlichen Bedeutung besitzt das Gebäude Aussagekraft für die Lebens- und Wohnverhältnisse der vorwiegend vom Handel lebenden Kleinstadt um die Wende zum 20. Jahrhundert. |
97021835 | ||
| Ev. Dekanat (heute Wohn- und Geschäftshaus) | Keltergasse 54 (Karte) |
Dreigeschossig mit Mansarddach, verputzt, Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, Fenster mit reich profilierten Fensterverdachungen und Gesimskonsolen, Ende 18. Jahrhundert
Als einstigem geistlichem Verwaltungssitz kommt dem Gebäude kirchen- und ortsgeschichtliche Bedeutung zu. In dem von den Auseinandersetzungen der Konfessionalisierung im 17. und 18. Jahrhundert stark betroffenen Künzelsau, dessen Ganerben sich teils der Reformation angeschlossen hatten, teils aber katholischen Herrschaftsträger wie das Hochstift Würzburg und das Chorherrenstift Comburg umfassten, demonstriert der repräsentativ gestaltete Bau ein gewisses Selbstbewusstsein der evangelischen Seite. Darüber hinaus ist er als baukünstlerisch sorgsam ausgeführter Vertreter einer frühklassizistischen Architektur anzusprechen. |
97021872 | ||
| Ev. Stadtpfarrhaus | Keltergasse 63 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, verputzt, Fachwerk über massivem Erdgeschoss und Kellerhals, geohrtes Haustürgewände mit Inschrift, Hohenloher Wappen am Sturz, 1711 (i)
Das Gebäude ist als evangelisches Stadtpfarrhaus und damit als wichtiges Zentrum der religiösen Gemeinde und geistlich-kultureller Treffpunkt ein wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte. Bedeutsam für Künzelsau ist es darüber hinaus als Geburtsort des Lyrikers und Romanciers Hermann Lenz. |
97021843 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Johanneskirche (St. Johannes d. Täufer) | Kirchplatz 1 (Karte) |
Pfarrkirche, dreischiffige Hallenkirche mit Chorturm, Turmhelm mit doppelter Welscher Haube, verputzter Massivbau, Ausstattung aus verschiedenen Epochen, u. a. Tympanon, frühes 13. Jahrhundert, mit Inschrift von Vorgängerkirche, seit 1913 im Inneren angebracht, in den Chorbogen eingespannte Kreuzigungsgruppe von Johann Jacob Sommer, 1704, Altarantependium mit durchbrochenem Schnitzwerk von Johann Friedrich Sommer, 1704, Kanzel mit in Alabaster gearbeiteten Evangelistenfiguren, wohl von Leonhard Kern, 1617, Schalldeckel von Johann Andreas Sommer, 1758, Orgelprospekt von J. A. Sommer, 1768, Grabdenkmäler, z. B. für Simon von Stetten (gest. 1470); Kirchenschiff neu erbaut nach Plänen Georg Kerns aus Neuenstein, 1617/18, Turm erhöht, 15. Jahrhundert und 1621/22, Innenerneuerung, 1764 und 1768, Veränderungen durch Martin Elsässer, 1913 (bei der letzten Renovierung 1970/72 teilweise rückgängig gemacht)
Mit ihrem markanten Turmhelm prägt die Kirche, eines der bedeutendsten Bauwerke am Ort, die Stadtsilhouette. Das hochmittelalterliche Tympanon und die fast gleich weit zurückliegende Ersterwähnung bezeugen das hohe Alter der Pfarrei und des Kirchenstandorts und machen das Gebäude zu einem zentralen orts- und kirchengeschichtlichen Dokument. Seine wichtige Rolle wird u. a. daran deutlich, dass es im ausgehenden Mittelalter als Versammlungsort des Landkapitels diente. Als Bau mit wesentlichen Bauphasen in der Frühen Neuzeit und vor allem im Spätbarock ist die Pfarrkirche ein herausragendes Dokument der Sakralbaugeschichte in Hohenlohe. Die künstlerisch qualitätvolle Ausstattung, u. a. auch beachtliche Grabdenkmäler und beachtliche Werke der für Hohenlohe bedeutenden Bildhauerfamilie Sommer, macht hervorragend die künstlerisch-stilistischen Intentionen der jeweiligen Epoche anschaulich. |
100165015 ( | |
| Wohn- und Geschäftshaus | Kirchplatz 5 (Karte) |
Zweigeschossiges, schmales Gebäude mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber Fachwerk mit starken trauf- und giebelseitigen Vorkragungen, teilweise Zierfachwerk, im Giebel bezeichnet 1650; an Westgiebelseite jüngerer Anbau
Das schmale, aber mit den Vorkragungen und den Zierformen im Fachwerk repräsentativ gestaltete Gebäude ist Ausweis der lokalen Zimmermannskunst der Frühen Neuzeit und bezeugt die Lebens- und Wohnverhältnisse in Künzelsau, das seit dem Mittelalter eine urbane Prägung besitzt. |
97021862 | ||
| Sog. Karlspflege | Kirchplatz 8 (Karte) |
Kleinkinderschule (später städtischer Kindergarten), eingeschossiges Werksteingebäude mit leicht vorspringendem Mittelrisalit, nach Plänen des Baumeisters Glenk; mit umgebender historischer Freifläche; 1861/62
Die Kleinkinderschule ist eines der frühen württembergischen Beispiele solcher Institutionen zur frühkindlichen Bildung und Betreuung und als solches orts- und kulturgeschichtlich von Bedeutung. Mit finanzieller Unterstützung des Fürsten Karl Friedrich zu Hohenlohe-Kirchberg im Bereich der eisntigen Stadtbefestigung erbaut, ist das stilgeschichtlich dem Historismus zuzuordnende Gebäude zudem mit der traditiosreichen Fürsorge durch die frühere Herrschaft und damaligen Landesherren verbunden. |
97021832 | ||
| Bildstock aus Sandstein (heute in Gartenmauer bei der ehem. Aumühle integriert) | Aumühle (Karte) |
Gefaster Pfeiler mit aufgesetzter kleiner Ädikula mit rundbogiger Nische, darin Relief des Gekreuzigten, im Giebel Mühlradsymbol, am Übergang zum Schaft Reste einer Inschrift mit Wappenschilden, starke Verwitterungsspuren, 1509 (i)
Der Bildstock ist ein seltenes Beispiel dieser Gattung aus vorreformatorischer Zeit, zumal im vorwiegend evangelisch geprägten Hohenlohe. Dass er erhalten und weiter gepflegt wurde, dokumentiert die Koexistenz der beiden Konfessionen durch die auf katholische wie protestantische Ganerben aufgeteilte Herrschaft über Künzelsau. Das Kleindenkmal ist ein anschauliches kultur- und konfessionsgeschichtliches Zeugnis für den Ort. |
97021849 | ||
| Villenanwesen mit Villa | Konsul-Uebele-Straße 10 (Karte) |
Zweieinhalbgeschossiger, verputzter Bau mit Walmdach und aufwendiger Fassadengliederung durch Stockwerks- und Fenstergurte, Fensterverdachungen und Hauptportal, über dem Eingang Bauinschrifttafel, für Heinrich Strohmetz, 1841 (i), Kernbau aus dieser Zeit, 1887 Mezzaningeschoss sowie Überformung mit vasengeschmückter Attika (Initialen CS und Jahreszahl 1887; Privatier Carl Schwab) und Fensterverdachungen; Freifläche und Einfriedung mit Quadermauer, Sandsteinpfeilern und Eisenstaketen
Sowohl die große Geste als auch Details wie die Fensterüberdachungen oder Vasen am Eingang zum Anwesen weisen die Stadtvilla als charakteristischen Vertreter dieser Baugaufgabe im Klassizismus aus. Neben der architekturgeschichtlichen kommt dem Gebäude auch ortsbaugeschichtliche Bedeutung zu, markiert es doch mit anderen Objekten die Ausdehnung der Siedlung über die Grenzen der Stadtmauer hinweg. |
1193261 | ||
| Amtsgericht | Konsul-Uebele-Straße 12/1, 12 (Karte) |
Dreigeschossiges Gebäude mit Walmdach, steinsichtiger Sockel aus Sandsteinquadern, sonst verputzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, im 1. Obergeschoss Fenstergurt; rückwärtig stehendes Remisengebäude (heute z. T. Büros), zweigeschossig mit Satteldach, verputzt; Freifläche und Einfriedung mit Sandsteinpfeilern und Staketenzaun, 1845; Stadtmauerverlauf an der östl. Grundstücksgrenze, Teil der Stadtbefestigung [s. Stadtbefestigung, Am Stadtgraben]
Das Amtsgericht verdeutlicht den Status Künzelsaus innerhalb der Württembergischen Verwaltungsstruktur, denn ab 1811 war es Sitz eines Oberamtes. Es bildet zusammen mit dem Gefängnis, mit dem es Rücken an Rücken dies- und jenseits der Stadtmauer steht, Justiz und Justizvollzug in für die Bauaufgabe und Epoche charakteristischen Stilformen ab. Neben der architekturgeschichtlichen kommt dem Gebäude auch ortsbaugeschichtliche Bedeutung zu, markiert es doch mit anderen Objekten die Ausdehnung der Siedlung über die Grenzen der Stadtmauer hinweg. |
97022097 | ||
| Ev. Dekanatamt/Stadtpfarramt (heute ev. Dekanat) | Konsul-Uebele-Straße 18 (Karte) |
Dreigeschossiges Gebäude mit Kniestock, Walmdach und Zwerchhäuschen, Keller- und Erdgeschoss in Werkstein, darüber Backsteinmauerwerk, Mezzaningeschoss durch Stockwerksgurt und ornamentiertes Ziegelmauerwerk betont, 1. Obergeschoss durch Stockwerksgurt zum Erdgeschoss, Fenstergurt und Fensterverdachungen gegliedert, im Erdgeschoss Rundbogenfenster und Rundbogenportal, darüber Inschrift, historische Ausstattung; Gartenfläche; 1886
Als evangelischem Verwaltungssitz, der einen Vorgängerbau innerhalb der Stadtmauern in dieser Funktion ablöste, kommt dem Gebäude kirchen- und ortsgeschichtliche Bedeutung zu. Es ist in Materialkombination, Großform und Details ein zeittypischer Vertreter historistischer, städtisch geprägter Architektur. Als repräsentativ gestalteter Bau im Umkreis der wichtigsten kirchlichen und kommunalen Institutionen und als Teil der im 19. Jahrhundert neu gestalteten Konsul-Uebele-Straße in Erweiterung des historischen Stadtkerns nimmt das Dekanatsgebäude städtebaulich und stadtbaugeschichtlich eine wichtige Rolle ein. |
97021826 | ||
| Jüdisches Bad | Mühlbergstraße (Karte) |
Dann Pumpstation, kleines Gebäude aus Bruchsteinmauerwerk mit Sandstein-Türgewände, wohl 1. Hälfte 19. Jahrhundert, erhaltener Treppenzugang von der Straße her; etwas oberhalb gelegener sog. Judenbrunnen (Flstnr. 44), gemauerte überwölbte Quellfassung (renoviert) einschließlich Zuleitung zum früheren jüdischen Bad
Die rituelle Badestelle, deren Zugang und die Quellfassung, aus der sich das Bad speiste, sind anschauliche Zeugnisse der bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden jüdischen Geschichte in Nagelsberg. Seit der mainzischen Ansiedlung 1656 bestand eine jüdische Gemeinde, die den Ort und seine Geschichte mitprägte. |
98356689 | ||
| Sog. Untere Farb | Mühlgrabenweg 8 (Karte) |
Färberhaus (heute Wohn- und Geschäftshaus), zweigeschossiges, teilweise verputztes Gebäude mit Krüppelwalmdach, im westlichen Hausteil im Erdgeschoss massiv, sonst Fachwerk, mit schmalen tonnengewölbten Räumen mit Lüftungsfenstern, ca. 1800; in Verlängerung der Ostgiebelseite zweigeschossiger Querbau mit Wohnung und umgebautem Scheunenteil, um 1800; Gartenmauer aus Bruchstein
Das Handwerk der Färber hat in Künzelsau eine lange Tradition, es besteht seit dem ausgehenden Mittelalter und blieb über Jahrhunderte von besonderer Bedeutung für die Stadt. Die Färberzunft gehörte zu den wohlhabendsten am Ort. Mit dem Gebäude ist ein letztes baulich anschauliches Zeugnis dieses Handwerks in Künzelsau und damit der lokalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte erhalten: Die gewölbten, einst rußgeschwärzten Räume deuten noch auf die Feuerung und die Scheuer auf Trocknung und Lagerung als Teil des Produktionsvorgangs. |
97021824 | ||
| Burganlage | Nagelsberger Schloß 1, 2, 3, 4, 5, Mittlere Gasse 49, 51 (Karte) |
Wohl in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut, zum Teil nach einem Brand 1843 auf den Vorgängerbauten errichtet, bestehend aus:
Die Gruppierung der Anlage südwestlich des heutigen Ortskerns von Nagelsberg, der Zugang über einen Halsgraben hinweg und die erhaltenen unteren Partien zeugen noch von der einstigen, das Ortsbild beherrschenden Burg in Spornlage. Dieses castrum wurde bereits 1282 urkundlich erwähnt und war lange Zeit ebenso wie der Ort mainzisch. Nach 1803 verkaufte Fürst Friedrich Ludwig von Hohenlohe-Ingelfingen, in dessen Besitz die Burg zu diesem Zeitpunkt stand, die Gebäude an jüdische Familien. Wo die alten Teile lokale Herrschaftsgeschichte sichtbar machen und als wehrhafte Anlage von den damaligen territorialen Machtansprüchen zeugen, sind die Aufbauten des 18. Jahrhunderts Zeugnisse der jüngeren, auch durch die jüdische Bevölkerung geprägten Orts- und Ortsbaugeschichte. |
97021890 | ||
| Bildhäuschen | Nagelsberger Weg 15/4 (Karte) |
Nische aus Sandsteinplatten (Sockel neu aufgemauert), mit Kreuzigungsrelief in Sandstein, Rahmung mit Akanthus, Fruchtgirlande und Engelsköpfen, unleserlich gewordenes Inschriftenfeld, 1670 (i), als Bekrönung Engelskopf und Fruchtgirlande
Nagelsberg weist eine vergleichsweise hohe Dichte solcher religiöser Andachtsorte auf, was die katholische Prägung innerhalb eines vor allem protestantischen Gebietes belegt. Vor allem die Ornamentik der Rahmung macht das Relief zu einem aufschlussreichen kunstgeschichtlichen Zeugnis und ist Ausweis des lokalen Steinmetzhandwerks. |
97022244 | ||
| Villenanwesen mit Villa | Oberamteistraße 20 (Karte) |
Zwei- bzw. dreigeschossiger Backsteinbau mit Stockwerks- und Eckgliederungen in Sandstein, Hanglage, Terrasse mit steinerner Brüstung, zum Hauseingang überdachte Freitreppe mit Säulen, historische Ausstattung und Deckengemälde; Nebengebäude (ehem. Remise, Stall, Waschhaus), Winkelbau mit Ecktürmchen, teilweise in Sichtfachwerk; Garten mit Einfriedung; nach Plänen des aus Künzelsau stammenden Architekten und Ulmer Münsterbaumeisters Prof. August Beyer für den Privatier Friedrich Beyer, 1877, Turmaufbau Haupthaus um 1900
Das Villenanwesen bezeugt durch seine Lage westlich außerhalb des historischen Stadtkerns die Erschließung der Neubaugebiete des 19. Jahrhunderts. Neben dem städtebaulichen Aspekt ist es aber vor allem der architekturgeschichtliche und künstlerische Wert, der die Villa zu einem wichtigen Baudokument macht: Entworfen von dem überregional tätigen und bekannten Architekten Beyer, ist sie ein anschauliches Zeugnis der zeittypischen historistischen Architekturauffassungen und Beleg großbürgerlicher Wohnkultur. Stilgeschichtlich von Interesse sind darüber hinaus die Anklänge des Heimatstils bei den Nebengebäuden. |
97028213 | ||
| Oberamts- | Oberamteistraße 21 (Karte) |
Dann Landratsamtsgebäude (heute Wasserwirtschaftsamt), dreigeschossiger Putzbau mit Walmdach und Dachgauben, Fassadengliederung durch Lisenen, angedeutete Risalite, Stockwerks- und Fenstergurt im 2. Obergeschoss, im Erdgeschoss Erker, große Rundbogenfenster mit ornamentierten Fenstergittern sowie profiliertem Eingangsportal mit Oberlicht, nach Plänen von Regierungsbaumeister Eble, 1914 (a)
Das sowohl in der Großform mit dem markanten Dach und seinen Fledermausgauben als auch in Details wie den reliefierten Fenstergewänden und den ornamentierten Gittern äußerst repräsentativ ausgeführte Gebäude ist ein anschauliches Zeugnis der sich auf klassische bzw. klassizistische Vorbilder beziehenden architektonischen Strömung des frühen 20. Jahrhunderts. Aufgrund seiner aufeinanderfolgenden Funktionen ist es darüber hinaus von Bedeutung für die Ortsgeschichte und zeichnet die strukturelle und verwaltungstechnische Entwicklung von Künzelsau nach. |
97021822 | ||
| Sog. Klingenbrückle | Oberer Leibachweg 9 (Karte) |
Kleine Bogenbrücke aus Natursteinquadern mit Quaderbrüstung, gemauerte Bachbetteinfassung mit Solstufen, Ausbau der Steige, 1782/84
Die Brücke bezeichnet eine historische verkehrstechnisch aussagekräftige Wegebeziehung: Sie befindet sich an der neuen Steige nach Amrichshausen bzw. Steinbach, deren chausseemäßiger Ausbau Ende des 18. Jahrhunderts erfolgte. Das Bauwerk ist daher ein anschauliches ortsbau- und verkehrsgeschichtliches Dokument. |
98355448 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Scharfengasse 3; Schnurgasse 2 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, verputzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit giebelseitigen Vorkragungen, auf Scharfengassenseite Hauseingang mit gefastem Rundbogen-Sandsteingewände, Anfang 17. Jahrhundert, mit späteren Überformungen
Nach mündlicher Überlieferung war das Gebäude einst Gasthaus und zeitweise Posthalterei, wodurch ihm eine besondere Rolle innerhalb der Künzelsauer Infrastruktur und des Soziallebens zukam. Die Lage direkt an der ost-westlich verlaufenden Achse vom Morsbacher Tor weg, das stattliche Erscheinungsbild und der prominent gestaltete Eingang unterstreichen die hervorgehobene Stellung des Fachwerkbaus der frühen Neuzeit. |
97022066 | ||
| Großer Gewölbekeller mit Kellerhals und Rundbogen-Kellertor | Scharfengasse 6 (Karte) |
Keilstein mit Initialen I / P / B in herzförmigem Schild, im Sandsteingewände bezeichnet 1680 (ehemals darüber Heuboden, heute nach Brand 1991 errichteter Wohnhaus-Neubau)
Der frühneuzeitliche Keller ist ein aussagekräftiges Zeugnis einstiger Vorratshaltung im Stadtkern von Künzelsau und hat daher wirtschafts- und baugeschichtliche Bedeutung. |
97022093 | ||
| Wohnhaus | Scharfengasse 18 (Karte) |
Ein- bis zweigeschossiges Gebäude mit Satteldach in Hanglage, massives Keller- bzw. Erdgeschoss und massive Ost-Traufseite, darüber Fachwerk, teils verputzt, giebelseitig wiederkehrendes Traufgesims, um 1800, mit Veränderung um 1850
Das Gebäude veranschaulicht als charakteristisches Wohnhaus eines Weinbau betreibenden Kleinbauern einen sonst nur noch selten ablesbaren Aspekt der Künzelsauer Wirtschaftsgeschichte: Ab dem späten Mittelalter spielte der Weinbau eine Rolle in dem ansonsten recht urban geprägten Ort. Es ist auch baugeschichtlich als Vertreter dieses Bautyps von Bedeutung. |
97022091 | ||
| Gasthaus Zum Wilden Mann | Schloßgasse 2 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, verputzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk mit traufseitigen Vorkragungen und stark profiliertes Traufgesims, im 1. Obergeschoss ehemaliger Saal mit Holzstütze, bezeichnet 1617, Dachstuhl mit Verblattungen (Kopfbänder, Steigbänder), Unterfirstpfettenkonstruktion, im Kern um 1500, mit Veränderungen; Wirtshausschild mit Wildem Mann, Blechschnitt mit schmiedeeisernem Ausleger
Mit seiner bis ins frühe 16. Jahrhundert reichenden Substanz ist das Gebäude ein wichtiges ortsbaugeschichtliches Zeugnis. Darüber hinaus hat es als Gasthaus mit langer Tradition sozial- und wirtschaftsgeschichtlichen Aussagewert für Künzelsau. Der originelle Wirtshausausleger ist Ausweis des lokalen Kunsthandwerks. |
97021906 | ||
| Doppelwohnhaus | Schloßgasse 5, 7 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach, verputzt, Fachwerk auf steinernem Kellergeschoss, Schlossgasse 5 mit großem Gewölbekeller (Eigentum der Johannesapotheke), 17. Jahrhundert; Schlossgasse 7, südlicher Hausteil mit baulichen Veränderungen um 1900 und Ladeneinbau
Das in unmittelbarer Nähe des Schlosses gelegene Doppelwohnhaus ist ein anschauliches Dokument vormoderner Wohn- und Lebensverhältnisse im dicht bebauten historischen Ortskern. Der Kellerhals weist auf die einstige Bedeutung des Weinbaus hin. |
97022071 | ||
| Wohnhaus in Hanglage | Schloßmühlgasse 1 (Karte) |
Drei- bis viergeschossiger, teilweise verputzter Bau, Fachwerk auf Steinsockel bzw. massivem Erdgeschoss, traufseitige Vorkragung des 2. Obergeschosses, Dachstuhl mit Verblattungen, großer Gewölbekeller, am Kellertor bezeichnet 1555
Das in unmittelbarer Nähe des Schlosses gelegene Wohnhaus ist ein anschauliches Dokument frühneuzeitlicher Wohn- und Lebensverhältnisse im dicht bebauten historischen Ortskern. Der geräumige Keller weist auf die einstige Bedeutung des Weinbaus hin. Mit seinem hohen Alter ist das Gebäude zudem ein wichtiges baugeschichtliches Zeugnis. |
97023285 | ||
| Nebengebäude | Schloßmühlgasse 2 (Karte) |
Heute Wohnhaus, zweigeschossig mit asymmetrischem Satteldach, abgewalmtes, weit vorgezogenes Vordach in Giebelspitze, hohes, massives Kellergeschoss mit Gewölbekeller, Hauseingang zurückversetzt, im Kellertorgewände bezeichnet 1581 LH / Lorenz Drabinger, W. M., im Keller Hochwassermarken (älteste 1611), jüngerer eingeschossiger Fachwerkaufbau der ehemaligen Futterlege, 18. Jahrhundert
Das Gebäude, das auch baugeschichtlich aufschlussreich ist, bezeugt den wirtschaftlichen Wandel und die städtebauliche Entwicklung Künzelsaus von der Frühen Neuzeit bis an die Schwelle zur Moderne. Zunächst als Nebengebäude einer Hofanlage errichtet, diente es mit dem großen Keller dem für Künzelsau lange Zeit wichtigen Weinbau und als Futterlege. Wohl im Zuge einer immer stärkeren Urbanisierung und einer Verschiebung der Wirtschaft hin zu Handwerk und Handel sowie durch den begrenzten Wohnraum innerhalb der Stadtmauern wurde das Gebäude zu Wohnzwecken umgenutzt. |
97022075 | ||
| Handwerkerhaus (heute Wohnhaus) | Schloßmühlgasse 7 (Karte) |
Dreigeschossiges Eckgebäude, massives Erd- und teilweise Obergeschoss, sonst Fachwerk, Wohn- mit ehemaligem Stallteil in der einen Gebäudehälfte, Wirtschaftsteil mit Gerberlauben in der anderen, eine Gebäudeseite abgeschrägt mit ehemals großem Tor (für den späteren Einbau einer Schlosserwerkstatt verkleinert), darüber Aufzugsladen, darüber Gaube, im Kern 18. Jahrhundert
Das Gebäude, das nicht zuletzt mit den noch sichtbaren Gerberlauben auf die ursprüngliche Nutzung verweist, stellt eines der letzten anschaulichen Bauzeugnisse für diesen ehedem für Künzelsau wichtigsten Handwerkszweig dar. Rotgerber werden hier bereits 1514 als Zunft erwähnt, Rot- und Weißgerberei blieben bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Gewerbezweig. Das Gebäude, das für die Profession günstig am früheren Mühlgraben liegt, ist deshalb von wirtschafts- und sozialgeschichtlicher sowie ortsgeschichtlicher Bedeutung. |
97022074 | ||
| Kanzleibau [Kanzleigasse 6 | Kanzleigasse; Schloßmühlgasse; Schloßplatz (Karte) |
§ 2] und Schloss [Schlossplatz 3, § 28] mit Schlossummauerung und ehem. Zwingerbereich [Flstnr. 27/1, 27/2, 27/4], bestehend aus:
Der imposante Schlossau ist das die Stadtsilhouette von Osten prägende, dominierende Gebäude der Altstadt. Es bezeugt mit dem weitgehenden Neubau des 17. Jahrhunderts die Entwicklungen im Schlossbau Südwestdeutschlands in den Jahrzehnten nach dem Dreißigjährigen Krieg. Die Anlage war seit Bestehen mit der Herrschaft über den Ort Künzelsau verbunden: von den Edelherren von Künzelsau wohl im 12. Jahrhundert über die Bartnau bis hin zum Haus Hohenlohe. Dieses konnte allerdings erst im 17. Jahrhundert alle Anteile des Schlosses in seinen Besitz bringen. Die Neugestaltung, die baukünstlerisch ein bedeutendes Beispiel später Renaissancearchitektur darstellt, kann als bewusste Markierung der Beendigung dieses Prozesses und als selbstbewusste Machtdemonstration der Grafen von Hohenlohe gelesen werden. Das Schloss ist somit ein bedeutendes herrschafts- und ortsgeschichtliches Zeugnis, dem darüber hinaus auch in seiner späteren Funktion als Lehrinstitution Bedeutung für die Geschichte Künzelsaus zukommt. Der Kanzleibau belegt die wachsende Staatsverwaltung in der Frühen Neuzeit, die zur Auslagerung der Kanzleifunktion aus dem Schloss in ein separates Nebengebäude führte. |
97021841 | ||
| Rentamtsgebäude | Schloßplatz 9 (Karte) |
1667–1785 Wohnhaus mit Werkstatt der Bildhauer- und Künstlerfamilie Sommer (heute Hotel und Restaurant „Anne-Sophie-Haus“), langgestreckter, dreigeschossiger Bau mit gemauertem Erdgeschoss mit volutenverzierten Doppelfenstern sowie zwei Fachwerkgeschossen, nördliche Giebelseite mit stark profilierten Vorkragungen und Standerker über dem Kellerhals mit geschnitzten Eckständern, Gewölbekeller, Wandmalerei, um 1600, älterer Gebäudeteil um 1500 bis auf zwei Fensterachsen im Erdgeschoss abgebrochen
Errichtet als herrschaftliches Gebäude der Finanzverwaltung - eine Stellung, die es mit seinem imposanten Äußeren zur Schau trägt -, ist der Bau von ortsgeschichtlicher Bedeutung. Auch als Wohn- und Tätigkeitsort der berühmten Bildhauerfamilie Sommer kommt ihm eine wichtige Rolle zu. Darüber hinaus ist es als baugeschichtliches und durch die Ausstattung mit Wandmalerei auch als Dokument des künstlerischen Schaffens der Frühen Neuzeit in Künzelsau anzusprechen. |
97021842 | ||
| Wirtshausschild des Gasthauses Zum Engel | Schnurgasse 5 (Karte) |
Schmiedeeiserner Ausleger und Blechschnitt-Schild mit Engel, 19. Jahrhundert
Das Wirtshausschild verweist auf das Gasthaus als einstigen sozialen Dreh- und Angelpunkt, der sich verkehrsgünstig wie zwei weitere Wirtshäuser an der ost-westlich verlaufenden Hauptachse von Künzelsau vom Morsbacher Tor aus befand. Es ist darüber hinaus Ausweis des lokalen Kunsthandwerks im 19. Jahrhundert. |
97022111 | ||
| Wohn- und Geschäftshaus | Schnurgasse 6 (Karte) |
Dreigeschossig mit Satteldach, verputzt, Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, giebel- und traufseitige Vorkragungen, getremter Keller, im Kern frühes 17. Jahrhundert
An der ost-westlich verlaufenden, vom ehemaligen Morsbacher Tor ausgehenden Schnurgasse liegt das frühneuzeitliche verputzte Fachwerkgebäude, das anschaulich die beengten Wohn- und Lebensverhältnisse im bereits seit dem Mittelalter urban geprägten Künzelsau vermittelt. |
97022113 | ||
| Wirtshausschild des Gasthaus Zum Hirsch | Schnurgasse 8 (Karte) |
Schmiedeeiserner Ausleger und Blechschnitt-Schild mit Hirsch, 19. Jahrhundert
Das Wirtshausschild verweist auf das einst hier stehende Gasthaus Hirschen als einstigen sozialen Dreh- und Angelpunkt, der sich verkehrsgünstig wie zwei weitere Wirtshäuser an der ost-westlich verlaufenden Hauptachse von Künzelsau vom Morsbacher Tor aus befand. Es ist darüber hinaus Ausweis des lokalen Kunsthandwerks im 19. Jahrhundert. |
97022070 | ||
| Wohnhaus (heute Stadtmuseum) | Schnurgasse 10 (Karte) |
In Ecklage dreigeschossig mit Mansardwalmdach, verputzt, Fachwerk auf massivem Erdgeschoss, zwei giebelseitige, ein traufseitiger Erker mit Satteldächern auf starken, profilierten Steinkonsolen, Hauseingang mit gefastem Rundbogen-Sandsteingewände; Gewölbekeller unter südöstlichem Anbau; bezeichnet 1614
Das Gebäude prägt mit seinem imposanten Erscheinungsbild und seiner prominenten Ecklage an Schnur- und Scharfengasse das Straßenbild. Seine Erker, ein charakteristisches Renaissance-Element, das üblicherweise einer herrschaftlichen Oberschicht vorbehalten war, verweisen auf den patrizischen Bauherrn: Der würzburgische Statthalter Andreas Fugmann hatte das Gebäude zu Beginn des 17. Jahrhunderts errichten lassen und mit dem imposanten Bau die Präsenz des Fürstbistums Würzburg als einem der Ganerben von Künzelsau wie auch seine eigene Position als Verwaltungsbeamter unterstrichen. Ein nachfolgender Besitzer, ein nunmehr hohenlohischer Amtmann, nahm Umbauten vor, die den veränderten Ansprüchen an den Wohnbau geschuldet waren. Es handelt sich damit um ein herrschafts- und ortsgeschichtlich bedeutsames, aber auch für die lokale Baugeschichte aussagekräftiges Gebäude. |
97022069 | ||
| Wirtshausschild des Gasthauses Zum Adler | Schnurgasse 13 (Karte) |
Schmiedeeiserner Ausleger und Blechschnitt-Schild mit Doppeladler, 19. Jahrhundert
Das Wirtshausschild verweist auf den einstigen sozialen Dreh- und Angelpunkt, den das Gasthaus einst darstellte, das sich verkehrsgünstig wie zwei weitere Wirtshäuser an der ost-westlich verlaufenden Hauptachse von Künzelsau vom Morsbacher Tor aus befand. Es ist darüber hinaus Ausweis des lokalen Kunsthandwerks im 19. Jahrhundert. |
97022068 | ||
| Amtshaus der Comburgischen geistlichen Verwaltung | Schnurgasse 16 (Karte) |
Spätere sog. Hintere Farb (heute Wohnhaus), dreigeschossiger Bau, Erdgeschoss in Bruchsandstein, darüber liegende Geschosse in Zierfachwerk mit ornamentierten Eckständern (straßenseitige Gebäudehälfte freigelegt), profilierte Türgewände, Hauseingang mit Oberlicht und Außentreppe, 1634, bezeichnet im Haustürgewände und im nordöstlichen Eckständer im 1. Obergeschoss, Veränderungen im 19. Jahrhundert (Wohnungsausbau und Modernisierung in jüngster Zeit)
Die Grundherrschaft über den Ort teilten sich über viele Jahrhunderte Ganerben, von denen einige sich aber nach und nach aus dem gemeinschaftlichen Besitz zurückzogen und in der Folge eigene Amtshäuser am Ort errichteten. Der Comburgische Bau für die geistliche Verwaltung, der wie das zweite comburgische Gebäude verkehrsgünstig an der ost-westlich verlaufenden Achse vom ehemaligen Morsbacher Tor aus liegt, ist eines der letzten erhaltenen dieser eindrücklichen Zeugnisse Künzelsauer Orts- und Herrschaftsgeschichte sowie historischer geistlich-weltlicher Verwaltungsstrukturen der Vormoderne. Darüber hinaus dokumentiert das stattliche Gebäude die Zimmermannskunst des 17. Jahrhunderts. |
97021837 | ||
| Wohnhaus | Schnurgasse 18 (Karte) |
Dreigeschossig mit Krüppelwalmdach, verputzt, massiver Kellersockel, traufseitig verlängert durch Erkeranbau mit Walmdach, historische Ausstattung mit Brettbaluster-Treppengeländer, Stube im 2. Obergeschoss mit profilierter Deckenstuckierung, in Erkerstuben des 1. und 2. Obergeschosses profilierte Randstuckierung, im Kellertor-Keilstein des Gewölbekellers bezeichnet J. C. Schler, 1668 (i)
An der ost-westlich verlaufenden, vom ehamligen Morsbacher Tor ausgehenden Schnurgasse liegt das Gebäude, das nicht zuletzt durch seine gut überlieferte Ausstattung anschaulich gehobene bürgerliche Wohn- und Lebensverhältnisse im Künzelsau der Frühen Neuzeit widerspiegelt. Zudem kommt ihm durch seine zeitweiligen Bewohner ortsgeschichtliche Bedeutung zu: Eigentümer war u. a. 1811 Christian Schlörer, später der Oberamtsarzt Häußler, ab 1829 der Stadtschultheiß Glok. |
97022118 | ||
| Wohnhaus mit Vorbau | Spitalgasse 1 (Karte) |
In Hanglage zweigeschossig mit Satteldach, Erdgeschoss massiv, darüber verputztes Fachwerk, Vorbau über massivem Erdgeschoss mit Eckquaderung, darüber weit vorkragendes Sichtfachwerk-Obergeschoss auf langen Streben mit Mansarddach, im Fensterkeilstein bezeichnet 1800
Das Gebäude ist vor allem aus ortsbaulichen und baugeschichtlichen Gründen bedeutsam. Auf die enge Bausituation an der Kreuzung und die Hanglage reagierend, wurde das Obergeschoss auf einer eher seltenen Stützkonstruktion weit über das schmale Erdgeschoss vorgekragt. Sein Sichtfachwerk wie das auffällige Mansarddach tragen zusätzlich zum markanten Äußeren des Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft des Amtshauses bei. |
98356713 | ||
| Mainzer Amtshaus (heute Wohnhaus) | Spitalgasse 2 (Karte) |
Stattlicher Steinbau, zweigeschossig mit Volutengiebel, Zwillingsfenster mit profilierten Gewänden und Anlaufsvoluten, kleiner Erker an der Traufseite, Anfang 17. Jahrhundert (1603); Garten mit Gartenstützmauer und Sandsteinpfosten
Nachdem Mainz bereits im Mittelalter Besitzungen in Nagelsberg hatte, erwarb es Ende des 15. Jahrhunderts auch den hohenlohischen Anteil und erhob den Ort zu einem kleinen Verwaltungszentrum. Das Amtshaus, das am Giebel schmuckreich mit zeittypischen Renaissanceformen verziert wurde, ist Ausweis des auf der Höhe der Zeit befindlichen architektonischen Schaffens in der Gegend und der bedeutendste Profanbau in Nagelsberg. Es stellt als markanter, die Straßenansicht beherrschender Bau den Machtanspruch der Herrschaft zur Schau und ist insofern ein bedeutendes regionalgeschichtliches Dokument. Das verwinkelte Gebäude mit Wohn-, Verwaltungs- und Lagerräumen sowie Garten bezeugt die Funktionsweise des Mainzischen Amtes in der Frühen Neuzeit. |
97021886 | ||
| Wohnhaus | Spitalgasse 4 (Karte) |
Dreigeschossig in Hanglage, verputztes Sandstein-Erdgeschoss über Kellergeschoss, holzverkleidetes Fachwerk-Obergeschoss, Sandstein-Türgewände mit hebräischer Inschrift, im Türsturz bezeichnet 1820
Das direkt bei Amtshaus und Kirche, also im funktionalen Zentrum des Ortes gelegene Gebäude bezeugt mit den Wohn- und Ökonomieteilen die Lebensverhältnisse in Nagelsberg in vormoderner Zeit. Gleichzeitig ist die hebräische Inschrift im Schlussstein der Eingangstür ein Verweis auf die Religionszugehörigkeit der einstigen Besitzer und zeichnet damit ein Stück jüdischer Geschichte nach, die im Ort bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, als unter Mainzer Herrschaft hier Juden angesiedelt wurden. |
98356956 | ||
| Bildstock in Wandnische | Spitalgasse 7 (Karte) |
Kreuz tragender Jesus, 1676 (i), stark überformt
Der in die Bildnische am Wohnhaus eingesetzte ehemalige Bildstock bezeugt die katholische Prägung von Nagelsberg, das durch die Zugehörigkeit zu Mainz im Gegensatz zu den meisten Teilen des Umlandes nach der Reformation beim alten Glauben verblieben war. Mit seiner handwerklichen Ausführung ist das traditionelle Bildmotiv des Kreuzschleppers ein kulturgeschichtliches Dokument und Ausdruck einer tief in der Bevölkerung verankerten Frömmigkeit. |
98356970 | ||
| Bildstock | Steige (Karte) |
Auf kegelförmiger Rundsäule Tafelaufsatz mit Darstellung der Heiligen Familie in Flachrelief, Rocailleverzierung, Sandstein, bezeichnet 1707
Der Andachtsort ist ein für katholisch geprägte ländliche Gegenden charakteristisches Zeugnis der Frömmigkeit: Solche auf der Flur gesetzten Objekte konnten z. B. bei Bittprozessionen oder zur privaten Andacht aufgesucht werden. In seiner naiv anmutenden Gestaltung ist es ein Zeugnis des lokalen Steinmetzhandwerks. |
98357053 | ||
| Bildstock | Steige (Karte) |
Freiplastische Skulptur des das Kreuz tragenden Jesus auf Inschrift-Sockel, gestiftet von Sabina Lung, von Bildhauer Beck aus Forchtenberg, 1893 (i)
Der Bildstock bezeugt die katholische Prägung von Nagelsberg, das durch die Zugehörigkeit zu Mainz im Gegensatz zu den meisten Teilen des Umlandes nach der Reformation beim alten Glauben verblieben war. Mit seiner Inschrift, die sowohl den Künstler als auch die Stifterin nennt, zeichnet das traditionelle Bildmotiv des Kreuzschleppers ein Stück Ortsgeschichte nach und bezeugt das lokale Bildhauerhandwerk im Historismus. |
98356994 | ||
| Sog. Wellerskreuz | Steige (Karte) |
Sandstein-Wegkreuz mit steinernem Korpus auf hohem, oben abgeschrägtem Sockel mit Inschriften, gestiftet von Josef Weller und Ehefrau, von Bildhauer K. Beez, 1921 (i)
Das Kruzifix befindet sich an einem nördlich des Ortes entlang von landwirtschaftlich genutzten Flächen verlaufenden Weg. Wie andere solche Andachtsorte auf der Flur ist es Dokument der Frömmigkeit und weist auf die katholische Prägung von Nagelsberg, das lange Zeit in Mainzer Besitz stand. In seiner Ausführung ist das über die Stifterinschrift an die Ortsgeschichte gebundene Wegkreuz ein charakteristischer Vertreter späthistoristischer Formauffassung. |
98357041 | ||
| Tagelöhnerhäuschen | Steinbacher Weg 7 (Karte) |
Zweigeschossig in Hanglage, Satteldach, massiv mit Fachwerkgiebel, verputzt, um 1800
Es handelt sich um ein sog. Fünfguldenhäuschen, das letzte erhaltene von ursprünglich zahlreichen solchen kleinen Häusern, die im Zuge der Ansiedlung u. a. von Handwerkern im Auftrag des damaligen Schlossherrn Forstner zwischen 1790 und 1800 entstanden und die maßgeblich die Siedlungsstruktur des Ortes bestimmten. Forstner warb die Siedler an, um die von ihm in der Gegend angelegten landwirtschaftlichen Muster- und Versuchsgüter zu versorgen. Das Gebäude zeichnet anschaulich Wirtschaftsgeschichte, u. a. mit seiner gut überlieferten Grundrissstruktur aber auch die lokale Sozial- und die Baugeschichte des ausgehenden 18. Jahrhunderts nach. |
98356148 | ||
| Wohnhaus | Stuttgarter Straße 17 (Karte) |
Zweigeschossig mit Krüppelwalmdach, Sandstein-Kellersockel, Erdgeschoss in Backstein, darüber Zierfachwerk und Giebel mit Verbretterung und Sprengwerk, Balkone mit Brettbaluster, Farbverglasung im Treppenhaus, als Wohnhaus des Oberamtsbaumeisters Ganzenmüller erbaut, 1897
Das Gebäude ist als stadtbaugeschlichtliches Dokument anzusprechen, verdeutlicht es doch die Entwicklung Künzelsaus im 19. Jahrhundert über die einstige Begrenzung der Stadtmauer hinaus vor allem im Westen. Zudem ist das Gebäude mit zahlreichen Zierelementen ein Ausweis bürgerlicher Wohn- und Lebensverhältnisse und nicht zuletzt ein anschauliches Zeugnis des Späthistorismus mit Bezügen auf ländliche Architektur im Sinne des Schweizerhausstils - und als Wohnhaus des Oberamtsbaumeisters eine Art Visitenkarte. |
98355414 | ||
| Wohnhaus (heute Wohnhaus mit Arztpraxis) | Stuttgarter Straße 22 (Karte) |
Zweigeschossiger Backsteinbau mit Walmdach und Dachgauben sowie Dachgarten, Fenstergurte und Fensterverdachungen in Werkstein, östlicher Verandavorbau (früherer Eingang, kriegszerstört), historische Ausstattung; Garteneinfriedung; nach Plänen des aus Künzelsau stammenden Architekten und Ulmer Münsterbaumeisters Prof. August Beyer, 1880
Das Gebäude bezeugt durch seine Lage westlich außerhalb des historischen Stadtkerns die Erschließung der jenseits der Stadtmauer gelegenen Neubaugebiete im 19. Jahrhundert. Neben dem städtebaulichen Aspekt ist es aber vor allem sein architekturgeschichtlicher und künstlerischer Wert, der es zu einem wichtigen Baudokument macht: Entworfen von dem überregional tätigen und bekannten Architekten Beyer, ist es ein anschauliches Zeugnis der zeittypischen historistischen Architekturauffassungen und Beleg bürgerlicher Wohnkultur. |
98355420 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Josef (heute griechisch-orthodoxe Kirche) | Stuttgarter Straße 34 (Karte) |
Doppelturmanlage in Naturstein, Hallenkirche mit Querschiff, Chor mit dreifachem Apsidenabschluss, historische Ausstattung, durch die Architekten Anselm Werner und J. B. Labert, 1908 bis 1912
St. Josef wurde als erste Kirche für die katholische Gemeinde in Künzelsau erbaut und ist daher ein wichtiges orts- und kirchengeschichtliches Zeugnis für die Stadt. In exponierter Lage im Süden des historischen Ortskerns errichtet, verdeutlicht sie die städtebauliche Entwicklung im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der opulent in kostspieliger und handwerklich aufwendiger Quadertechnik gestaltete Kirchenbau ist in seiner Formensprache und der Anordnung der Einzelelemente zu einem monumentalen Erscheinungsbild ein anschauliches, wenn auch spätes Dokument neuromanischer Architekturvorstellungen. |
97021823 ( | |
| Wohnhaus | Torgässle 1 (Karte) |
An das Morsbacher Tor angebautes dreigeschossiges verputztes Gebäude, auf der Stadtseite im Erdgeschoss massiv mit Korbbogen-Kellertor, darüber verputzte Fachwerkstockwerke, auf der Grabenseite Erdgeschoss und teilweise Obergeschoss massiv mit zwei gekehlten Fenstergewänden, im 2. Obergeschoss verputztes Fachwerk, 17./18. Jahrhundert [Teil der Stadtbefestigung, s. Stadtbefestigung, Am Stadtgraben]
Direkt neben dem Stadttor gelegen und an die Stadtmauer gebaut, verdeutlicht das Gebäude die städtebauliche Entwicklung und den Baudruck im seit dem Mittelalter urban geprägten Künzelsau. Mit den Wohn- und Ökonomieteilen veranschaulicht es darüber hinaus vormoderne Lebensverhältnisse und die wirtschaftliche Prägung der Stadt. |
97022065 | ||
Weitere Bilder |
Wartturm (heute Aussichtsturm) | Wartberg 5 (Karte) |
Verputzter, bruchsteingemauerter Rundturm mit Außentreppe und Zinnenkranz, 1488, erhöht 1902
Der Turm ist gleichzeitig Zeugnis mittelalterlichen Wehrbaus bzw. lokaler Herrschaftsgeschichte wie Dokument der im 19. Jahrhundert auch hierzulande aufkommenden sog. Burgenromantik mit ihrer Begeisterung für die mittelalterlichen Wohn- und Wehranlagen. Der Wartturm, der auf dem gleichnamigen Berg im Südosten von Künzelsau steht, wurde 1488 in der sog. Tierberger Fehde der Herren von Stetten gegen die Grafen von Hohenlohe erbaut und war damit Teil der hohenlohischen Territorialsicherung. Nach dem Einsturz der oberen Teile wurde das Bauwerk 1833 wieder aufgerichtet und zeugt mit seiner Erhöhung 1902 von der Umfunktionierung als touristischer Aussichtspunkt. |
98355460 ( | |
| Bildstockaufsatz mit Kruzifix-Relief in flacher Nische | Zollstockweg 4 (Karte) |
Giebelabschluss in Satteldachform, Sandstein, bezeichnet 1521 (nur noch schwer lesbar), in Gartenmauer neben dem früheren Gartentor eingefügt
Bereits 1551 ist der Standort des Bildstocks am Anfang der Zollstocksteige erwähnt. Das Kleindenkmal ist damit ein Hinweis auf die ehemals benachbarte Wolfgangskapelle und in seiner Überlieferung bis heute Zeugnis des Fortlebens katholischer Formen der Frömmigkeit und der Andacht in dem von Ganerben beider Konfessionen beherrschten Künzelsau. |
98355429 | ||
| Sog. Siechenbrünnele | Zollstockweg 6 (Karte) |
Laufbrunnen, integriert in Naturstein-Stützmauer des Treppenaufgangs zu Haus Nr. 6, mit Sandsteinen eingefasste Rundbogennische, 1837 (i), und steinerner, abgerundeter Brunnentrog
Der Brunnen befand sich früher beim Siechenhaus unterhalb des Zollstockwegs und wurde später am Zollstockweg neu gefasst. Er verweist somit auf die einstige, charakteristisch außerhalb der Stadtmauern, jenseits des Kochers gelegene karitative Einrichtung und dokumentiert gleichzeitig die historische Wasserversorgung. |
98355442 |
Laßbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Kilometerstein | Brunnen (Karte) |
Sandstein mit gerundetem Kopf, eingemeißelte Entfernungsangaben, bezeichnet: Künzelsau 9,3 Kilometer, Gegenseite: Langenburg 8,9 Kilometer, Schmalseite zur Straße: 3 km, Ende 19. Jahrhundert
Der an der Landstraße nach Kocherstetten aufgestellte Stein ist ein anschauliches Zeugnis historischer Wegeführung und dokumentiert die Einführung der Maßeinheit Kilometer nach der Gründung des Deutschen Reiches. |
98360350 | ||
| Markungsgrenzstein Kocherstetten/Vogelsberg | Lohbergweg (Karte) |
Sandstein mit gerundetem Kopf, 19. Jahrhundert [siehe Nr. 26, Top. Karte]
Der Stein ist ein Zeugnis der Territorialgeschichte, indem er die historische Grenze zweier Gemarkungen veranschaulicht. |
98359663 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs | Hohe Straße 21 (Karte) |
Ergänzt für Zweiten Weltkrieg, aus Sandstein gearbeiteter, hoher, gestufter Rechtecksockel mit rundem, kugelbekröntem Aufsatz, nach vier Seiten mit Eisernem Kreuz im Lorbeerkranz, Sockel mit Namensinschriften, Hauptseite mit nach unten gerichteten Fackeln, 1920er-Jahre (nach dem Zweiten Weltkrieg überarbeitet)
Das im Ortszentrum gelegene Denkmal ist ein für die 1920er-Jahre in Form und Motivik - Trauersymbolik durch die umgekehrten Fackeln und Helden- bzw. nationalistische Symbolik durch das Eiserne Kreuz - charakteristisches, wenn auch in seiner Größe zurückhaltendes Zeugnis der Erinnerungskultur. |
98360272 | ||
| Laufbrunnen mit gusseisernem Brunnenstock und Zirbelnuss als Abschluss sowie langem | Hohe Straße 25 (Karte) |
Gusseisernem Trog, bezeichnet 1887 (Sockel erneuert)
Der an der zentralen Kreuzung des Weilers situierte Brunnen ist ein Dokument der historischen Wasserversorgung für Mensch und Tier. Der mit zeittypischem historistischem Ornament versehene Brunnenstock und der lange Trog bezeugen die serielle Fertigung von Gusseisenteilen für kunsthandwerkliche Objekte seit der Industrialisierung und deren Einsatz zur Verschönerung der Orte im 19. Jahrhundert. |
98360308 | ||
| Wohngebäude der Hof- und früheren Gasthofanlage | Kügelhof 1 (Karte) |
Traufständiges, zweigeschossiges Gebäude mit Krüppelwalmdach, Erdgeschoss und Westgiebelseite massiv, sonst verputztes Fachwerk, Fenster im Erdgeschoss mit geohrtem Gewände mit Keilstein und profilierter Sohlbank auf Konsolen, Eingang auf der Westseite mit profiliertem und geohrtem Türgewände mit Oberlicht, auf der Südseite mit Pilastern und vorschwingendem Sturz mit Verkröpfung, im Keilstein bezeichnet 1816
Das Gebäude ist ein anschauliches baugeschichtliches Zeugnis für das Fortleben spätbarocker Formen wie den geohrten Gewänden bis ins 19. Jahrhundert hinein. Diese Motive, die zusammen mit dem charakteristischen Krüppelwalmdach dem Wohnhaus ein repräsentatives Äußeres verleihen, weisen auf die einstige Funktion als Gasthaus hin, als welches das Gebäude auch sozial- und ortsgeschichtliche Bedeutung besitzt. Zudem verweist es als Teil einer Hofanlage auch auf die lokale Herrschaftsgeschichte: Der Vorgängerbau war schon 1508 als herrschaftlich-von stetten’sches Hofgut belegt, gelegen in Solitärlage an einer wichtigen Straßenverbindung auf der Hochfläche über dem Kochertal. |
97021883 | ||
| Gasthof Adler und Poststation mit Ökonomiegebäude (heute Bauernhof) | Nesselbacher Straße 12 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptgebäude, zweigeschossig, im Erdgeschoss quadersichtig mit eingemauertem Stein mit Doppeladler (Poststation), Obergeschoss und mittiges Zwerchhaus in Zierfachwerk, geschnitzte Eckständer, am Zwerchgiebel bezeichnet 1804, Gebäude im Kern 17. Jahrhundert, 1946/48 Erd- und Obergeschoss baulich verändert (Kriegsschäden); Ökonomiegebäude, Fachwerkbau auf Quadersockel, 18./19. Jahrhundert
Das imposante, mit Zierfachwerk und Zwerchhaus hervorstechende Gebäude ist der Blickfang des kleinen Weilers. Nicht nur baugeschichtlich sind Haupt- und Nebengebäude aussagekräftig, sondern auch wirtschaftsgeschichtlich in ihrem Zusammenhang als Hofanlage. Mit den einstigen Funktionen als Gasthaus und als Poststation an einem wichtigen Verkehrsweg zwischen Kocher- und Jagsttal hat die Hofanlage darüber hinaus sozial- und allgemein ortsgeschichtliche Bedeutung. |
97022248 | ||
| Handwerkerhaus mit Wagnerwerkstatt | Wagnergäßle 1 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzt, massives Erdgeschoss, darüber Fachwerk, Sandsteintürgewände am Hauseingang, im Türsturz bezeichnet 1795 mit Wagnerrad als Handwerkszeichen; Werkstatt mit allen Einrichtungen und Vorrichtungen, Maschinen und Werkzeugen
Das Gebäude ist ein selten gewordenes wirtschafts- und technikgeschichtliches Dokument. Mit seiner Einrichtung und Ausstattung bildet es die Funktionsweise eines handwerklichen Betriebs ab, der für das einstige Leben und Wirtschaften auf dem Land von großer Bedeutung war. Es ist sowohl als bauhistorisches wie auch als ortsgeschichtliches Zeugnis anzusprechen. |
98360324 |
Morsbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Schul- und Rathaus | Brühlsteige 7 (Karte) |
Dreigeschossiger, verputzter Bau in Hanglage mit Walmdach, giebelseitig erschlossen, zwei spitzbogige Tore im Erdgeschoss für Feuerwehrmagazin, hangseitig mit eingeschossigem Anbau, im Osten ummauerte Gartenfläche, Zugangstreppen, durch Architekt Ehmer, 1928
Elemente wie das Walmdach oder der Zugang mit den verklinkerten Pfeilern zeichnen das öffentliche Gebäude als zeittypisches, der traditionalistischen Architekturströmung der 1920er-Jahre zugehöriges Beispiel für die Bauaufgabe aus. Wahrscheinlich der dichten Bebauung im Kernort und der Topographie geschuldet, liegt es jenseits des Kochers, wurde aber mit seinen verschiedenartigen Fassaden auf die einzelnen Zugangsmöglichkeiten ausgerichtet: Über die Kocherbrücke sind vom Kernort aus die Feuerwehrzufahrten erreichbar, der Eingang ist vom Hauptstraßenzug aus erschlossen. Das Schul- und Rathaus ist ein wichtiges bau- und aufgrund seiner Funktionen auch ortsgeschichtliches Zeugnis. |
98360362 | ||
Weitere Bilder |
Ev. Filialkirche (St. Alban u. St. Wendelin) | Kocherstetter Straße 8 (Karte) |
Wehrkirche mit Chorturm, wohl Anfang 14. Jahrhundert, Fachwerkaufbau sowie Dachwerk auf Schiff und Turm 1427 (d), 1730 und 1847 Fenstervergrößerung, Wandmalereien Ende 15. Jahrhundert, Fensterranken 1705 (i)
Der massige und monumentale Turm mit nur wenigen, schlitzförmigen Öffnungen bringt die einstige Funktion als Wehrkirche, als die der Bau im 14. Jahrhundert errichtet wurde, noch besonders anschaulich zum Ausdruck. Nicht nur mit dem alten Kern und den später hinzugekommenen Fachwerkaufbauten ist das Gebäude ein eindrückliches und sprechendes Zeugnis der ländlichen Sakralbaugeschichte. Auch die Ausstattung, u. a. die spätmittelalterlichen Wandmalereien, sind aussagekräftige kunstgeschichtliche Zeugnisse. Als zentralem Ort der religiösen Gemeinde kommt dem Gotteshaus darüber hinaus orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung zu: Die Kirche war immer schon Filiale von Künzelsau - erstaunlich in Anbetracht des imposanten Bauwerks. |
97021884 ( | |
| Steinerne Bogenbrücke über den Kocher | Kocherweg (Karte) |
1596 erbaut, 1945 gesprengt, 1953 in alter Form wieder aufgebaut
Die im Kern sehr alte Bogenbrücke ist und war seit vielen Jahrhunderten von zentraler Bedeutung für die Erschließung der nördlich des Kochers gelegenen Acker- und Rebflächen sowie als Teil der überörtlichen Straßenverbindung im Kochertal. Mit ihrer wechselvollen Existenz, der Zerstörung und dem Wiederaufbau, ist sie darüber hinaus ein sprechendes Zeugnis der Ortsgeschichte. |
98360374 | ||
| Schäfer- und Armenhaus (heute Wohnhaus) | Kocherweg 18; Lange Gasse 26 (Karte) |
Zweigeschossig mit Satteldach;
Das Gebäude, das auch bauhistorisch aufschlussreich ist, bezeugt eine Jahrhunderte alte Tradition der Region: In vielen heute zu Künzelsau zählenden Orten gab es einen Gemeindehirten, der die wirtschaftlich bedeutsame Schafhaltung beaufsichtigte. Auch die zweite hier angesiedelte Gemeinde-Institution, das Armenhaus, zeichnet Orts-, insbesondere Fürsorgegeschichte nach - die Einrichtung von Armenhäusern war den Kommunen seit 1818 mit der von König Wilhelm von Württemberg erlassenen Gemeindeverfassung verbindlich auferlegt worden. Der funktionale Zusammenhang von Hirten- und Armenhaus ist dabei nicht ungewöhnlich. |
97022247 | ||
| Hofanlage | Kurze Gasse 5 (Karte) |
Bestehend aus: Hauptgebäude, zweigeschossig mit Satteldach, verputztes Fachwerk auf steinernem Sockel, giebelseitige Vorkragungen, geohrter Türstock, 1767 (i), im Kern 17. Jahrhundert, am Kellertor bezeichnet 1621; freistehendes Brenn- und Backhäuschen, Muschelkalkquaderbau mit Fachwerkgiebel, um 1750
Durch sein hohes Alter kommt dem Hauptgebäude orts- und baugeschichtlicher Aussagewert zu. Es spiegelt das Leben und Wirtschaften der ländlichen Bevölkerung dieser Gegend in vorindustrieller Zeit wider. Darüber hinaus zeigt das auf der engen Parzelle angelegte Wohnhaus mit dem Brenn- und Backhäuschen im Hinterhof die ortsbauliche Entwicklung von Morsbach an. |
98360382 | ||
| Wohnhaus einer Hofanlage | Kurze Gasse 9 (Karte) |
Zweigeschossiger Fachwerkbau auf steinernem Kellersockel, Hanglage, im Obergeschoss zwei ornamentierte Eckständer, an südlicher Ecke bezeichnet 1836
Das großzügig dimensionierte Gebäude ist Ausweis der Stellung und Finanzkraft seiner Bauherren. Auch das Fachwerk mit einzelnen Zierformen trägt deren Selbstbewusstsein nach außen und macht es zu einem der ortsbildprägenden Bauten. Darüber hinaus ist es ein Zeugnis der lokalen Zimmermannskunst. |
98360400 | ||
| Scheuer einer Hofanlage | Kurze Gasse (Karte) |
Fachwerkbau mit Verblattungen, Steinsockel, 1553 (d) erbaut, nördliche Giebelwand im Erdgeschoss um 1847 (d) erneuert
Ihr hohes Alter und ihre Konstruktion machen die Scheuer zu einem in der Umgebung seltenen bau- und typengeschichtlichen Zeugnis. Als Ökonomiegebäude in dem von der Landwirtschaft geprägten Morsbach hat sie zudem orts- und insbesondere wirtschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
98360407 | ||
| Altes Rat- und Schulhaus (heute Wohnhaus) | Lange Gasse 1 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzter Fachwerkbau mit steinernem Erdgeschoss, giebelseitige Vorkragungen im Dachgeschoss mit profilierten Schwellen, Mansarddach, Kellerhals, lt. Oberamtsbeschreibung (S. 685) 1766 als Schulhaus erbaut und „1870 neu eingerichtet“
Das auffällige Mansarddach hebt das an einem Knick im Straßenverlauf liegende Gebäude aus der Bebauung der Langen Gasse heraus und macht es zu einem ortsbaulichen Blickpunkt. Daneben ist es aber vor allem aufgrund der zentralen Funktionen, die es nacheinander innehatte, als wichtiges Zeugnis der Ortsgeschichte anzusprechen. Auch wenn der barocke Bau prominent gestaltet wurde, war die Schulbildung im späten 18. Jahrhundert in der landwirtschaftlich geprägten Gemeinde von der Saison und der jeweils benötigten Arbeitskraft abhängig auf nur wenige Stunden in der Woche beschränkt. |
98360415 | ||
| Wirtshausschild vom Gasthaus Zum Hirsch | Lange Gasse 7 (Karte) |
Blechschnittarbeit, 1930
Der Ausleger bezeugt das Fortleben dieser Tradition der Gasthaus-Kennzeichnung weit ins 20. Jahrhundert hinein. Er veranschaulicht das zeittypische, traditionsorientierte Kunsthandwerk und zeichnet als Verweis auf den einstigen sozialen Treffpunkt in Morsbach ein Stück Ortsgeschichte nach. |
98360441 | ||
| Wohnstallhaus | Lange Gasse 13 (Karte) |
Zweigeschossig mit Kellergeschoss in Hanglage, verputzt, Fachwerk mit giebel- und traufseitigen Vorkragungen, im Kern 17. Jahrhundert, teilweise massives Erdgeschoss und Kellergeschoss mit Eckquaderung, Anfang 19. Jahrhundert, am Kellertor bezeichnet 1814
Das Gebäude verdeutlicht die landwirtschaftliche Prägung von Morsbach, dessen hauptsächliches Erzeugnis über lange Zeit der Wein war, in dem aber auch Vieh- und Ackerwirtschaft betrieben wurde. Neben seinem Zeugniswert für die Wohn- und Arbeitsverhältnisse während der Frühen Neuzeit und der Biedermeierzeit hat es vor allem Bedeutung für die lokale Baugeschichte. |
98360465 | ||
| Backhäuschen | Lange Gasse (Karte) |
Separater kleiner Bau mit Muschelkalkquadern, Biberschwanzdeckung, Backhaustypus mit geschlossenem Vorraum, um 1850
Das gut überlieferte Backhäuschen ist ein anschauliches Dokument für die Entwicklung der Bauaufgabe. Der separat abseits vom Wohnhaus errichtete Bau erzählt von der einstigen Feuergefahr, die von solchen beheizten Einrichtungen ausging und zeichnet ländliches Leben und Wirtschaften in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach. |
98360447 | ||
| Herrschaftliche Kelter der Herren v. Stetten (heute Lagerraum) | Lange Gasse 22 (Karte) |
Stattlicher Bruchsteinbau mit Fachwerkgiebeln und Halbwalmdach über Hängewerk, Rundbogentore mit Sandsteingewänden, bezeichnet traufseitig 1622 (überarbeitet 1682), mit Wappenkartusche, giebelseitig bezeichnet 1681
Die Kelter derer von Stetten ist ein anschauliches Zeugnis der lokalen Herrschaftsgeschichte. Als einer von einst zwei Kelterbauten, von denen einer bereits 1430 bezeugt ist, zeichnet sie die lange Tradition des Weinbaus in Morsbach nach. Neben seiner wirtschaftsgeschichtlichen hat der stattliche Ökonomiebau vor allem bauhistorische Bedeutung. |
98360456 |
Nitzenhausen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Glockenstuhl mit Gemeindeglocke von 1870 (vom Vorgängerbau auf neu errichtetem Wohnhaus)
Der Dachreiter mit Glocke |
Am Berg 9 (Karte) |
Ein übliches Erkennungszeichen für öffentliche Gebäude, ist mit seinen reichen Verzierungen nicht nur ein Zeugnis des lokalen Kunsthandwerks des 19. Jahrhunderts. Er bezeugt auch die in nicht-elektrifizierten Zeiten wichtige Möglichkeit, die Gemeinde u. a. über Gefahren in Kenntnis zu setzen. | 98361326 | ||
| Sühnekreuz aus Sandstein | Bodenhöfer Straße 14 (Karte) |
In Kreuzmitte Pflugsech mit Schaft, an den beiden Armenden je ein kleines parallelkantiges Kreuz eingehauen, ca. 15./16. Jahrhundert
Das Kreuz ist ein beredtes rechtsgeschichtliches Dokument. Das Aufrichten solcher Objekte war Bestandteil von Sühneverträgen zwischen verfeindeten Parteien: Zum Abgelten der Schuld z. B. bei Totschlag - auf die Waffe weist das eingravierte Pflugmesser - musste die Täter-Partei üblicherweise am Tatort ein Kreuz aufrichten. |
98361345 | ||
| Freistehendes Kellerhaus | Uzenbronnen (Karte) |
Am Kellertor bezeichnet 1762 HGR und Küferzeichen
U. a. sein Alter und der Hinweis auf den einstigen Besitzer bzw. Nutzer machen das Kellerhaus zu einem anschaulichen wirtschafts- und ortsgeschichtlichen Dokument. |
98361280 | ||
| Amtshaus des Deutschen Ordens | Deutschordenstraße 8, 10 (Karte) |
Ab 1841 Schule, 1927 Rathaus (heute Wohnhaus und Bankfiliale), dreigeschossiger, verputzter Bau in Hanglage, im Sockelgeschoss Rundbogentor, Krüppelwalmdach, wohl 1784 erbaut, Uhrentürmchen 1919 (neuerer Anbau)
Die Funktion als Verwaltungssitz der Ortsherrschaft, die es ursprünglich innehatte, trägt das stattliche Gebäude mit seinem markanten Krüppelwalmdach stolz nach außen. Der Deutsche Orden hatte bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts die meisten herrschaftlichen Rechte auf sich versammelt und war über Jahrhunderte die bestimmende Kraft in Nitzenhausen. Auch durch seine spätere Nutzung als Schul- und Rathaus ist der Bau ein wichtiges Dokument der Ortsgeschichte. |
97021893 | ||
| Gasthaus Ochsen | Deutschordenstraße (Karte) |
Zweigeschossiges Wohnstallgebäude, Erd- und Obergeschoss massiv, im Erdgeschoss profilierte Fenstergewände mit ornamentiertem Keilstein, profiliertes, geohrtes und ornamentiertes Türgewände mit Inschriftkeilsteinkartusche, dreigeschossiger Vordergiebel in Zierfachwerk, um 1800 (teilweise baulich verändert)
Der stattliche Bau ist als Gasthaus sozial- und ortsgeschichtlich von Bedeutung. Dass er keine unbedeutende Rolle im Weiler einnahm, zeigt neben seiner Größe auch die sorgsame Behandlung von Details wie dem Türgewände. Die einstige Nutzungsweise in vormoderner Zeit mit eigener kleiner Landwirtschaft ist an der Struktur noch deutlich ablesbar. |
98360493 | ||
| Wohnstallhaus einer Hofanlage | Uzenbronnen 4 (Karte) |
Zweigeschossiges verputztes Gebäude, Erdgeschoss massiv, Obergeschoss Fachwerk, in Fensterbrüstung über dem Eingang Tafel mit Hausspruch in Kartusche, im Türkeilstein bezeichnet 1849
Es handelt sich um ein regionaltypisches Gebäude, das Ökonomieteile im massiven Erdgeschoss mit Wohnteilen im Fachwerk-Obergeschoss vereint. Neben seiner bau- bzw. typengeschichtlichen Aussagekraft kommt ihm Bedeutung als Dokument historischer Wohn- und Lebensverhältnisse im landwirtschaftlich geprägten Nitzenhausen zu. |
98360501 |
Steinbach
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnstallhaus einer Hofanlage | Breite Wiesen 1 (Karte) |
Zweigeschossiger Massivbau, in Sandsteinquadern und Muschelkalkstein aufgeführt, zentrales Zwerchhaus, giebelförmiger Türsturz mit Inschriftfeld, 1858 (i)
Das für den kleinen Weiler imposante, ehemals sicher bis auf das Erdgeschoss und die Gliederungselemente verputzte Gebäude liegt prominent an der Hauptstraße von Steinbach. Vor allem baugeschichtlich ist es von Bedeutung, zeigt es doch in seiner Anlage und Details wie dem Portalgewände oder den Entlastungsbögen in Ziegel charakteristische, vor allem im städtischen Kontext übliche Elemente historistischer Architektur. Die Massivbauweise und die Schmuckformen zeugen von der Wohlhabenheit und vom Standesbewusstsein des Bauherrn, der innerhalb der Landwirtschaft betreibenden Dorfgemeinschaft sicher eine besondere Stellung innehatte. |
98361377 | ||
| Ortstafel aus Gusseisen (am Gebäude) | Büttelbronn (Karte) |
Mit militärischen Angaben zur Regimentszugehörigkeit, letztes Viertel 19. Jahrhundert; Verbotstafel für Landfahrer, 1930er-Jahre
Die beiden Tafeln sind sprechende sozial- und verwaltungsgeschichtliche Zeugnisse. Während die gusseiserne Tafel militärische Strukturen des 19. Jahrhunderts vermittelt, veranschaulicht die hölzerne wirtschaftliche und gesellschaftliche Gegebenheiten der 1930er-Jahre. |
98361494 | ||
| Schäfer- und Armenhaus (heute Wohnhaus) | Hermuthäuser Straße 37 (Karte) |
Wohnstallhaus, zweigeschossiger, verputzter Bau, Hauseingang mit profiliertem Türgewände mit Oberlicht (Eckgestaltung mit Schere für Schafschur), im Keilstein Lamm mit Fahne, Dach mit wiederverwendeten älteren Hölzern, 1851 (i); giebelseitig angebaut eine teilweise verputzte Fachwerk-Stallscheune, im Eckständer bezeichnet 1778, angebaute Remise; zugehöriger Gewölbekeller unter Stallgebäude von Nr. 33
Das Schäferhaus - das sprechende Zeichen am Portal weist auf die einstige Funktion - mit angebauter Scheune bezeugt eine Jahrhunderte alte Tradition der Region: In Steinbach gab es wie in anderen heute zu Künzelsau gehörenden Orten einen Gemeindehirten, der die wirtschaftlich bedeutsame Schafhaltung beaufsichtigte. Auch die zweite hier angesiedelte Gemeinde-Institution, das Armenhaus, zeichnet Orts-, insbesondere Fürsorgegeschichte nach - die Einrichtung von Armenhäusern war den Kommunen seit 1818 mit der von König Wilhelm von Württemberg erlassenen Gemeindeverfassung verbindlich auferlegt worden. Der funktionale Zusammenhang von Hirten- und Armenhaus ist dabei nicht ungewöhnlich. |
98361401 | ||
| Speltbachbrücke | Bühl (Karte) |
Bogenbrücke in Haustein, ohne Brüstung, mit Prellsteinen, um 1850
Das Bauwerk, in der Ausführung ein zeittypisches Beispiel einer steinernen Bogenbrücke auf der Gemarkung einer kleinen Landgemeinde, ist ein anschauliches Zeugnis historischer Wegeführung. Sie diente der Erschließung der zu zwei Seiten des Speltbachs gelegenen landwirtschaftlich genutzten Flächen nördlich von Berndshausen. |
98361477 |
Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.