Liste der Kulturdenkmale in Starzach
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In der Liste der Kulturdenkmale in Starzach sind die Kulturdenkmale der Gemeinde Starzach im Landkreis Tübingen in Baden-Württemberg aufgelistet.
Legende
Die ab Oktober 2025 erstellten Tabellen basieren auf den vom Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg im September 2025 veröffentlichten Geodaten. Lizenzhinweis: dl-de/by-2-0 (https://www.govdata.de/dl-de/by-2-0): Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, www.denkmalpflege-bw.de. Die Adressangaben und Bezeichnungen sind in der dargestellten Form nicht Teil der Ausgangsdaten. Die Adressen wurden automatisch aus den Koordinaten berechnet und können von den korrekten Adressen abweichen. Die Bezeichnungen wurden zunächst automatisiert dem Anfang der vom Landesamt für Denkmalpflege bereitgestellten Objektbeschreibungen entnommen.
- Bild: Zeigt ein ausgewähltes Bild des Objekts, „Weitere Bilder“ verweist auf die zugehörige Kategorie im Medienarchiv Wikimedia Commons. In der Kartenansicht sind Kulturdenkmale ohne Bild an einem blauen Marker erkennbar. Auf das Kamerasymbol klicken, um weitere Fotos für diese Liste hochzuladen:

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- Datierung: Baubeginn, Fertigstellung, Datum der Erstnennung oder grobe zeitliche Einordnung entsprechend dem Eintrag in der zugrundeliegenden Denkmaldatenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg.
- Beschreibung: Kurzcharakteristik des Kulturdenkmals, Nennung der geschützten Bestandteile und Begründung der Denkmaleigenschaft. Die Paragraphen § 2, § 12, § 19 oder § 28 verweisen auf die Art der Einstufung gemäß baden-württembergischem Denkmalschutzgesetz.
- ID: Identifikator des Objekts in der zugrundeliegenden Datenbank des Landesamts für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Abkürzungen
- Bei Datierungen: a = archivalisch, d = dendrochronologische Untersuchung, gk = gefügekundlich, i = inschriftlich, s = stilistisch
- P = Denkmaleigenschaft wird geprüft
Kulturdenkmale nach Ortsteilen
Bierlingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkreuz | Bahnhofstraße 29 (Karte) |
Sandstein, Postament mit Zinnenbekrönung und neugotischem Dekor, am Kreuzfuß Nische mit Madonnenfigur, metallener Korpus, gestiftet von Otto Lohmiller und Ehefrau, bezeichnet 1902
Das neugotische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das traditionell katholisch geprägte Bierlingen. Durch die Nennung der Stifter erhält es ortsgeschichtliche Bedeutung. |
103358755 | ||
| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Felldorfer Straße 34 (Karte) |
Travertin, würfelartiger Block mit Nameninschriften, zwei mannshohe Stelen, Bildhauer Alfred Appenzeller, Horb, 1971 (a)
Das Gefallenendenkmal ist ein anschauliches und künstlerisch qualitätvoll gestaltetes Beispiel für die Erinnerung an die Kriegstoten der beiden Weltkriege in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es verzichtet auf jedwedes heroisierendes Pathos, sondern ruft als stille Mahnung zum Gedenken auf. Die christliche Konnotation wird in der Anordnung der drei Travertinblöcke sichtbar. Der vordere mit Inschrift wirkt als Altarmensa, hinter der die beiden höheren Stelen durch ihre Form ein offenes Kreuz als Hintergrund formen. Die Skulpturengruppe hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
103807954 | ||
| Kath. Friedhofkapelle St. Michael | Felldorfer Straße 34 (Karte) |
Kleiner massiver und verputzter Saalbau, eingezogener, polygonal schließender Chor, im Westen Krüppelwalm und Dachreiter, Sakristeianbau an der Südseite des Chores, teilweise gotische Fensterrahmungen (wohl zweitverwendet), Fenster an der Südseite bezeichnet 1620
Die Friedhofskapelle ist ein in spätgotischen Formen errichteter Bau des frühen 17. Jahrhunderts, für den wohl Teile älterer Maßwerkfenster (vielleicht eines Vorgängers) verwendet wurden. Das kleine Gotteshaus dürfte ursprünglich als Feldkapelle westlich vor dem Ort errichtet worden sein und wurde erst im 19. Jahrhundert mit Anlage des Friedhofs zu dessen Kapelle. Die Verwendung gotischer Formen im frühen 17. Jahrhundert für einen Sakralbau ist nicht ungewöhnlich, im Sakralbau hielt sich die Gotik sowohl auf katholischer wie protestantischer Seite lange, zumal man sie als kirchlichen Stil empfand. Mit seiner Grundform knüpft das Gebäude stilistisch nahtlos an charakteristische Kapellenbauten des Spätmittelalters an. Es ist Zeugnis einer gelebten und baulich wie bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit in der Zeit von Reformation und Konfessionalisierung und wichtiger Bestandteil des historischen Siedlungs- und Kulturlandschaftsbildes. |
99546938 | ||
| Gut Neuhaus | Gut Neuhaus 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 (Karte) |
Schlossgut, unregelmäßige Anlage aus ummauerter, kastellförmiger Kernanlage und um Vorhof gruppierten Gebäuden, seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Ow zu Wachendorf, später der Ow zu Felldorf, von Hans von Ow auf Resten einer älteren Anlage errichtet, um 1537, unter Agnes von Ow mit einer Ringmauer eingefasst, 1594, bestehend aus:
Das heutige Hofgut Neuhaus geht auf eine Burganlage der Herren von Ow zurück, die 1537, am Ausgang des Mittelalters, anstelle einer älteren, seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesenen befestigten Anlage errichtet wurde. Ältester Teil dürfte das Herrenhaus, das sog. Hohe Haus darstellen, das von einem annähernd quadratischen Bering mit Ecktürmen in Form einer Kastellburg gefasst wird. 1594 wurde diese Anlage um den Vorhof mit dem wappengezierten Tor erweitert. Er fasst Wirtschaftsbauten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Die Anlage veranschaulicht adelige Wohn- und Lebens- sowie Wirtschaftsverhältnisse vom Spätmittelalter bis ins 19. Jahrhundert. Sie ist wichtiges Zeugnis der Siedlungs- und Herrschaftsgeschichte und veranschaulicht den ritteradeligen Schlossbau im 16. Jahrhundert. Als Gutshof der Herren von Ow dokumentiert der Komplex darüber hinaus die Besitz- und Territorialgeschichte dieses einst reichsritterlichen Geschlechtes. |
100593984 | ||
| Wegkreuz | Gwande 1 (Karte) |
Sandstein, Postament mit Zinnenbekrönung und neugotischem Dekor, metallener Korpus, um 1900
Das Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft in Gegend um das traditionell überwiegend katholisch geprägten Bierlingen. |
98432333 | ||
| Stallgebäude des ehemaligen Kelhofs (heute Bürgerhaus) | Hauptstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossig, Bruchsteinmauerwerk, Satteldach, rundbogige Türöffnungen, 17. Jahrhundert
Der Kelhof in Bierlingen war ursprünglich durch Schenkung König Ludwigs des Deutschen 843 an das Kloster Reichenau gelangt. Im Laufe des Mittelalters wurde dem Kloster dieser Besitz aber entfremdet. Er gelangte schließlich an die Herren von Ow, zu deren Herrschaftsbereich Bierlingen im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit gehörte. Von dem herrschaftlichen Gutshof zeugt heute noch der große Stall, der sich durch seine Dimensionen und seine Massivbauweise von den übrigen Gebäuden am Ort deutlich unterscheidet und unter den Herren von Ow im frühen 17. Jahrhundert errichtet wurde. Er ist wichtiges Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und der Herrschaftsgeschichte Bierlingens. |
101584185 | ||
| Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs | Hauptstraße 17 (Karte) |
Sockel mit Gedenkinschrift und Namenstafeln, rundbogiger Aufsatz mit Flachrelief (Christus mit sterbendem Soldat), Bildhauer Franz Boeres, Stuttgart, 1925 (a)
Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs von dem Stuttgarter Bildhauer Franz Boeres (1872 bis 1956) veranschaulicht die Erinnerungskultur an ein zentrales historisches Ereignis, das auch auf die kleine württembergische Landgemeinde Auswirkungen hatte. In für katholische Gegenden charakteristischer Weise ist das Denkmal christlich konnotiert: Jesus Christus erscheint einem sterbenden Soldaten auf dem Schlachtfeld, um ihn ins Himmelreich zu geleiten. Damit sollte der Tod auf dem Schlachtfeld für die Hinterbliebenen im Nachhinein Sinnhaftigkeit erhalten. Das Denkmal ist Zeugnis für das Schaffen des Bildhauers Boeres und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
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| Chor und Turm der kath. Pfarrkirche St. Martin | Hauptstraße 17 (Karte) |
Dreiseitig geschlossener Chor mit Netzrippengewölbe über figürlichen Konsolen, im Gewölbe und am Chorbogen Wandmalereien, um 1480, Hochaltar von Peter Paul Hausch, 1875, und neugotische Farbverglasung, vier Bronze-Epitaphien der Herren von Ow, 2. Hälfte 16. Jahrhundert, das des Erhart von Ow (gest. 1562) von Hans Allgayer, Ulm, 1564 (i); quadratischer Turm im Westen, Eckquader mit Bauinschrift von 1478, Kreuzdach und Achteckhelm 1859/60 (a)
Der Glockenturm der katholischen Pfarrkriche setzt mit seinem neugotischen Aufbau und dem spitzen Helm einen markanten, für die Fernwirkung wichtigen Akzent im Ortsbild von Bierlingen. Turm und Chor sind nach dem Abbruch und Neubau des Langhauses 1972/73 die letzten Reste der spätgotischen, um 1478 errichteten spätgotischen Kirche. Der Chor zeigt ein aufwendiges Netzrippengewölbe über figürlichen Konsolen. Eine solch anspruchsvolle Gestaltung ist charakteristisch für jene Kirchen, die sich der Ritteradel im 15. Jahrhundert oftmals als Grablege errichten ließen. Dazu passt auch die Ausmalung des Chores, die einen Eindruck von der Farbigkeit mittelalterlicher Kirchenräume vermittelt. Hier dürften die Herren von Ringingen als Bauherren aufgetreten sein, welche Bierlingen von Württemberg zu Lehen trugen und den Kelhof mit der (abgegangenen Burg) als Eigengut sowie den Kirchensatz und Zehnten besaßen. Die überlieferten Renaissance-Epitaphien der Herren von Ow, welche Bierlingen seit 1555 in Besitz hatten, belegen eine solche Nutzung zumindest für das 16. Jahrhundert. Eine besonders anspruchsvolle Arbeit bildet das Epitaph für Erhart von Ow von dem Ulmer Bildhauer Hans Allgayer. Turm und Chor sind wichtige Zeugnisse der örtlichen Herrschafts- und Baugeschichte sowie der Kirchengeschichte Bierlingens, dessen Pfarrei erstmals 1275 belegt ist. |
1211645 |
Börstingen
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Gefallenendenkmal | Blumenstraße 2 (Karte) |
Kleiner, offener Bau mit Portikus, als Ölbergkapelle errichtet, 1838, nach 1919 im Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs umgestaltet, Ausmalung Wilhelm Klink (Horb), Namenstafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs nach 1945 ergänzt
Westlich des Ortskerns von Börstingen steht das repräsentative Gefallenendenkmal beider Weltkriege auf dem Friedhof. Ursprünglich wurde der kleine Bau im 19. Jahrhundert als Ölbergkapelle errichtet, um mit der Assoziation der Verhaftung Jesu die Gläubigen zu Sühne, Andacht und Gebet einzuladen. Darstellungen des Verrats an Jesus im Garten Getsemanis sind in katholischen Gegenden wie dieser geläufig und Zeichen der Frömmigkeit. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Ölbergkapelle zum Gefallenendenkmal der verstorbenen Soldaten aus Börstingen und von dem Horber Maler Wilhelm Klink ausgestaltet, nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam eine Namenstafel mit den dann verunglückten Männern hinzu. Somit ist der offene Bau auch ein Dokument der lokalen Erinnerungskultur und bezeugt anschaulich die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Geschichte des Ortes. |
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| Gruftkapelle der Freiherren von Raßler | Blumenstraße 2 (Karte) |
Seit 1995 Friedhofkapelle, kleiner Saalbau, polygonal schließender Chor, Firstkreuz, neugotische Formen, samt eingefriedetem Vorplatz, 1846/1847
Seit dem Jahr 1698 war das Rittergut von Börstingen im Besitz der Herren von Raßler. Die Adelsfamilie ließ Mitte des 19. Jahrhunderts eine Familiengruft auf dem westlich der Ortschaft gelegenen Friedhof errichten. Eine ummauerte Fläche umgibt die Gruft und unterstreicht den repräsentativen Charakter der Anlage. Der Saalbau folgt qualitätvoll gestaltetem gotischem Formenvokabular. Das spitzbogige Eingangsportal mit darüber liegendem Rundfenster sowie die spitzbogigen Fenster sind in Maßwerk gestaltet. Kreuzblumen zieren den Dreiecksgiebel an der östlichen Giebelseite, die ebenfalls gotischem Stil folgen. Wuchtige Strebepfeiler, die für die Baustatik nicht notwendig sind, transformieren das Erscheinungsbild des kleinen Baus beinahe in eine Art gotische Kathedrale. Das neugotische Familiengrab belegt die ortsgeschichtliche Bedeutung der Familie Raßler und ist ein anschaulich erhaltenes Dokument adliger Memoria. |
99702793 | ||
Weitere Bilder |
Katholische Kirche St. Ottilia | Horber Straße 4 (Karte) |
Verputzter Saalbau, Dachreiter im Westen, 17./18. Jahrhundert mit älterem Kern, polygonal schließender Chor, Quadermauerwerk, neugotische Formen, 1874/1875, mehrere Neugestaltungen des Inneren (zuletzt 1992) [§ 28]
mit Stützmauer und Treppenaufgang südlich der Kirche [§ 2] Börstingen gehörte bis ins Jahr 1850 zum Sprengel der Pfarrei Bierlingen. Danach erhielt der Ort eine eigene Pfarrkirche. Ab dem Mittelalter bestand eine Kapelle im Ort, die neben der heiligen Ottilie weiteren Heiligen gewidmet war. Diese wurde wohl in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Pfarrkirche umgenutzt. Dendrochronologische Untersuchungen an Hölzern der Ottlienkirche ergaben die Datierung von Gerüsthölzern ins Ende des 15. Jahrhunderts sowie Umbauten in den Jahren 1687 und 1729. Eine Inschrift verweist auf eine vierte Bauphase im Jahr 1833. Zeigen die Fassaden des Langschiffs schlichte Formen, so ist der später errichtete Chor in neugotischem Stil errichtet. Im Inneren sind insbesondere Wandmalereien sowie Glasfenster im Chor von künstlerischer Bedeutung. Der Sakralbau ist ein wichtiges Zeugnis für die Orts- und Kirchengeschichte von Börstingen. |
96613027 ( | |
| Quellenhaus | Auchtert; Hörrmen; Hörrmen 1 (Karte) |
Kleiner, quadratischer Wellblechbau, Kreuzdach, segmentbogige Giebel mit Fensterbändern, errichtet durch die „Kohlensäureindustrie Dr. Raydt“, um 1895, an der Rückseite jüngere Erweiterung in Massivbauweise
samt der umliegenden Kohlensäurequellen und den Resten der Auffangbehälter Mehrere Kohlensäurequellen südwestlich der Ortschaft Börstingen verweisen auf das Gas Kohlenstoffdioxid, das zwischen Bad Niedernau und Börstingen an einigen Stellen in hoher Konzentration aus dem Boden strömt. Hier im Kerngebiet des sog. Schwäbischen Sauerlands tritt das Gas als Folge des einstigen Vulkanismus bis heute auf natürliche Weise aus. Durch die Verbindung mit Quellwasser ergibt sich der sog. Saure Sprudel, den wohl schon die Römer schätzten, denn die Reste einer römischen Villa wurden mitten im Börstinger Sauerbrunnengebiet gefunden. Jahrhunderte lang füllten Bauern tönerne Flaschen mit diesem wohlschmeckenden Sprudelwasser ab und nahmen es mit aufs Feld. Der niedersächsische Unternehmer Dr. Wilhelm Carl Raydt wurde auf das Produkt aufmerksam, kaufte das Quellgebiet bei Börstingen auf und gründete 1895 die Kohlensäureindustrie Dr. Raydt in Stuttgart, an der sich auch Fürst Karl Egon zu Fürstenberg beteiligte. Um diese Zeit wurde das Quellenhaus errichtet, für die damalige Epoche ungewöhnlich in günstigem Wellblech über einem hölzernen Gerüst. Im Quellenhaus standen Trockner, die den Wasserdampf soweit wie möglich herausfilterten, außerdem eine Wasserpumpe, um das in die Leitungen eindringende Grundwasser zu entfernen. Von hier aus führte eine Niederdruckleitung das Gas in das etwa 1,6 km entfernte Maschinenhaus der Kohlensäurefabrik direkt am Neckar. Dort wurde das Kohlenstoffdioxid komprimiert und verflüssigt, dann über Leitungen zum Bahnhof Eyach transportiert, wo es in Kesselwagen abgefüllt seinen Weg nach Berlin, Wien oder Zürich nahm. Der industrielle Abbau des Kohlenstoffdioxids bestand bis in die 1990er-Jahre. Über ein Jahrhundert, in dem sich die Zahl und Namen der beteiligten Unternehmen auch änderten, waren in der Kohlensäureverwertung zahlreiche Einheimische beschäftigt. Das sog. Blechhäusle mit den Kohlensäurequellen ist ein wichtiges Zeugnis für die Industriegeschichte der Region. |
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| Gasthaus zum Lamm | Rottenburger Straße 3 (Karte) |
Dreigeschossig, teilweise freiliegendes Sichtfachwerk, schmiedeeisernes Wirtshausschild in klassizistischen Formen, 18. Jahrhundert
Die Wirtschaft wird seit der Mitte des 18. Jahrhunderts als Gasthaus Lamm bezeichnet, wobei die Gaststätte bereits seit Ende des 15. Jahrhunderts besteht. Börstingen gehört zu den ältesten Siedlungen am Neckartal. Der Bau des 18. Jahrhunderts ist von für die Zeit gängigen großen Fenstern geprägt. Eher ungewöhnlich ist die repräsentative Gestaltung des Fachwerks mit Zierelementen wie Andreaskreuzen - üblich waren zu dieser Zeit eher verputzte, konstruktive Fachwerke. Auch der Schildausleger spiegelt den repräsentativen Charakter des Gebäudes wider und ist ein Zeugnis der Schmiedekunst des 18. Jahrhunderts. Gestaltung und die große Kubatur des Gebäudes verweisen auf die öffentliche Nutzung als Gaststätte. Die Lage gegenüber des Schlosses an einer Hauptdurchgangsstraße betont die Bedeutung, die Landgasthäusern früher in den Dörfern als Treffpunkt und Festort zu kam. |
96615791 | ||
| Schloss der Freiherren von Raßler (heute Therapiezentrum) | Rottenburger Straße 6 (Karte) |
An Stelle einer 1720 abgebrochenen Wasserburg durch Josef Rupert von Raßler 1756/1757 errichtet, dreigeschossiger Putzbau mit Walmdach, an der Ostseite Haupteingang, bezeichnet 1763, an der Südseite Terrasse mit Balusterbrüstung und Freitreppe
samt Flst. Nr. 77: Schlosspark mit altem Baumbestand, Mauerzügen, Wasserläufen und Gartenhaus, Schlossmauer, rundbogigem Tor mit Wappenstein sowie Flst. Nr. 76: Ökonomiegebäude (heute Therapiezentrum), eingeschossig, teilweise verputzt, am Eingang bezeichnet 1788, (1976 im Rahmen von Straßenbauarbeiten zur Hälfte abgebrochen), und zugehöriger Verkehrsfläche des ehemaligen Wirtschaftshofs (heute Parkplatz) Das Schloss von Börstingen wurde im Ortskern Mitte des 18. Jahrhunderts anstelle einer bereits Anfang des 18. Jahrhunderts abgegangenen Wasserburg errichtet. Das Wohnschloss ist an der Vorderseite einfach gestaltet, wobei rückwärtig eine Balustrade mit Freitreppe den barocken Zeitgeist widerspiegelt. Der quadratische Grundriss ist eine Rezeption frühneuzeitlicher Rittersitze des Südwestens. Künstlich angelegte Wasserläufe verlaufen in den Schloss weiträumig umgebenden Park. Auf der zum Teil eingefriedeten Parkfläche stehen alte Bäume und ein kleines Gartenhaus. Nordöstlich des Schlosses befindet sich ein Ökonomiegebäude. Dieses hatte zur Errichtungszeit im Jahr 1788 einen doppelt so großen Grundriss und zeugt von der großen zu bewirtschaftenden Fläche der Freiherren von Raßler, welche das Rittergut des Orts seit dem Jahr 1698 besaßen. Die Schlossanlage ist ein anschaulich erhaltenes Zeugnis der ländlichen Adelskultur und belegt die Lebens- und Arbeitsweise der Familie von Raßler. |
102316342 | ||
| Kleinbauernhaus | Rottenburger Straße 13 (Karte) |
Zweigeschossig, teilweise freiliegendes Fachwerk in Giebeln und Obergeschoss, Wohn- und Ökonomieteil unter einem Dach, 18./19. Jahrhundert
Das Einhaus steht gegenüber des Börstinger Schlosses. Es folgt dem über Jahrhunderte hinweg gängigen Bautypus eines Bauernhauses, das Wohnen und Wirtschaften unter einem Dach vereinigt. Das Erdgeschoss ist massiv in Quadermauerwerk ausgeführt und enthält auf der Westseite den Stall und einen davon abgetrennten Lagerraum sowie in der Mitte einen kleinen Erschließungsflur mit Zugang zum Treppenhaus sowie im Osten die Scheune mit dem großen Tor. Die Eckquaderungen zur Rottenburger Straße hin entstanden wohl bei Verschönerungsarbeiten im späteren 19. oder frühen 20. Jahrhundert. Vielleicht schon etwas früher hat man die Haustür an den Stalleingang versetzt. Sie ist nach außen in Felder aufgeteilt mit geometrischen Formen, wie sie um 1800 beliebt waren. Die derzeitige Haustür gehört dagegen einer jüngeren Phase an. Gut erhalten hat sich der klare Grundriss des kleinen Bauernhauses. An den Pfetten des stehenden Dachstuhls sind noch Blattsassen zu erkennen bzw. eingeblattete Kopfstreben zur Längsaussteifung. Möglicherweise stammen diese Bauteile aus einer früheren Epoche, unter Umständen sind sie aus einem anderen Zusammenhang wiederverwendet worden. Das Einhaus ist ein anschaulich erhaltenes Beispiel für die Wohn- und Lebensverhältnisse von wenig begüterten Landwirten in einem durch Großgrundbesitz geprägten Ort am Oberen Neckar während des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. |
103689461 | ||
| Wegkreuz | Weitenburger Straße 31 (Karte) |
Sandstein, mehrfach gestuftes Postamtent, steinerner Korpus, neugotische Formen, gestiftet von Stationsvorsteher Koch (Eyach) und Schwiegermutter, 1898 (i)
Das Wegkreuz nordöstlich des Ortskerns von Börstingen ist Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität. Das neugotische Formenvokabular spiegelt nicht nur die damals beliebte Idealisierung des Mittelalterbilds, sondern auch das lokale bildhauerische Können wider. |
103413635 |
Felldorf
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wegkapelle | Kapellenstraße 15/1 (Karte) |
Ziegelmauerwerk, teilweise verputzt, rundbogige Tür- und Fensteröffnungen, im Inneren Lourdesgrotte, gestiftet von Rupert Egers Kindern, 1925 eingemessen,
samt daneben stehendem Wegkreuz, Sandstein, Postament mit Zinnenbekrönung und neugotischem Dekor, Metallcorpus, am Kreuzfuß Nische mit Madonnenfigur, gestiftet von Johann Eger und Ehefrau, bezeichnet 1905 Das Wegkreuz und die Wegkapelle wurden am östlichen Ortsrand von Felldorf im frühen 20. Jahrhundert errichtet. Gestiftet wurden die Andachtsstätten katholischer Frömmigkeit von Mitgliedern der Familie Eger. Die Fassade der Kapelle ist für die Gegend eher untypisch in teils verputztem Ziegelmauerwerk gehalten. Die sichtbaren Ziegel bilden Rahmungen der Öffnungen und Eckpilaster sowie Treppenmuster am Giebel. Die Lourdesgrotte im Inneren ist Zeugnis einer seit dem späteren 19. Jahrhundert in Folge der Marienerscheinung der hl. Bernadette in Lourdes in den katholischen Gebieten erstarkenden Marienverehrung. Eine Nische mit einer Marienfigur findet sich auch im Postament des älteren, in neugotischen Formen gehaltenen Wegkreuzes. Wegkreuz und -kapelle sind anschaulich erhaltene Dokumente einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Frömmigkeit und markantes Zeichen für die katholische Glaubensidentität von Felldorf. |
99808883 | ||
| Wirtshausschild des Gasthauses zum Hirsch | Lange Straße 15 (Karte) |
Schmiedeeiserner Ausleger, Hängeschild mit Silhouette eines Hirschs, klassizistische Formen, um 1800
Auf ein Gasthaus als wichtigen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft weisend, dokumentiert der Wirtshausausleger mit der Darstellung eines Hirschen als Hinweis auf den Namen der Gaststätte ein Stück Ortsgeschichte. Zudem ist das kunstvoll mit floralen Elementen und Ornamenten gestaltete Schild ein Zeugnis der lokalen Schmiedekunst. |
96602854 | ||
| Wegkreuz | Lange Straße (Karte) |
Sandstein, Sockel mit Inschriften, Kreuzbalken enden in Dreipässen, 20. Jahrhundert
Das an einem Feldweg von Felldorf nach Bad Imnau stehende Wegkreuz ist Ausdruck katholischer Frömmigkeit. Religiöse Kleindenkmale wie dieses prägen die Gäufläche in besonderer Weise. Die Kreuzform mit den Kleeblattenden greift mittelalterliches Formenvokabular auf, das v. a. an Triumphkreuzen des 13. Jahrhunderts Anwendung fand. Feine Ritzornamente zieren das Kreuz und spiegeln lokale Bildhauerkunst wider. |
103433857 | ||
| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Mühringer Straße 3 (Karte) |
Beton, Relief einer Pietà, Nameninschriften, um 1970
Das relativ junge Gefallenendenkmal steht in Felldorf bei der kath. Kirche St. Johann Baptist. Es ist ein Dokument der lokalen Erinnerungskultur und bezeugt anschaulich die Auswirkungen der beiden Weltkriege auf die Geschichte des Ortes. Die bildhauerischen Reliefs stellen ein Beispiel der regionalen Bildhauerei dar. Sichtbeton war ein zu dieser Zeit beliebtes Baumaterial, das auch bei kleineren Monumenten Anwendung fand. |
103843948 | ||
| Gasthaus Löwen | Tulpenstraße 2 (Karte) |
Ab 1831 Schul- und Rathaus, heute Wohnhaus, zweigeschossig, verputzt, im Inneren Ausstattung des 18./19. Jahrhunderts, im Kern wohl 17. Jahrhundert
Dem herrschaftlichen Gast- und Brauhaus, das im 19. Jahrhundert in wichtiger öffentlicher Nutzung als Schul-, Rats- und Backhaus stand und bis 1955 als gemeindliches Lehrerwohnhaus diente, kommt eine hohe ortsgeschichtliche Bedeutung zu. Seine Funktion und Nutzungsgeschichte ist anhand der bis in das 17. Jahrhundert zurückreichenden Bausubstanz und der umfangreichen wandfesten Ausstattung des 18. und 19. Jahrhunderts anschaulich ablesbar. |
103712702 |
Sulzau
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Rathaus | Dorfplatz 6 (Karte) |
Zweigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Erdgeschoss Backküche und ehemalige Milchsammelstelle, im Obergeschoss Saal mit Registratur, 1844
Das kleine Gebäude ist ein anschauliches Beispiel für einen kommunalen Multifunktionsbau des 19. Jahrhunderts. Während im Erdgeschoss die Backstube und später auch noch die Milchsammelstelle Platz fanden, diente das Obergeschoss als Verwaltungssitz der einst politisch selbstständigen Gemeinde Sulzau. Das Gebäude hat daher ortsgeschichtliche Bedeutung. |
103713596 | ||
| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Kirchstraße 1 (Karte) |
Pietà auf Inschriftsockel, Sandstein, Namenstafeln, um 1970
Das Gefallenendenkmal ist mit seiner Pietà charakteristisch für die spezifisch christliche Konnotation des Andenkens an die Kriegstoten in katholischen Gebieten. Es dokumentiert die Erinnerung an zwei auch für die kleine württembergische Gemeinde in ihren Auswirklungen einschneidende historische Ereignisse und hat ortsgeschichtliche Bedeutung. |
103843831 | ||
Weitere Bilder |
Kath. Filialkirche St. Georg | Kirchstraße 3 (Karte) |
Massiver verputzter Saalbau, rechteckig schließender Chor, im Osten Turm mit quadratischen Untergeschossen, achteckigem Glockengeschoss und Zwiebelhaube, im Inneren Flachdecken über Hohlkehlen mit Rahmenstuck und Deckenbildern, Ausstattung des 18. bis 20. Jahrhunderts, unter Verwendung älterer Reste (Spitzbogenportal im Westen) errichtet, wohl 18. Jahrhundert
Das ortsbildprägende Gotteshaus wird erstmals 1489 als Georgskapelle erwähnt. Sein Kern dürfte ins 15. Jahrhundert datieren, wie der gekehlte Spitzbogen im Westen vermuten lässt. Sie war und ist Filial der Pfarrkirche. Im 18. Jahrhundert kam es zu einem weitgehenden Neubau in barocken Formen. Das Gebäude ist mit seinen Bauphasen und seiner historischen Ausstattung Zeugnis der Kirchengeschichte Sulzaus und hat darüber hinaus ortsbau- und siedlungsgeschichtliche Relevanz. |
96606678 ( | |
| Ökonomiegebäude des ehemaligen herrschaftlichen Gutshofs (heute Wohnhaus) | Kirchstraße 6 (Karte) |
Eingeschossiger verputzter Massivbau mit Mansardwalmdach, 1780 (i)
Das stattliche, ortsbildprägende Barockgebäude war Teil der herrschaftlichen Meierei, die zum abgegangenen Sulzauer Schloss gehörte. Es veranschaulicht die herrschaftliche Ökonomie des reichsritterlichen Besitzes in Sulzau und hat orts- sowie herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Schloss Weitenburg | Weitenburg 1, 7, 10, 11 (Karte) |
Ausgedehnter Komplex aus Wohn- und Ökonomiegebäuden sowie zugehörigen Frei- und Grünflächen, erstmals urkundlich erwähnt um 1400, seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Herren von Weitingen, im 16. Jahrhundert der Herren von Ehingen, danach häufiger Besitzerwechsel, Ausbau um 1660/61, erworben durch Freiherr Josef Rupert Raßler von Gamerschwang, 1720, seitdem Sitz der freiherrlichen Familie (heute teilweise als Hotel genutzt), für diese erneut aus- und umgebaut, 1869/70 (a) und 1925 (a), bestehend aus:
1. sog. Ehingen-Bau, Westflügel, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, Staffelgiebel und Zwerchhaus, Eckbuckelquader und gekuppelte Fenster, wiederhergestellte Fassadenbemalung, im Erdgeschoss Portal mit reichem Knorpelwerk, 1661 (i), im 19. Jahrhundert hierher versetzt, im Inneren Stuckdecken, 18. Jahrhundert, Esszimmer mit Holztäferung, um 1881, Gebäude errichtet nach Brand für Jakob von Ehingen, 1583 bis 1585; 2. nach Süden anschließend Kapellentrakt, zweigeschossiger Werksteinbau mit Satteldach, im Erdgeschoss Maßwerkfenster, im Inneren Schlosskapelle mit flachem Kreuzrippengewölbe, bauzeitlicher Ausmalung und Ausstattung, errichtet anstelle des Flügels von um 1590 nach Entwurf von Johann Georg Rupp, 1869/70 (a); 3. Nordflügel, dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, hofseitige Fassade mit Pilastergliederung und zugesetzten Arkaden im Erdgeschoss, Abschluss des Flügels durch Eckturm, dreigeschossig, verputzt, um 1660; 4. Südflügel, zwei- bis dreigeschossiger Bau in Werkstein mit Satteldach, schmaler Mittelrisalit mit Zinnengiebel, Eckrustizierungen und Horizontalgliederung durch Kaffgesimse, im Südwesteck achteckiger Treppenturm mit Zinnenabschluss, an beiden Enden große, quadratische Ecktürme mit Eckquaderungen, Spitzbogenfriesen und Zinnen, Südostturm mit Zeltdach, Südwestturm mit offener Plattform und vier achteckigen Ziertürmchen, im Inneren großes Haupttreppenhaus, 1920er-Jahre, errichtet an Stelle eines Flügels von um 1590 nach Entwurf von Johann Georg Rupp, 1869 (a, i). Portalvorbau, 1920er-Jahre; 5. Ostflügel, Tortrakt, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldächern, Pilastergliederung, in der Mitte Torhaus mit pliastergerahmtem, rustiziertem Portal, rundbogige Durchfahrt, um 1660;
Schloss Weitenburg erhebt sich mit seinem Hauptbau und den zinnengekrönten Ecktürmen weithin sichtbar in beherrschender Spornlage hoch über dem oberen Neckartal. Es zählt zu den großen und bauhistorisch bedeutenden Schlossanlagen am oberen Neckar und veranschaulicht mit seinen Bauten wichtige Entwicklungen im adeligen Schlossbau der Frühen Neuzeit von der Renaissance bis zum romantischen Historismus. Die Anfänge des Schlosses, das erstmals 1400 erwähnt ist, liegen im Dunkeln. Es dürfte aus einer spätmittelalterlichen Gründung erwachsen sein. Ältester überlieferte Teil ist der sog. Ehingen-Bau, der nach einem Brand als Hauptwohnbau 1583 bis 1585 neu errichtet wurde und eine rekonstruierte renaissancezeitliche Fassadenbemalung zeigt. Mit seinen Eckbuckelquadern und den Treppengiebeln steht er noch ganz in der Tradition spätmittelalterlicher Kemenatenbauten. An ihm findet sich mit dem im 19. Jahrhundert von einem abgebrochenen Flügel hierher versetzten Portal ein Prunkstück frühbarocker Steinmetzenkunst, die darauf verweist, dass die Weitenburg nach dem Dreißigjährigen Krieg für Quirin von Hönstedt ab 1660 einen großzügigen Ausbau erfuhr, der an die renaissancezeitliche Anlage anknüpfte. An dieser hatte - laut seinem eigenen Inventar - der württembergische Baumeister Heinrich Schickhardt (1558 bis 1635) im Jahr 1590 viel gebaut. Möglicherweise gingen auf Schickhardt die im 19. Jahrhundert abgebrochen Flügel im Westen und Süden mit zwei Ecktürmen zurück. Der Nordflügel zeigt hingegen bis heute hofseitig eine reiche frühbarocke Gliederung der 1660er-Jahre mit Pilastern und einst offenen Erdgeschossarkaden und verrät ebenso den Anspruch des ambitionierte, wohl nicht ganz zu Ende geführten Bauprojektes wie das repräsentativ gestaltete Eingangstor zum Schlossgeviert. Diese Bauten zählen zu den wichtigen Zeugnissen frühbarocker Architektur in der Region. Unter der Vormundschaft Ludwig Wilhelms Graf Grävenitz für die Kinder des 1863 verstorbenen Freiherrn Joseph Raßler von Gamerschwang kam es zu einem Neubau von Süd- und Kapellenflügel nach Entwürfen des renommierten Reutlinger Baumeisters Johann Georg Rupp (1797 bis 1883), der die Bauleitung am Lichtenstein inne gehabt hatte. Rupp war ein konsequenter Vertreter der Neugotik. Er baute mehrere Adelsschlösser in neugotischen Formen aus und um (u. a. Hohenmühringen/Horb) und orientierte sich dabei einerseits am Lichtenstein, andererseits am preußischen Wiederaufbau des Hohenzollern. Mit Ausnahme der 1870 geweihten Kapelle gelangten die Arbeiten aber kaum über den Rohbau hinaus, erst 1925 war im Rahmen einer Renovierung der Innenausbau, der nun teils in Art-Déco-Formen umgesetzt wurde, abgeschlossen. Die zugehörigen Wirtschaftsbauten und Gartenanlagen vervollständigen das Bild des Adelssitzes. Teils hochwertige wandfeste Ausstattungen vom 18. bis frühen 20. Jahrhundert veranschaulichen die Wohn- und Lebensverhältnisse der Freiherren Raßler von Gamerschwang, welche das Schloss seit 1720 besitzen. Die Weitenburg ist damit ein bedeutendes Zeugnis der Adelskultur und hat darüber hinaus siedlungs- und herrschaftsgeschichtliche Bedeutung. |
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Wachendorf
| Bild | Bezeichnung | Lage | Datierung | Beschreibung | ID |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnhaus | Bieringer Straße 9 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau, genutete Lisenengliederung, Mittelrisalit, Zwerchhaus mit Schweifgiebel, errichtet durch Baumeister Hönle, 1796, an der Rückseite Anbau, Ziegelmauerwerk, 1899
Das durch den Baumeister Hönle zu Ende des 18. Jahrhunderts errichtete Barockgebäude ist mit seinen repräsentativen Formen und seinen städtischen Dimensionen ungewöhnlich für einen ländlichen Wohnbau. Die anspruchsvolle Architektur spricht für einen - eventuell herrschaftliche - Sonderfunktion oder aber einen sehr wohlhabenden Bauherrn. Das im späten 19. Jahrhundert rückwärtig erweiterte traufständige Haus ist ein anschauliches Beispiel für die Architektur barocker Wohngebäude und hat ortsbaugeschichtliche Bedeutung. |
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| Kath. Friedhofskapelle zu Ehren der hl. 7 Zufluchten [§ 28] | Bieringer Straße 44 (Karte) |
Grabkapelle der Ow zu Wachendorf, massiver verputzter Saalbau mit leicht eingezogenem, dreiseitig schließendem Chor, im Westen Dachreiter, Eingang mit Pilasterrahmung und Sprenggiebel, Sandsteintafel mit Bauinschrift, Altar mit Stuckmarmoraufbau, Altarblatt der Sieben Zufluchten von Franz Joseph Spiegler, errichtet unter Freiherr Joseph Rudolf Adam von Ow, 1733 (i); an der Südseite Lourdesgrotte [§ 2], 1889; Teile der Friedhofsmauer samt Spitzbogenportal in Astwerkrahmung, Inschrifttafeln und historischen Grabsteinen, 18./19. Jahrhundert [§ 2]
Der Wachendorfer Friedhof ist ein frühes Beispiel für einen außerhalb der Ortslage verlegten Begräbnisplatz und hat damit siedlungsgeschichtliche Bedeutung. Dies geschah nach Ausweis des Astwerkportals schon im Spätmittelalter, eventuell im Zusammenhang mit dem Ausbau des Ortsadelssitzes, für den man wohl den alten Friedhof um die Pfarrkirche aufgab. Dass es sich bei der Neuanlage um ein herrschaftliches Projekt handelte, belegen die Wappenschilde im Scheitel des Friedhofstores. Ebenfalls auf die Ortsherrschaft verweist die barocke Friedhofskapelle, die 1733 als Gruftkapelle der Freiherren von Ow errichtet wurde und den Sieben Zufluchten gewidmet ist. Die Kapelle dokumentiert adelige Memorialkultur und die Herrschaftsgeschichte Wachendorfs im Zusammenhang mit der Familie von Ow. |
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| Burgmühle | Burgmühle 1; Mühlbach (Karte) |
Ehemals herrschaftliche Bannmühle, eingeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, im Westen Staffelgiebel, an Eingang in das Untergeschoss bezeichnet 1595, Fenstersturz im Westgiebel bezeichnet 1627, Erneuerungen 1846 und 1928, dazu Inschrifttafel und Wappenstein; Mühlkanal
Die Burgmühle, ein renaissancezeitlicher Bau von 1595 und 1627, war einst Teil des Wachendorfer Herrschaftskomplexes und Bestandteil der älteren Burganlage östlich des Dorfes im Gewann Osterholz. Sie diente als herrschaftliche Bannmühle, d. h. die Einwohner Wachendorfs waren gezwungen hier gegen Gebühr ihr Getreide mahlen zu lassen. Das Gebäude veranschaulicht so Aspekte der Herrschafts- und Siedlungsgeschichte und dokumentiert mit den überlieferten Teilen der Mühlentechnik des 19./20. Jahrhunderts und dem Wasserbau die Wassernutzung zu Gewerbezwecken. |
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| Wegkreuz | Sulzauer Weg (Karte) |
Sandstein, Postament mit Zinnenbekrönung und neugotischem Dekor, metallener Korpus, am Kreuz bezeichnet 1863, neuer Standort nach Flurbereinigung
Das neugotische Wegkreuz ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das katholisch geprägte Wachendorf. |
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| Mesnerhaus (heute Wohnhaus) | Hirtenbrünnle 20 (Karte) |
Dreigeschossiger verputzter Massivbau mit Satteldach, gequaderte Ecklisenen, Volutengiebel, Firstfigur Maria Immaculata, pilastergerahmter Eingang, Inschrifttafel, 1792 (i)
Das stattliche giebelständige Barockgebäude zeigt eine anspruchsvolle Gestaltung und städtische Dimensionen. Ähnlich wie das Wohnhaus Bieringer Straße 9 zeugt das einstige Wohnhaus des Mesners von einem repräsentativen Ausbau Wachendorfs zur Miniaturresidenz, wie es mancherorts im 18. Jahrhundert in reichsritterlichen Ortschaften zu beobachten ist. Dabei zeigt sich die Architektur mit ihrem hochbarocken Formengut für die 1790er-jahre sehr konservativ. Das Gebäude ist als einstige Wohnung des Mesners von orts- und kirchengeschichtlicher Bedeutung. |
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| Inschrifttafel | Imnauer Straße 9 (Karte) |
Sandstein, bezeichnet „Stammhaus des Marschall Ney, geb. 1769, erschossen 1815.“, wohl von Hans Karl von Ow angebracht, um 1870
Die legendhafte Überlieferung will es, dass Michel Ney (1769 bis 1815), Herzog von Elchingen und Fürst von Moskwa, einer der berühmten Feldmarschälle Napoleon Bonapartes, aus Wachendorf stamme. Tatsächlich stimmt dies aber nicht, wurde Ney doch in Saarlouis geboren. Die wohl um 1870 angebrachte Tafel in gotisierender Stabwerkrahmung ist somit ein charakteristisches Produkt historistischer Geschichtsklitterung bzw. Legendbildung, mit der ein Ort historische Bedeutung erhalten sollte. |
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| Bildstock | Imnauer Straße (Karte) |
Sandstein, Pfeiler mit tabernakelartigem, vergittertem Gehäuseaufsatz, darin Figurengruppe der Hl. Familie, bezeichnet 1904
Der Bildstock ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um das katholisch geprägte Wachendorf. |
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| Kapelle | Oberer Mühleweg 100 (Karte) |
Quadermauerwerk, Fenster- und Türöffnungen mit Werksteinrahmungen, neugotische Formen, auf Resten eines mittelalterlichen Turms errichtet, Bauherr Hans Otto von Ow zu Wachendorf, 1893 (a); samt Einfassungsmauer sowie Gedenkstein für im Zweiten Weltkrieg gefallene Familienmitglieder, um 1945
Die kleine neugotische Kapelle erhebt sich im Areal der älteren, abgegangenen Wachendorfer Burg über der Starzel im Osterholz. Es handelte sich um eine Turmburg der salischen Zeit, wohl des 11. oder frühen 12. Jahrhunderts. Innerhalb dieses Areals ließ Hans Otto von Ow zu Wachendorf eine Familiengrablege anlegen und daneben die Kapelle errichten. Damit knüpfte er an die Tradition der Natur- und Parkbegräbnisse in den Landschaftsgärten der Aufklärungsepoche an und besetzte zugleich in historistischer Weise einen alten Herrschaftsort, der mit der Geschichte Wachendorfs und der Herren von Ow in alter Verbindung stand. Die Kapelle und das benachbarte Gedenkkreuz für im Zweiten Weltkrieg gefallene Familienangehörige ist damit ein charakteristisches Zeugnis aristokratischer Memorialkultur im 19. und 20. Jahrhundert. |
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| Wegkreuz | Hirrlinger Straße 46 (Karte) |
Sandstein, Sockel mit Inschrift, Astkreuz, am Kreuzstamm Anker, gestiftet von Steinmetz Dominikus Hänle (Wachendorf), 2. Hälfte 19. Jahrhundert, Eulenskulptur am Sockel, bezeichnet A. Hipp (um 2000 erneuert, Korpus erneuert)
Das in ungewöhnlicher Weise als Astkreuz gestaltete Wegkreuz verweist mit dem Anker auf die Hoffnung auf die Auferstehung nach dem Tod, für die Jesus am Kreuz gestorben ist. Das aufwendig gestaltete Kreuz belegt die Steinmetkunst im späteren 19. Jahrhundert. Es ist anschauliches Zeugnis einer gelebten und bildlich zum Ausdruck gebrachten Religiosität und charakteristisches Element in der mit solchen kleinen Andachtsstätten besetzten Kulturlandschaft um die katholisch geprägte Gemeinde Wachendorf. |
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Weitere Bilder |
Schloss Wachendorf | Schloßgarten; Schloßstraße 9 (Karte) |
Wohl als Ersatz für die ältere hochmittelalterliche Burg im Osterholz über der Starzel durch die seit dem 13. Jahrhundert dort ansässigen Herren von Ow errichtet unregelmäßige Anlage aus Wohn-, Ökonomiegebäuden, Schlosshof und -park, um 1500 bis 19. Jahrhundert, bestehend aus:
Das Schloss der Freiherren von Ow in Wachendorf bildet zusammen mit der Kirche, welche von dem Gebäudekomplex an drei Seiten umschlossen wird, den ortsbildprägenden Mittelpunkt des Dorfes. Kern der Anlage ist ein für viele Ortsadelssitze der Spätmittelalters charakteristisches festes Haus, das wohl als neuer Wohnsitz neben einem noch 1561 vorhandenen „Bürglein“ zwischen Kirche und damaligem Schulhaus errichtet wurde. Es wäre denkbar, dass der auf 1574 datierte runde Wehrturm älter ist und bereits Teil dieses neuen spätgotischen Schlossbaus war. Errichtet wurde das Schloss durch die Freiherren von Ow, die sich seit dem 13. Jahrhundert in Nachfolge der Herren von Wachendorf am Ort nachweisen lassen und deren ursprünglicher, hochmittelalterlicher Sitz sich im Osterholz oberhalb der Starzel befand. Allerdings existierte bereits im 11./12. Jahrhundert ein Adelssitz mit Wohnturm anstelle der Pfarrkirche, wie archäologische Grabungen ergeben haben. Es ergibt sich also eine gewisse Kontinuität des Herrschaftssitzes im Wachendorfer Ortskern. Der bei der Kirche gelegene spätmittelalterliche Schlossbau wurde 1555 um Torbau und Neues Schloss erweitert, so dass eine stattliche Anlage entstand. Hofseitig zeichnet das Neue Schloss eine prachtvolle Zierfachwerkarchitektur aus, wie sie charakteristisch ist für den Fachwerkbau der Renaissancezeit. Nach dem Dreißigjährigen Krieg kam es zu weiteren Bauaktivitäten, denen u. a. das sog. Reiterhaus und die große Scheune zu verdanken sind. Das Reiterhaus ist dabei mit seiner aufwendig gestalteten hofseitigen Fassade ein anschauliches Beispiel für den Übergang von der Renaissance- zur frühen Baurockarchitektur. Mit seinen Gebäuden und dem zugehörigen Park veranschaulicht das Schloss Wachendorf adelige Wohn- und Lebensverhältnisse auf einem Rittersitz in Spätmittelalter, früher Neuzeit und 19. Jahrhundert. Es hat als alter Wohnsitz der Familie von Ow wichtige Bedeutung für die Geschichte dieser Familie und ist neben der Pfarrkirche das herausragende Zeugnis der Siedlungs-, Ortsbau- und Herrschaftsgeschichte in Wachendorf. Die Bauten veranschaulichen dabei Entwicklungen der Schlossarchitektur von der Spätgotik bis zum Historismus. |
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| Kath. Pfarrhaus | Schloßstraße 11 (Karte) |
Zweigeschossig, verputzt, Krüppelwalmdach, an der Westseite Tafel mit Bauinschrift, 1781 (i)
Das Pfarrhaus ist wichtiger Bestandteil der Gruppe von Herrschafts- und Verwaltungsbauten im Ortszentrum. Es entstand unter den Reichsfreiherren von Ow, welche als Patronatsherren zum Bauunterhalt von Pfarrkirche und Pfarrhaus verpflichtet waren. Mit seiner Kubatur ist das Gebäude ein charakteristisches Beispiele eines Pfarrhausbaus im 18. Jahrhundert. Es veranschaulicht frühneuzeitliche Wohn- und Lebensverhältnisse eines Landgeistlichen und hat als Verwaltungssitz der 1222 erstmals urkundlich erwähnten Pfarrei orts- und kirchengeschichtliche Bedeutung. |
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Weitere Bilder |
Kath. Pfarrkirche St. Peter und Paul | Schloßstraße 13 (Karte) |
Massive verputzte Saalkirche mit Walmdach, leicht eingezogener, polygonal schließender Chor, an der Langhausnordseite Turm mit Staffelgiebeln, auf Südseite romanisches Rundbogenportal, Langhaus mit Holzdecke, im Chor Netzrippengewölbe, Grabdenkmäler der Herren von Ow, 15.-18. Jahrhundert, reich gestaltete Kanzel und Taufe, um 1598, neugotischer Hochaltar, um 1877, Langhaus und Turm im Kern romanisch, wohl Anfang 13. Jahrhundert, Chor um 1450, Erneuerung 1598 (i), nach Westen verlängert, 1877 (a), (Erweiterung an der Nordseite, 1980)
Die Wachendorfer Pfarrkirche ist der vierte Sakralbau an dieser Stelle. Zuvor stand hier ein wohl ins 7. Jahrhundert datierender Holzbau und dann ein erster steinerner Kirchenbau, der aber spätestens im 10. Jahrhundert abgebrochen wurde. Zeitweilig stand an dessen Stelle bis ins 12. Jahrhundert ein Wohnturm, wohl der ältere Sitz der Herren von Wachendorf als Vorläufer des heutigen Schlosses (Schloßstraße 9). Er wurde in der 2. Hälfte 12. Jahrhundert durch eine dreischiffige Kirche mit drei Apsiden ersetzt. Diese wiederum musste im 1. Viertel des 13. Jahrhunderts dem Kern des bestehenden Baus weichen. Reste dieser spätromanischen Kirche stecken im Langhaus sowie im Unterbau des Turms, wo sich ein aufwendiger, eins gewölbter Raum in Großquadermauerwerk erhalten hat. Mehrfach wurde diese romanische Kirche aus- und umgebaut. Sie diente, wie die Grabmäler im spätgotischen Chor ausweisen, seit dem 15. Jahrhundert als Grablege der Ortsherrschaft, der Herren on Ow. Das Gotteshaus ist mit seiner komplexen Baugeschichte und den Vorläuferbauten ein zentrales Zeugnis der Wachendorfer Siedlungs-, Orts- und Kirchengeschichte. Es bildet zusammen mit dem benachbarten Schloss und dem Pfarrhaus eine eindrucksvolle, das Ortsbild bestimmende Baugruppe im Zentrum des einst reichsritterlichen Dorfes und hat als Mittelpunkt der 1222 erstmals fassbaren Pfarrei Bedeutung für die regionale Kirchengeschichte. |
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| Denkmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege | Schloßstraße 20 (Karte) |
Stele mit Skulptur des Hl. Georg, Nameninschriften, 1921, nach 1945 durch Namenstafeln für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erweitert
Das Gefallenendenkmal für die Toten der beiden Weltkriege erhebt sich in charakteristischer Weise im Ortszentrum in unmittelbarer Nachbarschaft zur Pfarrkirche. Mit der Darstellung des Drachentöters Georg vertritt es ein für die Gefallenendenkmäler in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg weit verbreitete Form. Christliche Sinngebung des Todes auf dem Schlachtfeld gehen hier Hand in Hand mit nationalpatriotischem Totengedenken, wie das Eiserne Kreuz und die Fahnentrophäen ausweisen. Wie so oft, wurde das Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg um weitere Namen ergänzt. Es ist Zeugnis der lokalen Gedenkkultur und der Ortsgeschichte. |
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Einzelnachweise
Kulturdenkmale der Bau- und Kunstdenkmalpflege in Baden-Württemberg. Geoportal Baden-Württemberg, abgerufen am 10. September 2025.