Literarische Gesellschaft Gräfelfing

1921 in Gräfelfing gegründet mit ständigem Programm zu Literatur, Autoren, Naturwissenschaften und Politik. From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Literarische Gesellschaft Gräfelfing ist ein seit 1921[4] bestehender gemeinnütziger[5] Verein privaten Rechts neV zur Förderung der Literatur mit Sitz in Gräfelfing[6] im oberbayerischen Landkreis München. Sie veranstaltet jährlich etwa 12 bis 14[4] Vorträge oder Lesungen im Gräfelfinger Bürgerhaus[7], auf Basis der gedruckten semestralen Programmvorschau[8] und mit einer Sommerpause.

RechtsformVerein privaten Rechts
Gründung12. Oktober 1921[1] in Krailling
GründerAdolph Stamm, *1857[2]
SitzGräfelfing ()
Schnelle Fakten Literarische Gesellschaft Gräfelfing (LGG), Rechtsform ...
Literarische Gesellschaft Gräfelfing
(LGG)
Logo
Rechtsform Verein privaten Rechts
Gründung 12. Oktober 1921[1] in Krailling
Gründer Adolph Stamm, *1857[2]
Sitz Gräfelfing ()
Vorsitz Ulrich Rosenbaum[3]
Mitglieder 450[3]
Website www.literarische.de
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Programmbetrieb

Das Programm wird halbjährlich der Presse vorgestellt.[9] Programmthemen sind Literatur[4], Autoren mit den damit verbundenen Wissenschaften[10] sowie Fragen der Zeit[11] im Format von Autorenlesung[12], wissenschaftlichem Vortrag[13] oder, eher atypisch, szenischer Darstellung.[14] Als Folge des Umbaus des Bürgerhauses spricht, liest und spielt die Gesellschaft in der Aula des Kurt-Huber-Gymnasiums.[15] Die Gesellschaft ist von der Kommune als Kulturträger gelistet[16] und wird stetig institutionell gefördert.[17]

Zu Zeiten der Corona-Pandemie war der Programmbetrieb rund 18 Monate unterbrochen[18], ähnlich lang wie die zweijährigen Zäsur infolge des Zweiten Weltkriegs von 1945 bis 1947. Ab 2004[19] besteht eine Webpräsenz[4] mit Programmrückschau[20] zurück bis zur Gründung[21], erweitert um ihren Blog.[3]

Entwicklung

Plakat, gelber Hintergrund, schwarze klare und grosse Lettern. Werbung für eine Theatervorstellung mit Namen "Botschaft" an den Kaiser, ein Schauspiel aus der sog. Hohenstaufertrilogie in Gräfelfing im Jahre 1951
Privat organisierte Kulturarbeit

Altphilologe Adolph Stamm[22] 1900 berufen zum Direktor[23] des Gymnasiums zu Anklam in Preußen[2], 1916 befördert zum Geheimen Studienrat[23], übersiedelte nach Bayern[24] und gründete[25] sie in der politisch instabilen[26], aber jungen Weimarer Demokratie[27] nahe München[28] Ihr Zweck war, den verbliebenen Kulturkanon[1] weiter zu pflegen, vorwiegend in den großbürgerlichen[29] Villenkolonien des Würmtals der Landkreise Starnberg und München, auch dort in der direkten Not[30] dieser Zeit.[31]

Die Gesellschaft zog 1938 nach Gräfelfing um[32] und konnte den Programmbetrieb im NS-Staat unter Leitung[33] von Theodor Engelmann[34] inhaltlich nahezu unangetastet[35] und ohne Unterbrechung oder Gleichschaltung durch Mitgliedschaft in der Reichsschrifttumskammer fortführen.[36] Der koreanische Exilschriftsteller Mirok Li war Mitglied der Gesellschaft[35] und pflegte Freundschaft mit Kurt Huber[37], der dort 1943 vortrug.[38]

1947 erhielt die Gesellschaft die Aufforderung zur Relizensierung[39], die Spruchkammerurteile waren[40] an die alliierten Behörden zu melden[33]. Weitere atypische Arbeitsfelder[14] ergaben ein privat organisiertes Kulturprogramm[41] in der Nachkriegszeit.

1980 gründete sich innerhalb der Gesellschaft der „Kunstkreis Gräfelfing“ als Arbeitsgemeinschaft[42] Sie verselbständigte sich 1995 rechtlich als eingetragener Verein und besteht bis heute fort.[43] Die Bedeutung der Literatur für die Gesellschaft[44] in der jetzigen Zeit beeinflusst ihre gegenwärtige Programmatik[3]. Die Mitgliederzahl entwickelte sich wie folgt: 62 Ende 1921, 129 im Jahr 1938[45], 191 in 1991[6], 410 für 2017[4] und gegenwärtig 450.[3]

1924 öffnete sich die Gesellschaft[46], der bürgerlichen literarischen Öffentlichkeit und begründete ihre bis heute fortgeführte Programmatik.

Literatur

Einzelnachweise

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