Lithyalin
Glasart, Patent v. Friedrich Egermann 1828
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Lithyalin ist eine Glasart, die im 19. Jahrhundert von Friedrich Egermann aus Haida erfunden worden war. Der Name ist aus dem Griechischen abgeleitet (λίθος, Stein und γυαλί, Glas) und bezieht sich auf die Ähnlichkeit mit Halbedelsteinen (Achat, „Halbedelglas“). Egermann entwickelte bei Versuchen offenbar zufällig ein undurchsichtiges, bräunlich-rotes Glas mit Adern. Die Herstellungstechnologie wurde 1828 von Egermann zum Patent angemeldet. Diese Glasschmelzen waren in den meisten Glashütten, die Farbglas erzeugten, allgemein bekannt. Egermanns Beitrag besteht darin, dass er die Marmorglasschmelzprodukte dekorativ schleifen und auf die geschliffenen Flächen und Medaillons die Gelb- und Rotbeize einbrennen ließ und so einen neuen Typ des Erzeugnisses mit effekt- und ausdrucksvoll verfärbten nichthomogenen Teilen und verschiedenfarbiger Oberfläche schuf.[1]
Er hatte für seine Erzeugnisse die Bezeichnungen „Mineralglas und Lithyalin“ gewählt, weil „Hyalith“ – was dasselbe bedeutet wie Lithyalin – seinem Konkurrenten Georg Franz August von Buquoy vorbehalten war.[2] Heute ist Lithyalin die landläufige Bezeichnung für alle Arten von farbigem marmoriertem Glas und alles, was auch nur im Entferntesten so aussieht – einschließlich späterer Nachahmungen. Um die Mitte des Jahrhunderts nahm die Beliebtheit von Lithyalin deutlich ab.