Liv von Boetticher

deutsche Journalistin und Autorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Liv von Boetticher (* 28. Februar 1986 in Freiburg im Breisgau)[1] ist eine deutsche Journalistin, TV-Moderatorin und Autorin.

Werdegang

Liv von Boetticher wuchs als Tochter der Architektin Heike von Boetticher[2] und eines Freiburger Kinderarztes bei ihrer Mutter in Konstanz auf, wo sie auch Abitur machte. Danach zog sie zunächst nach Neuseeland, bevor sie 2007 bis 2010 ein Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien absolvierte. Anschließend wechselte sie in das Fach Medienmanagement an die Hochschule Macromedia nach München. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie über die ökonomische Effekte der königlich-britischen Hochzeit von Prinz William und Catherine Middleton aus dem Jahr 2011.

Ihr Berufseinstieg erfolgte im März 2012 als Trainee beim Pay-TV-Sender Sky Deutschland in München. Sie war dort in der Sportredaktion von Sky Sport, Sport News und im Formel-1-Team des Senders tätig. Parallel schrieb sie, wie schon zu Studienzeiten, für die Bild-Zeitung. Im Januar 2015 wechselte sie als Volontärin zum Nachrichtensender n-tv nach Köln in die Wirtschaftsredaktion. Als Reporterin berichtete sie u. a. aus dem Studio bei der Deutschen Börse in Frankfurt und aus dem Hauptstadtstudio der RTL Group in Berlin. Am 22. Juli 2016 erfolgte ihre erste Breaking-News-Berichterstattung live während des Amoklaufs in München. 2018 wurde sie als Korrespondentin des Senders nach Leipzig berufen, von wo aus sie über die politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in den Neuen Bundesländern und aus dem europäischen Ausland, z. B. über den Brexit, die Europawahl 2019 oder den Ausbruch der COVID-19-Pandemie in Italien berichtete.

Seit 2020 ist sie als Moderatorin für RTL insbesondere investigativ tätig. Zunächst als Berichterstatterin im Präsidentschaftswahlkampf in den Vereinigten Staaten 2020 eingesetzt, recherchierte sie 2020/2021 monatelang im Fall des seit 2018 vermissten Karl-Erivan Haub, dem geschäftsführenden Gesellschafter der Tengelmann-Gruppe. Im Juni 2021 wurden die Recherche-Ergebnisse in der Prime-Time-Dokumentation Tengelmann – Das mysteriöse Verschwinden des Milliardärs veröffentlicht. 2022 lebte sie zwei Monate bei den Taliban in Afghanistan, die dabei entstandene Dokumentation wurde 2022 von RTL in der 90-minütigen Prime-Time-Sendung 60 Tage Frauenhass: Eine Reporterin bei den Taliban ausgestrahlt. 2025 erschien ihr Dokumentationsfilm Afghanistans Töchter – Leben im Schatten der Taliban.[3]

Sachbücher

Ihre Recherche-Ergebnisse im Fall des vermissten Chefs der Tengelmann-Gruppe, Karl-Erivan Haub, führten im Mai 2023 zur Veröffentlichung ihres ersten Sachbuchs Die Akte Tengelmann und das mysteriöse Verschwinden des Milliardärs Karl-Erivan Haub: Welche Rolle der russische Geheimdienst spielt und warum deutsche Behörden nicht ermitteln, welches Platz 9 auf der Spiegel-Bestsellerliste erreichte. Die Buchveröffentlichung führte am 23. Mai 2023 zu einer Titelstory der Zeitschrift Stern, die sich auf die von von Boetticher ermittelten Fakten stützt.[4] 2026 erhob die Staatsanwaltschaft, nachdem Liv von Boetticher im Mai 2023 wegen einer mutmaßlich falschen Versicherung an Eides statt Anzeige erstattet hatte,[5] Anklage gegen Christian Haub, den Bruder des Vermissten.[6]

Im Juni 2026 erschien ihr Buch Wir verlieren dieses Land: Polizisten erzählen, worüber niemand offen spricht. Von Boetticher hatte dafür über mehrere Jahre hinweg mit zahlreichen Polizisten gesprochen. Es stieg auf Platz 11 der Spiegel-Bestseller-Liste ein und erreichte kurz nach seinem Erscheinen am 25. Juni auf Amazon Platz 1 der meistgelesenen und meistverkauften Bücher der Woche.[7]

Veröffentlichungen

  • Die Akte Tengelmann und das mysteriöse Verschwinden des Milliardärs Karl-Erivan Haub. Finanzbuch Verlag, München 2023, ISBN 978-3-95972-705-1.
  • Wir verlieren dieses Land. Polizisten erzählen, worüber niemand offen spricht. Deutscher Wirtschaftsbuch Verlag, Neuburg an der Kammel 2026, ISBN 978-3-690-66256-7.

Einzelnachweise

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