Llangibby Castle

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Die Llangibby Castle war ein 1929 in Dienst gestelltes Passagierschiff der britischen Reederei Union-Castle Line für den Liniendienst nach Afrika. Im Zweiten Weltkrieg diente das Schiff als Truppentransporter, darunter auch 1944 während des D-Days, und wurde im Kriegsverlauf insgesamt zweimal bei Angriffen beschädigt. Nach Kriegsende blieb die Llangibby Castle bis zu ihrem Abbruch in Wales 1954 im Passagierdienst.

Schnelle Fakten Schiffsdaten, Schiffsmaße und Besatzung ...
Llangibby Castle
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen London
Reederei Union-Castle Line
Bauwerft Harland & Wolff, Govan
Baunummer 841 G
Stapellauf 4. Juli 1929
Übernahme 21. November 1929
Indienststellung 5. Dezember 1929
Außerdienststellung Juni 1954
Verbleib 1954 in Wales abgewrackt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge 154,5 m (Lüa)
Breite 20,2 m
Tiefgang (max.) 8,97 m
Vermessung 11.951 BRT
Maschinenanlage
Maschine 2 × Harland-&-Wolff-Dieselmotoren
Maschinen­leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat 6.413 kW (8.719 PS)
Dienst­geschwindigkeit

14,5 kn (27 km/h) Vorlage:Infobox Schiff/Antrieb/Geschwindigkeit_B

Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl 450
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Geschichte

Die Llangibby Castle entstand unter der Baunummer 841 G in der Werft von Harland & Wolff in Govan und lief am 4. Juli 1929 vom Stapel. Nach ihrer Ablieferung an die Union-Castle Line am 21. November 1929 nahm sie am 5. Dezember den Liniendienst rund um Afrika auf.[1] Die Llangibby Castle hatte keine direkten Schwesterschiffe, ähnelte aber optisch stark der Dunbar Castle. Zur Baureihe kleinerer Linienschiffe der Reederei in den 1920er Jahren zählten außerdem die Llandovery Castle (1925) und die Llandaff Castle (1926).

Die Llangibby Castle als Truppentransporter im Zweiten Weltkrieg

Nach Kriegsausbruch 1939 wurde die Llangibby Castle zum Truppentransporter umgebaut. Hierbei wurde sie zweimal beschädigt: Im Dezember 1940 während eines deutschen Luftangriffs auf Liverpool[2] und abermals am 16. Januar 1942, als sie als Teil des Geleitzugs WS 15 im Atlantik von einem Torpedo des deutschen U-Boots U 402 getroffen wurde. Sie verlor hierbei ihr Ruder und den hinteren Teil ihres Hecks, blieb aber schwimmfähig und konnte aus eigener Kraft den Hafen von Horta erreichen.[1] Nach provisorischen Reparaturen kehrte das Schiff im April 1942 aus eigener Kraft, noch immer ohne Ruder und dem Endteil ihres Hecks, nach England zurück. Insgesamt legte es hierbei 3400 Seemeilen in diesem Zustand zurück, wofür ihr Kapitän mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet wurde.[3]

1944 nahm die Llangibby Castle als Truppentransporter an der Operation Neptune teil und beförderte Soldaten zum Juno Beach, Omaha Beach und Utah Beach. Sie gehörte damit zu den Schiffen, die aktiv an den Aktionen rund um den D-Day beteiligt waren. Insgesamt beförderte sie während dieser Operation mehr als 100.000 Soldaten auf 70 Überfahrten. Im Januar 1947 endete ihr Einsatz als Truppentransporter.[4]

Nach umfangreichen Umbau- und Modernisierungsarbeiten nahm die Llangibby Castle im Juli 1947 wieder den Liniendienst nach Afrika auf.[1] Sie blieb anschließend noch sieben Jahren bis zu ihrer Ausmusterung im Juni 1954 im Einsatz. Im Juli 1954 traf das Schiff zum Abbruch in der Abwrackwerft von John Cashmore in Newport ein.[5]

Commons: Llangibby Castle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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