Logenhaus Ferdinand zur Glückseligkeit

denkmalgeschütztes Gebäude in Magdeburg in Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Das Logenhaus Ferdinand zur Glückseligkeit ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Magdeburg in Sachsen-Anhalt.

Logenhaus

Lage

Es befindet sich in der Magdeburger Altstadt an der Adresse Weitlingstraße 1a an der Ecke Weitlingstraße/Julius-Bremer-Straße.

Architektur und Geschichte

Vorgängerbebauung

Wappen der Familie Westphal

Ursprünglich befanden sich auf der am Neuen Weg, an der Adresse Neuer Weg 6, gelegenen Fläche zwei Grundstücke. Im südlichen Teil bestand ein als Haus bzw. Ackerhof geführtes Anwesen. Es gehörte 1631 dem Gewandschneider und Bürgermeister Johann Westphal. 1651 und auch noch 1665 war Johann Autor Westphal Eigentümer von Haus und Garten. Auf ihn folgte sein Erbe Johann Autor Pfeil. Er veräußerte es 1683 für 620 Taler an den Kommandanten Sigismund von Lichtenhain. Von seinen Erben erwarb es 1688 der Kommandant Adam von Krusemark für 400 Taler. 1692 gehörte es dem Kommandanten Generalmajor Bernhard von Hutten.

Der nördliche Teil gehörte 1631 und auch noch 1651 Heinrich Müller. Von seinem Erben, dem Nadler Adrian Krechel, erwarb die Stätte 1663 der Kaufmann Dietrich Nolte, der auch noch 1692 Eigentümer war. Dann gehörte es Bernhard von Hutten, der beide Grundstücke vereinte.

Die Witwe von Huttens vermachte das Anwesen der Oberstenwitwe Elisabet von Bequignolle, die es 1698 erbte. Sie veräußerte es 1749 für 5300 Taler an den Kriegsrat und Stadtsyndikus Heinrich Jakob Smalian. Auf dem Grundstück bestanden insgesamt sechs ineinander gebaute Häuser, die dann Sophie Karoline Marie von Lichnowsky gehörten. Sie veräußerte das Anwesen im Jahr 1765 für 11000 Taler an den Oberhofmeister Friedrich August von Alvensleben. Von seinen Erben erwarb es 1791 für 6200 Taler die Freimaurerloge Ferdinand zur Glückseligkeit.[1]

Bau des Logenhauses

Das dreigeschossige verputzte Logenhaus entstand im Jahr 1902 nach einem Entwurf des Architekten Herz als repräsentativ gestaltetes Logenhaus für die Freimaurerloge. An seiner südwestlichen Ecke besteht ein mit einer flachen Schweifhaube versehener Treppenturm. Die Fassade des Erdgeschosses ist rustiziert. Der zur Weitlingstraße ausgerichtete Saalbau verfügt über eine Pilastergliederung und hohe, große, zweiteilige Fenster die in Form von Lünetten abschlossen. Das Stuckdekor ist in barockisierenden Formen des Jugendstils gestaltet. Die Gebäudeflucht des Hauses ist zurückgesetzt und verläuft schräg zur Weitlingstraße, da sie am historischen Verlauf des Neuen Wegs ausgerichtet ist.

Im Jahr 1933 wurde die Loge durch das Nationalsozialistische Regime verboten. Das Haus gelangte per Zwangsverkauf an die Stadt Magdeburg und wurde ab 1934 durch die Stadtbibliothek Magdeburg genutzt. Im Jahr 1998 verzog die Bibliothek an ihren neuen Sitz im ehemaligen Textilkaufhaus Brenninkmeyer auf dem Breiten Weg.

Im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt ist das Baudenkmal unter der Nummer 094 81870 als Verbindungshaus verzeichnet.[2]

Literatur

  • Ernst Neubauer, Häuserbuch der Stadt Magdeburg 1631–1720, Teil 1, Herausgeber: Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt, Magdeburg 1931, Seite 328.
  • Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt, Band 14, Landeshauptstadt Magdeburg, Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Michael Imhof Verlag, Petersberg 2009, ISBN 978-3-86568-531-5, Seite 549 f.

Einzelnachweise

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