Lotegorisch
Pfälzische Händlersprache des 18. Jahrhunderts
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Lotegorisch – alternativ Lottegorisch, ältere Eigenbezeichnung lochne kodesch, aus hebräisch laschon „Zunge, Sprache“, und kodesch „Heiligtum“ – ist eine Händlersprache und pfälzische Variante des Rotwelschen.[1][2]

Charakteristika und Geschichte
Die Sprache ist an das Westjiddische im Leiningerland – besonders im Einzugsgebiet von Carlsberg – angelehnt. In dieser Gegend wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert eine größere Zahl Nichtsesshafter, darunter viele Juden, angesiedelt. Diese wurden anschließend von dort aus in vielen Fällen als Wanderhändler und Hausierer tätig.[3] Lotegorisch war eine Geheimsprache, die für Bewahrung ihrer Geschäftsgeheimnisse vor Kunden und Behörden entwickelt wurde und die der Rest der Bevölkerung nicht verstand.[4] Feste Ausspracheregeln oder Grammatik gab es nicht. Die Sprache wurde lediglich mündlich praktiziert. Manche Begriffe fanden Eingang in den deutschen Sprachgebrauch.[5]
Erinnerungskultur
1993 führte der Unterhaltungsverein Wattenheim im Carlsberger Bürgerhaus ein Theaterstück auf Lotegorisch auf.[6] Zusammen mit der Volksbühne Leininger-Land engagiert er sich für die Erhaltung der Sprache.[7]
Literatur
- Anton Meißner: Die pfälzische Handelssprache Lotegorisch. Wörterbuch mit Leseproben. Wattenheim 1999.
- Klaus Siewert (Hrsg.): Rotwelsch-Dialekte. Helmut Buske Verlag GmbH, Hamburg 1996, ISBN 978-3-96769-328-7.
- Richard Schäfer: Lotegorisch im Leiningerland. Hamburg 1990 (Online [PDF]).
- Christian Heinrich Gilardone: Parodiee, Gedichtches und prousaische Uffsätz’. Vun kahn Jüd’ – vun e Gojem. J. F. Kranzbühler, Speyer 1832.
- Christian Heinrich Gilardone: Parodiee, Gedichtches und prousaische Uffsätz’. Vun kaan Jüd’ – vun e Goj’, Zweites Bändchen. Speyer 1835.