Louis A. Johnson

US-amerikanischer Rechtsanwalt und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Louis Arthur Johnson (* 10. Januar 1891 in Roanoke, Virginia; † 24. April 1966 in Washington D.C.) war ein US-amerikanischer Jurist[1], Politiker und vom 28. März 1949 bis zum 19. September 1950 Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten unter Präsident Harry S. Truman.

Louis A. Johnson

In seine Amtszeit fielen eine Reihe von verteidigungspolitischen Konflikten wie der Aufstand der Admirale, die sich aus der strategischen Neuausrichtung der Streitkräfte der Vereinigten Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg ergaben.

Leben

Johnson studierte nach seinem Highschool-Abschluss Rechtswissenschaft an der University of Virginia und eröffnete zusammen mit einem ehemaligen Kommilitonen in Clarksburg, West Virginia, die KanzleiSteptoe and Johnson“, deren Erfolg bald die Gründung von Zweigstellen in Charleston und Washington führte.

Johnson ließ sich zur Wahl des Repräsentantenhauses von West Virginia aufstellen und wurde nach erfolgreicher Wahl dort Vorsitzender der demokratischen Mehrheitsfraktion. 1916 wurde er Offizier und diente an der Westfront.

Präsident Franklin D. Roosevelt ernannte Johnson 1937 als Nachfolger von Harry Hines Woodring zum stellvertretenden Kriegsminister (Assistant Secretary of War). In dieser Position arbeitete er auf eine Professionalisierung des Militärs und einer stärkeren Rolle der Luftstreitkräfte hin, was ihm jedoch in Konflikt mit seinem isolationistisch gesinnten Vorgesetzten, Kriegsminister Harry Hines Woodring, in Konflikt brachte. Roosevelt entließ beide, als die Wehrmacht Frankreich im sechswöchigen Blitzkrieg besiegte.

In den folgenden Jahren blieb Johnson politisch aktiv und arbeitete wieder als Jurist. Er profilierte sich insbesondere als enger Unterstützer Harry S. Trumans, für dessen Präsidentschaftswahlkampf 1948 er als Hauptfinanzier wirkte.[1]

Verteidigungsminister

Nach seiner Ernennung zum US-Verteidigungsminister im Januar 1949 setzte Louis A. Johnson die von Präsident Harry S. Truman gewünschte Politik der strikten Haushaltsdisziplin um. Johnson kürzte Verteidigungsausgaben und priorisierte die atomare Abschreckung gegenüber konventionellen Kräften.[1]

Besonders umstritten war die Streichung des Flugzeugträgerprojekts USS United States im April 1949, die ohne vorherige Konsultation von Kongress oder Marine erfolgte und zum Aufstand der Admirale führte. Johnson verteidigte zugleich das strategische Bomberkonzept der Luftwaffe und geriet in scharfe Konflikte mit Marine und Marineinfanterie.[1]

Trotz parlamentarischer Untersuchungen, die kein Fehlverhalten feststellten, schwächten die internen Auseinandersetzungen seine Position. Mit dem Ausbruch des Koreakriegs im Juni 1950 wurden die Folgen der Sparpolitik offensichtlich; Johnson unterstützte nun massive Nachtragshaushalte. Präsident Truman verlor jedoch das Vertrauen in seine Führung und bat Johnson am 19. September 1950 um seinen Rücktritt, den dieser einreichte.[1]

Weiteres Leben und Tod

Nach seinem Rücktritt als US-Verteidigungsminister am 19. September 1950 zog sich Johnson vollständig aus dem politischen Betrieb zurück und widtmete sich wieder seiner anwaltliche Tätigkeit, die er bis zu seinem Lebensende ausübte. Öffentlich trat er kaum noch in Erscheinung.[1]

Johnson starb am 24. April 1966 in Washington, D.C., im Alter von 75 Jahren.[1]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

Literatur

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