Louis Le Conte
französischer Bildhauer
From Wikipedia, the free encyclopedia
Louis Le Conte (* um 1644 in Boulogne-Billancourt bei Paris; † 24. Dezember 1694 in Paris), auch Le Comte oder Leconte genannt, war ein französischer Bildhauer. Er war vor allem für die Gestaltung der Gartenanlagen von Schloss Versailles verantwortlich.[1]

Leben
Louis Le Conte wurde in Boulogne bei Paris geboren. Zu seinem Geburtsjahr gibt es widersprüchliche Angaben: Während das Allgemeine Künstlerlexikon (AKL) das Jahr 1639 nennt, geben mehrere französische Quellen, darunter die französischsprachige Wikipedia und das Verzeichnis der Bildhauer der Gärten von Versailles, das Jahr 1644 an. Eine eindeutige urkundliche Klärung liegt nicht vor. Im Jahr 1673 nahm Le Conte am Bildhauerwettbewerb der Académie royale de peinture et de sculpture teil und wurde für diesen Jahrgang mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der offizielle Beschluss der Akademie erfolgte am 6. April 1675, im selben Jahr wurde er als Agréé in die Akademie aufgenommen. 1676 erfolgte seine Aufnahme als vollwertiges Mitglied (reçu) mit einem Marmormedaillon des heiligen Bartholomäus, das für die Rochuskapelle der Kirche Notre-Dame in Versailles bestimmt war. 1693 wurde er zum professeur-adjoint der Akademie ernannt. Louis Le Conte starb am 24. Dezember 1694 in Paris.[2]
Werke (Auswahl)
Louis Le Conte war über einen langen Zeitraum hinweg für die Skulpturenaustattung von Schloss Versailles tätig – sowohl im Auftrag der Bâtiments du Roi für die Schlossfassade als auch für die Gartenanlagen. Zu seinen Arbeiten zählen:
- 1678/1879: dekorative Arbeiten sowie die Statuen Der Ruhm (La Renommée) und Die Kunst (L’Art) an der Schlossfassade von Versailles
- 1684/1685: eine Herkulesherme aus Marmor am Latonabecken
- 1684/1686: die Marmorstatue Der Betrug (La Fourberie) nach einer Zeichnung von Pierre Mignard am Tapis Vert sowie die Steingruppen Zephyr und Flora und Venus und Adonis (letztere nach einem Modell von François Girardon) am Eingang zur Orangerie
- 1683/1684: Fassadenfiguren für Schloss Marly
- 1692: die Steinreliefs Die Hoffnung und Die Demut im Pariser Invalidendom

Nach französischsprachigen Quellen (u. a. dem Bestandskatalog der Gartenskulpturen von Versailles) werden Louis Le Conte darüber hinaus eine Reihe weiterer, teils in Zusammenarbeit mit anderen Bildhauern entstandener Arbeiten für Versailles zugeschrieben. Dazu zählen Reliefs für die Colonnade sowie Arbeiten für die Petite Écurie, darunter Der Zirkuskutscher.
Literatur
- Stanislas Lami: Dictionnaire des sculpteurs de l’École française sous le règne de Louis XIV. Paris 1906.
- François Souchal: French Sculptors of the 17th and 18th Centuries. The Reign of Louis XIV. 3 Bände, Oxford 1981–1987.
- Emmanuel Bénézit: Dictionary of artists. Band 8: Koort – Maekava. Paris, 2006.
- Allgemeines Künstlerlexikon Online (AKL) / Artists of the World Online. De Gruyter, 2009.