Louis le Grange
südafrikanischer Politiker
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Louis le Grange (* 16. August 1928 in Ladybrand, Oranje-Freistaat; † 26. Oktober 1991 in Potchefstroom) war ein südafrikanischer Rechtsanwalt und Politiker der Nationalpartei, der unter anderem mehrmals Minister sowie zwischen 1987 und 1991 Präsident (Speaker of Parliament) des damaligen Dreikammerammer-Parlaments von Südafrika, war.
Leben
Louis le Grange arbeitete nach dem Besuch der Potchefstroom Hoer Volkskool als Angestellter im Innen- und Justizministerium und begann zugleich ein grundständiges Studium an der Universität von Südafrika (UNISA), das er 1953 mit einem Bachelor of Arts (B.A.) beendete. Ein darauf folgendes Studium der Rechtswissenschaften an der UNISA schloss er 1956 mit einem Bachelor of Laws (LL.B.) ab und nahm daraufhin eine Tätigkeit als Rechtsanwalt und Partner einer Anwaltskanzlei in Potchefstroom auf. Daneben engagierte er sich als Schirmherr der Western Transvaal Rugby Union, als Präsident des Western Transvaal Rifle Club und als Präsident der South African National Target Shooting Association. Er absolvierte des Weiteren ein Studium der Politikwissenschaften an der Potchefstroom University for Christian Higher Education (PU for CHE), das er 1964 mit einem Bachelor of Political Science (B.Sc.) mit Auszeichnung beendete.
Bei den Parlamentswahlen am 30. März 1966 wurde le Grange als er als Nachfolger von J. H. Steyn für die Nationalpartei NP (Nasionale Party) im Wahlkreis „Potchefstroom“ zum Mitglied des Unterhauses in die „weiße“ Kammer (House of Assembly) des damaligen Parlaments von Südafrika („Volksrat“, Afrikaans: Volksraad) gewählt wurde, und vertrat diesen Wahlkreis bis zu seinem Tode am 26. Oktober 1991, woraufhin A. S. Beyers bei einer Nachwahl 1992 zum neuen Abgeordneten gewählt. Er war zwischen 1975 und 1978 stellvertretender Minister für Information und Inneres und damit Vertreter von Minister Cornelius Petrus Mulder[1] sowie im Anschluss von August bis Oktober 1978 für einige Zeit als stellvertretender Minister für Inneres, Einwanderung und öffentliche Arbeiten noch Vertreter von Minister Alwyn Schlebusch.[2]
Im darauf folgenden Kabinett Botha I übernahm Louis le Grange am 9. Oktober 1978 zunächst den Posten als Minister für öffentliche Arbeiten und Tourismus (Minister van Openbare Werke en Toerisme) und bekleidete dieses Amt bis zu einer Ablösung durch Andries Treurnicht 1979.[3] Im Zuge dieser Kabinettsumbildung löste er 1979 zunächst Jimmy Kruger als Minister für Polizei und Strafvollzug (Minister van Polisie en Gevangeniswese) ab und verblieb in dieser Position bis 1982, woraufhin er das daraus hervorgegangene Amt des Ministers für Recht und Ordnung (Minister van Wet en Orde) übernahm. Dieses Minister bekleidete er zwischen dem 14. September 1984 und 1986, woraufhin er von seinem bisherigern Stellvertreter Adriaan Vlok[4] abglöst wurde. Er befürwortete 1980 die Einrichtung des Nationalen Geheimdienstes (Nasionale Intelligensiediens) und war insbesondere für die Polizei SAP (Suid-Afrikaanse Polisie) verantwortlich, wobei im April 1982 das Unterstützungskomitee der Eltern politischer Häftlinge DPSC (Detainees Parents Support Committee) ihm ihr „Memorandum über den Mißbrauch politischer Gefangener durch die Sicherheitspolizei“ überreichte. Dieser wies die darin aufgeführten Vorfälle zurück und drohte mit der Anwendung der Paragraf 27 des Polizeigesetzes, d. h. mit Eröffnung eines Strafverfahrens, wenn die Vorwürfe gegen die Polizei nicht bewiesen werden würden. Im September legte die Organisation DPSC als Antwort auf des Ministers Reaktion 70 Aussagen von Gefangenen und ehemaligen Inhaftierten vor, die so erdrückend waren, dass der Minister die Elternorganisation fortgesetzt bedrohte. Schließlich bestätigten viele Medizinergruppen die Folgen der Folteranwendungen durch das Büro für Staatssicherheit Buro vir Staatsveiligheid und im Allgemeinen der Polizei. Nachdem die Explosion einer Haftmine im August 1983 erheblichen Sachschaden an der Synagoge in Hillbrow verursachte, erklärte le Grange den ANC dafür verantwortlich, dass dieser plane, Regierungsmitglieder zu töten.[5] Nach der Rückkehr des Unternehmers und Anti-Apartheidaktivisten Mkhuseli Jack und Henry Fazzie führte ein von le Grange verhängtes fünfjähriges Einreiseverbot im März 1986 zu einem faktischen Hausarrest im Haus von dessen Onkel in New Brighton. Nach zwei Wochen, in denen ausländische Regierungen, südafrikanische Oppositionspolitiker sowie Geschäftsleute und Kommunalpolitiker aus Port Elizabeth das Verbot verurteilt hatten, hob der Oberste Gerichtshof von Port Elizabeth das Verbot auf. Begründet wurde dies damit, dass der Minister die ihm nach dem Gesetz zur Inneren Sicherheit eingeräumten Befugnisse überschritten und keine ausreichenden Gründe für Jacks Einreiseverbot angegeben hatte.[6]
Nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett wurde Louis le Grange am 1. Januar 1987 als Nachfolger von Johan Greeff[7] die Funktion als Speaker van die Volksraad und war damit bis zu seinem Tode am 26. Oktober 1991 Parlamentspräsident. Daraufhin übernahm Eli Louw[8] am 14. November 1991 das Amt des Sprechers des Parlaments.[9] Aus seiner 1952 geschlossenen Ehe mit Jessie Marais gingen vier Kinder hervor.
Weblinks
- le Grange, Louis. In: Rulers. Abgerufen am 8. April 2026 (englisch).
- Louis le Grange. In: Prabook. Abgerufen am 8. April 2026 (englisch).