Lubiechów Górny

Dorf in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Lubiechów Górny (deutsch Hohenlübbichow) ist ein Dorf in Polen in der Woiwodschaft Westpommern, Powiat Gryfiński, Gemeinde Cedynia mit ca. 245 Einwohnern.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Lubiechów Górny
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Lubiechów Górny (Polen)
Lubiechów Górny (Polen)
Lubiechów Górny
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Westpommern
Powiat: Gryfino
Gmina: Cedynia
Geographische Lage: 52° 55′ N, 14° 14′ O
Einwohner: 245
Telefonvorwahl: (+48) 91
Kfz-Kennzeichen: ZGR
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Stettin-Goleniów
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Geographische Lage

Lubiechów Górny liegt zwischen der westlichsten Ortschaft Polens Cedynia und dem Puszcza Piaskowa (Peetziger Waldgebiet) auf dem Rücken einer Grundmoräne. Der Nachbarort unterhalb davon ist Lubiechów Dolny.

Geschichte

Hohenlübbichow wurde bereits 1267 erwähnt. Auch die Feldsteinkirche stammt aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der am Portal sichtbare Schachbrettstein weist ein Rhombenmuster auf, steckt mehrere Zentimeter tief hinter einer Leibungsstufe und ist im Mauerwerk versetzt worden. Er wird deshalb als bauzeitlich gewertet. Steine mit Rhombenmuster sind auch in der Uckermark von Blumberg, Kloster Chorin, Dobberzin, Friedersdorf, Oderberg-Neuendorf und Serwest bekannt.[1] 1880 wurde der Turm ergänzt. In dieser Zeit war die Schreibweise Hohen-Lübbichow üblich.[2]

Portal mit Schachbrettstein der Kirche zum Hl. Joseph in Lubiechów Górny (Hohen Lübbichow)

1472/1609 besaß die Familie von Schöning das Dorf.[3] Um 1672 folgte auf Lübbichow, Hohen-und Nieder-Lübbichow, die Familie[4] von der Marwitz-Linie Bärfelde-Leine, respektive von der Marwitz-Rütznow, u. a. der Obrist Sigismund Christof von der Marwitz.[5] Inbegriffen waren eingeheiratete Familien, von Zychlinski, Familie von Langen, hier Cap. (Hauptmann) von Langen, die mit Töchtern der von der Marwitz liiert waren.[6]

1821 kam der Geheime Kommerzienrat Ernst Endell aus Frankfurt a. O.[7] als Gutsherr auf Hohenlübbichow. Für ihn gestaltete Peter Joseph Lenné in dieser Zeit einen kleinen Park.[8] Seine Familie Endell wurde 1840 als von Endell geadelt.[9] Die Tochter Amalie von Endell, verheiratet mit dem Staatsminister Freiherr Robert von Patow-Zinnitz, war die Mutter der Hedwig Freiin von Patow, verheiratet mit dem Diplomaten Robert von Keudell. So gelangte Gut Hohenlübbichow schon vor 1879 nachweislich in Erbfolge als Besitz[10] an das Adelsgeschlechts von Keudell. Robert von Keudell lebte Ende des 19. Jahrhunderts in Hohenlübbichow. Seine zweite Frau Alexandra von Grünhof zog als Witwe 1906 nach Hohenlübbichow und übernahm die Verwaltung des Gutes. Die Besitzgröße blieb über die Jahrzehnte um 2500 ha stabil.[11] Das Gut wurde 1914 von einem Administrator geleitet, 1929 von einem Verwalter.[12]

Der Sohn und Erbe,[13] der Politiker und Forstmann Walter von Keudell, gestattete das am 19. November 1927 gegründete Naturschutzgebiet Bellinchen (heute Rezerwat Bielinek) auf seinem Rittergut Hohenlübbichow. 1936 gab Walter von Keudell als Staatssekretär und Generalforstmeister die Schrift 34 Jahre Hohenlübbichower Waldwirtschaft landesweit heraus,[14] in der er die Entwicklung, den Zustand und die Ziele seiner Waldwirtschaft im Hohenlübbichower Wald beschreibt.[15]

1945 kam Hohenlübbichow unter polnische Verwaltung und ist jetzt als Lubiechów Górny ein Ortsteil der Gemeinde Cedynia.

Der Ort heute

Trotz einiger neuer Einfamilienhäuser weist Lubiechów Górny noch den Charakter eines alten märkischen Gutsdorfes mit Herrenhaus und großen alten Wirtschaftsgebäuden auf.

Söhne und Töchter des Ortes

Trivia

In Hohenlübbichow entstand ein Portrait des Violinisten Joseph Joachim, ausführend Ferdinand Schmutzer, 1903.[17]

Literatur

  • Hohenlübbichow, In: Kreisausschuß des Kreises Königsberg Nm. (Hrsg.): Kreiskalender für den Kreis Königsberg Nm. 1927, J. Neumann, Neudamm 1927, S. 101 f. Reprint: BoD Norderstedt, Klaus D. Becker, Potsdam 2021. ISBN 978-3-88372-329-7.
  • Hohenlübbichow, In Markus Jager (Hrsg.): Schlösser und Gärten der Neumark. In: Schlösser und Gärten der Mark. Festgabe für Sibylle Badstübner-Gröger. 1. Auflage, Lukas Verlag, Berlin Dezember 2006. ISBN 978-3-936872-96-5, S. 117.
  • Hohenlübbichow, In: Die Kunstdenkmäler des Kreises Königsberg (Neumark). In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg. Hrsg. Provinzialverband, Berlin 1928, S. XXXXV, S. 176.

Fußnoten

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