Lucie Attinger

Schweizer Malerin und Illustratorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Lucie Charlotte Attinger, verh. Busquet de Caumont-Attinger (* 1. März 1859 in Neuenburg; † 10. Juni 1928 in Neuilly-sur-Seine bei Paris) war eine Schweizer Malerin und Illustratorin. Sie lebte und arbeitete überwiegend in Paris.[1]

Lucie Attinger: Mon Atelier. North Carolina Museum of Art

Leben

Lucie Attinger wurde in Neuenburg in der französischsprachigen Westschweiz geboren. Sie war eines von acht Geschwistern. Ihr Vater, James Attinger, war ein in der Region bekannter Buchverleger und ihre Mutter hiess Sophie Röthlisberger. Sie begann ihre künstlerische Ausbildung in Neuenburg bei Georges Grisel und Auguste Bachelin, der vor allem für seine Genre- und Landschaftsdarstellungen bekannt war. Lucie Attingers Werke wurden erstmals im Jahr 1880 in ihrer Heimatstadt ausgestellt. Anschliessend zog sie nach Paris, um ihre Ausbildung an der Académie Julian fortzusetzen. Diese private Kunstakademie war insbesondere für die Ausbildung internationaler Studierender und Künstlerinnen von Bedeutung. Im Jahr 1893 heiratete sie Henri Busquet de Caument (1859–1937), der aus einer alten aristokratischen Familie stammte. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Lucie Attinger verstarb 1928 in Neuilly-sur-Seine bei Paris.[1]

Als Malerin trat sie nur selten öffentlich in Erscheinung. Offensichtlich war sie trotz ihres künstlerischen Könnens nicht sehr produktiv oder stellte ihre Werke nur in begrenztem Umfang aus. Nach heutigem Kenntnisstand nahm sie lediglich einmal am Pariser Salon teil, und zwar im Jahr 1889. Entsprechend selten sind ihre Gemälde, die nur vereinzelt auf dem Kunstmarkt auftauchen. In den letzten Jahrzehnten sind nur wenige Arbeiten von ihr öffentlich bekannt geworden.[1]

Werk

Lucie Attinger: Profilstudie eines als Indianerin gekleideten Modells (ca. 1892). Allen Memorial Art Museum, Oberlin College

Thematisch arbeitete Attinger in unterschiedlichen Gattungen. Zu ihrem bekannten Œuvre zählen Stillleben, Genreszenen und Landschaften. Neben ihrer Tätigkeit als Malerin war sie während ihrer gesamten Laufbahn auch als Illustratorin aktiv. Sie erhielt Aufträge für verschiedene Pariser Zeitschriften sowie für Kinderbücher. 1890 illustrierte sie für La France illustrée unter der Signatur L. Attinger. Zwischen 1891 und 1894 war sie für Le J. Amusant tätig und signierte ihre Arbeiten mit Nell. Im Jahr 1893 erschienen Illustrationen von ihr in L’Eclipse und La Gandriole unter der Signatur Jattin.[2]

Darüber hinaus illustrierte sie mehrere Bücher, darunter Chansons de nos grand’mères von Alfred Godet (1889), Quatre petites filles heureuses von L. Achard (1892), Contes choisis von Christoph Schmid (1893) sowie Alte Volks- und Kinderlieder (1910). Ausgestellt wurde sie 1880 in Neuenburg bei der Société des amis des arts sowie 1889 im Pariser Salon, wo sie das Interieur Mon atelier unter dem Namen Mme de Caumont zeigte.[2]

Literatur

Commons: Lucie Attinger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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