Lucius Plautius Plancus
römischer Münzmeister und Prätor
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Lucius Plautius Plancus (ursprünglich Gaius Munatius Plancus) war der Bruder des Lucius Munatius Plancus. Er wurde von einem Lucius Plautius adoptiert und führte seitdem das Pränomen und den Gentilnamen seines Adoptivvaters sowie das Cognomen seines leiblichen Vaters. Die Namensform Plotius erscheint bevorzugt in der literarischen Überlieferung.[1]

Seine früheste sichere Erwähnung findet sich bei Gaius Iulius Caesar: Während einer Verhandlung vor Dyrrhachium (Schlacht von Dyrrhachium) im Jahr 48 v. Chr. wurde Plautius verwundet, als die pompeianische Partei überraschend angriff.[2] Dies zeigt seine Zugehörigkeit zum Lager Caesars bei gleichzeitigen Kontakten zur Gegenseite. Im Jahr 47 v. Chr. prägte er im Auftrag Caesars Denare mit seinem vollständigen Namen.
Caesar bestimmte ihn Anfang 44 v. Chr. zum Prätor für 43 v. Chr.[3] Zuvor war er Mitglied einer Dreierkommission für Koloniegründungen und Landverteilungen in Epirus, insbesondere bei Buthrotum.[4] Trotz Zusicherungen Caesars kam es zu gewaltsamen Enteignungen, was zu scharfer Kritik Marcus Tullius Ciceros führte. Als Prätor im Jahr 43 v. Chr. wirkte er zeitweise als Vermittler zwischen dem Senat und seinem Bruder Munatius Plancus, dem gallischen Statthalter.[5] Er unterstützte die senatorische Sache und hielt engen Kontakt zu Cicero.
Nach dem Sieg der Triumvirn wurde Plautius proskribiert.[6] Obwohl sein Bruder zu den führenden Anhängern der Triumvirn gehörte, bleibt unklar, ob er die Ächtung aktiv betrieb.[7] Plancus floh bis in die Gegend von Salernum, verriet jedoch durch den intensiven Duft seines Parfüms sein Versteck. Seine Sklaven weigerten sich selbst unter Folter, ihn preiszugeben, bis er sich selbst stellte, um ihr Leiden zu beenden.[8] Er wurde daraufhin getötet.
Die Überlieferung zeichnet ihn als luxusliebenden Mann (delicatiore vitae genere), was moralische Entrüstung bei Plinius hervorrief.[9] Möglicherweise ist er identisch mit dem von Horaz verspotteten Feinschmecker-Prätor, der junge Störche als Delikatesse auftragen ließ.[10]
Literatur
- Friedrich Münzer: Munatius 26. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band XVI,1, Stuttgart 1933, Sp. 541–544.
- Hans Georg Gundel: Munatius I 6. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 3, Stuttgart 1969, Sp. 1460.