Ludowici-Kapelle

Kirchengebäude und Grabkapelle in Jockgrim, Rheinland-Pfalz, Deutschland From Wikipedia, the free encyclopedia

Die denkmalgeschützte Ludowici-Kapelle in der rheinland-pfälzischen Gemeinde Jockgrim im Landkreis Germersheim ist das Kirchengebäude der örtlichen, protestantischen Kirchengemeinde. Sie gehört damit zum Kirchenbezirk Germersheim der Evangelischen Landeskirche der Pfalz.

Schnelle Fakten Basisdaten, Baugeschichte ...
Ludowici-Kapelle
Basisdaten
Konfession evangelisch
Ort Jockgrim, Deutschland
Landeskirche Evangelische Kirche der Pfalz
Baugeschichte
Bauherr Johann Wilhelm Ludowici
Architekt Hans Seeberger
Bauzeit1937–1938
Baubeschreibung
Baustil Nordischer Stil
Ausstattungsstil Zeitgenössische Moderne
Bautyp Saalkirche
Koordinaten 49° 5′ 24,6″ N,  16′ 22,8″ O
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Vorlage:Infobox Kirchengebäude/Wartung/Funktion und Titel fehltEvangelische Kirche der PfalzVorlage:Infobox Kirchengebäude/Wartung/Widmung oder Patrozinium fehlt

Lage

Das Kirchengebäude liegt im Zentrum Jockgrims in einer parkähnlichen Anlage am Parkring. In unmittelbarer Nähe liegen der Bahnhof Jockgrim, der Bürgerpark und -platz, sowie der Friedhof. Von der Bahnhofsstraße führt der Kapellenweg zur Ludowici-Kapelle.

Geschichte

Das Gebäude wurde von 1937 bis 1938 von dem Unternehmer Johann Wilhelm Ludowici errichtet, der es als Grabkapelle für seine verstorbene Ehefrau Hannah Ludowici vorsah. Diese wurde schließlich in der Krypta unter dem Chor beigesetzt. Zwischen 1883 und 1972 waren die Ziegelwerke der Familie Ludowici das wichtigste Unternehmen in Jockgrim und gehörten zwischenzeitlich zu den größten Ziegeleien der Welt. Im Jahr 1948 übergab Johann Wilhelm Ludowici die „Grabes- und Gedächtniskirche“ an die Protestantische Kirchengemeinde Wörth, die Jockgrim zu dieser Zeit seelsorgerisch betreute. Weitere Spenden Ludowicis ermöglichten daraufhin die Anschaffung der erforderlichen Innenausstattung. Nachdem eine selbstständige protestantische Gemeinde in Jockgrim gegründet worden war, ging die Ludowici-Kapelle 1971 in deren Eigentum über.

Außenbeschreibung

Blick auf die Apsis
„großer sitzender Mann“ vor der Kirche

Es handelt sich bei dem Kirchengebäude um einen einschiffigen Backsteinbau mit weit heruntergezogenem Satteldach in einem, für die Pfalz ungewöhnlichen, nordischen Stil. Auf dem Dachfirst steht ein Dachreiter, der an die skandinavischen Stabkirchen erinnern soll. Der ausführende Architekt Hans Seeberger wählte diesen Stil wohl im Wissen über die norddeutsche Herkunft der gebürtigen Bremerin Hannah Ludowici sowie der aus Schleswig-Holstein stammenden Familie Ludowici. Zur Wirkung schrieb Die Rheinpfalz im Jahr 2021:

„Ihre starken, burgähnlich gestützten Außenmauern haben einen wehrhaften Charakter, das spitze, steil himmelwärts strebende, zugleich tief nach unten gezogene Dach verleiht eine schützende, zeltähnliche Wirkung.“

Brigitte Schmalenberg: Die Rheinpfalz vom 16. Juli 2021[1]

Vor der Kirche wurde 2014 zum 750-jährigen Jubiläum Jockgrims die Skulptur „großer sitzender Mann“ als Leihgabe der Witwe Franz Bernhards aufgestellt.

Innenbeschreibung

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Motiv: Innenansicht; Ansichten der Kunstwerke; Ansicht der Orgel

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Der Innenraum der Kirche wirkt schlicht und, trotz der tiefen Fenster, hell. Der Altar sowie die Emporenbrüstung sind als Hommage an die Familie Ludowici aus Ziegelsteinen gebaut. Der von 1972 bis zu seinem Tod im Jahr 2013 in Jockgrim ansässige Bildhauer Franz Bernhard prägte die Kirche mit seinen Arbeiten der Zeitgenössischen Kunst. Im Chor befindet sich ein keilförmiger, ca. drei Meter hoher „Corpus“ des Künstlers von 1998, der aus Eisen und Holz besteht und an einen menschlichen Körper mit Narben und Verletzungen erinnern soll. Das Kreuz ist in diesem Kunstwerk lediglich angedeutet, da sich Bernhard an der häufigen Verwendung des Kreuzes in Innenräumen von Kirchen störte. Bei der Schaffung des Corpus hatte dieser den Bosnienkrieg im Sinn und schuf ihn vor dem Hintergrund „was Menschen mit anderen Menschen anstellen“. Auch das sich seit August 2011 in der Kirche befindliche Taufbecken wurde von Bernhard geschaffen. In seinem Todesjahr übereignete er der Kirchengemeinde die Tuschezeichnung „Kreuzkörper“, die sich seither im Vorraum des Kirchenschiffs befindet.

Orgel

Die Orgel auf der Empore wurde 1970 von E.F. Walcker & Cie (Ludwigsburg) als opus 5455 mit mechanischen Trakturen gebaut. Sie verfügt über acht Register auf einem Manual und Pedal. Ihre Windladen sind als Schleifladen ausgeführt. Im Jahr 1979 nahm Oberlinger Orgelbau (Windesheim) Instandsetzungsarbeiten an dem Instrument vor. Die von Heinz Markus Göttsche entworfene Disposition lautet:[2]

Manual
1.Rohrflöte8′
2.Praestant4′
3.Nasat223
4.Gemshorn2′
5.Quinte113
6.Mixtur V1′
7.Trompete (B/D)8′
Pedal
8.Subbaß16′

Literatur

Commons: Ludowici-Kapelle – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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